{"id":10027,"date":"2019-04-08T15:27:10","date_gmt":"2019-04-08T13:27:10","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=10027"},"modified":"2021-01-25T05:45:41","modified_gmt":"2021-01-25T04:45:41","slug":"ojub-titijew-10-fakten-weshalb-der-fall-eine-faelschung-ist","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=10027&lang=de","title":{"rendered":"Ojub Titijew, 10 Fakten weshalb der Fall eine F\u00e4lschung ist."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10028\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf-300x190.jpg\" alt=\"\" width=\"818\" height=\"518\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf-300x190.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf-768x486.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf-1024x649.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf-480x304.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf-789x500.jpg 789w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 818px) 100vw, 818px\" \/><\/p>\n<p>Am 5. April wurde der Leiter des Grosny-B\u00fcros der Menschenrechtsorganisation &#8222;Memorial&#8220; Ojub Titijew, vom SIZO (Untersuchungsgef\u00e4ngnis) in die Strafkolonie Nr. 3 in Argun verlegt, wo er seine Strafe verb\u00fc\u00dft.<\/p>\n<p>&#8222;Nach dem Transfer wurde Ojub unter Quarant\u00e4ne gestellt, aber n\u00e4chste Woche hoffen wir, ihn in der Kolonie besuchen zu k\u00f6nnen&#8220;, sagte Oleg Petrowitsch Orlow, Leiter des Rechtszentrums der Menschenrechtsorganisation &#8222;Memorial&#8220;. &#8211; &#8222;Ich denke, Ojub wird erleichtert aufseufzen, weil das Haftregime in der Siedlung der Kolonien viel freier ist als im SIZO. Zum Beispiel k\u00f6nnen Verwandte sowie Kollegen ihn besuchen, und das ist gerade jetzt sehr wichtig. Auf der anderen Seite gibt es hier auch Gefahren. In der Strafkolonie ist es einfacher, Provokationen gegen Ojub zu organisieren.&#8220;<\/p>\n<p>Am 18. M\u00e4rz befand Madina Zaynetdinova, Richterin des Stadtgerichts Schali, Titijew wegen Verbrechen nach Artikel 228 Absatz 2 (Drogenbesitz in gro\u00dfem Umfang) des Strafgesetzbuches der Russischen F\u00f6deration und verurteilte ihn zu vier Jahren Gef\u00e4ngnis, wobei die Strafe in einer Strafkolonie zu verb\u00fc\u00dfen sei .<\/p>\n<p>Memorial betrachtet den Fall als fingiert, Titijew wird von der NGO als politischer Gefangener anerkannt.<\/p>\n<p>Mehr \u00fcber die <a href=\"https:\/\/www.dekoder.org\/de\/article\/oyub-titiev-memorial-tschetschenien-prozess-drogen\">Lebensgeschichte<\/a> von Ojub Titijew, die F\u00e4lschung seines Falles und die Chronik der Verfolgung von Menschenrechtsverteidigern im Nordkaukasus erfahren Sie beim <a href=\"http:\/\/titiev.info\/\">Sonderprojekt<\/a> von Memorial.<\/p>\n<p>Anmerkung: Der einzige deutsche Politiker welcher sich aktiv vor Ort f\u00fcr Ojub Titijew einsetzte, war <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/russland-tschetschenien-prozess-ojub-titijew-1.4216217\">Nils Schmid<\/a> von der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD). Herr Julian Hans der Autor des Artikels war ebenfalls einer der wenigen anwesenden deutschen Journalisten beim Prozess in Schali und verwies auf die Kontinuit\u00e4t der Verfolgung von Dissidenten durch fingierte Drogenvorw\u00fcrfe wie im Fall von Schalaudi Gerijew und Ruslan Kutajew.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">10 Fakten weshalb der Fall eine F\u00e4lschung ist.<\/p>\n<p><strong>Fakt 1.<\/strong> Die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden haben die Aussage von Titijew nicht \u00fcberpr\u00fcft, dass die Polizei ihm die Drogen untergeschoben hat.