FPÖ-Geschichte: Burschenschaften nur „Teilaspekt“

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Andreas Mölzer, Leiter der „Referenzgruppe“ der Historikerkommission seiner Partei, bei seiner „Heldenrede“ beim „Totengedenken“ am Wiener Heldenplatz 2006 – APA

Die Historikerkommission der FPÖ will noch im Herbst einen Zwischenbericht liefern – die Archive der Burschenschaften wurden nicht geöffnet. Man konzentriert sich auf öffentliches Material.

Die von der FPÖ eingesetzte Historikerkommission, die die Parteigeschichte mit Fokus auf „dunkle Flecken“ aufarbeiten soll, wird im Herbst einen ersten Zwischenbericht liefern. Öffentlich präsentiert werden soll dieser dann bis spätestens Jahresende. Die Arbeit sei „voll im Laufen“, sagte der Leiter der „Referenzgruppe“ für die Historikerkommission, Andres Mölzer, am Mittwoch.

Zuvor hatte bereits der Vorarlberger FPÖ-Nationalrat Reinhard Bösch, Mitglied in der Steuerungsgruppe der Kommission im ORF Vorarlberg am Dienstag erklärt, die Arbeit der Kommission liege „im Zeitplan“. Mit der Präsentation des Zwischenberichts bis spätestens Jahresende sollen laut Bösch auch die Namen der beteiligten Wissenschafter kundgetan werden.

Recherche konzentriert sich auf öffentliche Quellen

Laut Kommissionsleiter Wilhelm Brauneder sind sieben Historiker an der Kommission beteiligt, nicht alle seien FPÖ-Mitglieder und nicht alle stammten aus Österreich, wie der Ex-FPÖ-Abgeordnete und ehemalige Dritte Nationalratspräsident im ORF sagte. Die Arbeit konzentriere sich primär auf öffentlich Quellen wie Parlamentsprotokolle, Grundsatzreden, Parteiprogramme sowie Parteiarchive von FPÖ – und auch ÖVP.

Eine Vollmacht für die Archive von deutschnationalen Akademischen Burschenschaften, die bis heute als Kaderschmiede für die FPÖ gelten, gibt es nicht, sagte Brauneder laut ORF Vorarlberg. Dies sei aber für die Aufarbeitung insgesamt nicht so tragisch, denn die schlagenden Verbindungen seien ohnedies nur ein „Teilaspekt“ der laufenden Arbeit.

Die „Historikerkommission“ unter Vorsitz Brauneders wurde in Folge der „Liederbuchaffäre“ in der Burschenschaft des zwischenzeitlich zurückgetretenen (und mittlerweile in die Politik zurückgekehrten) Spitzenkandidaten bei der niederösterreichischen Landtagswahl, Udo Landbauer, eingesetzt. Mitglieder der parteiinternen Referenzgruppe, die den Prozess koordiniert, sind neben Mölzer Ehrenparteichef Hilmar Kabas, die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller, Volksanwalt Peter Fichtenbauer, die Wiener Stadträtin Ursula Stenzel, der stv. Parteichef Harald Stefan, der Vorarlberger Parteichef Bösch sowie Parlamentsklubdirektor Norbert Nemeth.

 

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