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Kadyrow & Kriminelle

Кто дал ему визу? #германия

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Правозащитники возмущены тем, что командир чеченского СОБРа Абузайд Висмурадов, открыто путешествует по Европе.

Высокопоставленный чеченский военный командир Абдузайд Висмурадов, которого обвинили в причастности к похищению, пыткам и убийства в Чечне, посетил Германию. Его визит вызвал вопросы по визовой политике ЕС в отношении людей, подозреваемых в нарушениях прав человека.

Для Висмурадова это не первая поездка в Германию, именно в ФРГ «Патриот» восстанавливался после серьезной автомобильной аварии, в которую попал летом 2012 года.

Даудов и Висмурадов в 2014 году неплохо провели время в Германии

 

Весна 2015

Осень 2015

В голландском Роттердаме он посетил 2017 турнир по смешанным единоборствам, в котором участвовал член элитного бойцовского клуба „Ахмат“ Абдулкерим Эдилов.

В Германии его сопровождал экс-спортсмен Тимур Дугазаев. Мужчина является сторонником Кадырова и участвует в митингах в его поддержку. При этом в свое время он получил там политическое убежище.

Следует отметить, что о приезде Висмурадова в Германию, стало известно из его личного аккаунта в Instagram, а также из аккаунта Тимура Дугазаева, который называет себя «представителем главы Чечни в Германии».

В Германии живут не только чеченцы-беженцы, но и сторонники власти в республике.

В Германии он профессионально занялся спортом. В 2011 году под флагом Германии выиграл чемпионат Европы по боевому самбо. В том же году ему дали немецкое гражданство – до этого у Тимура был только статус беженца. И в том же году он подружился с главой Чечни. По словам Дугазаева, отношения сложились, когда на одном из спортивных мероприятий в Берлине он взял в руки флаг с изображением Рамзана Кадырова.

Кадыровец, как он сам себя называет, занимается в Европе спортивным промоушеном, взаимодействует с консульствами и посольством России.

Тимур и его соратники, тоже чеченские беженцы, часто проводят общественные акции в Германии: например, на 9 мая собираются в Берлине у Бранденбургских ворот с российскими и чеченскими флагами. Устраивают благотворительные акции. Деньги на все это присылает фонд имени Ахмата Кадырова.

Главной своей задачей Дугазаев называет поддержание хорошего имиджа чеченцев в Европе: „Чтобы мы тоже здесь не нарушали. Пытаемся наш народ и наших людей сохранить в первую очередь, чтобы их не использовали сомнительные группировки“.

Летом 2016-года в берлинском районе Лихтенберг был расстрелян член известного немецкого байкерского клуба «Нация Герилья» (Guerilla Nation) по имени Дирк. Его убийство все еще не раскрыто. Однако немецкие силовики полагают, что к убийству причастны члены конкурирующей группировки «Guerilla Nation Vainakh», состоящей преимущественно из чеченцев и ингушей. Эта группировка не только частенько всплывает в криминальных сводках немецкой полиции, но и позирует в байкерских куртках на фоне Бранденбургских ворот в Берлине. В руках члены группировки держат транспаранты с портретами Ахмата Кадырова, а также так называемые «кадыровские флаги», то есть флаги с эмблемой сегодняшней Чечни. Нетрудно догадаться, куда ведут следы позирующих на других фотографиях в камуфляжных одеждах членов «Вайнахской герильи».

Drohungen und Öffentliche Demütigungen in Deutschland

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Anmerkung: 2017 kam es bei einem Angriff von Kadyrow Anhänger auf einen Kampfsportler inguschischer Herkunft zu einer Messerstecherei, bei welcher dessen Freund tödlich verletzt wurde. Auf Wunsch der Familie des Opfers, werden zu diesem Fall keine weiteren Angaben gemacht. 

Um seine Macht zu erhalten und auszubauen sowie die Gesellschaft in Angst und Schrecken zu halten, bedient sich Kadyrow drakonischer Methoden: Er setzte neben Säuberungen auf Sippenhaftungen von Angehörigen mutmaßlicher Terroristen, Diskreditierung von Dissidenten als Drogenkonsumenten und der Inhaftierung von Menschenrechtsverteidigern, seit Beginn des Jahres 2017 auch auf öffentliche Demütigung in Deutschland selbst.

Drohungen und öffentliche Demütigung sind eine weitere Methode von Kadyrow, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. Zwar werden er und seine Politik in Tschetschenien praktisch nicht offen, sondern höchstens leise im engsten und vertrautesten Kreis kritisiert, dennoch gab es auch öffentliche Kritik, für die bitter bezahlt werden musste. Diese öffentlichen Demütigungen werden durch Sendung des Staatssenders Grosny
(TschGTRK Grosny) sowie andere soziale Plattformen verbreitet.

Öffentliche Demütigungen haben in Tschetschenien schon eine längere Geschichte. Im Februar 2014 war der Historiker und Bürgerrechtler Ruslan Kutajew festgenommen worden. Er hatte in Grosny eine Konferenz über die Deportation der Tschetschenen und Inguschen 1944 durch Stalin veranstaltet. Angeklagt wurde er, weil er angeblich in Besitz von Drogen gewesen sei. Doch er selbst sowie seine Anwälte und Menschenrechtsorganisationen bezeugen, dass er sofort nach seiner Festnahme massiv durch Magomed Daudow gefoltert und zu einer Falschaussage gezwungen wurde. Aufgrund dessen wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt.

Aus einem allgemein geachteten Bürger wurde während eines Verfahrens vor Gericht ein Drogensüchtiger gemacht, der unter Folter selbst zugegeben hat, süchtig zu sein und Verbrechen begangen zu haben.

Dennoch konnte Magomed Daudow welcher nach Aussage von Ruslan Kutajew aktiv an seiner Folter partizipierte und bereits zuvor als Polizeidienststellenleiter von Schali auch im Fall der Familie Askhabov in Menschenrechtsverletzungen verwickelt war, ungehindert am 30 August 2014, in Begleitung mit dem Kommandeur der SOBR Abusaid Wismuradow, nach Deutschland zu einem Turnier kommen und Drohungen gegen Dissidenten aussprechen.

Abusaid Wismuradow ein enger Kindheitsfreund von Ramsan Kadyrow konnte sich bereits 2012 einer Operation in Deutschland unterziehen und sich von seiner Verletzung eines Autounfalls erholen.

