Tschetschenische Mafia?

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Ohne Namen und Netzwerke sind Information über die »Tschetschenische Mafia« wenig wert. Es ist nicht das BKA/LKA sondern die »Vierte Gewalt« welche diese Informationen verbreitet. Was wir in den letzten Jahren vor allem sehen, ist eine asymmetrische Berichterstattung und politische Aufladung von Gewalttaten/Angstszenarien. Diese Art von »Recherche« nützt nur Moskaus Metastasen in Europa, denn wieder wirft der Kreml einen Schatten auf die Leinwand der Weltpolitik, der bei weitem grösser als sein Verursacher ist.

Anmerkung: Die Wahrnehmung Nordkaukasisch-dominierte OK-Strukturen beginnt mit einer Hypothese, die uns sagt, nach welchen Objekten wir Ausschau halten. Diese Hypothese steht aber nicht für sich allein, sondern ist in ein allgemeines Erwartungssystem eingebaut. (REOK/Terrorismus/Islam) Die Stärke einer Hypothese hängt nun davon ab, wie häufig sie bereits bestärkt worden ist, welche alternativen Hypothesen überhaupt zur Verfügung stehen und welche motivationale, kognitive und soziale Unterstützung sie erhält. Je stärker eine Hypothese ist, desto schneller wird diese aktiviert und desto weniger Informationen braucht es für deren erneute Bestätigung, aber umso mehr widersprechende Informationen sind nötig, um sie zu widerlegen. (Primacy-, Recency-, Halo-Effekt) Diese Fehler können harmlos sein, weil sie es uns ermöglichen, reibungslos im Alltag zu funktionieren. Gerade im polizeilichen Alltag ist das Routine-Handeln aufgrund vieler kollektiv geteilter Hypothesen überhaupt erst möglich. Komplexität wird notwendigerweise und erfahrungsgestützt reduziert. Problematisch wird diese selektive und im Alltag zunächst hilfreiche Wahrnehmungsverzerrung aber dann, wenn daraus ein Vorurteil wird, das dem Gegenüber kaum eine Chance lässt, die Wahrnehmung zu korrigieren. Verfestigte negative Einstellungen gegenüber Personen bzw. Personengruppen, die mit aggressiven Gefühlen verbunden sind, können im Wechselspiel mit dem Bürger eine Gewaltspirale in Gang setzen, die katastrophale Folgen hat – sowohl für den betroffenen Bürger als auch das Ansehen der Polizei, die als Vertreter staatlicher Gewalt in ihrem Auftreten besonders sensibel wahrgenommen wird. Die Problematik derartiger Vorurteile und deren Zustandekommen – nicht nur in der Presse, sondern auch der Polizei – sollten daher auch Debatte der Diskussion sein.

Eine kollektive Diskriminierung kann dazu führen, dass Mitglieder der Diaspora die im Dienst für Deutschland stehen, diesen niederlegen aber im Bereich »Nordkaukasisch-dominierte OK-Strukturen« respektive Terrorismus sind forensisch-phonetische Untersuchungen noch heute unverzichtbar. Die Phonetik als Wissenschaft von der gesprochenen Sprache unter anatomisch-physiologischen, akustischen, sprachwissenschaftlichen, soziologischen, psychologischen und klinischen Gesichtspunkten trägt seit Jahrzehnten zur Aufklärung solcher Taten bei. Die Aufgabenstellung sind dabei äußert vielfältig: Wenn beispielsweise bei einer Entführung zunächst lediglich ein anonymer Anruf vorliegt, wird dieser im Hinblick auf die Muttersprache oder die regionale Prägung des Sprechers, sein Alter oder seine individuellen Eigenheiten wie Sprechfehler analysiert mit dem Ziel der Eingrenzung des Täterkreises. Das erfolgt fast ausschließlich mittels des phonetisch geschulten Gehörs – computerbasierte Alternativen existieren nicht.

