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Kadyrow & Kriminelle

Kadyrow Anhänger in Deutschland & Verbindungen zu organisierten Kriminalität

рубрика: Kadyrow & Kriminelle
Tschetschenien: Der Diktator Ramsan Kadyrow hat diverse Anhänger in Deutschland, seine selbsternannte Vertretung ist Mitglied der Regierungspartei CDU, doch deutsche Journalisten scheinen sich selbst am Antisemitismus einiger seiner Anhänger nicht zu stören.

Kaum Berücksichtigung findet in der Öffentlichkeit, dass Kadyrow seit Jahren ein Netzwerk in Deutschland unterhält. Seine inoffizielle Vertretung konnte durch falsche Angaben (Geburtsdatum/Name) die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten und ein Informationsnetzwerk aufbauen. Kommandeure von Kadyrow können in Deutschland Dissidenten drohen, welche andere Ansichten zum Andenken an Aardax oder Interpretationen des Islams haben, als der Diktator persönlich. Diverse seine Anhänger stehen in Kontakt zu Gruppierungen aus dem BKA Bericht, jedoch wird in den Medien nur von Rockerbanden und andere Mafiagruppen gesprochen, anstatt Kontakte aufzuzeigen.

Kadyrow-Tschetschenen sind laut Ekkehard Maaß, dem Vorsitzenden der Deutsch-Kaukasischen-Gesellschaft in Berlin, dem von Russlands Gnaden installierten Präsidenten Ramsan Kadyrow loyal ergebene Tschetschenen oder tschetschenisch sprechende Russen, die meist unter falscher Identität im Ausland leben.

Wer sind diese Kadyrow-Tschetschenen von denen Ekkehard Maaß spricht?

Das bekannteste Beispiel ist Timur (Islam) Dugasajew, welcher durch falsche Angaben (Geburtsdatum/Name) die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten konnte. Seitdem ist er Mitglied der CDU in Kiel und propagiert die Politik von Ramsan Kadyrow in Deutschland, welcher erst kürzlich Juden als ‚Hauptfeind des Islam‘ bezeichnete und zur Auslöschung von Israel aufrief. Anwesend bei allen Besuchen von Abusaid Wismruadow sowie Magomed Daudow in Deutschland, in Kontakt mit “Guerilla Nation Vaynakh”. Gerne benützen deutsche Journalisten, wie zuletzt Christopher Nesirky und Christian Rohde von Frontal 21/ZDF am 10.09.2019 Dugasajew Drohungen gegen Kritiker von Kadyrow um zu suggerieren Kaukasier seien per se kriminell, gefährlich und gewaltaffin.

Beslan Dadaew Korrespondenten des staatlichen Senders TschGTRK Grosny, involviert in den Fall von Minkail Malizaew und Mowsar Eskarchanow. Er nötigte Mowsar zu einer Entschuldigung vor laufender Kamera: Es seien westliche Journalisten gewesen, welche ihm Drogen gegeben und zu kritischen Aussagen gegen Kadyrow verleitet hätten. Seine eigene Geisteskrankheit wäre der Grund, dass er schlecht über Kadyrow spreche. Drohte Minkail, dass seine Verwandten in der Heimat für seine Worte die Verantwortung tragen würden, wenn er sich nicht entschuldigte. Forderte eine Aufzeichnung auf Video. Aufgrund der Weigerung wurde dieser daraufhin so schwer geschlagen, dass er für mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden musste.

Adam Tahaev fungiert als Bodyguard für Dugasajew. Nutz sein Account für digitale Drohungen durch Dugasajew gegen Kritiker von Ramsan Kadyrow. Meist designiert Fahrer von Abusaid Wismruadow wenn dieser nach Deutschland zu Besuch kommt. In Kontakt mit Saihan M. dem “Präsidenten” der “Kampfsportvereinigung Regime 95” sowie “Guerilla Nation Vaynakh”.

Said-Magomed Ibragimov “Präsident des Team Wolf”, in Kontakt zu “Guerilla Nation Vaynakh”. Schmückt sein Security Team mit den Insignien des Sonderverband Bergmanns, einem Verband der Abwehr der Wehrmacht. Von Ramsan Kadyrow persönlich ausgezeichnet für sein Verdienste. Mitglieder von “Team Wolf” wie Adam stehen auch in Kontakt zur “Kampfsportvereinigung Regime 95”.

Ruslan Tschagajew ist zwar Usbeke, doch seine Fäuste schwingt er für Ramsan Kadyrow. Verteidigte am 11.07.2015 seinen WBA-Titel in Magdeburg, neben Zurab Betergaraev und Zelimkhan Umkhadzhiev (20.05.2017 in Bremen) sowie Selim Agaev einer der Kampfsportler von Ramsan Kadyrow, welcher auch in Deutschland auftreten darf.

Magomed Apazov, anwesend beim Besuch von Abusaid Wismruadow sowie Magomed Daudow in Deutschland. In Kontakt mit Magomed von der “Kampfsportvereinigung Regime 95”

Schamil Dadagov fungiert neben Adam Tahaev als Bodyguard für Timur Dugasajew. Unterstützt offen die Erinnerungspolitik von Ramsan Kadyrow bei Demonstrationen in Deutschland wie zum Beispiel im Treptower Park mit dem “unsterblichen Regiment”. In Kontakt mit Saihan M. dem “Präsidenten” der “Kampfsportvereinigung Regime 95” sowie “Guerilla Nation Vaynakh”.

Selim Agaev Kampfsportler aus Hamburg. Äußert sich auch außerhalb des Rings offen antisemitisch. Einen Bericht über Proteste gegen den antisemitischen Quds-Marsch in Berlin kommentierte er mit den Worten “Dreckigen Juden”. Ebf. anwesend beim Besuch von Magomed Daudow und in Kontakt mit Magomed von der “Kampfsportvereinigung Regime 95”.

Sergey Bitkov und Vladimir Babaew von Systema. Dienen als “russische Schützenhilfe” bei Veranstaltungen und Demonstrationen damit Timur Dugasajew in Deutschland, ähnlich wie der Kreml, einen Schatten auf die Leinwand der Weltpolitik werfen kann, der bei weitem grösser als sein Verursacher ist.

Weitere Anhänger des Regimes von Ramsan Kadyrow

Ali Itaev

Hamza

Umar

Gerne nutzen deutsche Journalisten wie Roman Lehberger, Christian Unger, Christian Osthold, Alexander Schmalz/Lutz Schnedelbach das koloniale Klischee des kriminellen Kaukasiers um Kapital zu kumulieren ohne auf die Verbindung zu Kadyrow Anhänger hinzuweisen, obwohl Sie allesamt wiederholt darüber informiert wurden. Da man im staatlichen Fernsehen wie ZDF bereits dazu übergeht deutsche Dienste zu diskreditieren indem man Drohungen gegen Kritiker von Kadyrow als Machenschaften kaukasischer Kriminellen ausgibt um ein Staatsversagen zu suggerien respektive, dass das BKA keine gute Arbeit bei der Bekämpfung von REOK mache, eine kleine Bildersammlung dieser Kriminellen ohne Kodex.

Regime 95

Guerilla Nation Vaynakh

Team Wolf

Herr Roman Leberger beweist mit Aussagen wie: Demnach halten zum Beispiel auch Gegner und Unterstützer des tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow eisern zusammen, wenn es darauf ankommt, ohne Quellenangaben (auch auf wiederholter Anfrage) das journalistisches Niveau von Beslan Dadaew & GroznyTV, denn der in Hamburg lebende deutsche Journalist stört sich weder an der Diskreditierung der Diaspora, noch am Antisemitismus der Kadyrow Anhänger oder Verbindungen von CDU Mitgliedern zur Clankriminalität in seiner Heimatstadt.

Tschetschenen im Exil welche selbst vor der Diktatur durch Ramsan Kadyrow flieghen mussten haben auf ihren Seiten vollständige Listen erstellt. Einerseits der Kulturverein Itschkerien (inklusive der Reisen von Daudow und Wismuradow) anderseits die NGO Vayfond (exklusiver der der Reisen von Daudow und Wismuradow)

Beslan in Bremen welcher Magomed Daudow Hilfe für die Blutrache offerierte © Vayfond

Magomed Askhabov in Leipzig © Vayfond

Mowsar Ikaev in Berlin © Vayfond

Beslan Algeriev © Vayfond

Es gibt auch diverse Deutsche, welche sich Ramsan Kadyrow andienen ua. Thomas Pütz inwiefern dessen Security sich als Partner der Landespolizei eignet steht in den Sternen.

Munāfiq Kadyrow & seine Irrlehren des Islam

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Zwar bezeichnet sich Kadyrow selbst als Sufi sowie »tiefgläubigen und sehr spirituellen Mann« und ist erst kürzlich von der منظمة التحرير الفلسطينية (Munazzamat at-Tahrir al-Filastiniya) als Held des Islams ausgezeichet worden aber im Allgemeinen scheint es mit seiner theologischen Sattelfestigkeit nicht besonders gut bestellt zu sein.

Seine Herrschaft legitimiert er durch Kunta Hadschi Kischijew, scheint dessen Lehren der Gewaltlosigkeit jedoch ins Gegenteil verkehrt zu haben. Die Militarisierung der tschetschenischen Gesellschaft sowie seine Leidenschaft für MMA widersprechen dem Gebot des tschetschenischen Heiligen »Tragt keine Waffen bei euch … Jede Art von Waffen ist Zeichen des Unglaubens daran, dass der Allerhöchste zu Hilfe kommt, wenn es nötig ist.«

In eklektizistischer Manier verschränkt Kadyrow Teile des geistigen Erbes Kunta-Hadschis mit Elementen des konventionellen sunnitischen Islam der Schafi-Rechtsschule zu seiner eigenen, diffusen Interpretation dessen, was er zum traditionellen tschetschenischen Islam erklärt hat.

Die Besinnung auf Kunta-Hadschis Forderung nach einer Akzeptanz der russischen Herrschaft dient in diesem Zusammenhang allein dazu, Kadyrows Herrschaftsanspruch in ein stringentes historisches Narrativ einzuordnen. Dieser Rückgriff auf religiöse und historische Aspekte der tschetschenischen Identität stellt den offenkundigen Versuch dar, seine Herrschaft ideologisch zu legitimieren.

Das zweite wesentliche Fundament der Kadyrow’schen Neukonzeption des traditionellen tschetschenischen Islam ist die kategorische Ablehnung des Salafismus, wobei ihm die Lehre Kunta-Hadschis wiederum als ideologisches Vehikel dient.

Wie rudimentär seine Kenntnisse des kanonischen sunnitischen Islam sein dürften, den er mit Elementen des traditionellen Islam der Sufi-Bruderschaften zu verschränken versucht und der Materie der christlichen Lehre kombiniert, dokumentieren immer wieder grotesk bis erratisch anmutende Aktionen Kadyrows.

Bsp. behauptet Kadyrow Besitzer einer Schatulle zu sein, die der Prophet ﷺ einmal benutzt habe. Zisternen mit »Weihwasser« aus dem Kelch, reichlich mit Leitungswasser verdünnt, wurden in ganz Tschetschenien verteilt, mit dem Verweis einer Wunderheilung. Dies obwohl das christliche Konzept des »Weihwassers« dem Islam völlig fremd ist.

Neben seinem Faible für Vater Frost und der Nutzung von Weihwasser, scheint er eine besondere Vorliebe für die Benennung aller wichtigen islamischen Institutionen und Moscheen nach bestimmten Persönlichkeiten, insbesondere der seines Vaters, entwickelt zu haben, was gegen ein zentrales Gebot des konventionellen sunnitischen Islam verstößt.

Kadyrow war außerdem die treibende Kraft hinter der Einrichtung des Zentrums für islamische Medizin in Grosny. In diesem werden dutzende psychisch kranke Patienten mittels der Rezitierung von Koren-Suren behandelt damit sie sich nach Kadyrow »nicht an falsche Heiler und Zauberer wenden müssen, welche gegen das Wesen des Islam seien.« Seine Ärzte bewiesen außerdem, dass Energie-Drinks gesundheitsschädlich sind, den Organismus auslaugen und zu Depressionen und unkontrollierter Aggressivität führen. Laut Ramsan Kadyrow wurden Fälle von Vergiftung und sogar Tod durch den Konsum von Energydrinks in der Republik registriert.