Ramsan Kadyrow selbst weiß genau, wie er die Bevölkerung in Tschetschenien erniedrigen kann. »Das Schlimmste ist nicht, dass sie dich ermorden, sondern dass sie dich öffentlich erniedrigen, dass sie aus dir einen Drogensüchtigen machen oder eine Prostituierte«, gibt ein Opfer einer solchen öffentlichen Demütigung in einem Gespräch an.

Die öffentliche Demütigung eines Familienmitglieds zerstört die Reputation der gesamten Familie, ja des ganzen Clans (Teip) und verlangt auch nach einer Reaktion, das heißt dass sich die Familie lossagt, den Beschuldigten ausschließt, zur Flucht zwingt. Solch eine Demütigung kommt einer Zerstörung der Moral einer Person gleich. Frauen, Verwandte mutmaßlicher Kämpfer und Regierungskritiker werden Opfer solcher Demütigungen wie die Fälle von Adam Dikajew oder Aishat Inaeva zeigen.

Isa Achjadow, ein Tschetschene im französischen Exil, kritisierte die Behandlung Inaevas. Die Reaktion der Kadyrow-Behörden ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Tage später erschienen sein Bruder und einige andere seiner Verwandten im tschetschenischen Fernsehen. Sie sagten sich von Isa Achjadow los und enteigneten ihn öffentlich.

Bereits Ende 2015 hatte Kadyrow deutlich gemacht, dass Sippenhaftung nicht nur für Angehörige mutmaßlicher Terroristen gilt, sondern auch für Tschetschenen, deren Angehörige im Ausland gegen seine Politik protestieren. Damals hatten Tschetschenen in Wien und Oslo am 24. Dezember 2015 bzw. am 2. Januar 2016 gegen Kadyrow demonstriert.

Nach der ersten Demonstration trat der tschetschenische Regierungschef am 30.12.2015 im regionalen Fernsehen auf und schwor, die Familien der Wiener Demonstranten in Tschetschenien ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass diese wiederum ihre Angehörigen in der Diaspora zum Schweigen bringen. »Unser Brauch ist es, dass der Bruder für seinen Bruder verantwortlich ist. Ich habe den Befehl gegeben herauszufinden, ob sie (die Protestierenden) Brüder und Väter haben, zu welcher Familie sie gehören, wo sie geboren wurden und wer sie sind«, sagte Kadyrow.

2015 wurde auch Rubati Midsajewa, die vor dem Tschetschenienkrieg 1996 geflohen ist, in Berlin bedroht, wie Ekkehard Maaß dem «Deutschlandfunk» berichtete. Der Menschenrechtsaktivistin wurde vor ihrer Tür aufgelauert und unmissverständlich mitgeteilt »Wenn du so weitermachst, wirst du nicht mehr lange leben!«

Asan Chadschijew bestätigt diese Aktivitäten: »Die Kadyrow-Leute hier beunruhigen uns«, sagt er. »Sie kennen unsere Adressen, aber, noch schlimmer, die unserer Verwandten in Tschetschenien. Ich habe meine Neffen gewarnt, dass man sie verhaften wird. Aber dass man ihnen gleich die Schädel einschlägt. In Tschetschenen herrscht absolute Gesetzlosigkeit.«

Dennoch erfolgten im selben Jahr zwei weitere Reisen des Leiters der Spezialeinheit nach Deutschland. Auch dieser Besuch war verknüpft mit Drohungen gegen diejenigen, welche zuvor an Demonstrationen gegen Kadyrow in der EU teilgenommen haben.

Abusaid Wismuradow übernahm 2015 auch die Rolle als Präsident von Ramsan Kadyrows persönlichen Kampfsportverein. Timur Dugasajew welcher ein Jahr zuvor seinen Kampfsportverein in Deutschland gegründet hat, unterstütze ihn dabei bei der Promotion der Kämpfe. Ein Beispiel dafür ist der Kampfsportler Ruslan Tschagajew, welcher am 11.07.2015 seinen WBA-Titel in Magdeburg verteidigte.

Auch 2017 nutzte Abusaid Wismuradow das MMA-Turnier in Rotterdam (UFC Fight Night 115 mit Mairbek Taisumov) bei dem auch Timur Dugasajew und Adam Tahaev anwesend waren, sowie den anschließenden Ausflug nach Berlin, um Drohungen gegen in Europa lebende Tschetschenen auszusprechen.

Die GfbV dokumentierte bereits in den letzten Jahren diese Praxis der öffentlichen Entschuldigung und Demütigung in Tschetschenien, ua auch anhand der Fälle von Aishat Inaeva und Adam Dikajew.

Mittlerweile sind selbst Tschetschenen, die in Deutschland leben, nicht mehr vor dieser Praxis sicher. Das zeigt zum Beispiel der Fall des homosexuellen Mowsar Eskarchanows. Im Deutschlandfunk berichtet Eskarchanow von der Diskriminierung und Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien. Er selbst war deswegen gezwungen, nach Deutschland zu fliehen. Aber auch hier wird er weiterhin von Bekannten aus seinem Heimatort Atschoj Martan bedroht. Es gab bereits zwei Angriffe auf ihn, einer davon mit einem Messer.

Der Demütigungen nicht genug suchte Beslan Dadaew, Korrespondent des TschGTRK Grosny, ihn in Begleitung auf. Sie nötigten ihn zu einer Entschuldigung vor laufender Kamera: Es seien westliche Journalisten gewesen, welche ihm Drogen gegeben und zu kritischen Aussagen gegen Kadyrow verleitet hätten. Seine eigene Geisteskrankheit wäre der Grund, dass er schlecht über Kadyrow spreche.

Ein ganz anderer Fall aber mit demselben Täter ist das Schicksal eines jungen Familienvaters, welcher es wagte, sich in Deutschland aktiv gegen Kadyrow auszusprechen. Minkail Malizaew hatte wiederholt die Diaspora in Deutschland dazu ermutigt, Ramsan Kadyrow öffentlich zu kritisieren und innerhalb der EU Demonstrationen gegen die Menschenrechtsverstöße in Tschetschenien zu organisieren.

Nachdem am 26. April 2018 seine Frau sowie seine drei Kinder von Deutschland  nach Tschetschenien abgeschoben wurden, erhielt Minkail Malizaew Besuch von dem Korrespondenten von TschGTRK Grosny Beslan Dadaew und einem Begleiter. Beslan drohte ihm, dass seine Verwandten in der Heimat für seine Worte die Verantwortung tragen würden, wenn er sich nicht entschuldigte. Aus Sorge um seine Familie willigte Malizaew ein.

