Tschetschenen fürchten um ihr Leben Auftragsmord in Österreich?

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Viele der in Österreich lebenden Tschetschenen und Tschetscheninnen haben den Kontakt zu ihrer Familie im Nordkaukasus abgebrochen, weil sie fürchten, sie durch ihr Leben in Europa in Gefahr zu bringen. Foto: BR/ Anna Feininger

Ein Wochenende Anfang Juli 2020: In Gerasdorf bei Wien wird ein 43-jähriger gebürtiger Tschetschene auf offener Straße erschossen. Der inzwischen als Martin B. bekannte lebte seit 2005 in Österreich, war anerkannter Konventionsflüchtling, geflohen aus einem Land, das gerade einmal so groß ist wie Oberbayern. Der mutmaßliche Schütze war ebenfalls geflohener Tschetschene und wurde nach einer Verfolgung in Linz festgenommen. Ein zweiter Mann galt zunächst noch als Zeuge, wurde aber als möglicher Komplize festgenommen, nachdem er sich in seinen Aussagen verstrickte.

Viele der Transparente der Demonstration sind über 10 Jahre alt. Für die Demonstrationen sind sie noch immer aktuell. Foto: BR/ Anna Feininger

In Österreich ist es schon der zweite Mord an einem Tschetschenen. In Frankreich wurde erst im Februar 2020 ein regierungskritischer tschetschenischer Blogger tot in seinem Hotelzimmer gefunden. Im vergangenen Sommer wurde im Berliner Tiergarten ein Tschetschene georgischer Staatsangehörigkeit erschossen. Die tschetschenische Community zählt seit 2001 in ganz Europa mindestens 16 ermordete tschetschenische Geflüchtete. Unter den Tschetschenen in Österreich geht die Angst um, was sie auf einer Demonstration vor der russischen Botschaft in Wien zum Ausdruck brachten.

Anna Feininger

https://www.ard-wien.de/2020/07/31/oesterreich-tschetschenen-fuerchten-um-ihr-leben/