Das koloniale Klischee des kriminellen Kaukaisers September 09, 2018

рубрика: Politik
Inwiefern bedient sich Kadyrow dem kolonialen Klischee des kriminellen Kaukasiers aus der russischen Historiographie[1] um Druck auf die Diaspora innerhalb der EU zu erzeugen?
In einem geschickt getarnten psychologischen Krieg [natürlich ohne Kriegserklärung; im Gegenteil – Freundschaftsbeteuerungen sind Teil der Tarnung] wird der Gegner zermürbt, bis er sich selbst »auf die Füße tritt«. In diesem Moment muss man nur ein wenig hebeln, also den Fehler des Gegners ausnutzen, um ihn zu besiegen. Angreifbar machen vor allem politische Fehler oder Inkonsequenzen, wenn daraus innere Spannungen erwachsen. Dann wie in der elementaren Physik: Auf ein heißes Glas genügt ein Spritzer kaltes Wasser, damit es zerspringt. Wenn ein Außenstehender das kalte Wasser verspritzt, ist er natürlich vollkommen unschuldig. [Er konnte ja nicht wissen…] Es gibt mehrere Kampfsportarten, die darauf beruhen, vor allem die Fehler des Gegners auszunutzen. Putin ist Träger des Hachidan (8. Dan) im Judo und sein Owtscharka Kadyrow pflegt dieselben sportlichen Ambitionen, wie der Fall von MMA-Kämpfer Murad Amriev in Belarus oder Timur Dugasajew Aktivitäten in Deutschland belegen.
Ramsan Kadyrow, der die Republik seit 2007 mit eiserner Hand und von Russlands Gnaden regiert, war im Jahr 2014 mit diversen Protesten gegen sein Regime konfrontiert, bei der selbst die sonst übliche Strategie der kollektiven Strafe nicht funktionierte.[2]Insbesondere der Fall Sulejman Edigov sowie Ruslan Kutayev zeigten dem inneren Zirkel in Zenteroi, dass die Erpressung von Urteilen durch Folter nicht mehr einwandfrei funktionierte, insbesondere wenn ausländische NGOs den Inhaftierten eine Stimme gaben. Aus diesem Grund wurde der Kommandeur der Spezialeinheit »Terek« Abuzayed Vismuradov, auch unter einem Kampfnamen »Der Patriot« bekannt, damit beauftrag einen Kampfsportverein für Kadyrow zu formieren. Ziel war es die unpolitische Jugend in Tschetschenien (dh. Alle die nicht offiziell in Opposition zum Regime stehen) zu erreichen und kontrollieren, damit einzelne kritischen Stimmen einfacher zum Schweigen gebracht werden konnten. Durch die Einbindung von loyalen Kommandeuren in den Kampfsport konnte die Basis der Kadyrowzy außerdem ausgebaut werden, bieten Sie doch die perfekte Symbiose von Militarismus und Männlichkeit.[3]
Es gibt zwei Kampfsportvereine, die im Dienste Kadyrow stehen: Einerseits Absolute Championship Berkut (ACB) gegründet von Mairbek Khasiev mit Kämpfern wie Mairbek Taisumov und Magomed Raismov wobei Yaragi Gitaev als Präsident und Promoter fungiert. Andererseits World Fighting Championship Akhmat (WFCA) benannt wie so vieles in der Republik nach dem Vater von Ramsan Kadyrow.[4] Geleitet wird der Verein von dem Kommandeur der »Terek« Abduzayd Vismuradov welcher für Russland zuständig ist, sowie Timur Dugasajew welcher für Europa verantwortlichen ist. Diverse Kämpfer stehen Kadyrow oder seinem Verein sehr nahe, es gilt aber zu differenzieren zwischen Kämpfern unter Vertrag bei WFCA, welche in der UFC kämpfen wie bsp. Magomed Bibulatov, Ruslan Magomedow, Said Nurmagomedov und Magomed Ankalaev, ausländische Athleten der UFC welche gerne die generösen Geschenke aus Grosny entgegennehmen wie bsp. Floyd Mayweather, Chris Weidman, Fabricio Werdum, Frank Mir, Frankie Edgar, Alexander Gustafsson, Makwan Amirkhani, Ilir Latifi und Badr Hari sowie Kämpfern, die im engen Kontakt mit Kadyrow stehen, in der UFC sind aber nicht für WFCA kämpfen wie bsp. Mairbek Taisumov und Khabib Nurmagomedov. Schlussendlich gibt es auch noch Kämpfer wie Abdul-Kerim Edilov, Khusein Khaliev, Magomed Raismov die sich durch besondere Loyalität gegenüber Kadyrow auszeichnen.