Doch Beslan genügte eine einfache Entschuldigung nicht. Er forderte eine Aufzeichnung auf Video. Malizaew weigerte sich und wurde daraufhin so schwer geschlagen, dass er für mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden musste.

Im Gespräch mit Khuseyn Iskhanov sagte Malizaew später, dass man ihn deutlich verstehen ließ, dass er sich in Deutschland nicht zu sicher fühlen solle. Wenn nötig, werde man ihn hier umbringen. Dazu hätte man den Auftrag. »Hier in Deutschland, in Europa, seien die Gefängnisse gut. Man werde ihn töten, die Haftstrafe absitzen und als freie Männer nach Hause gehen. Kein Problem. Man habe nichts zu verlieren. Für sie gelte nur, ihn zu entfernen.«

Am 27. März 2019 erhielt Minkail Malizaew nach eigenen Angaben erneut Besuch. Im Gespräch mit dem tschetschenischen Anwalt Aslan Artuew berichtet er, wie gegen 23 Uhr er von vier maskierten Männern angegriffen und mit einer Schusswaffe bedroht wurde. Sie sollen versucht haben ihn zu entführen, um zu einer Entschuldigung zu zwingen.

Auch der tschetschenische Blogger Tumso Abdurachmanow wurde wiederholt von Magomed Daudow bedroht. Selbst sein Bruder, welcher in Deutschland lebt, steht deshalb unter Druck aufgrund der Sippenhaftung. Ein Kadyrow Anhänger aus Bremen Namens Beslan, welcher selbst Asyl in Deutschland beantragt hat, offerierte Magomed Daudow sogar Hilfe für die Vollstreckung der Blutrache.

Insbesondere die junge Generation von Tschetschenen, welche in Deutschland Asyl sucht, verfolgt aufmerksam das Geschehen in ihrer Heimat. Über YouTube und soziale Netzwerke wie Instagram erfahren sie, wie Kadyrow in seiner Republik jegliche Kritik unterdrückt, wie er für Friedhofsruhe sorgt – und fühlen ihre eigene Machtlosigkeit. Aus der Ablehnung Kadyrows entsteht ein immenses Radikalisierungspotenzial. Die Jugendlichen erleben es als Alltag, dass Anhänger der Politik von Ramsan Kadyrow nicht nur Demonstration zur Unterstützung des Regimes in Deutschland organisieren können, sondern auch Drohungen aussprechen, ohne dafür strafrechtlich belangt zu werden.

Aufgrund des Ausbleibens an Reaktionen durch Institutionen und Medien, insbesondere in Bezug auf die Reisen von Abusaid Wismuradow, des Präsidenten von Ramsan Kadyrows Kampfsportverein und der Spezialeinheit SORB, kam es nun wiederholt zu Konflikten zwischen kaukasischen Kampfsportlern und Kadyrow Anhänger. Nach den antisemitischen Äußerungen eines Kampfsportlers am al-Quds Tag, welcher im Kontakt zu Abusaid Wismuradow steht, verlagert sich nun der Konflikt auf die Straße.

Antisemitismus bei Kadyrow Anhänger

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Der Hamburger Kampfsportprofi Selim A. äußerte sich am Samstag, 1. Juni 2019, auf seinem Facebook-Profil offen antisemitisch. Einen Bericht über Proteste gegen den antisemitischen Quds-Marsch in Berlin kommentierte er mit den Worten “Dreckigen Juden”.

Der 25-jährige A. bestreitet seit 2014 Profikämpfe in den Mixed Martial Arts (MMA). In Deutschland trat er zuletzt bei Veranstaltungen der Reihen “GMC – German MMA Championship”, “Fair. FC” und der “Hanseatic Fight Promotion” an. Auf seinem Facebook-Profil teilte er außerdem eine Karikatur, die einen orthodoxen Juden als “Kindermörder” darstellt und so die antisemitische Ritualmordlegende aufgreift. Zustimmung bekam er für diese Karikatur vom rechtsextremen MMA-Kämpfer Frank Kortz, der in der Vergangenheit u. a. durch Hakenkreuz-Tätowierungen und Kontakte zum neonazistischen “Blood & Honour”-Netzwerk auffiel.

Fraglich ist ob der Mob beim Al-Quds Aufmarsch welcher skandiert »Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf‘ allein!« auch nur einen Kampf im KZ gegen Gegner wie Yaakov Razon, Noach Klieger, Victor Younki, Hertzko Haft, Johann Trollman, Francesco Bounagurio, Tadeusz Piertrzykowski, Leone Efrati oder Leendert Josua Sanders überstanden hätte.

Seit Ramsan Kadyrow  zum informellen Nahost-Beauftragten des Kreml aufgestiegen ist, tritt der Antisemitismus seiner Anhänger immer offener zu Tage.

Auch der spirituellen Pfad der Tariqah scheint schwer zu schreiten für Ramsan Kadyrow, durch den Sprecher der »jüdischen Gemeinden in Tschetschenien«, Mosei Junajew, mokiert er selbst das Schicksal der Bergjuden Tschetscheniens.

Die Anhänger der Politik von Ramsan Kadyrow scheinen zu vergessen, dass eine jüdisch-muslimische Tradition existiert und jeder Prophet bis auf Muhammad s.a.s. Jude war.

In Zeiten des wieder aufflammenden Israel-Palästina-Konflikts mischt sich inmitten gerechtfertigter Kritik an der Politik Israels oftmals purer Judenhass. Fälschlicherweise suggeriert dies eine Verankerung des Antisemitismus im frühen Islam. Ein Blick auf die islamische Lehre und Tradition dagegen zeigt ein sehr differenziertes Bild – trotz darin auftretender Spannungen.

Der Grund für die Verbreitung antijüdischer Parolen, Angriffe auf Synagogen und Rabbiner durch Menschen, die sich „Muslime“ nennen, ist fehlende Menschlichkeit und Ignoranz gegenüber ihrer eigenen Religion. Zweifellos gibt es einige Muslime, die antijüdisch eingestellt sind, genauso wie einige Christen, Agnostiker oder Atheisten. Der Islam aber sieht sich in der Kette der Religionen als Abschluss der göttlichen Lehren für die Menschheit. Jede göttliche Lehre, die vor dem Islam exisitierte, sollte also schlussendlich in diese abschließende Religion münden. „Wahrlich, die Religion vor Allah ist Islam. Und die, denen das Buch gegeben ward, wurden uneins, erst nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war, aus gegenseitigem Neid.“ (3:20).