Weshalb ist Kadyrow nun ein Munāfiq? Er sagte selbst, er würde Kritikern die Finger brechen und ihre Zungen herausreißen, aber am Ende streichelt er nur deinen Kopf. Aber welchen wainachischen Waisen wundern diese Kenntnisse der Anatomie bei solchen Ärzten.

Gerne versucht auch sein selbsternannter Stellvertreter in Deutschland Timur (Islam) Dugasajew Kritikern zu drohen, doch das einzig gefährliche an Dugasajew ist sein Glaubensverständnis. Analog zu seinem großen Vorbild Ramsan Kadyrow, welcher Juden zu Feinden des Islam erklärte und zur Auslöschung von Israel aufrief, scheinen seine Kenntnisse des Korans simplistisch. Selbst den islamische Gruß السلام عليكم Assalam Alaikum‚ der Frieden auf euch! missversteht das CDU Mitglied.

 

Primär propagiert er die Politik des Diktators in Deutschland, welchem neben diversen Verletzungen der Menschenrechte, insbesondere die außergerichtliche Exekution im Januar 2017 sowie die Verfolgung und Tötung von LGBT in Tschetschenien vorgeworfen wird. Dank der Hilfe von Dugasajew, konnte der Leiter der Spezialeinheit Terek/SORB Abusaid Wismuradow, welcher nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen an beiden Säuberungen persönlich beteiligt war, auch nach den Tötungen in Tschetschenien wieder nach Deutschland einreisen.

Drohungen und Öffentliche Demütigungen in Deutschland

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Anmerkung: 2017 kam es bei einem Angriff von Kadyrow Anhänger auf einen Kampfsportler inguschischer Herkunft zu einer Messerstecherei, bei welcher dessen Freund tödlich verletzt wurde. Auf Wunsch der Familie des Opfers, werden zu diesem Fall keine weiteren Angaben gemacht. 

Um seine Macht zu erhalten und auszubauen sowie die Gesellschaft in Angst und Schrecken zu halten, bedient sich Kadyrow drakonischer Methoden: Er setzte neben Säuberungen auf Sippenhaftungen von Angehörigen mutmaßlicher Terroristen, Diskreditierung von Dissidenten als Drogenkonsumenten und der Inhaftierung von Menschenrechtsverteidigern, seit Beginn des Jahres 2017 auch auf öffentliche Demütigung in Deutschland selbst.

Drohungen und öffentliche Demütigung sind eine weitere Methode von Kadyrow, seine Kritiker zum Schweigen zu bringen. Zwar werden er und seine Politik in Tschetschenien praktisch nicht offen, sondern höchstens leise im engsten und vertrautesten Kreis kritisiert, dennoch gab es auch öffentliche Kritik, für die bitter bezahlt werden musste. Diese öffentlichen Demütigungen werden durch Sendung des Staatssenders Grosny
(TschGTRK Grosny) sowie andere soziale Plattformen verbreitet.

Öffentliche Demütigungen haben in Tschetschenien schon eine längere Geschichte. Im Februar 2014 war der Historiker und Bürgerrechtler Ruslan Kutajew festgenommen worden. Er hatte in Grosny eine Konferenz über die Deportation der Tschetschenen und Inguschen 1944 durch Stalin veranstaltet. Angeklagt wurde er, weil er angeblich in Besitz von Drogen gewesen sei. Doch er selbst sowie seine Anwälte und Menschenrechtsorganisationen bezeugen, dass er sofort nach seiner Festnahme massiv durch Magomed Daudow gefoltert und zu einer Falschaussage gezwungen wurde. Aufgrund dessen wurde er zu vier Jahren Haft verurteilt.

Aus einem allgemein geachteten Bürger wurde während eines Verfahrens vor Gericht ein Drogensüchtiger gemacht, der unter Folter selbst zugegeben hat, süchtig zu sein und Verbrechen begangen zu haben.

Dennoch konnte Magomed Daudow welcher nach Aussage von Ruslan Kutajew aktiv an seiner Folter partizipierte und bereits zuvor als Polizeidienststellenleiter von Schali auch im Fall der Familie Askhabov in Menschenrechtsverletzungen verwickelt war, ungehindert am 30 August 2014, in Begleitung mit dem Kommandeur der SOBR Abusaid Wismuradow, nach Deutschland zu einem Turnier kommen und Drohungen gegen Dissidenten aussprechen.

Abusaid Wismuradow ein enger Kindheitsfreund von Ramsan Kadyrow konnte sich bereits 2012 einer Operation in Deutschland unterziehen und sich von seiner Verletzung eines Autounfalls erholen.

Ramsan Kadyrow selbst weiß genau, wie er die Bevölkerung in Tschetschenien erniedrigen kann. »Das Schlimmste ist nicht, dass sie dich ermorden, sondern dass sie dich öffentlich erniedrigen, dass sie aus dir einen Drogensüchtigen machen oder eine Prostituierte«, gibt ein Opfer einer solchen öffentlichen Demütigung in einem Gespräch an.

Die öffentliche Demütigung eines Familienmitglieds zerstört die Reputation der gesamten Familie, ja des ganzen Clans (Teip) und verlangt auch nach einer Reaktion, das heißt dass sich die Familie lossagt, den Beschuldigten ausschließt, zur Flucht zwingt. Solch eine Demütigung kommt einer Zerstörung der Moral einer Person gleich. Frauen, Verwandte mutmaßlicher Kämpfer und Regierungskritiker werden Opfer solcher Demütigungen wie die Fälle von Adam Dikajew oder Aishat Inaeva zeigen.

Isa Achjadow, ein Tschetschene im französischen Exil, kritisierte die Behandlung Inaevas. Die Reaktion der Kadyrow-Behörden ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Tage später erschienen sein Bruder und einige andere seiner Verwandten im tschetschenischen Fernsehen. Sie sagten sich von Isa Achjadow los und enteigneten ihn öffentlich.

Bereits Ende 2015 hatte Kadyrow deutlich gemacht, dass Sippenhaftung nicht nur für Angehörige mutmaßlicher Terroristen gilt, sondern auch für Tschetschenen, deren Angehörige im Ausland gegen seine Politik protestieren. Damals hatten Tschetschenen in Wien und Oslo am 24. Dezember 2015 bzw. am 2. Januar 2016 gegen Kadyrow demonstriert.

Nach der ersten Demonstration trat der tschetschenische Regierungschef am 30.12.2015 im regionalen Fernsehen auf und schwor, die Familien der Wiener Demonstranten in Tschetschenien ausfindig zu machen und dafür zu sorgen, dass diese wiederum ihre Angehörigen in der Diaspora zum Schweigen bringen. »Unser Brauch ist es, dass der Bruder für seinen Bruder verantwortlich ist. Ich habe den Befehl gegeben herauszufinden, ob sie (die Protestierenden) Brüder und Väter haben, zu welcher Familie sie gehören, wo sie geboren wurden und wer sie sind«, sagte Kadyrow.

2015 wurde auch Rubati Midsajewa, die vor dem Tschetschenienkrieg 1996 geflohen ist, in Berlin bedroht, wie Ekkehard Maaß dem «Deutschlandfunk» berichtete. Der Menschenrechtsaktivistin wurde vor ihrer Tür aufgelauert und unmissverständlich mitgeteilt »Wenn du so weitermachst, wirst du nicht mehr lange leben!«

Asan Chadschijew bestätigt diese Aktivitäten: »Die Kadyrow-Leute hier beunruhigen uns«, sagt er. »Sie kennen unsere Adressen, aber, noch schlimmer, die unserer Verwandten in Tschetschenien. Ich habe meine Neffen gewarnt, dass man sie verhaften wird. Aber dass man ihnen gleich die Schädel einschlägt. In Tschetschenen herrscht absolute Gesetzlosigkeit.«

Dennoch erfolgten im selben Jahr zwei weitere Reisen des Leiters der Spezialeinheit nach Deutschland. Auch dieser Besuch war verknüpft mit Drohungen gegen diejenigen, welche zuvor an Demonstrationen gegen Kadyrow in der EU teilgenommen haben.

Abusaid Wismuradow übernahm 2015 auch die Rolle als Präsident von Ramsan Kadyrows persönlichen Kampfsportverein. Timur Dugasajew welcher ein Jahr zuvor seinen Kampfsportverein in Deutschland gegründet hat, unterstütze ihn dabei bei der Promotion der Kämpfe. Ein Beispiel dafür ist der Kampfsportler Ruslan Tschagajew, welcher am 11.07.2015 seinen WBA-Titel in Magdeburg verteidigte.

Auch 2017 nutzte Abusaid Wismuradow das MMA-Turnier in Rotterdam (UFC Fight Night 115 mit Mairbek Taisumov) bei dem auch Timur Dugasajew und Adam Tahaev anwesend waren, sowie den anschließenden Ausflug nach Berlin, um Drohungen gegen in Europa lebende Tschetschenen auszusprechen.

Die GfbV dokumentierte bereits in den letzten Jahren diese Praxis der öffentlichen Entschuldigung und Demütigung in Tschetschenien, ua auch anhand der Fälle von Aishat Inaeva und Adam Dikajew.

Mittlerweile sind selbst Tschetschenen, die in Deutschland leben, nicht mehr vor dieser Praxis sicher. Das zeigt zum Beispiel der Fall des homosexuellen Mowsar Eskarchanows. Im Deutschlandfunk berichtet Eskarchanow von der Diskriminierung und Verfolgung Homosexueller in Tschetschenien. Er selbst war deswegen gezwungen, nach Deutschland zu fliehen. Aber auch hier wird er weiterhin von Bekannten aus seinem Heimatort Atschoj Martan bedroht. Es gab bereits zwei Angriffe auf ihn, einer davon mit einem Messer.

Der Demütigungen nicht genug suchte Beslan Dadaew, Korrespondent des TschGTRK Grosny, ihn in Begleitung auf. Sie nötigten ihn zu einer Entschuldigung vor laufender Kamera: Es seien westliche Journalisten gewesen, welche ihm Drogen gegeben und zu kritischen Aussagen gegen Kadyrow verleitet hätten. Seine eigene Geisteskrankheit wäre der Grund, dass er schlecht über Kadyrow spreche.

Ein ganz anderer Fall aber mit demselben Täter ist das Schicksal eines jungen Familienvaters, welcher es wagte, sich in Deutschland aktiv gegen Kadyrow auszusprechen. Minkail Malizaew hatte wiederholt die Diaspora in Deutschland dazu ermutigt, Ramsan Kadyrow öffentlich zu kritisieren und innerhalb der EU Demonstrationen gegen die Menschenrechtsverstöße in Tschetschenien zu organisieren.

Nachdem am 26. April 2018 seine Frau sowie seine drei Kinder von Deutschland  nach Tschetschenien abgeschoben wurden, erhielt Minkail Malizaew Besuch von dem Korrespondenten von TschGTRK Grosny Beslan Dadaew und einem Begleiter. Beslan drohte ihm, dass seine Verwandten in der Heimat für seine Worte die Verantwortung tragen würden, wenn er sich nicht entschuldigte. Aus Sorge um seine Familie willigte Malizaew ein.

Doch Beslan genügte eine einfache Entschuldigung nicht. Er forderte eine Aufzeichnung auf Video. Malizaew weigerte sich und wurde daraufhin so schwer geschlagen, dass er für mehrere Tage im Krankenhaus behandelt werden musste.

Im Gespräch mit Khuseyn Iskhanov sagte Malizaew später, dass man ihn deutlich verstehen ließ, dass er sich in Deutschland nicht zu sicher fühlen solle. Wenn nötig, werde man ihn hier umbringen. Dazu hätte man den Auftrag. »Hier in Deutschland, in Europa, seien die Gefängnisse gut. Man werde ihn töten, die Haftstrafe absitzen und als freie Männer nach Hause gehen. Kein Problem. Man habe nichts zu verlieren. Für sie gelte nur, ihn zu entfernen.«

Am 27. März 2019 erhielt Minkail Malizaew nach eigenen Angaben erneut Besuch. Im Gespräch mit dem tschetschenischen Anwalt Aslan Artuew berichtet er, wie gegen 23 Uhr er von vier maskierten Männern angegriffen und mit einer Schusswaffe bedroht wurde. Sie sollen versucht haben ihn zu entführen, um zu einer Entschuldigung zu zwingen.

