Pensionistin Anna W. verliert heuer den Mobilpass – und damit viel Geld. Foto: Gerhard Bartel, krone.at-Grafik

Diese Pensionserhöhung brachte für die 69-jährige Anna W. vor allem eines: weniger Geld! Zwar bekommt die Rentnerin aus Wien jetzt mehr aufs Konto, doch für den Mobilpass, der sozial Schwächere unterstützt, ist sie mit plötzlich 926, 86 Euro pro Monat zu „reich“. Alle Ermäßigungen  von den Wiener Linien über Bäder bis zu den Büchereien  fallen mit einem Schlag weg.

Im Jahr 2012 war Anna W. für die Stadt Wien noch arm genug. Sie erhielt 870,69 Pension und damit den Mobilpass. Der hat viele Vorteile: Er berechtigt laut dem Fonds Soziales Wien zum Einkauf in den Sozialmärkten bzw. Vinzimarkt in Wien, zu ermäßigter Monatskarte und Halbpreisfahrscheinen bei den Wiener Linien, zu günstigeren Jahreskarten bei den Büchereien Wien sowie Bädern und vielem mehr.

927 € Pension: Jetzt zu "reich" für Ermäßigungen! (Bild: Gerhard Bartel, krone.at-Grafik)
Foto: Gerhard Bartel, krone.at-Grafik

„Was ich jetzt verliere, macht aber viel mehr aus als die Pensionserhöhung“, so die Rentnerin. „Wenn ich jetzt von der Politik höre, dass man sich holen soll, was einem zusteht, verstehe ich die Welt nicht mehr. Man wird zu einem Bittsteller degradiert! Alles in allem bleibt ein ungutes Gefühl der Verunsicherung.“

Büro von Frauenberger verweist auf Beschluss

Im Büro von Sozialsprecherin Sandra Frauenberger (SPÖ) verweist man emotionslos auf einen „Gemeinderats-Beschluss vom 28. März 2008″ in dem geregelt wird, wer den Mobilpass erhält (etwa Mindestsicherungsbezieher) und wer nicht (Rentner mit einer Pension, die über 889,84 Euro liegt). Zusatz: „Der Stadt Wien ist diese Problematik bewusst, und man arbeitet intensiv an einer Lösung.“ Wie die aussieht? Die Stadträtin schweigt dazu.

Michael Pommer, Kronen Zeitung

 

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