„Abschiebung der Familie Tikaev wäre ein Fehler“

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von Links nach Rechts: Emil Bannani, Peter Streimelweger (Ali's Lehrer), Janine Kautsch (Klassenvorstand) (Bild: privat)
von Links nach Rechts: Emil Bannani, Peter Streimelweger (Ali’s Lehrer), Janine Kautsch (Klassenvorstand) (Bild: privat)

Trotz ihrer guten Integration steht die sechsfköpfige Familie Tikaev aus Tschetschenien vor der Abschiebung. Nun meldet sich Emil Bannani, der Landesschulsprecher in Wien, zu Wort.

 

 Der Fall der tschetschenische Familie Tikaev beschäftigt das ganze Land und sorgt für große Aufregung. Und auch Empörung.
Denn trotz ihrer guten Integration soll die sechsköpfige Familie abgeschoben werden. Seit 17 Tagen leben die Eltern und ihre Kinder Arina (16), Amirkhan (14, hinten), Amina (11), Alikhan (12) nun im Rückkehrzentrum Schwechat.

Kinder vermissen Schule und Freunde

Seitdem dürfen die Kinder nicht mehr in die Schule gehen. Ein Zustand, der für die Teenies besonderes schlimm ist, da sie nicht mehr ihre Freunde sehen können. „Ich vermisse die Schule und meine Freunde“, sagt Alikhan (12), in akzentfreiem Deutsch.

Die Welle der Solidarität ist gewaltig. Neben Wiens Kinder- und Jugendanwältin Monika Pinterits, die Schauspielerin und Vorsitzende des Integrationshaus-Vorstandes Katharina Stemberger, der Lehrer und Blogger Daniel Landau besuchte auch bereits die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou die Familie.

Landesschulsprecher besuchte Schule

Nun hat sich auch Emil Bannani, der Landesschulsprecher in Wien, in einem Statement zu dem Fall geäußert und setzt sich für die Familie ein. Bannani besuchte die Sportmittelschule Pastorstraße und unterhielt sich mit Ali’s Lehrer und seiner Klassenvorständin.

Bild: Von links: Arina (16), Amirkhan (14, hinten), Amina (11), Alikhan (12). (Bild: privat)

„Ali fällt in der Schule sehr positiv auf. Er erbringt exzellente Schulleistungen und hat viel Ehrgeiz, spricht super Deutsch und er ist gegenüber den Lehrern sehr zuvorkommend“, so Bannani gegenüber „Heute“.

„Falsches Signal an Menschen“

Das Schicksal der Familie Tikaev hat ihn „sehr getroffen“ und verärgert ihn auch. Bannani: „Man hört immer: ‚Integration ist eine Bringschuld‘ und kritisiert Flüchtlinge oft das sie nicht integriert sind. Jetzt integriert sich eine Familie, die zu uns gekommen ist vorbildhaft und man schiebt sie einfach ab.“

Für den Wiener Landesschulsprecher ist klar, eine Abschiebung der Familie Tikaev „wäre fatal und ein Fehler“. „Diese Entscheidung wäre ein falsches Signal an die Menschen, die sich in Österreich befinden und tatsächlich bemüht sind sich gut zu integrieren“, ist sich Bannani sicher.

Einstellung des Verfahrens

Aus diesem Grund spricht sich der Landesschulsprecher gegen eine Abschiebung der Familie aus und ist für eine Einstellung des Verfahrens. „Ich will, dass Ali weiß, dass er und seine Familie nicht alleine sind. Ich stelle mich hinter der Familie Tikaev“, erklärt Bannani.

 

 

 

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