Auch der tschetschenische Blogger Tumso Abdurachmanow wurde wiederholt von Magomed Daudow bedroht. Selbst sein Bruder, welcher in Deutschland lebt, steht deshalb unter Druck aufgrund der Sippenhaftung. Ein Kadyrow Anhänger aus Bremen Namens Beslan, welcher selbst Asyl in Deutschland beantragt hat, offerierte Magomed Daudow sogar Hilfe für die Vollstreckung der Blutrache.

Insbesondere die junge Generation von Tschetschenen, welche in Deutschland Asyl sucht, verfolgt aufmerksam das Geschehen in ihrer Heimat. Über YouTube und soziale Netzwerke wie Instagram erfahren sie, wie Kadyrow in seiner Republik jegliche Kritik unterdrückt, wie er für Friedhofsruhe sorgt – und fühlen ihre eigene Machtlosigkeit. Aus der Ablehnung Kadyrows entsteht ein immenses Radikalisierungspotenzial. Die Jugendlichen erleben es als Alltag, dass Anhänger der Politik von Ramsan Kadyrow nicht nur Demonstration zur Unterstützung des Regimes in Deutschland organisieren können, sondern auch Drohungen aussprechen, ohne dafür strafrechtlich belangt zu werden.

Aufgrund des Ausbleibens an Reaktionen durch Institutionen und Medien, insbesondere in Bezug auf die Reisen von Abusaid Wismuradow, des Präsidenten von Ramsan Kadyrows Kampfsportverein und der Spezialeinheit SORB, kam es nun wiederholt zu Konflikten zwischen kaukasischen Kampfsportlern und Kadyrow Anhänger. Nach den antisemitischen Äußerungen eines Kampfsportlers am al-Quds Tag, welcher im Kontakt zu Abusaid Wismuradow steht, verlagert sich nun der Konflikt auf die Straße.

Antisemitismus bei Kadyrow Anhänger

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Der Hamburger Kampfsportprofi Selim A. äußerte sich am Samstag, 1. Juni 2019, auf seinem Facebook-Profil offen antisemitisch. Einen Bericht über Proteste gegen den antisemitischen Quds-Marsch in Berlin kommentierte er mit den Worten “Dreckigen Juden”.

Der 25-jährige A. bestreitet seit 2014 Profikämpfe in den Mixed Martial Arts (MMA). In Deutschland trat er zuletzt bei Veranstaltungen der Reihen “GMC – German MMA Championship”, “Fair. FC” und der “Hanseatic Fight Promotion” an. Auf seinem Facebook-Profil teilte er außerdem eine Karikatur, die einen orthodoxen Juden als “Kindermörder” darstellt und so die antisemitische Ritualmordlegende aufgreift. Zustimmung bekam er für diese Karikatur vom rechtsextremen MMA-Kämpfer Frank Kortz, der in der Vergangenheit u. a. durch Hakenkreuz-Tätowierungen und Kontakte zum neonazistischen “Blood & Honour”-Netzwerk auffiel.

Fraglich ist ob der Mob beim Al-Quds Aufmarsch welcher skandiert »Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf‘ allein!« auch nur einen Kampf im KZ gegen Gegner wie Yaakov Razon, Noach Klieger, Victor Younki, Hertzko Haft, Johann Trollman, Francesco Bounagurio, Tadeusz Piertrzykowski, Leone Efrati oder Leendert Josua Sanders überstanden hätte.

Seit Ramsan Kadyrow  zum informellen Nahost-Beauftragten des Kreml aufgestiegen ist, tritt der Antisemitismus seiner Anhänger immer offener zu Tage.

Selbst der spirituelle Pfad der Tarīqa (nebeneinander bestehende Gültigkeit der Buchreligionen dh. Nebeneinander – Miteinander – Füreinander) scheint schwer zu schreiten für Ramsan Kadyrow. Durch den Sprecher der »jüdischen Gemeinden in Tschetschenien«, Mosei Junajew, mokiert er selbst das Schicksal der Bergjuden Tschetscheniens. Dadurch begeht er nach Tradition eine Sünde gegenüber seinen Ahnen, welche deportiert wurden. Denn am zweiten Tag nach der Deportation der Tschetschenen und Inguschen am 24. Februar 1944, holte der Rabbiner von Grosny seine Leute zusammen und warnte sie davor, fremden Besitz an sich zu nehmen. Er rief dazu auf, die Sachen der Deportierten bis zu ihrer Rückkehr aufzubewahren. Die Juden hielten daraufhin die Sachen und Wohnungen 13 Jahre lang in guten Zustand und gaben sie intakt zurück. Die Tschetschenen haben dies in dankbarer Erinnerung behalten, Ramsan Kadyrow scheinbar nicht.

Die Anhänger der Politik von Ramsan Kadyrow scheinen zu vergessen, dass eine jüdisch-muslimische Tradition existiert und jeder Prophet bis auf Muhammad s.a.s. Jude war.

In Zeiten des wieder aufflammenden Israel-Palästina-Konflikts mischt sich inmitten gerechtfertigter Kritik an der Politik Israels oftmals purer Judenhass. Fälschlicherweise suggeriert dies eine Verankerung des Antisemitismus im frühen Islam. Ein Blick auf die islamische Lehre und Tradition dagegen zeigt ein sehr differenziertes Bild – trotz darin auftretender Spannungen.

Der Grund für die Verbreitung antijüdischer Parolen, Angriffe auf Synagogen und Rabbiner durch Menschen, die sich „Muslime“ nennen, ist fehlende Menschlichkeit und Ignoranz gegenüber ihrer eigenen Religion. Zweifellos gibt es einige Muslime, die antijüdisch eingestellt sind, genauso wie einige Christen, Agnostiker oder Atheisten. Der Islam aber sieht sich in der Kette der Religionen als Abschluss der göttlichen Lehren für die Menschheit. Jede göttliche Lehre, die vor dem Islam exisitierte, sollte also schlussendlich in diese abschließende Religion münden. „Wahrlich, die Religion vor Allah ist Islam. Und die, denen das Buch gegeben ward, wurden uneins, erst nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war, aus gegenseitigem Neid.“.

Vor diesem Hintergrund erscheint jede Schmähung der Juden so, als würde man ein mehrstöckiges Haus errichten, sich im obersten Stockwerk einnisten und gleichzeitig die Grundfeste zu zerstören versuchen, weil man meint, sie hätten nichts mehr mit den oberen Stockwerken gemein. Jede Schmähung des Judentum ist somit ein Angriff auf den Islam.

Angesichts der lautstarken Proteste vor israelischen Botschaften dürfen wir nicht aus dem Auge verlieren, dass viele der Protestierenden häufig persönlich betroffen sind, indem sie Verwandte und Freunde vor Ort haben, vielleicht sogar durch die Bodenoffensive in Gaza Familienmitglieder verloren haben. Jede Art der Beschimpfung muss deutlich verurteilt werden. Doch es darf nicht vergessen werden, dass dieser Hass eine emotionale Trotzreaktion auf das unverhältnismäßige militärische Vorgehen der Israelis ist. In diesem Fall von einem „islamischen Antisemitismus“ zu sprechen, ist vollkommen absurd, da eine nüchterne Reflexion wichtig wäre, um sich einerseits darüber im Klaren zu sein, dass es Islam keinen Platz für Judenhass gibt und andererseits würde festgestellt werden, dass Israel nicht gleich Judentum ist.

Tiefer Respekt vor Juden im Islam

Diejenigen, die krampfhaft versuchen, Bezugspunkte für den islamistischen Antisemitismus in der Frühgeschichte des Islam auszumachen, ignorieren völlig die islamische Lehre und Tradition. Sicherlich kam es in dieser Frühgeschichte zu Auseinandersetzungen mit den jüdischen Bündnispartnern, da einige von ihnen vertragliche und politische Verpflichtungen nicht erfüllten, sogar Mordversuche an dem Propheten Mohammed verübten. Trotz all dieser Ereignisse, die die Beziehung zwischen Muslimen und Juden auf eine große Zerreißprobe stellten, bewies der Prophet des Islam Zeit seines Lebens immer wieder, wie sehr er Juden respektierte und sie dafür wertschätzte, dass sie an den einzigen gemeinsamen Gott und Seine Propheten glaubten. Basierend auf etliche Gemeinsamkeiten schloss der Prophet Mohammed daher zukunftsweisende Toleranzverträge mit Juden und Christen. Die Behandlung von Juden durch den Propheten Mohammed wirkte so anziehend auf sie, dass einige unter den Juden eine derartige Liebe entwickelten, dass sie die Hände und Füße des Propheten küssten (Trimdhi). Der Prophet blieb immer seinen Prinzipien treu und verurteilte nicht nur jedes Unrecht gegenüber Verbündeten, vielmehr wird im Koran auch gegenüber Feinden geboten: „Und die Feindseligkeit eines Volkes soll euch nicht verleiten, anders denn gerecht zu handeln.“.

Islam-Kritikern fällt allersdings zuallererst auf, dass der Islam selbst Judenhass fördere, indem er Muslimen die Freundschaft mit Juden und Christen verbiete. Tatsache ist jedoch, dass der Vers kein allgemeingültiges Gesetz darstellt und diese Kritik den historischen sowie textuellen Kontext missachtet. Muslime ansprechend, warnt Gott im Koran konkret vor einer Freundschaft mit Juden und Christen, „die mit eurem Glauben Spott und Scherz treiben“ und „die euch bekämpft haben des Glaubens wegen und euch aus euren Heimstätten vertrieben und (anderen) geholfen haben, euch zu vertreiben“. Dies wurde also den Muslime zu einer Zeit befohlen, als sie sich in Auseinandersetzung mit anderen Stämmen befanden, bei denen durch eine Freundschaft wichtige strategische Pläne der Muslime an die Feinde weitergegeben wurden.

Im Koran wird aber auch scharfe Kritik an der jüdischen Glaubenspraxis geübt. In einem Urteil über die Kinder Israels, also Juden und Christen, zürnt Gott darüber, dass sie vom rechten Pfad abgeirrt seien und bezeichnet sie an einer Stelle als „Schweine und Affen“. Wer nun diese Aussage als ein Pauschalurteil auffasst, der zeigt sich unwissend über den Inhalt des Korans. Die Heilige Schrift der Muslime ist kein Nachschlagewerk, sondern muss ganzheitlich verstanden werden. Und da der Koran Bilder und Gleichnisse enthält, muss er interpretiert werden. Wenn also einigen Juden und Christen die Eigenschaften eines Schweins oder eines Affen zugeschrieben werden, dann wird auf diejenigen Menschen verwiesen, die, nachdem Gott sie rechtleitete und reichlich beschenkte, ihm Götter zur Seite stellten und sich als undankbar erwiesen. Sie begannen, ähnlich wie Schweine, ohne zu selektieren alles zu konsumieren, und, den Affen ähnlich, alles um sich herum nachzuahmen.

Bei einem sorgfältigeren Blick auf den Koran wird deutlich, dass der Islam einen durchaus differenzierten Blick auf die jüdische Glaubespraxis pflegt. Es wird immer wieder betont: „Es sind unter ihnen Leute, die Mäßigung einhalten.“ (5:67). Außerdem fällt auf, dass auch Juden in das ewige Paradies einziehen dürfen. Es heißt dort: „Wahrlich, die Gläubigen und die Juden und die Christen und die Sabäer – wer immer (unter diesen) wahrhaft an Allah (Gott) glaubt und an den Jüngsten Tag und gute Werke tut –, sie sollen ihren Lohn empfangen von ihrem Herrn, und keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie trauern.“ (2:63). Neben dem Koran gibt es unzählige Überlieferungen, die von einer großen Wertschätzung des Judentum durch den Propheten zeugen. So wird berichtet, dass einst ein Jude sich beim Propheten darüber beschwerte, dass ein Muslim ihn geschlagen hatte, als er den Propheten Moses über den Propheten Mohammed stellte. Daraufhin rügte der Prophet den Muslim und sagte: „Gebt mir keinen Vorrang vor anderen Propheten!“ (Bukhari). An anderer Stelle wird überliefert, dass der Prophet aus Respekt aufstand, als eine jüdische Leichprozession an ihm vorbeizog. Als er von einem Gefährten darauf hingewiesen wurde, dass es das Begräbnis eines Juden sei, antwortete er: „Ist das keine Menschenseele?“ (Bukhari). Als Safiyyah, die jüdische Ehefrau des Propheten, verächtlich als „Tochter eines Juden“ bezeichnet wurde, bat der Prophet darum, darauf so zu antworten: „Warum bist du besser als ich, wenn mein Mann Mohammed ist, mein Vater Aaron und mein Onkel Mose?“ (Tirmidhi).