Im Kampfsport ist es eine Strategie sich Stärker zu präsentieren als man ist – Angst ist ein zentrales Element, wenn man in den Ring steigt. Man muss nicht nur sich selber davon überzeugen, dass man keine hat, sondern auch den Gegner davon durchschlagen. Diese »Kunst« aus dem Kampfsport wird gerne von denjenigen im politischem angewendet, die ein dualistischen denken bevorzugen und die Welt wie ein Schachbrett sehen. Damit Kadyrow wie der Kreml einen Schatten auf die Leinwand der Weltpolitik wirft, der bei weitem grösser als sein Verursacher ist, benützt er einen Hebel. Dafür dienen ihm seine diversen Konsorten, während die Kämpfer für die politische Propaganda zuständig sind und die Kommandeure die blutige Arbeit verrichten. Durch seine Deckung könne sie der Diaspora digital drohen oder veröffentlichen Videos mit Namen »Abtrünniger« und deren Familien. Zenterois Ziel dabei ist, bei möglichst wenig Aufwand einen maximalen Effekt und Einfluss auf die EU zu haben.
Im gleichen Jahr in dem WFCA gegründet wurde, eröffnete Timur Dugasajew eine Vertretung des Vereins in Deutschland. Zuerst in seiner Wahlheimat Kiel, in der er unter Fritz Sdunek trainierte, anschließend auch in Hamburg und Berlin. Als am 23. Februar desselben Jahres in diversen Hauptstädten Europas Demonstrationen anlässlich der Inhaftierung von Ruslan Kutayev und der Deportation durch Stalin 1944, sowie die Zerstörung jeglicher Erinnerung daran in Grosny inklusive der Ermordung Natalja Estemirowa, veranstaltet wurden, drohte Dugasajew digital den Teilnehmer dieser Proteste. Noch im selben Jahr organisierte er die Reise von Magomed Daudov bekannt als »Der Patriot« und Abduzayd Vismuradov zum Kampf des bosnischen Boxers Marco Marco Huck, der Kampf am 30. August 2014 im Gerry-Weber-Stadion in Halle (Westf.) gegen den Italiener Mirko Larghetti war für die Kommandeure von Kadyrow eine netter Zeitvertreib im Vergleich zu ihrer blutigen Arbeit in der Heimat. Nach unbestätigten Daten ist dies aber nicht die erste Reise des »Patriot« in die Bundesrepublik, nach einem schweren Autounfall den er im Sommer 2012 erlitt, erholte er sich in Deutschland. (Die Ärzte für die Behandlung waren NICHT dieselben wie bei Khabib)
Mithilfe der finanziellen Unterstützung durch die Kadyrow Stiftung kann es sich Dugasajew leisten in Deutschland, aktiv Werbung für das Oberhaupt der tschetschenischen Republik zu machen und dies nicht nur durch seine bevorzugte Handelsware – Kadyrow T-shirts. Während Ramsan Kadyrow persönlich verantwortlich ist, dass viele Tschetschenen ihre Heimatverlassen müssen und als Flüchtlinge leben, gibt er sich in Deutschland gerne als generöser Gastgeber. Ein Jahr nach der Gründung von WFCA organisierte Timur Dugasajew im Namen von Kadyrow ein Essen für Flüchtlinge in Kiel, worüber in den russischen Medien ausführlich berichtet wurde. Mit dabei beim Treffen in Kiel war auch Mario Lemke, dieser hatte bereits in der Vergangenheit in Kooperation mit Dugasajew den Kampf von Ruslan Chagaev/Fres Oquendo organisierte, welcher aus sportlicher Sicht etwas zweifelhaft war. Für diesen Verdienst wurde er im Juli 2015 mit dem Kadyrow-Orden ausgezeichnet aber diese Aktion ist nur die Spitze des Eisbergs. Im Jahr darauf organisierte er eine Demonstration am Rathaus Markt in Hamburg mit dem Motto »Freundschaft statt Sanktionen« zur Stärkung der russisch-deutschen Freundschaft, dabei wurde Dugasajew lautstark von Adam Tahaev und diversen anderen unterstützt in ihrer Loyalitätsbekundung gegenüber Kadyrow. Im Januar 2016 als der »Fall Lisa« Schlagzeilen machen, wurde vom Instagram Account der Vertretung Kadyrows in Deutschland eine Aufforderung zur »Rettung der Ehre des Mädchen« gepostet.[5] Nach der Veröffentlichung des Artikels über die Aktivitäten der Kadyrow Stiftung in Europa im Kaukasischen Knoten wurde dieser Post wieder gelöscht. Daraufhin modifizierte Dugasajew seine Methodik, im Auge der Öffentlichkeit beginnt er einerseits seine Position zu nutzen um Personen zu diskreditieren die Kadyrow gegenüber kritisch eingestellt sind und andererseits Netzwerke zu bilden um sich als stärker zu präsentieren (Russlanddeutsches Lager/Kleinkriminelle in Berlin/Nachtwölfe etc).