Vor diesem Hintergrund erscheint jede Schmähung der Juden so, als würde man ein mehrstöckiges Haus errichten, sich im obersten Stockwerk einnisten und gleichzeitig die Grundfeste zu zerstören versuchen, weil man meint, sie hätten nichts mehr mit den oberen Stockwerken gemein. Jede Schmähung des Judentum ist somit ein Angriff auf den Islam.

Angesichts der lautstarken Proteste vor israelischen Botschaften dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, dass viele der Protestierenden häufig persönlich betroffen sind, indem sie Verwandte und Freunde vor Ort haben, vielleicht sogar durch die Bodenoffensive in Gaza Familienmitglieder verloren haben. Jede Art der Beschimpfung muss deutlich verurteilt werden. Doch es darf nicht vergessen werden, dass dieser Hass eine emotionale Trotzreaktion auf das unverhältnismäßige militärische Vorgehen der Israelis ist. In diesem Fall von einem „islamischen Antisemitismus“ zu sprechen, ist vollkommen absurd, da eine nüchterne Reflexion wichtig wäre, um sich einerseits darüber im Klaren zu sein, dass es Islam keinen Platz für Judenhass gibt und andererseits würde festgestellt werden, dass Israel nicht gleich Judentum ist.

Tiefer Respekt vor Juden im Islam

Diejenigen, die krampfhaft versuchen, Bezugspunkte für den islamistischen Antisemitismus in der Frühgeschichte des Islam auszumachen, ignorieren völlig die islamische Lehre und Tradition. Sicherlich kam es in dieser Frühgeschichte zu Auseinandersetzungen mit den jüdischen Bündnispartnern, da einige von ihnen vertragliche und politische Verpflichtungen nicht erfüllten, sogar Mordversuche an dem Propheten Mohammed verübten. Trotz all dieser Ereignisse, die die Beziehung zwischen Muslimen und Juden auf eine große Zerreißprobe stellten, bewies der Prophet des Islam Zeit seines Lebens immer wieder, wie sehr er Juden respektierte und sie dafür wertschätzte, dass sie an den einzigen gemeinsamen Gott und Seine Propheten glaubten. Basierend auf etliche Gemeinsamkeiten schloss der Prophet Mohammed daher zukunftsweisende Toleranzverträge mit Juden und Christen. Die Behandlung von Juden durch den Propheten Mohammed wirkte so anziehend auf sie, dass einige unter den Juden eine derartige Liebe entwickelten, dass sie die Hände und Füße des Propheten küssten (Trimdhi). Der Prophet blieb immer seinen Prinzipien treu und verurteilte nicht nur jedes Unrecht gegenüber Verbündeten, vielmehr wird im Koran auch gegenüber Feinden geboten: „Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln.“ (5:9).

Islam-Kritikern fällt allersdings zuallererst, dass der Islam selbst Judenhass fördere, indem er Muslimen die Freundschaft mit Juden und Christen verbiete. Tatsache ist jedoch, dass der Vers kein allgemeingültiges Gesetz darstellt und diese Kritik den historischen sowie textuellen Kontext missachtet. Muslime ansprechend, warnt Gott im Koran konkret vor einer Freundschaft mit Juden und Christen, „die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben“ (5:58) und „die euch bekämpft haben des Glaubens wegen und euch aus euren Heimstätten vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben“ (60:10). Dies wurde also den Muslime zu einer Zeit befohlen, als sie sich in Auseinandersetzung mit anderen Stämmen befanden, bei denen durch eine Freundschaft wichtige strategische Pläne der Muslime an die Feinde weitergegeben wurden.

Im Koran wird aber auch scharfe Kritik an der jüdischen Glaubenspraxis geübt. In einem Urteil über die Kinder Israels, also Juden und Christen, zürnt Gott darüber, dass sie vom rechten Pfad abgeirrt seien und bezeichnet sie an einer Stelle als „Schweine und Affen“. Wer nun diese Aussage als ein Pauschalurteil auffasst, der zeigt sich unwissend über den Inhalt des Korans. Die Heilige Schrift der Muslime ist kein Nachschlagewerk, sondern muss ganzheitlich verstanden werden. Und da der Koran Bilder und Gleichnisse enthält, muss er interpretiert werden. Wenn also einigen Juden und Christen die Eigenschaften eines Schweins oder eines Affen zugeschrieben werden, dann wird auf diejenigen Menschen verwiesen, die, nachdem Gott sie rechtleitete und reichlich beschenkte, ihm Götter zur Seite stellten und sich als undankbar erwiesen. Sie begannen, ähnlich wie Schweine, ohne zu selektieren alles zu konsumieren, und, den Affen ähnlich, alles um sich herum nachzuahmen.

Bei einem sorgfältigeren Blick auf den Koran wird deutlich, dass der Islam einen durchaus differenzierten Blick auf die jüdische Glaubespraxis pflegt. Es wird immer wieder betont: „Es sind unter ihnen Leute, die Mäßigung einhalten.“ (5:67). Außerdem fällt auf, dass auch Juden in das ewige Paradies einziehen dürfen. Es heißt dort: „Wahrlich, die Gläubigen und die Juden und die Christen und die Sabäer – wer immer (unter diesen) wahrhaft an Allah (Gott) glaubt und an den Jüngsten Tag und gute Werke tut –, sie sollen ihren Lohn empfangen von ihrem Herrn, und keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie trauern.“ (2:63). Neben dem Koran gibt es unzählige Überlieferungen, die von einer großen Wertschätzung des Judentum durch den Propheten zeugen. So wird berichtet, dass einst ein Jude sich beim Propheten darüber beschwerte, dass ein Muslim ihn geschlagen hatte, als er den Propheten Moses über den Propheten Mohammed stellte. Daraufhin rügte der Prophet den Muslim und sagte: „Gebt mir keinen Vorrang vor anderen Propheten!“ (Bukhari). An anderer Stelle wird überliefert, dass der Prophet aus Respekt aufstand, als eine jüdische Leichprozession an ihm vorbeizog. Als er von einem Gefährten darauf hingewiesen wurde, dass es das Begräbnis eines Juden sei, antwortete er: „Ist das keine Menschenseele?“ (Bukhari). Als Safiyyah, die jüdische Ehefrau des Propheten, verächtlich als „Tochter eines Juden“ bezeichnet wurde, bat der Prophet darum, darauf so zu antworten: „Warum bist du besser als ich, wenn mein Mann Mohammed ist, mein Vater Aaron und mein Onkel Mose?“ (Tirmidhi).