Die judeo-arabische Kultur

Als der Prophet Mohammed im 7. Jahrhundert verstarb, folgte ein dreißigjähriges Kalifat der spirituellen Nachfolger des Propheten. Im Anschluss an diese Zeit folgten rein weltliche Herrschaftsformen, in denen Führer unter dem Deckmantel des Islam unmoralisch handelten. Sie eroberten und mordeten aus Habsucht, Herrschsucht und Ehrsucht. In diesen Zeiten geschah auch den Juden zeitweise großes Unrecht. Es wäre jedoch völlig falsch, diese Zeit als Basis für die Schaffung von Frieden zwischen Juden und Arabern heranzuziehen. Vielmehr gibt es eine oftmals vergessene jüdisch-islamische Symbiose im Mittelalter, die als Vorbild für ein Zusammenleben herhalten könnte. Tatsächlich ist wenig bekannt, dass Juden in Spanien länger lebten als in jedem anderen Land, einschließlich Israel. Über 1.000 Jahre spielten Juden eine bedeutende Rolle in der kulturellen und sozioökonomischen Entwicklung der iberischen Halbinsel. Es lebten mehr Juden in Spanien als in allen Ländern Mitteleuropas zusammen. Einen Großteil der Zeit auf der iberischen Halbinsel verbrachten diese Juden unter muslimischer Herrschaft, welche auch den längsten Zeitraum einer friedlichen Koexistenz mit anderen Gesellschaften darstellt. Mit dem Sieg der Muslime bei Jerez de la Frontera begann im Jahre 711 die rasche Eroberung des Westgotenreiches, in dem Juden durch zahlreiche Gesetze christlicher Konzile starker Ausgrenzung ausgesetzt waren. Die dort lebenden Juden empfanden die muslimische Eroberung Iberiens als eine Befreiung. Unter muslimischer Herrschaft kam es dann zur Herausbildung einer jüdisch-islamischen Tradition, die nicht nur eine Symbiose auf dem Gebiet der Wissenschaft und Philosophie beinhaltete, sondern auch eine Assimilation der Juden an islamische Denk- und Verhaltensweisen zur Folge hatte. In nahezu allen kulturellen Bereichen erbrachten sie unter der muslimischen Herrschaft Höchstleistungen.

Erst unter osmanischer Herrschaft sollte sich die Lage der Juden verändern. Obwohl Juden wichtige Stellungen in Handel, Gewerbe oder im Staatsdienst einnahmen, löste sich die kulturelle Symbiose schrittweise auf. Es kam zu Auswanderungswellen im 15. und 16. Jahrhundert von Juden aus Europa in das tolerantere Osmanische Reich. Antisemitismus unter Muslimen bildete sich erst im 19. Jahrhundert im geschwächten Osmanischen Reich heraus. Wieder einmal zeigt sich: Geschichte wiederholt sich. Sündenböcke und Feindbilder bei Verbrechen, Seuchen und Unheil aller Art waren schnell gefunden. Ethnische und religiöse Minderheiten, auch Juden, da sie nur wenig integriert waren und häufig unter Restriktionen litten, wurden zur Zielscheibe des sich ausbreitenden Hasses. Erstaunlich ist hierbei, dass antisemitische Ideologien erst aus Europa importiert wurden, indem antisemitische Pamphlete meist christlicher Verfasser ins Arabische übersetzt wurden. Erst im 20. Jahrhundert wurden zusätzlich nationalsozialistische Ideologien importiert, die seitdem eine wichtige Quelle der Inspiration für islamistische Bewegungen der arabischen Welt darstellen.

Wege zur Bekämpfung des Antisemitismus

Wie kann man nun diesem „neuen“ Judenhass begegnen, der als Konsequenz des ungelösten Israel-Palästina-Problems aufflammt? Israelische Fahnen helfen nicht im Kampf gegen Antisemitismus. Die Menschen müssen wieder zwischen dem israelischen Staat und Juden unterscheiden können. Das wird indes nicht funktionieren, wenn der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Dr. Graumann, mehr Empathie und Verständnis für den jüdischen Staat fordert, sobald Kritik an der israelischen Politik geäußert wird. Auch wird ein reflexhaftes Verweisen auf das Existenz- und Selbstverteidigungsrecht Israels durch jüdische Geistliche in Deutschland die Kritiker nicht dazu bringen, sorgfältig zu differenzieren. Muslime und Juden müssen offen Stellung gegen Unrecht beziehen und diesem ihre Lehren des Friedens und der Toleranz entgegenstellen. Die Heiligen Schriften beider Religionen sprechen von einem Grundsatz, der als Brücke und gleichzeitig als eine rote Linie fungieren könnte:

„Wenn jemand einen Menschen tötet […] , so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten.“ (Koran, 5:32).

„Denn jeder, der eine Seele Israels tötet, der gelte nach der Schrift wie einer, der eine ganze Welt getötet hat. Und jeder, der das Leben einer Seele Israels rettet, der gelte nach der Schrift wie einer, der eine ganze Welt gerettet hat.“ (Talmud, Sanhedrin, 4:5)

Auch Medien und Politik in der Bundesrepublik müssen ihre Rolle ernst nehmen. Sie dürfen nicht zu einem Wegbereiter des Antisemitismus werden, indem sie ständig versuchen, ihre blinde Loyalität zu Israel unter Beweis zu stellen. Natürlich gibt es aber noch so etwas wie die deutsche Vergangenheit, die im kollektiven Gedächtnis Deutschlands fest verankert ist. Und trotzdem kann man nicht mit dem Verweis auf schreckliche Dinge der Vergangenheit das heutige Unrecht geschehen lassen. Ja, Frau Merkel, nicht nur die Sicherheit Israels sollte zur Staatsräson gehören, sondern der Schutz jedes einzelnen Menschenlebens! Diese Emanzipierung von alten Denkmustern hätte eine große Signalwirkung im gemeinsamen Kampf gegen jede Art von Ungerechtigkeit unabhängig religiöser und nationaler Zugehörigkeiten. Denn sollte jede Israel-Kritik als „antisemitisch“ abgestempelt werden, dann wird der Frust der schweigenden Kritiker sie in extreme Haltungen führen. Hier müssen auch die jüdischen Gemeinden in Deutschland aktiver werden. Sie müssen mit unpolitischen Aktionen mehr Transparenz, mehr Berührungspunkte und Dialogmöglichkeiten schaffen. Zu betonen wäre hierbei, dass antimuslimische Ressentiments in keiner Weise zur Bekämpfung von Judenhass beitragen können. Man kann doch nicht brennende Häuser löschen, indem man andere Häuser anzündet!

Dank an Tahir Chaudhry

Kadyrow & Kinderkämpfe

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Im Kaukasus hat Kampfsport einen hohen Stellenwert, auch weil das alltägliche Leben oft einem Kampf gleichen kann, doch Kadyrow missbraucht diese Kultur für seine persönliche politische Propaganda. Gerne gibt Kadyrow sich als Kampfsportler aber es ist als Mann zu weich für den Ring. Wenn er kämpft dann nur gegen Schwächere und um sich selbst zu inszenieren wie im Fall von Salambek Ismailov – lieber lässt er seine Kinder kämpfen.

Am 12.10.2017 hat Ramsan Kadyrow, der die Republik seit 2007 mit eiserner Hand und von Russlands Gnaden regiert, in Grosny erneut Kämpfe seiner Söhne austragen lassen. Im Gegensatz zu den im letzten Jahr abgehalten Schlagabtausch, welcher auf breite Verurteilung stieß, lösten die aktuellen Kämpfe keine besondere Reaktion aus, und Beamte aus Tschetschenien reagierten wie gewohnt enthusiastisch auf die Kinder von Kadyrow. An den Kämpfen beteiligten sich alle seine drei Söhne – der 9-jährige Adam, der 10-jährige Zelimkhan und der 11-jährige Ahmad. Ahmad besiegte Tamirlan Merov in der Gewichtsklasse bis zu 42 kg durch technisches KO. Zelimkhan bezwang Ahmed Sherdiyevs seinen Gegner in der Gewichtsklasse bis zu 32 kg mit einem Ergebnis von 5: 0 und Adam besiegte Islam Huseynov durch technisches KO. Alle Sparringpartner von Kadyrows Kindern kamen zu den Wettkämpfen aus der Republik Kabardino-Balkarien. Magomed Daudov »der Herr« beeilte sich seine Bewunderung für die Kinder von Kadyrow zum Ausdruck zu bringen und betitelte sie als »seine Neffen« als er ihnen auf Instagram gratulierte, obwohl Daudow nicht einmal verwandt ist mit Kadyrow. Dieser hingegen schwieg bisher, selbst auf seiner persönlichen Propaganda Plattform – seinem Instagramm Account – würdigt das Oberhaupt der Republik den Sieg seiner Kinder nicht. Knapp vor einem Jahr, konnte Kadyrow nicht davonlassen, den Sieg seiner Söhne zu zelebrieren was zu einer surrealen Diskussion mit dem Präsidenten der »Russian MMA Union« Fjodor Jemeljanenko führte. Gesponsert wurde der Kampf von Kadyrows Kindern wie immer durch seine Stiftung, wie diverse seine anderen politischen Projekte.

Am 17.08.2018 organisierte Ramsan Kadyrow einen weiteren Kinderkampf in Grosny und zahlte einem 11-jährigen Kickboxer aus Kabardino-Balkarien 100.000 Rubel für die Niederlage im Kampf gegen seinen Sohn. Benutzer von sozialen Netzwerken haben den Unterschied in den Gewichtsklassen der Gegnern moniert, welche den Sohn von Kadyrow begünstigten. Ein Bericht über den Kampf seines 10-jährigen Sohnes mit dem oben genannten Kickboxer aus Naltschik wurde heute von Ramzan Kadyrow auf seiner Seite in der «VKontakte» zusammen mit einer Videoaufzeichnung des Schlagabtausch veröffentlicht. Laut Kadyrow war die Leistung seines Sohnes »eine echte Dekoration und ein spektakulärer Punkt des Internationalen Kickbox-Turniers in Grosny«. Ramsan Kadyrow lobte seinen Sohn für »ausgezeichnetes körperliches Training und Technik» und behandelte seinen Gegner als »echten Krieger« und »außergewöhnlich talentierten Kämpfer«. Beide jungen Kämpfer erhielten nach dem Kampf Becher; und der Junior-Rivale von Kadyrows Sohn erhielt auch 100.000 Rubel von der Kadyrow-Stiftung, heißt es in dem oben genannten Bericht im sozialen Netzwerk «VKontakte». Die Benutzer des sozialen Netzwerks, die das Video des Kampfes gesehen haben, haben bemerkt, dass sich Kadyrow Jr. von seinem Gegner mit einem stärkeren Körperaufbau unterschieden hat. «Wenn ich mich nicht irre, haben diese Jungs unterschiedliche Gewichtsklassen: Man hat mit bloßem Auge gesehen, dass [der Sohn des Chefs Tschetscheniens] schwerer ist als der Rivale«, schrieb einer der User in einem Kommentar zum Video. «Deshalb hat er gewonnen«, schloss Liana Kamilova in ihrer Antwort.

Sollten sich Soziologen sorgen?

Der Soziologe Michael Meuser spricht von den »ernsten Spielen der Männlichkeit«». Durch sie wird eine Ordnung in der Gruppe hergestellt. Es fühlt sich besser an, unten in der Hierarchie zu stehen als gar nicht zur Gruppe zu gehören. Die Demütigungen ausgehalten zu haben, ist die Eintrittskarte in die Gruppe. Schließlich ist für manche die Aussicht, danach selbst andere demütigen zu dürfen auch ein Gewinn. Ein wichtiger Bestandteil der männlichen Sozialisation und damit dieser Riten ist es, die Machtausübung über Frauen und andere Männer als Gewinn anzusehen.