Das unsterbliche Regiment, GVN und die Nachtwölfe in Berlin
Durch die finanzielle Unterstützung des Kremls an Kadyrow ist es ihm möglich Kampfsportvereine mithilfe seiner Stiftung finanziell zu unterstützen und ein kostenloses Training für Kinder anzubieten. Klever kombiniert Kadyrow hierbei den Kampf gegen den Terror – genau gleich wie sein Patron Putin – um sich im Westen zu profilieren. Gerne macht man in Wien Werbung mit Taisumov als «einzigen Kämpfer aus Österreich, der in der Ultimate Fighting Championship kämpft – der MMA-Königsklasse in den USA.» ohne dabei auf die Geschenke aus Grosny oder die Verbindungen zur Stiftung, respektive zu Ramsan Kadyrow persönlich, zu verweisen. An den Mangelnden Kenntnissen der russischen oder tschetschenischen Sprache, kann es nicht liegen, promoted doch Ramsan Kadyrow Herrn Mairbek Taisumov auf seiner persönlichen Propaganda Plattform – dem eigenen Instagramaccount. Auch wie der tschetschenische Präsident Ramsan Kadyrow, der die Republik seit einer Dekade mit eiserner Hand und von Russlands Gnaden regiert, den »Kampf gegen den Terror« interpretiert, ist aus seinen Tweets abzulesen. Als Waise wundert man sich deshalb, dass unter dem Deckmantel der Deradikalisierung von Kriegskindern, genau für jemand in Wien Werbung gemacht wird, welcher enge Kontakte zu Kadyrow pflegt, denn der Diktator ist der Grund der Anwesenheit der »Generation Gerasdorf« in Österreich. Ähnlich wie bei Timur Dugasajew genießt Mairbrek Taisumov politisches Asyl, reist aber regelmäßig nach Grosny zu Ramsan Kadyrow. Die Stiftung, welche diese Reisen und diverse Kampfsportturniere finanziert ist in Russland nicht unbekannt und in diverse politische Projekte verwickelt.[6]
Kadyrows Stiftung nutzt das KRYSHA-Modell als effektives Parallel-System zu den herkömmlichen staatlichen Normen in Russland. Mit einer solchen Force de Frappe lässt sich politisch alles Mögliche vollbringen, zumal es die innovative Kombination von Kriminalität und Kapitalismus ist – ein Leveraging, dass auf der Möglichkeit der Gewaltanwendung beruht, aber in den Dienst eines leistungsfähigen Wirtschaftsapparats gestellt wird. Gefestigt wird das System durch ein internes Sanktionierungs- und Bestrafungssystem, das rigoros ausgeübt wird, auch mit brutaler Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten. Das Trainingszentrum in Gudermes ist der Ort von wo aus die Kadyrowzy operieren und bereits 2009 bewiesen Sie mit der Eliminierung von Umar Israilov, dass ihre Schlagkraft bis nach Wien reicht
Die Kadyrow Stiftung
Zwar leistet die Stiftung einen Beitrag zur Entwicklung der Infrastruktur in Tschetschenien, aber in einem viel größeren Ausmaß ist es eine Art persönlicher Schatz von Kadyrow, denn er genießt, wie er will. Aus dessen Quellen kann er sich und seine Umgebung unterhalten, indem er nicht nur russische Stars, sondern auch ausländische aus Übersee nach Tschetschenien einlädt und sich gegenüber den Gästen in Grosny generös gibt – von der Uhr für nur 100.000 Euro für den Herrn Kreisvorsteher bis zu zwei Millionen Euro, für denjenigen Boxer den das Blut nicht beeindruckt. Seine berühmte Stiftung, die als Rückgrat für seine sportlichen Ambitionen dient, nutzt das Krysha-Modell als effektives Parallelsystem zu den traditionellen staatlichen Standards in Russland und gleichermaßen in Europa. Mit einer solchen Force de Frappe lässt sich politisch alles Mögliche vollbringen, zumal es die innovative