Die judeo-arabische Kultur

Als der Prophet Mohammed im 7. Jahrhundert verstarb, folgte ein dreißigjähriges Kalifat der spirituellen Nachfolger des Propheten. Im Anschluss an diese Zeit folgten rein weltliche Herrschaftsformen, in denen Führer unter dem Deckmantel des Islam unmoralisch handelten. Sie eroberten und mordeten aus Habsucht, Herrschsucht und Ehrsucht. In diesen Zeiten geschah auch den Juden zeitweise großes Unrecht. Es wäre jedoch völlig falsch, diese Zeit als Basis für die Schaffung von Frieden zwischen Juden und Arabern heranzuziehen. Vielmehr gibt es eine oftmals vergessene jüdisch-islamische Symbiose im Mittelalter, die als Vorbild für ein Zusammenleben herhalten könnte. Tatsächlich ist wenig bekannt, dass Juden in Spanien länger lebten als in jedem anderen Land, einschließlich Israel. Über 1.000 Jahre spielten Juden eine bedeutende Rolle in der kulturellen und sozioökonomischen Entwicklung der iberischen Halbinsel. Es lebten mehr Juden in Spanien als in allen Ländern Mitteleuropas zusammen. Einen Großteil der Zeit auf der iberischen Halbinsel verbrachten diese Juden unter muslimischer Herrschaft, welche auch den längsten Zeitraum einer friedlichen Koexistenz mit anderen Gesellschaften darstellt. Mit dem Sieg der Muslime bei Jerez de la Frontera begann im Jahre 711 die rasche Eroberung des Westgotenreiches, in dem Juden durch zahlreiche Gesetze christlicher Konzile starker Ausgrenzung ausgesetzt waren. Die dort lebenden Juden empfanden die muslimische Eroberung Iberiens als eine Befreiung. Unter muslimischer Herrschaft kam es dann zur Herausbildung einer jüdisch-islamischen Tradition, die nicht nur eine Symbiose auf dem Gebiet der Wissenschaft und Philosophie beinhaltete, sondern auch eine Assimilation der Juden an islamische Denk- und Verhaltensweisen zur Folge hatte. In nahezu allen kulturellen Bereichen erbrachten sie unter der muslimischen Herrschaft Höchstleistungen.

Erst unter osmanischer Herrschaft sollte sich die Lage der Juden verändern. Obwohl Juden wichtige Stellungen in Handel, Gewerbe oder im Staatsdienst einnahmen, löste sich die kulturelle Symbiose schrittweise auf. Es kam zu Auswanderungswellen im 15. und 16. Jahrhundert von Juden aus Europa in das tolerantere Osmanische Reich. Antisemitismus unter Muslimen bildete sich erst im 19. Jahrhundert im geschwächten Osmanischen Reich heraus. Wieder einmal zeigt sich: Geschichte wiederholt sich. Sündenböcke und Feindbilder bei Verbrechen, Seuchen und Unheil aller Art waren schnell gefunden. Ethnische und religiöse Minderheiten, auch Juden, da sie nur wenig integriert waren und häufig unter Restriktionen litten, wurden zur Zielscheibe des sich ausbreitenden Hasses. Erstaunlich ist hierbei, dass antisemitische Ideologien erst aus Europa importiert wurden, indem antisemitische Pamphlete meist christlicher Verfasser ins Arabische übersetzt wurden. Erst im 20. Jahrhundert wurden zusätzlich nationalsozialistische Ideologien importiert, die seitdem eine wichtige Quelle der Inspiration für islamistische Bewegungen der arabischen Welt darstellen.

Wege zur Bekämpfung des Antisemitismus

Wie kann man nun diesem „neuen“ Judenhass begegnen, der als Konsequenz des ungelösten Israel-Palästina-Problems aufflammt? Israelische Fahnen helfen nicht im Kampf gegen Antisemitismus. Die Menschen müssen wieder zwischen dem israelischen Staat und Juden unterscheiden können. Das wird indes nicht funktionieren, wenn der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dr. Graumann, mehr Empathie und Verständnis für den jüdischen Staat fordert, sobald Kritik an der israelischen Politik geäußert wird. Auch wird ein reflexhaftes Verweisen auf das Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels durch jüdische Geistliche in Deutschland die Kritiker nicht dazu bringen, sorgfältig zu differenzieren. Muslime und Juden müssen offen Stellung gegen Unrecht beziehen und diesem ihre Lehren des Friedens und der Toleranz entgegenstellen. Die Heiligen Schriften beider Religionen sprechen von einem Grundsatz, der als Brücke und gleichzeitig als eine rote Linie fungieren könnte:

„Wenn jemand einen Menschen tötet […] , so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ (Koran, 5:33).

„Denn jeder, der eine Seele Israels tötet, der gelte nach der Schrift wie einer, der eine ganze Welt getötet hat. Und jeder, der das Leben einer Seele Israels rettet, der gelte nach der Schrift wie einer, der eine ganze Welt gerettet hat.“ (Talmud, Sanhedrin, 4:5)

Auch Medien und Politik in der Bundesrepublik müssen ihre Rolle ernst nehmen. Sie dürfen nicht zu einem Wegbereiter des Antisemitismus werden, indem sie ständig versuchen, ihre blinde Loyalität zu Israel unter Beweis zu stellen. Natürlich gibt es aber noch so etwas wie die deutsche Vergangenheit, die im kollektiven Gedächtnis Deutschlands fest verankert ist. Und trotzdem kann man nicht mit dem Verweis auf schreckliche Dinge der Vergangenheit das heutige Unrecht geschehen lassen. Ja, Frau Merkel, nicht nur die Sicherheit Israels sollte zur Staatsräson gehören, sondern der Schutz jedes einzelnen Menschenlebens! Diese Emanzipierung von alten Denkmustern hätte eine große Signalwirkung im gemeinsamen Kampf gegen jede Art von Ungerechtigkeit unabhängig religiöser und nationaler Zugehörigkeiten. Denn sollte jede Israel-Kritik als „antisemitisch“ abgestempelt werden, dann wird der Frust der schweigenden Kritiker sie in extreme Haltungen führen. Hier müssen auch die jüdischen Gemeinden in Deutschland aktiver werden. Sie müssen mit unpolitischen Aktionen mehr Transparenz, mehr Berührungspunkte und Dialogmöglichkeiten schaffen. Zu betonen wäre hierbei, dass antimuslimische Ressentiments in keiner Weise zur Bekämpfung von Judenhass beitragen können. Man kann doch nicht brennende Häuser löschen, indem man andere Häuser anzündet!