Gewalt gedeiht gerade in ungleichen Machtverhältnissen sowie hierarchischen Zusammenhängen, die auf Unterordnung und Macht beruhen. Wo sie möglich ist findet sie auch statt, denn der Grund weshalb jemand sich nicht gegen die demütigende Rituale wehrt, liegt in der Initiation selbst, welche wiederum eng mit der Sexualität verknüpft ist. Männlichkeit und ebenso männliche Institutionen sind von Ausschluss geprägt sind, nämlich dem Ausschluss allen Weiblichen und damit auch allem Homosexuellen als dem »weiblichen Männlichen«.

Je mehr Potenziale und gesellschaftliche Optionen Jungen und Mädchen haben, umso vielfältiger können sich die Geschlechter entwickeln. Es ist zwar auch heute noch üblich, dass männliche Jugendliche über Gewaltrituale und Hierarchien eine Zugehörigkeit zur Gruppe herstellen. Dieser Rückgriff auf Männlichkeit geschieht vor allem dann, wenn keine andere gesellschaftlich wichtige Zugehörigkeit Anerkennung verspricht.

Kadyrov supporter in Germany

рубрика: English/Kadyrow & Kriminelle

For Chechens and Ingush living in Germany, it is no secret that one can cross path with Magomed Daudov or Abuzaid Vismuardov at boxing matches or meet supporters of Ramzan Kadyrov. Most of them claim to belong to the Sufi brotherhood of the Chechen religious philosopher Kunta-Hajji Kishiev and the Quadiri tariqa, but seem to misunderstand his peaceful teachings.

Timur Dugazaev

Adam Tahaev

Shamil Dadagov

Said-Magomed Ibragimov

Beslan Dadaev

Ruslan Chagayev

Ali Itaev

Umar

Hamza

Sergey Bitkov

Vladimir Babaev

Selim Agaev

Magomed Apazov

Magomed Askhabov

Beslan

Mowsar Ikaev

Beslan Algeriev

Kadyrow & Kampfsport in Deutschland/Österreich

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Aktualisierung: Text wurde im Dezember 2018 anlässlich der Reise von Abusaid Wismuradow zu einem Kampfsporttunier in der EU am Tag der Deportation (23/02/2019) verfasst. Die Liste der UFC Kämpfer ist daher nicht aktuell. Der Leiter der Spezialeinheit „Terek“ des Kampfsportvereins ACA  ist seit Mai 2019 auf der Magnitsky Liste. Im Juni findet in der Sportarena in Łódź eine MMA Tunier statt. Veranstalter ist der tschetschenische Verband ACA, welcher von Abusaid Wismuradow geführt wird.

In einem geschickt getarnten psychologischen Krieg [natürlich ohne Kriegserklärung; im Gegenteil – Freundschaftsbeteuerungen sind Teil der Tarnung] wird der Gegner zermürbt, bis er sich selbst »auf die Füße tritt«. In diesem Moment muss man nur ein wenig hebeln, also den Fehler des Gegners ausnutzen, um ihn zu besiegen. Angreifbar machen vor allem politische Fehler oder Inkonsequenzen, wenn daraus innere Spannungen erwachsen. Dann wie in der elementaren Physik: Auf ein heißes Glas genügt ein Spritzer kaltes Wasser, damit es zerspringt. Wenn ein Außenstehender das kalte Wasser verspritzt, ist er natürlich vollkommen unschuldig. [Er konnte ja nicht wissen…] Es gibt mehrere Kampfsportarten, die darauf beruhen, vor allem die Fehler des Gegners auszunutzen. Putin ist Träger des Hachidan (8. Dan) im Judo und sein Owtscharka Kadyrow pflegt dieselben sportlichen Ambitionen.

Ramsan Kadyrow, der die Republik seit 2007 mit eiserner Hand und von Russlands Gnaden regiert, war im Jahr 2014 mit diversen Protesten gegen sein Regime konfrontiert, bei der selbst die sonst übliche Strategie der kollektiven Strafe nicht funktionierte. Insbesondere der Fall Sulejman Edigov sowie Ruslan Kutajew zeigten dem inneren Zirkel in Zenteroi, dass die Erpressung von Urteilen durch Folter nicht mehr einwandfrei funktionierte, insbesondere wenn ausländische NGOs den Inhaftierten eine Stimme gaben. Aus diesem Grund wurde der Kommandeur der Spezialeinheit SOBR Abusaid Wismuradow, damit beauftragt einen Kampfsportverein für Kadyrow zu formieren. Ziel war es ua. die «unpolitische Jugend» in Tschetschenien zu erreichen/kontrollieren, damit einzelne kritischen Stimmen einfacher zum schweigen gebracht werden konnten. Durch die Einbindung von loyalen Kommandeuren in den Kampfsport konnte die Basis der Kadyrowzy außerdem ausgebaut, sowie Kämpfer der Spezialeinheit oder deren nächsten Verwandten in den Kampfsport integriert werden, bietet dieser doch die perfekte Symbiose von Militär und MMA, wie der Bruder von Beslan Ushukov belegt. Nicht umsonst erhalten auch ausländische Athleten wie Floyd Maywether ein Schuss und Waffentraining in Grosny.

Mit Kadyrow waren zwei Kampfsportvereine verknüpft: Auf der einen Seite Absolute Championship Berkut (ACB), gegründet von Mairbek Khasiev mit Kämpfern wie Mairbek Taisumov und Arbi Agujev. Andererseits World Fighting Championship Akhmat (WFCA) benannt wie so vieles in der Republik nach dem Vater von Ramsan Kadyrow. Geleitet wird der Verein von dem Kommandeur der Spezialeinheit „Terek“ (SOBR) Abusaid Wismuradow welcher für Russland zuständig ist, sowie Timur Dugasajew welcher die Promotion in Europa erledigt. Diverse Kämpfer stehen Kadyrow oder seinem Verein sehr nahe, es gilt aber zu differenzieren zwischen Kämpfern unter Vertrag bei WFCA, welche in der UFC kämpfen wie bsp. Magomed Bibulatov, Ruslan Magomedow, Said Nurmagomedov und Magomed Ankalaev, ausländische Athleten der UFC welche gerne die generösen Geschenke aus Grosny entgegennehmen wie bsp. Floyd Mayweather, Chris Weidman, Fabricio Werdum, Frank Mir, Frankie Edgar, Alexander Gustafsson, Makwan Amirkhani, Ilir Latifi und Badr Hari sowie Kämpfern, die im engen Kontakt mit Kadyrow stehen, in der UFC sind aber nicht für WFCA kämpfen wie bsp. Mairbek Taisumov und Khabib Nurmagomedov. Desweiteren Kämpfer, die in Deutschland leben, wie Ruslan Tschagajew und Selim Agaev oder Kämpfe in Deutschland hatten wie Zurab Betergaraev oder Zelimkhan Umhadzhiev. Schließlich gibt es auch Kämpfer wie Abdul-Kerim Edilov, Khusein Khaliev und Magomed Bibulatov, die sich durch ihre besondere Treue zu Kadyrow oder Morddrohungen auszeichnen. ACB wurde von Kadyrow im Herbst 2018 gekauft, weil Khasiev finanzielle Probleme hatte. Der Kampfsortverein heißt nun Absolute Championship Akhmat (ACA). Die Schwergewichtsabteilung von ACA bietet die besten Mitbewerber von ACB und WFCA wie Amir Aliakbari oder Denis Smoldarev und ermöglicht Ramsan Kadyrow somit weiteren weltweiten Einfluss, neben der Entsendung von Militärpolizei-Kontingenten in den Nahen Osten. Wer seinem Verein nicht beitritt, kann Ärger bekommen, wie das Schicksal des MMA-Kämpfers Murad Amriev zeigt.

Schon Jahre vor der offizielen Gründung von Kadyrows Kampfsportverein, eröffnete Timur Dugasajew selber solche in Deutschland. Zuerst in seiner Wahlheimat Kiel, in der er unter Fritz Sdunek trainierte, anschließend auch in Hamburg und Berlin. Als am 23. Februar desselben Jahres in diversen Hauptstädten Europas Demonstrationen anlässlich der Inhaftierung von Ruslan Kutajew und der Deportation durch Stalin 1944, sowie die Zerstörung jeglicher Erinnerung daran in Grosny (inklusive der Ermordung Natalja Estemirowa) veranstaltet wurden, drohte Dugasajew den Teilnehmer dieser Proteste. Auch als Kadyrows Kommandeure Magomed Daudow und Abusaid Wismuradow im selbem Jahr nach Deutschland kamen, um sich durch den Kampf zwischen dem bosnischen Boxer Marco Huck gegen den Italiener Mirko Larghetti unterhalten zu lassen, war Timur Dugasajew anwesend. Der Kampf am 30. August 2014 im Gerry-Weber-Stadion in Halle (Westf.) war für die Kommandeure von Kadyrow eine netter Zeitvertreib im Vergleich zu ihrer blutigen Arbeit in der Heimat. Obwohl Magomed Daudow persönlich an der Folter von Ruslan Kutajew beteiligt war, erhielt der Kaukasische Kulturverein damals keine Antwort von Memorial Deutschland. Dabei nutzte Magomed Daudow seinen Besuch in Deutschland um Kampfsporltern aus dem Nordkaukasus zu drohen, welche eine andere Ansicht auf das Andenken von Aardax haben (Deportation der Tschetschenen und Inguschen 1944) und dies im 70 Jahr der Deportation (!). Es war auch nicht die erste Reise von Abusaid Wismuradow in die Bundesrepublik, nach einem schweren Autounfall den er im Sommer 2012 erlitt, konnte er sich in Deutschland erholen.

Aufgrund des Falles von Ruslan Kutajew bestand insbesondere unter Jugendlichen der Diaspora ein Unmut über die Tatsache, dass Magomed Daudow welcher ihn gefoltert hatte sich frei in Deutschland bewegen und anderen drohen konnt, ohne Konsequenzen. Die Experten für Tschetschenien von Memorial, GfbV, Amnesty International, Böll-Stiftung Russland etc. schwiegen. In keiner deutschen Darstellung der Deportation wird dieser Umstand erwähnt, auch im 75. Jahr der Deportation.

Im selben Jahr als Kadyrow sein Kampfsportverein gründete, erfolgten zwei weitere Reisen des Leiters der Spezialeinheit nach Deutschland, dies obwohl er im selben Zeitraum in einen Tötungsfall in Tschetschenien verwickelt war. Auch dieser Besuch war verknüpft mit Drohungen gegen diejenigen, welche zuvor an Demonstrationen gegen Kadyrow in der EU teilgenommen haben.

2017 nutzte Abusaid Wismuradow, der neben seiner Arbeit als Kommandeur der SORB auch Präsident von WFCA ist, das MMA-Turnier in Rotterdam (UFC Fight Night 115 mit Mairbek Taisumov) bei dem auch Timur Dugasajew und Adam Tahaev anwesend waren, sowie den anschließenden Ausflug nach Deutschland, um Drohungen gegen in Europa lebende Tschetschenen auszusprechen. Dies war auch nicht seine letzte.

Finanziert werden diese Reisen ua durch die berühmt berüchtigte Kadyrow Stiftung. Zwar leistet diese einen Beitrag zur Entwicklung der Infrastruktur in Tschetschenien, aber in einem viel größeren Ausmaß ist es eine Art persönlicher Schatz von Kadyrow, denn er genießt, wie er will. Aus dessen Quellen kann er sich und seine Umgebung unterhalten, indem er nicht nur russische Stars, sondern auch ausländische aus Übersee nach Tschetschenien einlädt und sich gegenüber den Gästen in Grosny generös gibt – von der Uhr für nur 100.000  für den Kreisvorsteher bis zu zwei Millionen, für denjenigen Boxer den das Blut nicht beeindruckt. Seine berühmte Stiftung, die als Rückgrat für seine sportlichen Ambitionen dient, nutzt das Krysha-Modell als effektives Parallelsystem zu den traditionellen staatlichen Standards in Russland und gleichermaßen in Europa. Mit einer solchen Force de Frappe lässt sich politisch alles Mögliche vollbringen, zumal es die innovative Kombination von Kriminalität und Kapitalismus ist – ein Leveraging, dass auf der Möglichkeit der Gewaltanwendung beruht, aber in den Dienst eines leistungsfähigen Wirtschaftsapparats gestellt wird. Gefestigt wird das System durch ein internes Sanktionierungs- und Bestrafungssystem, das rigoros ausgeübt wird, auch mit brutaler Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten. Dies ermöglicht Kadyrows Kommandeuren wie Abusaid Wismuradow eine Plattform innerhalb der EU – in Kombination mit Kämpfern wie Abdul-Kerim Edilov oder Magomed Bibulatov und Konsorten wie Timur Dugasajew, indem sie zum gemeinsamen Sparring kommen. Die diversen Kampfsportschulen und Sparrings bieten das ideale Umfeld für rechtsfreie Räume und Angriffe auf andere, wie der Fall von Mowsar Eskarchanows (2017) und Minkail Malizaew (2018/2019) in Deutschland zeigen. Der in beiden Fällen mit der Tat verbundene Beslan Dadaew, Korrespondent von Kadyrows persönlicher Propagandaplattform Grosny TV, ist oft in Begleitung von Kampfsportlern anzutreffen.