Kombination von Kriminalität und Kapitalismus ist – ein Leveraging, dass auf der Möglichkeit der Gewaltanwendung beruht, aber in den Dienst eines leistungsfähigen Wirtschaftsapparats gestellt wird. Gefestigt wird das System durch ein internes Sanktionierungs- und Bestrafungssystem, das rigoros ausgeübt wird, auch mit brutaler Gewalt bis hin zu Tötungsdelikten. Dies ermöglicht Kadyrows Kommandeuren wie Abduzayd Vismuradov eine Plattform innerhalb der EU – in Kombination mit Kämpfern wie Abdul-Kerim Edilov oder Magomed Bibulatov und Konsorten wie Timur Dugasajew, indem sie zum gemeinsamen Sparring kommen
Kadyrow nutzt seine Armee von Minions wie Abuzayed Vismuradov, Magomed Bibulatov oder Abdul-Kerim Edilov, Timur Dugasajew Kampfverein in Kiel, Al Falahat Aladin und Guerilla Nation Vaynakh in Berlin oder Abu Khamza in Wien, um das Bild des »kriminellen Tschetschenen« zu erschaffen und die Zusammenarbeit mit den rechten Parteien, um Druck auf die Diaspora in Europa selbst auszuüben. Der Schulterschuss mit dem vermeintlich ideologischen Feind ist nichts Neues für Kadyrow, bereits 2012 besuchten Johann Gudenus und Johannes Hübner den tschetschenischen Präsidenten – man war sich einer Meinung.[7] Moskau hat ein besonderes Interesse für alles entwickelt, was in Europa ultrarechts ist. 2014 fiel der russische Unternehmer Konstantin Malofejew erstmals in der Öffentlichkeit auf. Er hatte im Palais Lichtenstein in Österreich ein geheimes Treffen organisiert, bei dem er rechte Politiker und Aktivisten aus Europa und Russland zusammenführte, um sie zu vernetzten. Dabei waren auch Vertreter des französischen Front National und der FPÖ. Gerade zur österreichischen Rechtspartei unterhält Malofejew eigenen Aussagen zufolge »die allerbesten Beziehungen«. Dadurch offenbart Kadyrow seine wahre Identität offenbart, denn er benützt dafür das koloniale Klischee des Abreken als »kriminellen Tschetschenen«, das seit langem in der russischen Geschichtsschreibung existiert und nicht die Nochtschi-Sichtweise eines Mannes, der nur vor Gott kniet. Wie effektiv seine Strategie ist, kann man daran erkennen, dass das Bild des »Kriminellen Tschetschenen/tschetschenischer Terrorist« nicht nur in Filmen wie »The Dark Knight« oder TV Serien wie »Tatort« existiert, sondern fast jeden Tag in Mainstreammedien zu finden ist. Die Tatsache, dass fast alle Tötungen im letzten Jahrzehnt von Kadyrowzy ausgeführt wurden, findet dagegen kaum Erwähnung.
Wen wundert es dann, wenn in Wien der Innenminister Sobotka aus den Taten von Kleinkriminellen einen Mafia Klan konstruiert und mit seiner Aussage »Für Tschetschenen gibt es wohl überhaupt keinen Grund für Asyl« eine Kollektivschuld für die Diaspora strickt.[8]  Kadyrows Strategie scheint aufzugehen, denn selbst die zuständigen Dienststellen wundern sich. Herr Klug (LKA) »Das Thema wird in der Bevölkerung hochstilisiert. Die Schere zwischen dem, wie es wahrgenommen wird, und dem, was tatsächlich passiert, geht weit auseinander.« Herr Holzer (Soko Gambit) »Tschetschenen stehen innerhalb der mafiösen Strukturen nur in der zweiten und dritten Reihe: Sie gelten als ausführende Organe, also Geldeintreiber. Nicht als Auftraggeber.« Selbst der Kopf der Gruppierung Struja (Sturm) welcher als tschetschenisches Kommando ausgegeben wurde, ist ein Österreicher aus Bosnien, die Komplizen aus Kroatien und Serbien – aber das Bild des kriminellen Kaukaisers verkauft sich natürlich besser.