Kadyrow & Kinderkämpfe

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Im Kaukasus hat Kampfsport einen hohen Stellenwert, weil das alltägliche Leben oft einem Kampf gleicht, doch Kadyrow missbraucht diese Kultur für seine persönliche politische Propaganda. Gerne gibt Kadyrow sich als Kampfsportler aber es ist als Mann zu weich für den Ring. Wenn er kämpft dann nur gegen Schwächere und um sich selbst zu inszenieren wie im Fall von Salambek Ismailov – lieber lässt er seine Kinder kämpfen.

Am 12.10.2017 Ramsan Kadyrow, der die Republik seit 2007 mit eiserner Hand und von Russlands Gnaden regiert, in Grosny erneut Kämpfe seiner Söhne austragen lassen. Im Gegensatz zu den im letzten Jahr abgehalten Schlagabtausch, welcher auf breite Verurteilung stieß, lösten die aktuellen Kämpfe keine besondere Reaktion aus, und Beamte aus Tschetschenien reagierten wie gewohnt enthusiastisch auf die Kinder von Kadyrow. An den Kämpfen beteiligten sich alle seine drei Söhne – der 9-jährige Adam, der 10-jährige Zelimkhan und der 11-jährige Ahmad. Ahmad besiegte Tamirlan Merov in der Gewichtsklasse bis zu 42 kg durch technisches KO. Zelimkhan bezwang Ahmed Sherdiyevs seinen Gegner in der Gewichtsklasse bis zu 32 kg mit einem Ergebnis von 5: 0 und Adam besiegte Islam Huseynov durch technisches KO. Alle Sparringpartner von Kadyrows Kindern kamen zu den Wettkämpfen aus der Republik Kabardino-Balkarien. Magomed Daudov »der Herr« beeilte sich seine Bewunderung für die Kinder von Kadyrow zum Ausdruck zu bringen und betitelte sie als »seine Neffen« als er ihnen auf Instagram gratulierte, obwohl Daudow nicht einmal verwandt ist mit Kadyrow. Dieser hingegen schwieg bisher, selbst auf seiner persönlichen Propaganda Plattform – seinem Instagramm Account – würdigt das Oberhaupt der Republik den Sieg seiner Kinder nicht. Knapp vor einem Jahr, konnte Kadyrow nicht davonlassen, den Sieg seiner Söhne zu zelebrieren was zu einer surrealen Diskussion mit dem Präsidenten der »Russian MMA Union« Fjodor Jemeljanenko führte. Gesponsert wurde der Kampf von Kadyrows Kindern wie immer durch seine Stiftung, wie diverse seine anderen politischen Projekte.

Am 17.08.2018 organisierte Ramsan Kadyrow einen weiteren Kinderkampf in Grosny und zahlte einem 11-jährigen Kickboxer aus Kabardino-Balkarien 100.000 Rubel für die Niederlage im Kampf gegen seinen Sohn. Benutzer von sozialen Netzwerken haben den Unterschied in den Gewichtsklassen der Gegnern moniert, welche den Sohn von Kadyrow begünstigten. Ein Bericht über den Kampf seines 10-jährigen Sohnes mit dem oben genannten Kickboxer aus Naltschik wurde heute von Ramzan Kadyrow auf seiner Seite in der «VKontakte» zusammen mit einer Videoaufzeichnung des Schlagabtausch veröffentlicht. Laut Kadyrow war die Leistung seines Sohnes »eine echte Dekoration und ein spektakulärer Punkt des Internationalen Kickbox-Turniers in Grosny«. Ramsan Kadyrow lobte seinen Sohn für »ausgezeichnetes körperliches Training und Technik» und behandelte seinen Gegner als »echten Krieger« und »außergewöhnlich talentierten Kämpfer«. Beide jungen Kämpfer erhielten nach dem Kampf Becher; und der Junior-Rivale von Kadyrows Sohn erhielt auch 100.000 Rubel von der Kadyrow-Stiftung, heißt es in dem oben genannten Bericht im sozialen Netzwerk «VKontakte». Die Benutzer des sozialen Netzwerks, die das Video des Kampfes gesehen haben, haben bemerkt, dass sich Kadyrow Jr. von seinem Gegner mit einem stärkeren Körperaufbau unterschieden hat. «Wenn ich mich nicht irre, haben diese Jungs unterschiedliche Gewichtsklassen: Man hat mit bloßem Auge gesehen, dass [der Sohn des Chefs Tschetscheniens] schwerer ist als der Rivale«, schrieb einer der User in einem Kommentar zum Video. «Deshalb hat er gewonnen«, schloss Liana Kamilova in ihrer Antwort.

Sollten sich Soziologen sorgen?

Der Soziologe Michael Meuser spricht von den »ernsten Spielen der Männlichkeit«». Durch sie wird eine Ordnung in der Gruppe hergestellt. Es fühlt sich besser an, unten in der Hierarchie zu stehen als gar nicht zur Gruppe zu gehören. Die Demütigungen ausgehalten zu haben, ist die Eintrittskarte in die Gruppe. Schließlich ist für manche die Aussicht, danach selbst andere demütigen zu dürfen auch ein Gewinn. Ein wichtiger Bestandteil der männlichen Sozialisation und damit dieser Riten ist es, die Machtausübung über Frauen und andere Männer als Gewinn anzusehen.

Gewalt gedeiht gerade in ungleichen Machtverhältnissen sowie hierarchischen Zusammenhängen, die auf Unterordnung und Macht beruhen. Wo sie möglich ist findet sie auch statt, denn der Grund weshalb jemand sich nicht gegen die demütigende Rituale wehrt, liegt in der Initiation selbst, welche wiederum eng mit der Sexualität verknüpft ist. Männlichkeit und ebenso männliche Institutionen sind von Ausschluss geprägt sind, nämlich dem Ausschluss allen Weiblichen und damit auch allem Homosexuellen als dem »weiblichen Männlichen«.

Je mehr Potenziale und gesellschaftliche Optionen Jungen und Mädchen haben, umso vielfältiger können sich die Geschlechter entwickeln. Es ist zwar auch heute noch üblich, dass männliche Jugendliche über Gewaltrituale und Hierarchien eine Zugehörigkeit zur Gruppe herstellen. Dieser Rückgriff auf Männlichkeit geschieht vor allem dann, wenn keine andere gesellschaftlich wichtige Zugehörigkeit Anerkennung verspricht.