Kadyrow ließ viele seiner politischen Gegner ermorden. Bis heute muss dieser Personenkreis mit massiver Verfolgung bis hin zu Ermordung rechnen. Seit Beginn des zweiten Krieges in Tschetschenien 1999 sind allein in der Türkei mindestens neun ehemalige Kommandeure oder Kämpfer ermordet worden: 2001 wurde Neidet Gun ermordet, 2008 Gaji Edilsultanov und Islam Jaribekov, 2009 Ali Osajew, Berg-Hazh Musaev 2011 gemeinsam mit Rustam Altemirow und Zaurbek Amriev, Medet Ünlu 2013, Kaim Saduev 2015. Man muss eine hohe Dunkelziffer an Mordversuchen annehmen. Nach Drohungen und gescheiterten Attentaten ziehen potentielle Opfer es vor, in den Untergrund zu gehen.

Selbst in Österreich war Umar Israilov nicht sicher. Der junge Mann wurde am 13. Januar 2009 in Wien auf offener Straße erschossen. Das Landesamt für Verfassungsschutz hat gegen elf Beschuldigte ermittelt. Der Staatsanwalt wollte von den beiden bedeutendsten unter ihnen später nichts mehr wissen: von Kosum Yeshurkaev, dem Informanten des LVT sowie von Shakya Turlaev, dem Verbindungsmann aus Tschetschenien.

Im selben Jahr wurden ebenfalls eliminiert: Sulim Jamadajew am 28. März [Nur ein halbes Jahr zuvor war sein Bruder Ruslan in Moskau auf offener Straße erschossen worden] Natalja Estemirowa am 15. Juli sowie Zarema Sadullaeva am 11. September 2009.

Kämpfer mit Todesdrohungen: Magomed Bibulatov, Abdul-Kerim Edilov, Khusein Khaliev.

Ramsan Kadyrow, der die Republik seit 2007 mit eiserner Hand und von Russlands Gnaden regiert, hat 2017 sowie 2018 in Grosny erneut Kämpfe seiner Söhne austragen lassen. Im Gegensatz zu den im Jahr 2016 abgehalten Schlagabtausch, welcher auf breite Verurteilung stieß, lösten die aktuellen Kämpfe keine besondere Reaktion außerhalb Russlands aus. Dies obwohl der Gegner aus einer tieferen Gewichtsklasse war, wie man von bloßem Auge erkennen konnte und für seine Niederlage durch die Stiftung «entschädigt» wurde.

Mairbek Taisumov konnte nicht nur Deradikalisierungskurse für Kriegskinder in Wien geben, sondern wurde auch für die lange Nacht des interkulturellen Dialogs ausgewählt. Österreich zeigt damit deutlich welche Art von Asylanten gesellschaftlich akzeptiert ist und welche wiederum nicht.

Kämpfe in Deutschland:

Ruslan Tschagajew verteidigt am 11/07/2015 seinen WBA-Titel in Magdeburg.

Wenn der Boxer Ruslan Tschagajew zu einem Kampf nach Deutschland kommt, gehen hiesige Flüchtlinge in Deckung. Denn dann folgt dem Box-Schwergewicht seine tschetschenische Fangemeinde, darunter viele aus der Kadyrow-Umgebung. Der Boxer Chagajew ist zwar Usbeke, doch seine Fäuste schwingt er für den tschetschenischen Präsidenten, erklärt Ekkehard Maaß.

»Er kämpft in dem Boxverein ‚Achmat‘, der von Kadyrow finanziert wird. Und der Name sagt das ja schon, das ist der Name des Vaters von Kadyrow. Und organisiert wird das alles von dem offiziellen Vertreter Kadyrows in Deutschland, diesem Timur Dugasajew, dessen beide Leibwächter Adam Tahaev und Schamil Dadagov hier in Berlin wohnen und den Flüchtlingsstatus bekamen. Und wenn hier ein solcher Boxkampf ist, dann reisen ohne Probleme Kadyrows Parlamentsvorsitzender Magomed Daudow, der Chef seiner Leibgarde Abusaid Wismuradow , und seine Politiker ungehindert an, um dem Boxkampf beizuwohnen, ohne dass sie daran gehindert werden.« (Anm: Namen ergänzt)

(Nun schwingt er nur noch in seiner Freizeit die Fäuste für Kadyrow)

Zurab Betergaraev besiegte Jafar Hakimi am 05/20/2017 in Bremen

Am selben Tunier kämpfte auch Zelimkhan Umkhadzhiev

Zelimkhan Umkhadzhiev (3. von links) mit Selim Agaev und David Marcina

Selim Agaev vom CentralFightClub Hamburg (Trainer David Marcina) diverse  Kämpfe: AFC – Anatolia Fighting Championship 02/23/ 2014 Hamburg, K1 Warriors 03/29/2014 Lubeck, Hype FC – Hype Fighting Championship 05/18/2014 Bremen, BFN – Bernauer Fight Night 6 06/27/2014 Berlin, WLMMA 9. 11/27/2014 Hamburg, WLMMA 12. 01/31/2015 Oberhausen, WLMMA 04/25/2015 Dresden, Ravage Series 1. 10/29/2015 Hamburg, Real FC – Resurrection 05/01/2016 Hagen, GMC 9. 11/19/2016 Castrop-Rauxel, GMC 11. 04/22/ 2017 Castrop-Rauxel, Fair FC 7. 10/07/2017 Bochum, GMC 14. 02/24/2018 Castrop-Rauxel, HPF – ONE MAN Series 06/30/2018 Hamburg.

Ohne externe Hilfe wäre Timur Duagasajew weit weniger erfolgreich. Im Bild der deutsche Amateurboxer Fritz Sudnek, welcher unter anderem die Klitschko Brüder sowie Manuel Charr trainierte mit Timur Dugasajew im Tschetschenischen Kulturzentrum Tschetschenischen Kulturzentrum am Germaniahafen 1 in Kiel, und beim Training mit Ruslan Tschagajew.

Nach dem Tod von Fritz Sudnek diente Mario Lemke  als Verbindungsmann für das Boxgeschäft, ebenso wie für das von der Kadyrowstiftung finanzierte Essen für Flüchtlinge in Kiel. Dadurch konnte sich Kadyrow in Deutschland als grosszügiger Gastgeber präsentieren, während er zugleich Grund der Flucht vieler Tschetschenen nach Europa ist.

Auch der Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB) Thomas Pütz, welcher zugleich der Chef eines Sicherheitsunternehmens aus Kaltenkirchen ist, steht im engen Kontakt mit Timur Dugasajew und Kämpfern von Kadyrow.

Timur Dugasajew mit Manuel Charr WBA-Weltmeister im Schwergewicht

Manuel Charr auf Besuch im Tschetschenischen Kulturzenturm von Timur Dugasajew.

Roman Logisch Präsident von «WKF GERMANY» darf 2018 Ringrichter für Ramsan Kadyrow spielen.

Timur Dugasajew gewann 2011 die Europameisterschaft im Combat Sambo unter dem Banner Deutschlands. In diesem Jahr wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen, zuvor hatte Timur nur Flüchtlingsstatus. Dies obwohl er beim Antrag für die Staatsbürgerschaft falsche Angaben (Name/Geburtsdatum) verwendete. Im selben Jahr freundete er sich mit Ramsan Kadyrow an. Ohne die aktive Hilfe von Timur Dugasajew und seinen deutschen Freunden wie Mario Lemke oder Fritz Sudnek, wäre es Kadyrow unmöglich gewesen im Bereich Kampfsport in der EU Fuss zu fassen.

Werbung für Kampf von Ruslan Tschagajew in Grosny zusammen mit Timur Dugasajew und Ramsan Kadyrow. Ohne die Hilfe von Dugasajew wäre dieser und andere Kämpfe des Usbeken, welche als Türöffner für Kadyrow im Kampfsport fungierten, nicht möglich gewesen.

Ruslan Tschagajew mit Said-Magomed Ibragimov (Herr Hitlergruss) und Timur Dugasajew am 9. Juli 2012 in Kiel vor dem Tschetschenischen Kulturzentrum.

Wenn Kommandeure von Kadyrow wie Magomed Daudow oder Abuzaid Vismuradow in die EU kommen, werden Sie stets von Timur Dugasajew, Adam Tahaev, Schamil Dadagov sowie Said-Magomed Ibragimov begleitet. Die diversen „Kulturzentren“ in Deutschland von Kadyrow-Anhänger dienen dabei als Basis.

Arbi Agujev welcher mittlerweile bei ACA kämpft ist ein gutes Beispiel wie die Berichterstattung über Kadyrow und Kampfsport nicht erfolgen sollte. Über 30 Kämpfe führte er an unterschiedlichen Turnieren, bis er auf das Angebot von ACB einging, zwecks besseres Promotion und Vermarktung. Damals war der Verein jedoch in Hand von Mairbek Khasiev und nicht Ramsan Kadyrow. Die Berichterstattung fokusierte sich allein auf ACB, obwohl zum damaligen Zeitpunkt der ernsthafte Versuch bestand einen von Ramsan Kadyrow unabhänigen Kampfsportverein zu etablieren. Die beiden Reisen von Abusaid Wismuradow 2015 nach Deutschland wurde dadurch genauso unterschlagen wie die diversen Drohungen gegen Kampfpsorlter welche es wagten die Kommandeure von Kadyrow zu kritisieren.

Es genügt als Kampfsportler meist nicht nur gut zu sein und zu gewinnen, der MMA-Markt selbst ist seiner eigen Dynamik unterworfen. Ohne Föderung auch finanzieller Art durch einen Verein oder Verband ist ein Aufstieg von der Amateur in die Profiliga kaum möglich. Diverse Kampfsportler zogen aufgrund der einseitigen Berichterstattung, insbesondere durch Karim Zidan deshalb vor, trotz einer Beteiligung von Ramsan Kadyrow dem Kampfsportverein beizutreten, weil diese Seite des Geschäfts kein Gehör fand. Dabei ist Kampfsport insbesondere in der Sozialarbeit, auch zur Deradikalisierung von Jugendlichen, essentiel für die tschetschenische Diaspora in Europa.

 

Kadyrow & Kriminelle

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Kriminelle ohne Kodex (31)

Im Jahr 2013 verbüßte Aziz Batukaev seine 16-jährige Haft in einer strengen Regimesiedlung in einer Stadt in Naryn. Er begann sich schlecht zu fühlen und wurde mit akuter Leukose diagnostiziert. Diese tödliche Krankheit wurde zum Anlass, sich mit einem Ersuchen »zwecks frühzeitige Freilassung des Insassen« an das Gericht zu wenden. Das Gericht stimmte mit den Ärzten überein beruhend auf Artikel 363 der Strafprozessordnung. Dem Artikel zufolge kann ein Insasse bei schweren Erkrankungen freigelassen werden. Interessanterweise war Batukaev der erste Verurteilte in Kirgisistan, der aufgrund einer schweren Krankheit freigelassen wurde.

Am 9. April 2013 nutzte Batukaev einen Charterflug von Bischkek nach Grosny – 6 Stunden nach den Anhörungen. Nachdem Aziz Kirgisistan verlassen hatte, stellte sich jedoch heraus, dass die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung, die dem Gericht zur Verfügung gestellt wurden, falsch waren. Am 30. April 2014 hob das Stadtgericht Naryn seine Entscheidung auf.