Nichts Neues für den normalen Nochtschi: Die zivilisatorische Leistung der Föderalen ist es, den Gorzy als wilden Wainachen darzustellen und dabei behilflich zu sein das Andenken an Aardax zu Grabe zu tragen – denn Ramsan »hart wie Parmesan« herrscht durch Russlands Gnaden.

«Чеченцы — это же все бандюги, понимаешь» (Борис Ельцин). »Tschetschenen – das sind doch alles Kriminelle.« (Boris Jelzin)
«Мы будем преследовать террористов повсюду. В туалете поймаем, и в сортире их замочим» (Владимир Путин).
»Wir werden die Terroristen überall verfolgen. Wir werden sie selbst auf der Toilette finden und fertig machen.« (Putin)
«Чеченцы в возрасте от 10 до 60 лет являются террористами» (командующий Северо-Кавказским военным округом генерал Виктор Германович Казанцев). »Tschetschenen im Alter von 10 bis 60 Jahren sind Terroristen.« (Der Befehlshaber des Nord-Kaukasischen Kriegsbezirks, General Viktor Germanovich Kazantsew)
«Жёны и дети бандитов — тоже бандиты» (генерал Владимир Шаманов).
»Die Ehefrauen und die Kinder der Banditen – sind auch Banditen.« (General Vladimir Schamanow)
«Чеченец — либо убийца, либо бандит, либо вор!» (генерал Михаил Барсуков).
»Ein Tschetschene – ist entweder ein Mörder, ein Bandit oder ein Dieb!« (General Michael Barsukow)
«Из всей Чечни надо сделать пустыню Гоби» (вице-президент РФ Александр Руцкой).
»Aus Tschetschenien muss man die Wüste Gobi machen« (der einzige Vize Präsident der Russischen Föderation, Alexander Ruzkoi)
«Хороший чеченец — мёртвый чеченец. По Чечне надо нанести ядерный удар и превратить ее в одну черную дымящую яму» (лидер ЛДПР Владимир Вольфович Жириновский). „Ein guter Tschetschene – ist ein toter Tschetschene. Es muss ein Atomanschalg auf Tschetschenien verübt werden und sie in ein schwarzes Loch verwandeln“ (Der Führer der Partei LDPR Wladimir Schirinowski)
«Докричаться до чеченцев можно только с помощью пушек» (генерал Анатолий Куликов).
»Damit die Tschetschenen einen hören, muss man sie mit Kanonen attackieren« (General Anatoli Kulikow)
«В Чечне необходима тактика выжженной земли, а всех чеченцев депортировать» (журналист Сергей Доренко).
»In Tschetschenien ist die Taktik der ausgebrannten Erde notwendig. Und alle Tschetschenen müssen deportiert werden.« (Journalist Sergey Dorenko)
«Враги России все, кто выступает против войны в Чечне» (журналист Александр Невзоров).
»Die Feinde von Russland sind alle diejenigen, die den Krieg in Tschetschenien ablehnen« (Journalist Alexander Nevzorow).
«Они [чеченцы] — народ-паразит» (генерал Николай Егорович Макаров).
»Sie [die Tschetschenen] sind ein Volk von Parasiten« (General Nikolai Jegorowitsch Makarow)
«Это [про взрывы домов в Москве] — чеченский терроризм» (мэр Москвы Юрий Лужков).
»Das [die Explosionen in Moskau ] – ist der Tschetschenische Terrorismus« (Bürgermeister von Moskau, Juri Luschkow)
«Хватит с нас этих кавказцев!» (академик Дмитрий Лихачёв).
»Wir haben genug von diesen Kaukasier« (Akademiker Dmitri Lichatschow)
«Не люблю я этих чеченцев» (Владимир Познер).
»Ich mag diese Tschetschenen nicht« (Journalist Wladimir Posner).
