Fall Skripal: Gift stammt aus Russland

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Julia Skripal
Bild: AP, AFP, krone.at-Grafik

Das Rätsel der Herkunft des Nervengiftes, mit dem im englischen Salisbury ein beinahe tödlicher Anschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia verübt wurde, scheint geklärt: Wie die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) am Donnerstag bestätigte, stammt es aus Russland. Zu diesem Resultat kam man nach Untersuchungen von Blutproben der beiden Opfer, die die Attacke knapp überlebten. Die russische Regierung hat diese Angaben erneut und umgehend dementiert.

Die britische Regierung macht Moskau für den Giftanschlag vom 4. März verantwortlich. Russland weist jede Verantwortung zurück und stellte am Donnerstag erneut klar, „keine anderen Kampfstoffe besessen zu haben als jene, die der OPCW gemeldet worden sind“. Diese seien allesamt 2017 vernichtet worden. In dem OPCW-Bericht wird das verwendete Gift nicht benannt, es zeichnete sich nach Angaben der Experten aber durch eine „hohe Reinheit“ aus.

Diplomatische Krise zwischen westlichen Staaten und Russland

Die britischen Behörden gehen davon aus, dass bei der Tat ein Nervengift der Nowitschok-Gruppe aus sowjetischer Produktion zum Einsatz kam. Der Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen den führenden westlichen Staaten und Russland. Auch am Freitag wollten die Briten das russische Dementi nicht einfach so hinnehmen. „Es gibt keinen Zweifel, was benutzt wurde, und es gibt keine andere Erklärung, wer dafür verantwortlich ist – nur Russland hat die Mittel, ein Motiv und die Erfahrung“, sagte Außenminister Boris Johnson.

Ein vollständiger Bericht, der allerdings geheim ist, soll den Unterzeichnerstaaten der OPCW zur Verfügung gestellt werden. Die britische Regierung berief für den 18. April ein Treffen ein, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

 

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