Anschließend wurde bekannt, dass Adam Delimchanow ein Mitglied des tschetschenischen Parlaments und Vertreter von Ramsan Kadyrow, den Transport von Batukaev im Challenger 300 (einem Passagierflugzeug mit erhöhtem Komfort) bezahlt hatten. Azis hat in Tschetschenien einflussreiche Beschützer, die für ihn im Mutterland zwei Strafverfahren erwirkten. Dank dieser »Formalitäten« gelang es Batukaev, in Tschetschenien zu bleiben.

Im März 2014 setzte das Gericht in Bischkek den Verbrecher auf die Liste von Interpol. Um Aziz vor der Auslieferung an Kirgisistan zu bewahren, führten tschetschenische Sicherheitsbeamte ein Strafverfahren wegen Waffenbesitz gegen ihn ein und verurteilten ihn sogar zu drei Jahren Gefängnis.

Offiziell ist Batukaev als Gefangener der Strafkolonie Chernokozovo-2 gelistet. Doch im Internet waren Fotos zu sehen, die Batukaev zeigten, wie er seine Zeit in Vergnügungsorten Tschetscheniens verbrachte und selbst Versammlungen abhielt.

Aziz Batukaev 2015 während seiner »Haftstrafe« in Tschetschenien

Die Freiheitsstrafe des flüchtigen Diebes war Anfang September 2017 offiziell abgelaufen. Die Generalstaatsanwaltschaft der Republik Kirgisistan hatte erwartet, den Verbrecher zurückzuerhalten – das tschetschenische Gericht hat jedoch ein anderes Urteil gefällt. Im August hat ein Bezirksgericht in Grosny Batukaev zu 3 Jahren und 10 Tagen in einer Siedlungskolonie verurteilt.
Den Gerichtsunterlagen zufolge hat Aziz Batukaev dieses Verbrechen 1,5 Monate vor seiner Verurteilung wegen Waffenbesitzes am 24. Mai 2014 begangen, d. H. Am selben Tag, als er auf die internationale Fahndungsliste gesetzt wurde.

Laut Anklageschrift verursachte Batukaev im berauschten Zustand mit einem Mercedes-Benz 500 in der Nähe des Dorfes Starye Atagi, 20 km von Grosny entfernt, einen Verkehrsunfall. Aus Angst vor Rache der Angehörigen des Opfers sei der Aziz Batukaev von der Unfallszene geflüchtet.

Es ist schwer zu sagen, ob es in der Realität einen tödlichen Verkehrsunfall gegeben hat oder nicht. Die Aufzeichnungen über Verkehrsunfälle in der tschetschenischen Republik für das Jahr 2014 enthalten keine ähnlichen Vorfälle. Natürlich werden nicht alle Autounfälle auf der MIA-Website angezeigt, aber tödliche Unfälle müssen dort veröffentlicht werden. Auf dem offiziellen Portal sind jedoch keine Informationen über einen Vorfall eines international gesuchten Diebes im Gesetz, der berauscht einen tödlichen Unfall verursacht zu finden.

Aziz Batukaev 2017 während seiner neuen »Haftstrafe« in Tschetschenien

Die Behörden von Tschetschenien stellen auch im Fall von Gilani Sedoy (Gilani Aliyev) ihre Unterstützung zur Verfügung. Der Oberste Gerichtshof der Republik hat dem Dieb im Gesetz von der Bestrafung für den Auftragsmord an einem armenischen Geschäftsmann in der Tschechischen Republik freigesprochen. Das tschetschenische Gericht hebte eigenmächtig das Urteil des Prager Stadtgerichts auf, welches Gilani Sedoy zu 18 Jahren Haft verurteil hatte.

Am 28. Februar 2013 hatte das Prager Gericht die Diebe im Gesetz Gilani Sedoy (Gilani Aliev) und Zap (Andranik Sogoyan) in Abwesenheit zu 18 bzw. 22 Jahren verurteilt. Die beiden erhielten so lange Haftstrafen für ihren Versuch eine der Hauptfiguren der russischsprachigen Kriminellen in Mitteleuropa, dem armenischen Geschäftsmann Arman Akharonyan, im Jahr 2007 zu eliminieren.

Der Auftragsmord scheiterte jedoch kläglich. Der glücklose Killer Timur Tretjakow erstach einen anderen armenischen Mann mit einem Messer, weil er ihn mit dem Opfer verwechselt hatte. Die Ärzte konnten das Leben des Verwundeten retten. Nach 14 Tagen erschoss Tretjakow den Fahrer des Firmenleiters von Sazka weil er ihn für Arman Akharonyan hielt. Gemäß der Entscheidung des Prager Gerichts wurde der Auftragsmörder, der sein Ziel nie beseitigt hatte, zu 22 Jahren Haft verurteilt.

In Hinsicht auf Aliev und Sogoyan brauchte das Justizsystem einige Zeit, um ihre Schuld zu beweisen. Die Diebe wurden zweimal freigesprochen und erst 2013 wurde sie vom Prager Gericht in Abwesenheit angeklagt. Zu diesem Zeitpunkt war es ihnen jedoch bereits gelungen, das Territorium der Europäischen Union zu verlassen.

Gilani Sedoy und Zap beim Prager Gerichtsurteil

Dies ist nicht das erste Mal, dass sich Kriminelle und Verdächtige in Tschetschenien verstecken können durch die Unterstützung von Ramsan Kadyrow. Zum Beispiel ist Ruslan Muchudinow im Rahmen des «Nemtsov-Falls» angeklagt und aufgrund Abwesenheit vom Gericht in Moskau zur Verhaftung ausgeschrieben. Vermutlich wohnt er im Nozhai-Yurt-Bezirk der Republik. Der mutmaßliche Schütze etwa, Saur Dadajew, war Offizier des Bataillons «Nord». Die Sondereinheit untersteht dem föderalen Innenministerium, ist faktisch aber Teil der Privatarmee des berüchtigten Republikoberhaupts Ramsan Kadyrow

Ruslan Geremeev, Kompaniechef im Sever (Nord) Bataillon, von dem viele glauben, dass er der wahre Drahtzieher hinter der Ermordung von Boris Nemtsow sei, lebt ebenfalls dort. Nach Angaben der «Nowaja Gaseta» verbrachte Geremejew längere Zeit mit den Angeklagten in Moskau, die ab Herbst 2014 mit der Observierung Nemzows begonnen hatten. Dennoch wurde Geremejew in diesem Strafverfahren nicht einmal als Zeuge geladen und scheint als Neffe von Suleiman Geremejew, einem Mitglied des russischen Oberhauses, sowie seiner Verwandschaft mit Adam Delimchanow, Abgeordneter der Staatsduma sowie Cousin von Ramsan Kadyrows, immun gegen jegliche Strafverfolgung zu sein.

Rustam Machmudow, der Mörder von Anna Politkowskaja, hatte sich nach seiner Flucht quer durch Europa viele Jahre in seinem eigenen Heimatdorf versteckt. Ramsan Tsitsulaev der wegen massiven Betrugs 2014 verhaftet werden hätte sollen, konnte sich Dank schlagkräftiger Betätigung seiner Bodyguards der Verhaftung entziehen und nach Tschetschenien flüchten, bevor man sich seiner Habhaft werden konnte 2017.

Die vorsätzliche Flucht von Batukaev aus Kirgisistan hat wahrscheinlich viel Geld gekostet. War seine Freiheit in Tschetschenien billiger? Niemand kann genau sagen, warum die tschetschenischen Behörden einen «Dieb im Gesetz» brauchten. Vielleicht will Ramsan Kadyrow einen Einfluss auf die kriminelle Welt durch einen «Gekrönten Dieb» in der Person von Batukaev ausüben können? Trotz seiner Drogensucht und politischen Ansichten scheint Ramsan Kadyrow kein Kontakt mit solch ehrenwerten Kriminellen zu scheuen.

Adam Delimchanow und Timur Diky (Tamaev)

Timur Diky (Tamaev) und Aziz (Aziz Batukaev)

Deutschland:

Said-Ibragimov Magomed und Ramsan Kadyrow

Guerilla Nation Vaynakh

Timur Dugasajew mit Ramsan (hält Kadyrow Flagge) »Präsident« der «Guerilla Nation Vaynakh» vor dem Brandenbruger Tor am 05/09/2017

Das BKA weiß Bescheid über die Verbindungen von GVN zu Ramsan Kadyrow und Team Wolf von Ibagimov Magomed, sowie zu Rockern wie Kadir Padir (Prozess seit mehreren Jahren) oder Mahmoud El-Zein dessen Familie in Berlin im Bereich der Bandenkriminalität bekannt ist. Die Gruppe wird in erster Linie wegen ihren Kontakten zu Rockern als Organisierte Kriminalität geführt, ist innerhalb der Szene jedoch klein im Vergleich zu Hells Angels Bandidos, den Gremium MC oder den Outlaws MC.

»Einige haben nicht mal einen Führerschein« sagt LKA-Ermittler Strehlow. Zu einer Prügelei sollen die «Rockerähnlichen» wie sie in Abgrenzung zu den echten Rockern tituliert werden, kürzlich sogar mit der BVG angereist sein.

Said-Magomed Ibragimov mit Ramsan und Adam

Magomed von Regiment 95

Österreich

Am 4. Februar 2017 wurden auf der Donauinsel in der Nähe des Schulschiffes 22 Tschetschenen vorübergehend festgenommen, nachdem an Ort und Stelle mehrere Schusswaffen und auch eine Maschinenpistole gefunden worden waren. Die Ermittlungen führten im Herbst zur Operation »Palace« bei der etwa 200 Beamte beteiligt waren und neun weiteren Festnahmen erfolgten. ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka ließ es sich im Vorwahlkampf nicht nehmen, im Beisein von Bundeskriminalamtschef Franz Lang die »Aufklärung« der Straftaten dieser Erpresserbande »mit großer Genugtuung zu präsentieren«. Für Tschetschenen gebe es »überhaupt keinen Grund für Asyl«.

Vor Gericht dagegen erschien der »Kronzeuge« dem Schöffensenat »höchst dubios«, wie Richter Andreas Böhm am Ende des Verfahrens feststellte. Hinsichtlich dessen Angaben bemerkte Böhm: »Alles, was der erzählt, ist unglaubwürdig.« Die Männer im Alter zwischen 27 und 40 Jahren wurden  nach dreitägiger Verhandlung von den gegen sie erhobenen Vorwürfen freigesprochen. Doch nicht alle konnte das Gefägnis verlassen, die einzigen welche aufgrund ihrer Schuld in Haft verblieben scheinen alle Kontakte zu Ramsan Kadyrow zu haben, wie Muslim Tsibaev.

Timur Dugasajew – Die christliche Seite der CDU?

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Ein siebenköpfiges Experten-Team des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen erhob schwere Vorwürfe gegen die russische und tschetschenische Regierung. Mit ihrem ignoranten Verhalten würden Putin und Kadyrow Gewalt billigen und zu ihrer Verbreitung beitragen. Die Untätigkeit der russischen Regierung deute auf ein »ernstzunehmendes Problem der Straflosigkeit hin, dass den verantwortungsvollen Umgang mit Menschenrechten verhindert.«

Der UN-Expertenrat hatte bereits 2017 von der russischen Regierung Aufklärung und Maßnahmen gefordert, doch die entsprechenden Briefe wurden vom russischen Präsidenten Putin und Tschetscheniens Präsident Kadyrow ignoriert, beziehungsweise mit Leugnungen beantwortet. Nun fordern die Experten erneut klare Stellungnahmen und eine fundierte Aufarbeitung. Dabei klagen die UN-Mitarbeiter auch die demonstrative Tatenlosigkeit von Putin und Kadyrow an

Das Europäische Parlament hat am 14.02.2019 eine Resolution verabschiedet, in der ausländische Künstler und Sportler zum Verzicht auf die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen in der russischen Teilrepublik Tschetschenien aufgerufen werden.

Timur Dugasajew, der selbsternannte Vertreter von Ramsan Kadyrow in Deutschland reist oft und gerne nach Tschetschenien. Die Aktivitäten des CDU Mitglied spiegeln sich in der „Förderung tschetschenischer Athleten in Europa“ sowie der Organisation von Wohltätigkeitsveranstaltungen mit Mitteln der Kadyrow-Stiftung wider.