Sobald Vergleichsaufzeichnungen von Tatverdächtigen vorliegen, werden Tat- und Vergleichsproben auf Übereinstimmung geprüft. Weil forensisch relevante Aufzeichnungen meist von schlechter Qualität sind, werden Experten für die ohrenphonetische und akustische Analyse herangezogen. Automatische Vergleichsverfahren, die im Prinzip auf dem Markt verfügbar sind, finden in der forensischen Praxis derzeit keine nennenswerte Anwendung, weil sie nur unter optimierten Bedingungen funktionieren. Gerne wird eine Überwachung von REOK Gruppierungen in der Presse gefordert, ohne zu erklären, wie dies ohne Zusammenarbeit mit Mitglieder der Diaspora geschehen soll, insbesondere bei den kaukasischen Völker welche für ihre Sprachvielfalt bekannt sind.

Zur bundesweit einheitlichen Betrachtung der Organisierten Kriminalität (OK) hat die Arbeitsgruppe Justiz/Polizei im Jahre 1990 die nachfolgende Definition festgelegt:

»Organisierte Kriminalität ist die von Gewinn- oder Machtstreben bestimmte planmäßige Begehung von Straftaten, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit von erheblicher Bedeutung sind, wenn mehr als zwei Beteiligte auf längere oder unbestimmte Dauer arbeitsteilig a) unter Verwendung gewerblicher oder geschäftsähnlicher Strukturen, b) unter Anwendung von Gewalt oder anderer zur Einschüchterung geeigneter Mittel oder c) unter Einflussnahme auf Politik, Medien, öffentliche Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft zusammenwirken.«

Die Zugehörigkeit tatverdächtiger Personen zu einer bestimmten (ethnischen) Gruppe stellt dabei kein Erfüllungskriterium dar. Die Zuordnung eines Ermittlungskomplexes zur Russisch-Eurasischen Organisierten Kriminalität (REOK) richtet sich nach dem Definitionsbegriff der OK und erfolgt in Fällen, in denen die handelnde Gruppierung durch Tatverdächtige dominiert wird, welche die Staatsangehörigkeit eines der 15 Folgestaaten der ehemaligen Sowjetunion, einschließlich der Russischen Föderation selbst haben. Tschetschenien, Dagestan und Inguschetien als Autonome Teilrepubliken innerhalb der Russischen Föderation sind nur mit Einschränkungen gesondert auswertbar, da deren Bewohner Staatsangehörige der Russischen Föderation sind.

Eine der Gründe weshalb Tschetschenen als einzelne Ethnie in die Schlagzeilen gerieten waren ua. der Schusswechsel in einem Weddinger Café im Mai 2017, an dem Mitglieder der Gruppierung «Guerilla Nation Vaynakh» beteiligt waren. Gemäß der Erhebung für das Bundeslagebild OK des BKA desselben Jahres waren fünf Komplexe durch Tatverdächtige aus der Russischen Föderation dominiert, bei denen es sich ausnahmslos um Tschetschenen handelte. Deliktisch zuzuordnen waren diese Komplexe zweimal der Rauschgift- und dreimal der Gewaltkriminalität.

Das BKA weiß Bescheid über die Verbindungen von «Guerilla Nation Vaynakh» zu Ramsan Kadyrow und Team Wolf von Ibragimov Said-Magomed, sowie zu Rockern wie Kadir Padir (In Haft) oder Mahmoud El-Zein dessen Familie in Berlin im Bereich der Bandenkriminalität bekannt ist. Die Gruppe ist in erster Linie wegen ihren Kontakten zu Rockern als Organisierte Kriminalität gelistet, innerhalb der Szene jedoch klein im Vergleich zu Hells Angels Bandidos, den Gremium MC oder den Outlaws MC.

Timur Dugasajew mit Ramsan (hält Kadyrow Flagge) »Präsident« der «Guerilla Nation Vaynakh» vor dem Brandenbruger Tor am 05/09/2017

1. Timur (spitzname Puhlyi) 2. Schamil Dadagov 3. Umar 4. Adam Tahaev (Said Salayh) Artyom (russischer Konvertit) 6. Timur Dugasajew 7. Bruder von Muamer Hukic 8. Muamer Hukic (bosnischer Boxer) Vladimir Babaev (Spitzname Dingo) Inoffizieller Anführer Magomed E. sowie Ramsan (in Haft)

«Guerilla Nation Vaynakh» beim Pokertreff an der Wittstocker Straße 21 einem der Treffpunkte neben dem  »tschetschenischen Kulturzentrum« am Eichhorster Weg im Märkischen Viertel.

