Antimuslimischer Rassismus: Immer mehr Fälle

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Bild: Peter Tomschi

Immer mehr rassistische Vorfälle gegen Muslime werden gemeldet: Insgesamt wurden – schwerpunktmäßig in Wien – im vergangenen Jahr 309 Fälle wie etwa Beschimpfungen und Beschmierungen registriert. Das entspricht einer Steigerung von über 20 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Die Übergriffe richteten sich dabei vor allem gegen Frauen. Auch die Zahl der Hasspostings im Web steigt an. 

Zum dritten Mal hat die Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit ihren jährlichen Rassismus-Report präsentiert. Wurden für 2015, zu Beginn der Initiative, 156 Fälle registriert, waren es das Jahr darauf bereits 256. Nun sind es 309 Fälle, ein Plus von 20,7 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Initiative erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die meisten Fälle stammen aus der Bundeshauptstadt, wo die Initiative ansässig ist. Aus einigen Bundesländern gab es gar keine Informationen, da man dort nicht vertreten sei.

Kopftuch als Auslöser für Pöbeleien?
98 Prozent der an Personen gerichteten Angriffe betrafen muslimische Frauen. Elif Öztürk Adam und Ümmü Selime Türe von der Dokumentationsstelle begründeten diese Tatsache mit dem Kopftuch, das Personen als Muslime identifiziere. Aber auch eine nichtmuslimische Frau, die dieses Kleidungsstück ohne besonderen Hintergrund getragen hatte, sei angepöbelt worden.

Auffälligkeiten gab es auch beim Zeitpunkt der Meldungen. Vor allem im Oktober, rund um die Nationalratswahl, habe es Spitzen gegeben – ähnlich wie im Jahr davor, als der Bundespräsident gewählt wurde. Aber auch im Mai und Juni, wenn die Muslime ihren Fastenmonat Ramadan begehen, waren Höhepunkte zu verzeichnen.

Hate Speech“ am häufigsten
Zu fast 60 Prozent handelte es sich bei den registrierten Vorfällen um „Hate Speech“ bzw. verbale Angriffe. Rund 20 Prozent waren Beschmierungen – teils auch nichtmuslimischer Einrichtungen. Auffallend sei der Anstieg von gemeldeten Angriffen im Internet, deren Zahl sich fast verdoppelt habe.

 

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