<\/p>\n<p>Laut der Polizei sah der Verkehrspolizist Alikhan Garajew zuf\u00e4lligerweise die Marihuana Knolle auf der vorderen Fu\u00dfmatte in Ojubs Auto inklusive der schwarze Tasche unter dem Sitz, als seine Gruppe Titijews Auto anhielt, entweder um die Dokumente zu \u00fcberpr\u00fcfen oder weil sein Abblendlicht nicht eingeschaltet war. [Bei den beiden Verhaftungen wurden unterschiedliche Angaben gemacht]<\/p>\n<p>Titijew sagt, er sei an diesem Morgen zweimal festgenommen worden. Zum ersten Mal wurde er von Angestellten in einer gr\u00fcnen Tarnuniform mit der Aufschrift GBR gestoppt, welche ihm Drogen unterschoben aber ohne Zeugen &#8222;entdeckten&#8220;. Daraufhin\u00a0 wurde er in die Abteilung\u00a0 des Innenministeriums in Kurtschaloi gebracht. Dort sagte die Polizei, dass die Inhaftierung illegal sei, weil nicht durch Zeugen best\u00e4tigt. Daher wurde er in Begleitung eines Angestellten an den Ort der ersten Verhaftung zur\u00fcckgebracht, sie stoppten den Wagen erneut, &#8222;fanden&#8220; die Drogen zum zweiten Mal inklusive Zeugen und nahmen ihn erneut in Haft \u2013 diesmal ganz nach Protokoll.<\/p>\n<p>Diese zweite Inhaftierung ist durch die Ermittlungen sowie Staatsanwaltschaft best\u00e4tigt, doch Sie bestreiten nat\u00fcrlich, dass <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/chechnya-oyub-titiev-dal-obyasnenie-sotrudniku-sledstvennogo-komiteta-ob-obstoyatelstvah\">dies eine Dramatisierung<\/a> sei.<\/p>\n<p>Wessen Version zutreffend ist, mussten die Mitarbeiter des Untersuchungsausschusses, in dem Titijew am 11. Januar 2018 eine Erkl\u00e4rung zum Unterschieben der Drogen verfasst hatte, bereits vor der Verhandlung herausfinden.<\/p>\n<p>Seine Argumente wurden l\u00e4nger als drei Monate gepr\u00fcft. Die Ermittler weigerten sich mehrmals ein Verfahren einzuleiten &#8211; die h\u00f6heren Beh\u00f6rden wiesen diese Entscheidungen stets zur\u00fcck. Der letzte Antrag ist auf den 25. April datiert. Anwalt Titijew legte vor Gericht Berufung dagegen ein, jedoch ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Der Pr\u00e4sidialrat f\u00fcr die Entwicklung der Zivilgesellschaft und der Menschenrechte (HRC) untersuchte die Unterlagen der Pr\u00fcfung und kam zu dem <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/chechnya-oyub-titiev-dal-obyasnenie-sotrudniku-sledstvennogo-komiteta-ob-obstoyatelstvah\">Schluss<\/a>, dass die Pr\u00fcfung mit Gesetzesverst\u00f6\u00dfen durchgef\u00fchrt wurde und sie unvollst\u00e4ndig sowie ineffektiv sei. Dar\u00fcber hinaus wurden die Umst\u00e4nde gar nicht gepr\u00fcft, deren Feststellung beweisen w\u00fcrde, dass der Fall gef\u00e4lscht sei. Der Ermittler bestritt die Behauptungen von Titijew, die sich ausschlie\u00dflich auf die Aussagen der Beamten st\u00fctzte, denen Ojub vorgeworfen hatte, ihm Drogen untergeschoben zu haben.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich wurde der Gegenstand der \u00dcberpr\u00fcfung ge\u00e4ndert &#8211; diese ist nur auf den Nachweis der Schuld von Titijew ausgerichtet. Am 15. Februar 2018 schrieb der Ermittler in einer Erkl\u00e4rung zur Weigerung, ein Strafverfahren einzuleiten: &#8222;Die Schuld von Titijew bei der Begehung des mutma\u00dflichen Verbrechens wurde durch Aussagen von Zeugen und anderem Material des Strafverfahrens best\u00e4tigt.&#8220; Auf diese Weise verletzte das Verfahren das Gesetz und die russische Verfassung, nach der eine Person nur durch ein Urteil verurteilt werden kann.<\/p>\n<p>Der HRC schickte den Bericht an die Generalstaatsanwaltschaft. Von dort wurde er an den <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/geprokuratura-poruchila-provesti-proverku-po-delu-titieva-posle-obrashcheniya-spch\">tschetschenischen Staatsanwalt<\/a> delegiert, wo er [unter anderen Akten] begraben wurde.