Said-Magomed Ibragimov mit Ramsan und Adam

Adam mit Magomed von Regime 95

Ein weiteres Ereignis war der Angriff auf zwei Schüler am 13. April 2018 vor dem Gesundheitszentrum Brandenburg/Havel durch tschetschenische Jugendliche. Bereits zuvor, hatte es ähnliche Attacken in der Brandenburger Innenstadt gegeben, unter anderem drei Raubüberfällen binnen einer Woche. Zur Aufklärung der begangenen Straftaten und zur Verhinderung weiterer Straftaten wurde 2018 eine Ermittlungsgruppe, die »EG Kaukasus« geleitet durch Sven Mutschischk gegründet.

Im Zuge der Ermittlung stellte sich heraus, dass es schwieriger als gedacht war, die Täter ua. aus dem Übergangswohnheim Brandenburg und Übergangswohnheim Letschin zweifelsfrei zu identifizieren. Verdächtige wurden zwar vernommen, doch sie schwiegen vorerst hartnäckig, mitterweile wurden die Identität der Mehrheit der Täter festgestellt und diese verhaftet. Zu den Straftaten, welche die Ermittler den Beschuldigten zuordnen, gehören:

• Mehrere Raubstraftaten im März/April 2018 in der Innenstadt von Brandenburg.
• Die schwere Körperverletzung am 13. April 2018 am Brandenburger Hauptbahnhof
• Mehrere, bandenmäßig begangenen (Fahrrad)diebstähle in Brandenburg/Potsdam
• Automatenaufbrüche sowie Körperverletzungen in und um Berlin

Die Aussage »Oftmals, so die Ermittler, träten fundamentale Differenzen verfeindeter Lager bei kriminellen Geschäften in den Hintergrund. Demnach halten zum Beispiel auch Gegner und Unterstützer des tschetschenischen Diktators Ramsan Kadyrow eisern zusammen, wenn es darauf ankommt.« des in Hamburg lebenden Spiegel Journalisten Roman Lehberger ist insofern falsch, dass diverse Mitglieder der Diaspora Aussagen getätigt haben und bei der Identifzierung von Täter behilflich waren. Das in seiner Stadt Anhänger der Politik von Ramsan Kadyrow wie Timur Dugasjew, Schamil Dadagov, Adam Tahaev oder Ibagimov Magomed Drohungen gegen die Diaspora ausprechen können, scheint ihn nicht zu stören.

Said-Magomed Ibragimov und Ramsan Kadyrow

SaidMagomed Ibragimov mit Abuzaid Vismuradow, Selim Agaev und Timur Dugasajew bei Kampf in Deutschland.

Ruslan Tschagajew mit Said-Magomed Ibragimov und Timur Dugasajew

Der deutsche Experte für Tschetschenien Christian Osthold möchte auch weiterhin nicht über die Reisen von Personen aus dem engsten Kreis von Ramsan Kadyrow wie bsp. Magomed Daudow oder Abuzaid Vismuradow  nach Deutschland sprechen. Weder scheint es ihn zu stören das Magomed Daudow nach Aussage von Ruslan Kutajew persönlich an seiner Folter praktizierte für das »Verbrechen« eine Veranstaltung zum Andenken an Aardax (Deportation der Tschetschenen und Inguschen durch Stalin) organisiert zu haben, noch das vergossene Blut der Familie Askhabov, deren Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte noch immer ausstehend ist, geschweige denn die ausgesprochene Ankündigung der Blutrache an Tumso Abdurachmanow durch Daudow. Der Blogger wurde wiederholt vom »Herrn« bedroht und selbst sein Bruder, welcher in Deutschland lebt, steht deshalb unter Druck aufgrund der Sippenhaftung.
Seine Aussage »Die tschetschenische Diaspora hat es nicht leicht in Deutschland.« ist insofern korrekt, ua. Dank ihm.