Orientalismus im Diskurs der Kadyrow Kritik
Man sollte Kadyrow nicht mehr Aufmerksamkeit widmen als seinem Patron Putin. Momentan melden die Medien wieder Ramsan sei ein Chosjain, ein Barin und alle anderen müssen den Willen dieses kaukasischen Kriminellen entsprechen, selbst Wladimir Wladimirowitsch würde aus Angst vor dem orientalischen Despoten die Nationalgarde reaktivieren. Aber mag Kadyrow auch ein Diktator sein so ist er doch nicht samostojatelny. Wie sein verstorbener Vater ist Ramsan ein Vasall, und seine Macht beruht auf der persönlichen Protektion Putins, der besten Kryscha in einem Land, dessen Strukturen vollständig von Kryscha-Beziehungen bestimmt werden. Deshalb ist eine Kritik an Kadyrow ohne eine Kritik an Putin politischer Opportunismus par excellence, denn Tschetschenien ist kein Staat im Staat. Selbst das System »Kadyrow« ist 1:1 von den Fledermäusen des GRU kopiert: Die eigenen Männer deklariert als offizielle Beamte des Innenministeriums mit »offenem« Einsatzbefehl in alle Gebiete der Föderation entsenden. Die Justiz? I wsjo Пиши всё, что хочешь. Мне по барабану!
weshalb aus forensischer Perspektive Panik in der Presse schädlich sein kann
Die Wahrnehmung des tschetschenischen Täters beginnt mit einer Hypothese, die uns sagt, nach welchen Objekten wir Ausschau halten. Diese Hypothese steht aber nicht für sich allein, sondern ist in ein allgemeines Erwartungssystem eingebaut. (Kaukasus/Terrorismus/Islam) Die Stärke einer Hypothese hängt nun davon ab, wie häufig sie bereits bestärkt worden ist, welche alternativen Hypothesen überhaupt zur Verfügung stehen und welche motivationale, kognitive und soziale Unterstützung sie erhält. Je stärker eine Hypothese ist, desto schneller wird diese aktiviert und desto weniger Informationen braucht es für deren erneute Bestätigung, aber umso mehr widersprechende Informationen sind nötig, um sie zu widerlegen. (Primacy-, Recency-, Halo-Effekt) Diese Fehler können harmlos sein, weil sie es uns ermöglichen, reibungslos im Alltag zu funktionieren. Gerade im polizeilichen Alltag ist das Routine-Handeln aufgrund vieler kollektiv geteilter Hypothesen überhaupt erst möglich. Komplexität wird notwendigerweise und erfahrungsgestützt reduziert. Problematisch wird diese selektive und im Alltag zunächst hilfreiche Wahrnehmungsverzerrung aber dann, wenn daraus ein Vorurteil wird, das dem Gegenüber kaum eine Chance lässt, die Wahrnehmung zu korrigieren. Verfestigte negative Einstellungen gegenüber Personen bzw. Personengruppen, die mit aggressiven Gefühlen verbunden sind, können im Wechselspiel mit dem Bürger eine Gewaltspirale in Gang setzen, die katastrophale Folgen hat – sowohl für den betroffenen Bürger als auch das Ansehen der Polizei, die als Vertreter staatlicher Gewalt in ihrem Auftreten besonders sensibel wahrgenommen wird. Die Problematik derartiger Vorurteile und deren Zustandekommen – nicht nur in der Presse, sondern auch der Polizei – sollten daher auch Debatte der Diskussion sein.
Ein Beispiel aus dem polizeilichen Alltag: Meldung von Kadyrowzy am 9. Mai in Berlin! Die Funkwagen rücken aus, aber trotz der grundsätzlich gebotenen Eile ist die innere Haltung der Beamten eher durch ein minimales Erregungsniveau gekennzeichnet. Wieso? Die Erfahrungen mit den zurückliegenden Einsätzen bei Meldung von Kadyrowzy in Aktion hat gezeigt, dass es sich in über 90% der Fälle um Fehlalarm handelt. Die Hypothese »Es wird wieder ein Fehlalarm« ist verständlicherweise so stark, weil sie so häufig bestärkt worden ist. Zwar liegt auch das Wissen um eine alternative Erklärung »Es kann sich auch um ein wirkliches Tötungskommando von Kadyrow handeln« vor, aber hat nachvollziehbar geringere Bedeutung. Selbst Polizeibeamte auf einem Abschnitt, die noch nicht über eigene Erfahrung mit Kadyrowzy verfügen, werden durch die Haltung ihrer Kollegen zu dieser Hypothese greifen.