<\/p>\n<p><strong>Fakt 2.<\/strong> Der Anwalt Sultan Telkhigov durfte seinen Mandanten sechs Stunden lang nicht sehen.<\/p>\n<p>Am 9. Januar erfuhren die Kollegen von Titijew schnell aus inoffiziellen Quellen, dass er in Kurtschaloi festgehalten wurde. Der Anwalt von Telkhigov, ein Angestellter der Grosny-Vertretung, ging sofort dorthin. Die Polizei sagte jedoch, dass sie Titijew nicht [inhaftiert] habe und lie\u00df ihn nicht in die Station.<\/p>\n<p>Die offizielle Best\u00e4tigung, dass Titijew in der OMVD von Kurtschaloi ist, erhielt seine Kollegen erst gegen 17:00 Uhr &#8211; nachdem sich die Menschenrechtskommissarin der Russischen F\u00f6deration Tatjana Moskalkowa und der HRC-Vorsitzende Michail Fedotow an die tschetschenischen Beh\u00f6rden gewandt hatten.<\/p>\n<p>Der Anwalt durfte Titijew erst gegen 19:00 Uhr sehen. Zuvor wurden mehrere Ermittlungsverfahren gegen Ojub ohne die Beteiligung eines Anwalts durchgef\u00fchrt, insbesondere die Abstriche an seinen H\u00e4nden. [Die Probe der Fingern\u00e4gel war negativ und aufgrund der M\u00f6glichkeit des DNA Vergleichs, ist eine F\u00e4lschung des Handabdrucks aus forensischer Perspektive einfacher.] Die Untersuchung fand sp\u00e4ter Spuren von Drogen, diese Probe wurde nach Ansicht des Angeklagten h\u00f6chstwahrscheinlich ersetzt. Titijew wurde aus dem B\u00fcro des Ermittlers gebracht bevor die Tupfer in Umschl\u00e4ge verpackt waren. Die forensisch-narkologische Untersuchung Ojubs selbst, die in dem Drogenbehandlungszentrum durchgef\u00fchrt wurde, ergab, dass sich in seinem Organismus keine Drogen befanden.<\/p>\n<p><strong>Fakt 3.<\/strong> Die Videokameras auf der Polizeistation und auf Weg Titijews Weg vom Ort der Festnahme zur OMVD &#8222;haben nicht funktioniert&#8220;.<\/p>\n<p>Es war leicht zu sehen, wie oft Ojub tats\u00e4chlich verhaftet wurde &#8211; einmal oder zweimal &#8211; es lohnt sich, die Aufnahmen der Sicherheitskameras zu betrachten, welche im Geb\u00e4ude und in der OMVD von Kurtschaloi installiert sind.<\/p>\n<p>Auf dem Weg des Menschenrechtsaktivisten vom Ort der Festnahme zur OMVD sind 15 weitere Kameras installiert: auf den Geb\u00e4uden der \u00f6rtlichen FSB-Abteilung, der staatlichen Landwirtschaftsbank RusAg, der Sparkasse, Kurtschaloi Kreisverwaltung, die Abteilung Pensionskasse, Staatsanwaltschaft, dem Haus der Kultur, &#8222;Chechenenergo&#8220;, der Abteilung f\u00fcr Arbeit und soziale Sicherheit), privaten Gesch\u00e4ften, Apotheken, Friseure etc.<\/p>\n<p>Die Verteidigung von Titijew beantragte die Beschlagnahmung dieser Videos. Der Ermittler sagte aus, dass alle Kameras mit Ausnahme einer Kamera am 9. Januar nicht funktionierten, haupts\u00e4chlich aufgrund einer Panne. Nur die Kameras des FSB-Geb\u00e4udes sind von diesem massiven Ger\u00e4teausfall verschont worden, nahmen jedoch angeblich nur &#8222;das Geschehen rund um den Zaun&#8220; auf.<\/p>\n<p>Unter den Bedingungen einer solchen &#8222;blinden&#8220; Video\u00fcberwachung k\u00f6nnten Terroristen Kurtschaloi in die Luft jagen und unbemerkt bleiben.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Ermittlungen und des Gerichtsverfahrens fragten die Anw\u00e4lte nach einer Untersuchung der Kameras um zu verstehen; ob sie wirklich repariert werden mussten, ob und in welcher Weise und warum sie besch\u00e4digt wurden und ob die Aufnahmen absichtlich zerst\u00f6rt wurden. Ermittler sowie Gericht lehnten dies ab.