In Deutschland betreibt er nach seinen Angaben (nur) beruflich Sport. 2011 gewann er die Europameisterschaft im Combat Sambo unter dem Banner Deutschlands. In diesem Jahr wurde ihm die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen, obwohl er gegenüber dem BAMF falsche Angaben machte (Name/Geburtsdatum). Im selben Jahr freundete er sich mit Ramsan Kadyrow an und wurde Mitglied der CDU in Kiel. In Kooperation mit seinem Trainer Fritz Sudnek, Sportfunktionären wie Mario Lemke und Thomas Pütz sowie Kampfsportlern wie Ruslan Tschagajew, gründete er diverse Kampfsport- und Kulturvereine in Deutschland.

Seine Hauptaufgabe sieht Dugasajew darin, ein gutes Bild der Tschetschenen in Europa zu bewahren. »Damit wir auch hier nicht gegen das Gesetz verstoßen. Wir versuchen, unsere Leute an erster Stelle zu retten, damit sie nicht von nicht vertrauenswürdigen Gruppen benutzt werden. « Ob er aus diesem Grund Kontakt zu Mördern, Drogenhändler  und Kleinkriminellen in Deutschland sucht?

Guerilla Nation Vaynakh mit Dugasajew Berlin 2017 Brandenburger Tor

Guerilla Nation Vaynakh mit Dugasajew Berlin 2017 Wittstockerstr. 21

Guerilla Nation Vaynakh mit Dugasajew Berlin 2017 Sowjetisches Denkmal

Timur Dugasajew & Magomed Daudow in Deutschland (Folter von Kutajew, Säuberungen Januar 2017/April 2017)

Timur Dugasajew und Abusaid Wismuradow in Deutschland (Säuberungen Januar 2017/April 20197)

Timur Dugasajew und Ramsan Kadyrow in Tschetschenien

Weitere Gäste in Grosny: Andreas Maurer, deutscher Politiker der Linke vorbestraft wegen Wahlbetrug, war am 05.10.2018 zusammen mit Timur Dugasajew an der 200 Jahr Feier von Grosny.

Roman Logisch Präsident von «WKF GERMANY» fungierte am 22.08.2018 als Ringrichter für Ramsan Kadyrow, welcher auch nach den weltweiten verurteilen Kinderkämpfen 2016 in den Jahren 2017 und 2018 wieder Kämpfe seiner Söhne veranstaltete.

Kampfsportler wie Makwan Amirkhani, Floyd Mayweather, Chris Weidman, Fabricio Werdum, Frank Mir, Frankie Edgar, Alexander Gustafsson, Ilir Latifi, Badr Hari, Myke Tyson, Evander Holyfield, David Haye und Marco Huck waren alle schon Gäste in Grosny und haben gerne Geld genommen – selbst Schauspieler wie Steven Segal waren sich nicht zu schade die Lesginka für Kadyrow zu tanzen, Gérard Depardieu soll sogar für ihn persönlich gekocht haben.

Die Gastfreundschaft beruht auf Gegenseitigkeit, gelegentlich kommen auch Kadyrow Kommandeure persönlich nach Deutschland: Bereits 2012 konnte sich Abusaid Wismuradow sich einer Operation in Deutschland unterziehen. Am 30. August 2014 konnte Magomed Daudow zusammen mit Abusaid Wismuradow in Begleitung von Timur Dugasajew dem Kampf des bosnischen Boxers Marco Huck im Gerry Weber Stadion Halle/Westfalen ein Besuch abstatten. Dies nur wenige Monate nachdem Magomed Daudow persöhnlich Ruslan Kutajew gefoltert hatte, weil dieser es wagte eine Konferenz zum Andenken an die Deportation der Tschetschenen und Inguschen durch Stalin abzuhalten.  Abusaid Wismuradow welchem neben der Leitung der Spezialeinheit „Terek“ SORB auch Ramsan Kadyrows persöhnlicher Kampfsportverein obliegt konnte 2015 zwei weitere Reisen nach Deutschland machen und bei dieser Gelegenheit auch Drohungen gegen diejenigen in der Diaspora ausprechen, welche Kadyrow kritisierten. Obwohl Abusaid Wismuradow an den Säuberungen 2017 persöhnlich beteiligt waren, konnte er auch in diesem Jahr von Timur Dugasajew, Magomed Ibragimov, Adam Tahaev und Schamil Dadagov begleitet via Moskau nach Berlin einriesen. Am 2 September 2017 besuchte Wismuradow inklusive Entourage die UFC Fight Night 115 in Rotterdam.

Auch der Korrespondent von Grosny TV kann sich weiterhin in Deutschland aufhalten, obwohl er einerseits am 27.11.2017 (Veröffentlichung des Videos) Mowsar Eskarchanow öffentlich genötigt sowie gedemütigt hat und andererseits nachdem die Familie von Minkail Malizaew am 26. April 2018 abgeschoben wurde, diesen am 28. in Begleitung aufsuchte und krankenhausreif schlug.

Selbst Muriden des Mufti von Grosny konnte Audienzen und Privatbesuche in Deutschland tätigen. Zugleich zeichnet sich dieser Mufti durch die bedingungslose Unterstützung des Regimes des syrischen Präsidenten Bashir Assad aus. Die Entsendung von Tschetschenen, um in der Militärpolizei in Syrien zu dienen, ist verknüpft mit Anweisungen, die ihnen von Salach Meschijew gegeben werden.

Ehemaliger Profi-Boxer in Wien wegen Mordes angeklagt

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

 

Der Gebürtiger Tschetschene stach im Herbst 2017 aus nichtigem Anlass mit Springmesser zu. 21-Jähriger tot, 23-Jähriger schwer verletzt.

Die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen einen ehemaligen Profi-Boxer, der bei seinem Debüt im Dezember 2016 in Hamburg seinen Gegner k.o. geschlagen hatte, Anklage wegen Mordes erhoben. Dem gebürtigen Tschetschenen wird vorgeworfen, in der Nacht auf den 1. Oktober 2017 in Wien-Ottakring aus nichtigem Anlass einen 21-jährigen Burschen mit einem Springmessererstochen zu haben.

Zwei Gruppen gerieten in Streit

Der Boxer, der den Kampfnamen „The Hunter“ trug – der Website Boxrec zufolge, die sämtliche Profi-Boxer weltweit auflistet, hat der 22-Jährige nach nur drei Kämpfen seine Profi-Karriere beendet -, war mit mehreren Bekannten unterwegs, als es an der U-Bahn-Station Thaliastraße zu einer Meinungsverschiedenheit mit einer anderen Gruppe junger Männer kam. Begonnen dürfte der Disput haben, nachdem eine völlig unbeteiligte Frau am Bahnsteig angesprochen und dabei verbal belästigt wurde. Was genau dazu führte, dass in weiterer Folge die zwei Gruppen aneinandergerieten, ließ sich trotz eingehender Ermittlungen bisher nicht klären.

Acht Messerstiche

Fest steht jedenfalls, dass sich die Streiterei in Richtung Gürtel verlagerte und der 22-jährige Tschetschene plötzlich ein gezücktes Messer mit einer Klingenlänge von zehn Zentimetern in der Hand hatte. Damit versetzte er einem um ein Jahr jüngeren Gegner laut Anklage acht Stiche. Einer ging in die Lunge, einer verletzte die Arterie. Der aus Serbien stammende 21-Jährige versuchte noch zu fliehen. Als ihn die Kräfte verließen, setzte er sich vor einem Lokal auf den Gehsteig und bat mit den hingemurmelten Worten „Ich blute“ um Hilfe.

Ein Begleiter des Boxers – ein 27 Jahre alter Afghane – ging in dieser Situation noch auf den blutüberströmten, sterbenden jungen Mann los. Er trat in Richtung des Kopfes des 21-Jährigen, verfehlte diesen allerdings. Dessen ungeachtet hat die Anklagebehörde den 27-Jährigen mitangeklagt. Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass der Afghane in Verletzungsabsicht gehandelt hat und unterstellt ihm daher versuchte absichtliche schwere Körperverletzung.

Der Tschetschene wiederum fügte einem zweiten Mann schwere Verletzungen zu, weil dieser zuvor ausfällig und wohl auch handgreiflich geworden war. Der 23-Jährige – ein Bulgare – kassierte mehrere Stiche im Oberkörperbereich, kam aber mit dem Leben davon. Dem Tschetschenen wird dieses Faktum als versuchter Mord angelastet. Die Hauptverhandlung wird am 25. Juni am Landesgericht über die Bühne gehen.

Timur Dugasajew verhilft Abusaid Wismuradow erneut zur Einreise nach Deutschland

рубрика: Kadyrow & Kriminelle

Sehr geehrter Herr Ekkehard Maaß, ich weiß ja nicht ob Sie zur Fight Night 115 kommen aber dafür Abusaid Wismuradow. Unabhänig von der Entwicklung in MMA bitte ich Sie darum darauf aufmerksam zu machen, dass man diejeingen die in Tschetschenien an der außergerichtliche Exekution vom Januar 2017 beteiligt waren, nicht auch noch Gastrecht in Deutschland gewährt. Die Einreise von Moskau via Berlin erfolgte wieder mit Timur Dugasajew, wie schon in der Vergangenheit.

2011 wurde Dugasajew die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen, obwohl er gegenüber dem BAMF falsche Angaben machte (Name/Geburtsdatum). Im selben Jahr wurde er Mitglied der CDU und freundete sich mit dem Diktator Ramsan Kadyrow an.

In Kooperation mit seinem Trainer Fritz Sudnek, Sportfunktionären wie Mario Lemke sowie Kampfsportlern wie Ruslan Tschagajew, gründete er in Kiel und später auch Hamburg/Berlin Kampfsport- und Kulturvereine. (Bsp. Kulturzentrum am Germaniahafen 1, Kiel Register-Nr 24143.)

Obwohl Dugasajew von sich selbst sagt, er betreibe nur Sport in Deutschland, ist es vor allem seine Freundschaft zu Ramsan Kadyrow sowie seine Zusammenarbeit mit Securityfirmen wie der von Thomas Pütz und Max Stolzenburg, welche unter andrem auch Asylheime bewachen, weshalb einige seiner Landsleute ihm wenig Vertrauen schenken.
2012 konnte sich Abusaid Wismuradow, der Leiter der Spezialeinheit Terek, sich einer Operation in Deutschland unterziehen und Dugasajew gewährte ihm Gastrecht. Anschließend war Wismuradow, welchem diverse Verstöße gegen die Menschenrechte vorgeworfen werden, gemeinsam mit Timur Dugasajew, Adam Tahaev, Schamil Dadagov, Magomed Apazov und Said-Magomed Ibragimov feiern sowie ein Kampfsportunier besuchen.

Am 30. August 2014 konnte Magomed Daudow zusammen mit Abusaid Wismuradow in Begleitung von Timur Dugasajew dem Kampf des bosnischen Boxers Marco Huck im Gerry Weber Stadion Halle/Westfalen ein Besuch abstatten. Dies nur wenige Monate nachdem Magomed Daudow persönlich Ruslan Kutajew gefoltert hatte, weil dieser es gewagt hatte eine Konferenz zum Andenken an die Deportation der Tschetschenen und Inguschen durch Stalin abzuhalten. Im selben Jahr organisierte Timur Dugasajew mithilfe der Kadyrow Stiftung auch das Essen für Flüchtlinge in Kiel.

Abusaid Wismuradow welchem neben der Leitung der Spezialeinheit SORB auch Ramsan Kadyrows persönlicher Kampfsportverein obliegt konnte 2015 zwei weitere Reisen nach Deutschland machen und bei dieser Gelegenheit auch Drohungen gegen diejenigen in der Diaspora aussprechen, welche Kadyrow kritisierten. Gerne gewährte ihm das CDU Mitglied auch dafür Gastrecht.

Obwohl Abusaid Wismuradow an den Säuberungen 2017 persönlich beteiligt waren, kann er auch 2017 von Timur Dugasajew, Said-Magomed Ibragimov, Adam Tahaev und Schamil Dadagov begleitet via Moskau nach Berlin einreisen. Morgen am 2. September 2017 wird Wismuradow inklusive Entourage die UFC Fight Night 115 in Rotterdam besuchen. Mairbek Taisumov wird ebenfalls vor Ort sein, siehe letzten Blog Eintrag.

Anmerkung: Bild eingefügt am 25. September.

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