Die Ausbildung der Kadyrowzy in Gudermes benützt gezielt das Bild »des Tschetschenen« im Ausland, insbesondere in Europa. Die Nochtschi werden für Sabotage ausgebildet, weil der durchschnittliche Deutsche sie nicht von seinen eigenen Leuten differenzieren kann, die Todeskommando bilden aber die Nogaier, da diese eben genau nicht dem Bild »des Tschetschenen« entsprechen und so kassiert manch Kritiker die Kugel ohne das er weiß das sie kam.
Die dauernde Diskriminierung führt dazu, dass Mitglieder der Diaspora, die im Dienst für Deutschland stehen, diesen niederlegen aber im Bereich des Terrorismus sind forensisch-phonetische Untersuchungen noch heute unverzichtbar. Die Phonetik als Wissenschaft von der gesprochenen Sprache unter anatomisch-physiologischen, akustischen, sprachwissenschaftlichen, soziologischen, psychologischen und klinischen Gesichtspunkten trägt seit Jahrzehnten zur Aufklärung solcher Taten bei. Die Aufgabenstellung sind dabei äußert vielfältig: Wenn beispielsweise bei einer Entführung zunächst lediglich ein anonymer Anruf vorliegt, wird dieser im Hinblick auf die Muttersprache oder die regionale Prägung des Sprechers, sein Alter oder seine individuellen Eigenheiten wie Sprechfehler analysiert mit dem Ziel der Eingrenzung des Täterkreises. Das erfolgt fast ausschließlich mittels des phonetisch geschulten Gehörs – computerbasierte Alternativen existieren nicht.
Sobald Vergleichsaufzeichnungen von Tatverdächtigen vorliegen, werden Tat- und Vergleichsproben auf Übereinstimmung geprüft. Weil forensisch relevante Aufzeichnungen meist von schlechter Qualität sind, werden Experten für die ohrenphonetische und akustische Analyse herangezogen. Automatische Vergleichsverfahren, die im Prinzip auf dem Markt verfügbar sind, finden in der forensischen Praxis derzeit keine nennenswerte Anwendung, weil sie nur unter optimierten Bedingungen funktionieren. Gerne wird eine Überwachung von Hasspredigern in der Presse gefordert ohne zu erklären, wie dies ohne Zusammenarbeit mit Mitgliedern der Diaspora geschehen soll, insbesondere bei den kaukasischen Völker welche für ihre Sprachvielfalt bekannt sind.

Dies bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass keine Berichterstattung über tschetschenische Täter stattfinden soll, sondern die Darstellung differenziert sein muss, damit ein Einsatz effektiv ist. RT und Timur Dugasajew haben bereits diverse T-Shirts mit dem Konterfei von Kadyrow verteilt, weshalb es wichtig ist Namen und Netzwerke zu nennen und diese zu identifizieren, anstatt eine allgemeine Angst zu schüren.[9]

Nach der Gründung der Sowjetunion wurde in der Ideologie anfangs das Bild des Abreken umgekehrt ein Beispiel dafür ist dieser Film. Abrek Zaur ist eine sowjetische Version des Robin Hood, die im späten neunzehnten Jahrhundert spielt. Zaur, der Bergsteiger tötet einen russischen Offizier, einen »Imperialisten« und die Behörden verbrennen sein Haus und verhaften seinen Vater sowie seine Frau, können ihn aber nicht erwischen. Er wird zum Geächteten und Vogelfreien, ein »Abrek« und schließt sich einer anti-russischen Bande im Kaukasus an die das russische Zarenreich den Kampf angesagt haben. Er stiehlt niemals von »Proletariern« nur »Imperialisten« und überlistet die Russen immer.
Diese Phase in der sowjetischen Histiographie war jedoch nur kurzfristig. Eine Untersuchungskommission des NKWD die im Oktober 1943 den Nordkaukasus bereiste, war zum Schluss gekommen, dass Tschetschenen und Inguschen religiöse Fanatiker und Banditen und eine ständige Bedrohung für die sowjetische Ordnung seien.
Die Deportation begann an einem Festtag. Seit 1919 war der 23. Februar ein Tag für Russland, um die Rote Armee zu feiern. Im Jahr 1944 luden NKWD-Offiziere tschetschenische und inguschetische Menschen zur Teilnahme an den Feierlichkeiten in einer Geste der Solidarität ein. Als die Tschetschenen eintrafen, wurden sie jedoch mit bewaffneten Soldaten empfangen und ihnen wurde gesagt, dass sie das Land verlassen müssten. Oft bekamen die Familien etwas mehr als eine halbe Stunde, um ihre Sachen zu sammeln, bevor sie aus dem Land vertrieben wurden.