Kadyrov supporter in Germany

рубрика: English/Kadyrow & Kriminelle

For Chechens and Ingush living in Germany, it is no secret that one can cross path with Magomed Daudov or Abuzaid Vismuardov at boxing matches or meet supporters of Ramzan Kadyrov. Most of them claim to belong to the Sufi brotherhood of the Chechen religious philosopher Kunta-Hajji Kishiev and the Quadiri tariqa, but seem to misunderstand his peaceful teachings.

Timur Dugazaev

Adam Tahaev

Shamil Dadagov

Said-Magomed Ibragimov

Beslan Dadaev

Ruslan Chagayev

Ali Itaev

Umar

Hamza

Sergey Bitkov

Vladimir Babaev

Selim Agaev

Magomed Apazov

Magomed Askhabov

Beslan

Mowsar Ikaev

Beslan Algeriev

Kadyrow & Kriminelle

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Kriminelle ohne Kodex (31)

Im Jahr 2013 verbüßte Aziz Batukaev seine 16-jährige Haft in einer strengen Regimesiedlung in einer Stadt in Naryn. Er begann sich schlecht zu fühlen und wurde mit akuter Leukose diagnostiziert. Diese tödliche Krankheit wurde zum Anlass, sich mit einem Ersuchen »zwecks frühzeitige Freilassung des Insassen« an das Gericht zu wenden. Das Gericht stimmte mit den Ärzten überein beruhend auf Artikel 363 der Strafprozessordnung. Dem Artikel zufolge kann ein Insasse bei schweren Erkrankungen freigelassen werden. Interessanterweise war Batukaev der erste Verurteilte in Kirgisistan, der aufgrund einer schweren Krankheit freigelassen wurde.

Am 9. April 2013 nutzte Batukaev einen Charterflug von Bischkek nach Grosny – 6 Stunden nach den Anhörungen. Nachdem Aziz Kirgisistan verlassen hatte, stellte sich jedoch heraus, dass die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung, die dem Gericht zur Verfügung gestellt wurden, falsch waren. Am 30. April 2014 hob das Stadtgericht Naryn seine Entscheidung auf.

Anschließend wurde bekannt, dass Adam Delimchanow ein Mitglied des tschetschenischen Parlaments und Vertreter von Ramsan Kadyrow, den Transport von Batukaev im Challenger 300 (einem Passagierflugzeug mit erhöhtem Komfort) bezahlt hatten. Azis hat in Tschetschenien einflussreiche Beschützer, die für ihn im Mutterland zwei Strafverfahren erwirkten. Dank dieser »Formalitäten« gelang es Batukaev, in Tschetschenien zu bleiben.

Im März 2014 setzte das Gericht in Bischkek den Verbrecher auf die Liste von Interpol. Um Aziz vor der Auslieferung an Kirgisistan zu bewahren, führten tschetschenische Sicherheitsbeamte ein Strafverfahren wegen Waffenbesitz gegen ihn ein und verurteilten ihn sogar zu drei Jahren Gefängnis.

Offiziell ist Batukaev als Gefangener der Strafkolonie Chernokozovo-2 gelistet. Doch im Internet waren Fotos zu sehen, die Batukaev zeigten, wie er seine Zeit in Vergnügungsorten Tschetscheniens verbrachte und selbst Versammlungen abhielt.

Aziz Batukaev 2015 während seiner »Haftstrafe« in Tschetschenien

Die Freiheitsstrafe des flüchtigen Diebes war Anfang September 2017 offiziell abgelaufen. Die Generalstaatsanwaltschaft der Republik Kirgisistan hatte erwartet, den Verbrecher zurückzuerhalten – das tschetschenische Gericht hat jedoch ein anderes Urteil gefällt. Im August hat ein Bezirksgericht in Grosny Batukaev zu 3 Jahren und 10 Tagen in einer Siedlungskolonie verurteilt.
Den Gerichtsunterlagen zufolge hat Aziz Batukaev dieses Verbrechen 1,5 Monate vor seiner Verurteilung wegen Waffenbesitzes am 24. Mai 2014 begangen, d. H. Am selben Tag, als er auf die internationale Fahndungsliste gesetzt wurde.

Laut Anklageschrift verursachte Batukaev im berauschten Zustand mit einem Mercedes-Benz 500 in der Nähe des Dorfes Starye Atagi, 20 km von Grosny entfernt, einen Verkehrsunfall. Aus Angst vor Rache der Angehörigen des Opfers sei der Aziz Batukaev von der Unfallszene geflüchtet.

Es ist schwer zu sagen, ob es in der Realität einen tödlichen Verkehrsunfall gegeben hat oder nicht. Die Aufzeichnungen über Verkehrsunfälle in der tschetschenischen Republik für das Jahr 2014 enthalten keine ähnlichen Vorfälle. Natürlich werden nicht alle Autounfälle auf der MIA-Website angezeigt, aber tödliche Unfälle müssen dort veröffentlicht werden. Auf dem offiziellen Portal sind jedoch keine Informationen über einen Vorfall eines international gesuchten Diebes im Gesetz, der berauscht einen tödlichen Unfall verursacht zu finden.

Aziz Batukaev 2017 während seiner neuen »Haftstrafe« in Tschetschenien

Die Behörden von Tschetschenien stellen auch im Fall von Gilani Sedoy (Gilani Aliyev) ihre Unterstützung zur Verfügung. Der Oberste Gerichtshof der Republik hat dem Dieb im Gesetz von der Bestrafung für den Auftragsmord an einem armenischen Geschäftsmann in der Tschechischen Republik freigesprochen. Das tschetschenische Gericht hebte eigenmächtig das Urteil des Prager Stadtgerichts auf, welches Gilani Sedoy zu 18 Jahren Haft verurteil hatte.

Am 28. Februar 2013 hatte das Prager Gericht die Diebe im Gesetz Gilani Sedoy (Gilani Aliev) und Zap (Andranik Sogoyan) in Abwesenheit zu 18 bzw. 22 Jahren verurteilt. Die beiden erhielten so lange Haftstrafen für ihren Versuch eine der Hauptfiguren der russischsprachigen Kriminellen in Mitteleuropa, dem armenischen Geschäftsmann Arman Akharonyan, im Jahr 2007 zu eliminieren.

Der Auftragsmord scheiterte jedoch kläglich. Der glücklose Killer Timur Tretjakow erstach einen anderen armenischen Mann mit einem Messer, weil er ihn mit dem Opfer verwechselt hatte. Die Ärzte konnten das Leben des Verwundeten retten. Nach 14 Tagen erschoss Tretjakow den Fahrer des Firmenleiters von Sazka weil er ihn für Arman Akharonyan hielt. Gemäß der Entscheidung des Prager Gerichts wurde der Auftragsmörder, der sein Ziel nie beseitigt hatte, zu 22 Jahren Haft verurteilt.

