„Du wurdest weder erschossen noch abgestochen, wo liegt jetzt das Problem.“

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Am Wochenende versammelte sich eine Großfamilie zum Grillen auf den Steinhofgründen.
Nachdem alle satt wurden beschlossen die Jugendlichen, gemeinsam mit den Kindern einen Spaziergang durch den Wald zu machen. Sie hatten eine Musikbox dabei und sind an einem Teich stehen geblieben, um dort zu plaudern und einfach das zu machen, was junge Menschen eben machen.

Einige Minuten später kam ein ca. 45-jähriger Österreicher mit seiner Frau auf die Jugendlichen zu und sagte mit erhobener Stimme sie sollen die Musik leiser machen, worauf sie sofort reagierten und leiser stellten. Daraufhin begann der alte Österreicher zu schreien:“ Entweder macht ihr die Musik aus oder ich werfe die Box ins Wasser und dich hinterher“.

Als der Mann laut wurde, erwiderten einige der Mädchen auch mit lauter Stimme, dass er still sein und weiter gehen sollte.
Bevor das Hauptopfer (25) noch etwas sagen konnte schlug der Österreicher auf seinen Kopf ein, nahm den jungen Mann in den Schwitzkasten und erwürgte ihn. Er warf ausländerfeindliche Bemerkungen dazwischen und versuchte gemeinsam mit seiner Frau die Flucht zu ergreifen.
Als das junge Opfer zu sich kam rauften die beiden Männer vom Teich bis zum Grillplatz durch.
Es sei dazu gesagt, dass eine ganze Gruppe von Jugendlichen und Kindern zwischen 10-25 Jahren dabei waren (8 Mädchen und 2 junge Burschen). Ein junges Mädchen erlitt auch Verletzungen im Gesicht und am Bauch, als sie versuchte die beiden auseinander zu halten.
Die Polizei wurde sofort verständigt, reagierten aber leider sehr unhöflich und redeten das Geschehen wieder harmlos herunter. Als die Mutter des Opfers dazukam fiel sie vor lauter Angst in Ohnmacht und die Rettung unternahm ebenso nicht viel.

„Wenn ihr Tschetschenen beim Kampfsport harte Schläge einstecken könnt, dann sollten diese Fäuste nichts gewesen sein.“

„Du wurdest weder erschossen noch abgestochen, wo liegt jetzt das Problem.“

– Mit diesen Aussagen haben wir heutzutage zu kämpfen.

Innerhalb von zwei Tagen, während jeder beim Grillen Anwesende versuchte, das Geschehene zu verarbeiten, kam die nächste islam-feindliche Attacke auf eine Frau mit Kopftuch zu.

Am Nachmittag ging eine tschetschenische Frau mit Kopftuch in der Zehetnergasse einkaufen. Als sie am Rande einer Straße kurz anhielt um zu telefonieren, kam ein obdachloser Mann mit Migrationshintergund entgegen und beleidigte die Frau mit islamfeindlichen Sachen. Nach dem er öfters schrie, dass alle Muslime samt ihren Kindern umgebracht gehören, wandte sie sich zu ihm und bat ihn dies in die Kamera zu sagen. Daraufhin spuckte der Mann die Frau mit Kopftuch an und schleuderte das Handy aus ihrer Hand, dauraufhin verteidigte sich die Frau. Die Polizei und Security waren sofort zur Stelle und handelten sehr gut.

Wir leben in einer Zeit, in der es gut geredet wird gegen Menschen zu hetzen.

Als unsere Blauen Herrschaften über Ibiza gestolpert sind, war Österreich für gefühlt eine Woche der Meinung, dass ein Schlussstrich gezogen werden muss. Die Menschen hofften auf einen lang ersehnten Untergang der Blau-Schwarzen Koalition und das nun wieder gute Jahre kommen würden, in denen Oligarchen-Fans keinen Platz hätten.

Österreich ist nicht mehr das, was es vor einigen Jahren war.

Es findet jeden Tag erneut eine Hetze statt. Eine Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergund. Eine verstärkte Hetze gegen Muslime. Eine Hetze gegen alles und jeden der etwas dunkler ist als der Standard-Österreicher (wie ihn sich die FPÖ, deutlich auf Wahlplakaten zu sehen, vorstellt).
Wenn es nicht glaubwürdig ist, dann fragen wir doch einfach den Nepp wofür er denn wirklich werben tut.

Die Kriminalität in Österreich nimmt zu, aber jetzt sind es nicht der Mehmet und Ali und der böse Tschetschene Anzor. Mittlerweile ist es die Sabine und der Helmut, die in der U-Bahn der Ayshe sagen, dass sie ihre Maske gefälligst richten soll, wo sie doch zwei Monate davor ein Verbot aussprachen gegen so eine Maske.
Mittlerweile ist es auch der Andrej mit Migrationshintergund, der von Ausländern und Muslimen angewidert ist und herum schreit, dass sie alle ausgelöscht gehören.

Das ist unser Österreich heute. Das alles ist durch eine einfache Hetze möglich geworden. Die Gesellschaft hat seinen schwarzen Schaf gefunden, an dem wir nun herumhacken können.

An wen soll eine spezielle Danksagung gerichtet werden? Blau? Türkis? Ibiza?

Khava Iskhanova, Studentin TU

Kulturverein ICHKERIA.