Die Namen der jeweiligen Territorien wurden umbenannt und die Grenzen neu gezogen, während die einzelnen Ethnien in Zügen ins ferne Zentralasien, nach Kasachstan und Kirgistan, gebracht wurden. Teile der tschetscheno-inguischen Republik wurde den Nachbarvölkern, den Osseten, Dagestanern sowie Georgier zugeschlagen und der Rest bildete die Oblast Grosny. Die ethnisch gesäuberten Territorien wurden mit Menschen aus den Nachbargebieten, aber auch aus dem inneren Russland und der Ukraine besiedelt. Der sowjetische Staat veranlasste die Änderung von Straßen und Ortsnamen, er ließ Denkmäler und Archive zerstören, Bücher aus Bibliotheken wegschaffen und Einträge zu diesen Völkern aus der Grossen Sowjetischen Enzyklopädie löschen. Die Gräber von Tschetschenen und Inguschen wurden systematisch zerstört und die Steine für den Bau von Häuser benutzt. Alle Denkmäler zu Ehren von Bürgerkriegshelden wurden vernichtet. In Grosny beseitigten die Behörden das 1923 eingeweihte Monument zu Ehren des »ersten Kommunisten« Tschetscheniens Aslanbek Seripovs. Jede Erinnerung an diese Völker sollte getilgt, ihr Beitrag im Bürgerkrieg und beim Aufbau des Sozialismus negiert werden. Dagegen wurde nun das Denkmal an den zaristischen General Alexei Jermolow in Grosny wieder aufgestellt, das in der frühen Sowjetzeit entfernt worden war. [Ihm wird der Satz zugeschrieben: »Ich habe keine Ruhe, solange noch ein einziger Tschetschene am Leben ist!«]

[2] Die kollektive Strafe ist das Markenzeichen der Repression des tschetschenischen Volkes durch Kadyrow. Die Verwandte von denjenigen, die den Behörden missfallen, werden bedroht, geschlagen, als Geisel gehalten, aus der Republik vertrieben oder ihre Häuser werden niedergebrannt. Solche Methoden wurden zuerst auf mutmaßliche Rebellen angewendet, aber haben sich auf Regimekritiker, religiöse Dissidenten, sogar alkoholisierte Autofahrer ausgeweitet.
[3] Nicht umsonst erhalten ausländische Athleten wie Floyd Maywether ein Schuss und Waffentraining in Grosny.
[4] Neben seinem Faible für Vater Frost und der Nutzung von Weihwasser, scheint er eine besondere Vorliebe für die Benennung aller wichtigen islamischen Institutionen und Moscheen nach bestimmten Persönlichkeiten, insbesondere der seines Vaters, entwickelt zu haben, was gegen ein zentrales Gebot des konventionellen sunnitischen Islam verstößt.
[5] Vgl Beitrag Politkorektnosti und russische Völkerfreundschaft – der Kriminalfall Lisa F.
[7] Die Freundschaft mit der FPÖ kommt nicht von ungefähr, die Verteilung der Diaspora in Österreich ist teils politisch/religiös motiviert, respektive man zieht zu seinesgleichen. Die FPÖ Kärnten führte lange eine massive Kampagne gegen tschetschenische Asylbewerber. Zeitgleich wurde in Klagenfurt und Villach Kampfsportvereine gegründet.
Wichtig hierbei sind die Rechtsurteile der Operation »Palace« und nicht die Aussagen nach der Aktion auf der Donauinsel. Dass am selben Wochenende auch bei einem Österreicher ein großer Waffenfund gemacht wurde schien innerhalb des medialen Diskureses nebensächlich.
[9] Ohne Namen und Netzwerke ist die Information über »Shishani Schläfer« nur politische Panik vor der Wahl. Es ist nicht das BKA/REOK sondern die »Vierte Gewalt« welche diese Informationen verbreitet. Was wir seit letztem Jahr vor allem sehen, ist eine asymmetrische Berichterstattung und politische Aufladung von Gewalttaten/Angstszenarien. Diese Art von »Recherche« nützt nur Moskaus Metastasen in Europa, denn wieder wirft der Kreml einen Schatten auf die Leinwand der Weltpolitik, der bei weitem grösser als sein Verursacher ist.