In Hinsicht auf Aliev und Sogoyan brauchte das Justizsystem einige Zeit, um ihre Schuld zu beweisen. Die Diebe wurden zweimal freigesprochen und erst 2013 wurde sie vom Prager Gericht in Abwesenheit angeklagt. Zu diesem Zeitpunkt war es ihnen jedoch bereits gelungen, das Territorium der Europäischen Union zu verlassen.

Gilani Sedoy und Zap beim Prager Gerichtsurteil

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich Kriminelle und Verdächtige in Tschetschenien verstecken können durch die Unterstützung von Ramsan Kadyrow. Zum Beispiel ist Ruslan Muchudinow im Rahmen des «Nemtsov-Falls» angeklagt und aufgrund Abwesenheit vom Gericht in Moskau zur Verhaftung ausgeschrieben. Vermutlich wohnt er im Nozhai-Yurt-Bezirk der Republik. Der mutmaßliche Schütze etwa, Saur Dadajew, war Offizier des Bataillons «Nord». Die Sondereinheit untersteht dem föderalen Innenministerium, ist faktisch aber Teil der Privatarmee des berüchtigten Republikoberhaupts Ramsan Kadyrow

Ruslan Geremeev, Kompaniechef im Sever (Nord) Bataillon, von dem viele glauben, dass er der wahre Drahtzieher hinter der Ermordung von Boris Nemtsow sei, lebt ebenfalls dort. Nach Angaben der «Nowaja Gaseta» verbrachte Geremejew längere Zeit mit den Angeklagten in Moskau, die ab Herbst 2014 mit der Observierung Nemzows begonnen hatten. Dennoch wurde Geremejew in diesem Strafverfahren nicht einmal als Zeuge geladen und scheint als Neffe von Suleiman Geremejew, einem Mitglied des russischen Oberhauses, sowie seiner Verwandschaft mit Adam Delimchanow, Abgeordneter der Staatsduma sowie Cousin von Ramsan Kadyrows, immun gegen jegliche Strafverfolgung zu sein.

Rustam Machmudow, der Mörder von Anna Politkowskaja, hatte sich nach seiner Flucht quer durch Europa viele Jahre in seinem eigenen Heimatdorf versteckt. Ramsan Tsitsulaev der wegen massiven Betrugs 2014 verhaftet werden hätte sollen, konnte sich Dank schlagkräftiger Betätigung seiner Bodyguards der Verhaftung entziehen und nach Tschetschenien flüchten, bevor man sich seiner Habhaft werden konnte 2017.

Die vorsätzliche Flucht von Batukaev aus Kirgisistan hat wahrscheinlich viel Geld gekostet. War seine Freiheit in Tschetschenien billiger? Niemand kann genau sagen, warum die tschetschenischen Behörden einen «Dieb im Gesetz» brauchten. Vielleicht will Ramsan Kadyrow einen Einfluss auf die kriminelle Welt durch einen «Gekrönten Dieb» in der Person von Batukaev ausüben können? Trotz seiner Drogensucht und politischen Ansichten scheint Ramsan Kadyrow kein Kontakt mit solch ehrenwerten Kriminellen zu scheuen.

Adam Delimchanow und Timur Diky (Tamaev)

Timur Diky (Tamaev) und Aziz (Aziz Batukaev)

Deutschland:

Said-Ibragimov Magomed und Ramsan Kadyrow

Guerilla Nation Vaynakh

1. Timur (spitzname Puhlyi) 2. Schamil Dadagov 3. Umar 4. Adam Tahaev (Said Salayh) Artyom (russischer Konvertit) 6. Timur Dugasajew 7. Bruder von Muamer Hukic 8. Muamer Hukic (bosnischer Boxer) Vladimir Babaev (Spitzname Dingo) Inoffizieller Anführer Magomed E. sowie Ramsan (in Haft)

Timur Dugasajew mit Ramsan (hält Kadyrow Flagge) »Präsident« der «Guerilla Nation Vaynakh» vor dem Brandenbruger Tor am 05/09/2017

Das BKA weiß Bescheid über die Verbindungen von GVN zu Ramsan Kadyrow und Team Wolf von Ibagimov Magomed, sowie zu Rockern wie Kadir Padir (Prozess seit mehreren Jahren) oder Mahmoud El-Zein dessen Familie in Berlin im Bereich der Bandenkriminalität bekannt ist. Die Gruppe wird in erster Linie wegen ihren Kontakten zu Rockern als Organisierte Kriminalität geführt, ist innerhalb der Szene jedoch klein im Vergleich zu Hells Angels Bandidos, den Gremium MC oder den Outlaws MC.

»Einige haben nicht mal einen Führerschein« sagt LKA-Ermittler Strehlow. Zu einer Prügelei sollen die «Rockerähnlichen» wie sie in Abgrenzung zu den echten Rockern tituliert werden, kürzlich sogar mit der BVG angereist sein.

Said-Magomed Ibragimov mit Ramsan und Adam

Magomed von Regiment 95

Österreich

Am 4. Februar 2017 wurden auf der Donauinsel in der Nähe des Schulschiffes 22 Tschetschenen vorübergehend festgenommen, nachdem an Ort und Stelle mehrere Schusswaffen und auch eine Maschinenpistole gefunden worden waren. Die Ermittlungen führten im Herbst zur Operation »Palace« bei der etwa 200 Beamte beteiligt waren und neun weiteren Festnahmen erfolgten. ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka ließ es sich im Vorwahlkampf nicht nehmen, im Beisein von Bundeskriminalamtschef Franz Lang die »Aufklärung« der Straftaten dieser Erpresserbande »mit großer Genugtuung zu präsentieren«. Für Tschetschenen gebe es »überhaupt keinen Grund für Asyl«.

Vor Gericht dagegen erschien der »Kronzeuge« dem Schöffensenat »höchst dubios«, wie Richter Andreas Böhm am Ende des Verfahrens feststellte. Hinsichtlich dessen Angaben bemerkte Böhm: »Alles, was der erzählt, ist unglaubwürdig.« Die Männer im Alter zwischen 27 und 40 Jahren wurden  nach dreitägiger Verhandlung von den gegen sie erhobenen Vorwürfen freigesprochen. Doch nicht alle konnte das Gefägnis verlassen, die einzigen welche aufgrund ihrer Schuld in Haft verblieben scheinen alle Kontakte zu Ramsan Kadyrow zu haben, wie Muslim Tsibaev.

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