<\/p>\n<p>Die Anw\u00e4lte wollten diese Fragen an die <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/sites\/all\/themes\/memo\/templates\/pdf.php\">Eigent\u00fcmer privater Einrichtungen<\/a> und an die Mitarbeiter der OMVD richten, die das Ger\u00e4t warten. Das Gericht lehnte es jedoch ab, sie zum Verh\u00f6r vorzuladen.<\/p>\n<p><strong>Fakt 4.<\/strong> Weder die Untersuchung noch das Gericht pr\u00fcften, ob ein Polizist versehentlich \u00bbverd\u00e4chtige\u00ab Gegenst\u00e4nde in Titijews Auto sehen konnte.<\/p>\n<p>Die Anw\u00e4lte glauben, dass Inspektor Garajew von der Stelle an der er stand, die Marihuana Knolle und den Beutel in Ojubs Auto nicht sehen konnte.<\/p>\n<p>Auf Ersuchen der Verteidiger f\u00fchrte der Ermittler ein Untersuchungsversuch durch, welcher die Umst\u00e4nde des &#8222;Nachweises verbotener Substanzen&#8220; <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/chechnya-zashchita-oyuba-titieva-prosit-proverit-vse-dokazatelstva-ego-nevinovnosti\">nachstellen<\/a> sollte. Titijew und seine Anw\u00e4lte beteiligten sich nicht daran und die Ergebnisse des Experiments wurden ihnen erst nach Abschluss der Voruntersuchung bekannt gegeben. Die Tatrekonstruktion best\u00e4tigte die Aussage des Polizisten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10029\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-2-300x229.jpg\" alt=\"\" width=\"891\" height=\"680\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-2-300x229.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-2-480x367.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-2-655x500.jpg 655w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/2-2.jpg 720w\" sizes=\"auto, (max-width: 891px) 100vw, 891px\" \/><\/p>\n<p>Bei der Analyse der w\u00e4hrend des investigative Experiment Experiments aufgenommenen Fotos kam die Verteidigung jedoch zu dem Schluss, dass die Umst\u00e4nde der Ereignisse vom 9. Januar nicht rekonstruiert wurden.<\/p>\n<p>1. Der Statist, der die Rolle von Garajew spielt, ist ein Kopf kleiner als dieser.<\/p>\n<p>2. Anstelle von Marihuana verwendeten sie Koriander, und die Budds (Knollen) sind deutlich gr\u00f6sser als diejenigen in Titijews Auto.<\/p>\n<p>3. Auf den Autositzen waren am 9. Januar lose Bez\u00fcge, die den Raum darunter abdeckten und w\u00e4hrend des Versuchs enge Lederbez\u00fcge.<\/p>\n<p>Bei der Verhandlung forderte die Verteidigung ein neues Untersuchungsexperiment, bei dem diese M\u00e4ngel beseitigt w\u00fcrden. Der Richter lehnte dies ab.<\/p>\n<p><strong>Fakt 5.<\/strong> Die einzige Person, die angeblich zweimal sah, wie Titijew Marihuana rauchte, hat ihn nicht erkannt.<\/p>\n<p>Der Zeuge <a href=\"https:\/\/www.novayagazeta.ru\/articles\/2018\/02\/01\/75354-byut-svoih\">Amadi Baschanov erkannte Ojub am 26. Januar 2018 nicht<\/a> in der Gruppe von Statisten bei der Identifizierung. Dies spiegelte sich im Protokoll wider. Die Teilnehmer des Ermittlungsverfahrens, einschlie\u00dflich der Zeugen, unterzeichneten dieses Dokument.<\/p>\n<p>Gleich am n\u00e4chsten Tag begannen die Ermittler, die f\u00fcr sie ung\u00fcnstigen Ergebnisse der Gegen\u00fcberstellung zu wiederholen. Laut Gesetz kann eine solche Untersuchung nur einmal durchgef\u00fchrt werden &#8211; der Zeuge wird entweder identifiziert oder die Person erkennt ihn nicht. Die Ermittlungen im Fall Titijews fanden auch daf\u00fcr einen Ausweg \u2013 Sie stellten es so dar, als h\u00e4tte der Zeuge Ojub tats\u00e4chlich identifiziert und nur ein inkompetenter Ermittler dies falsch protokolliert habe.<\/p>\n<p>Der Ermittler und die Zeugen wurden in den Status von Zeugen versetzt. Bei der Gegen\u00fcberstellung mit Titijew behaupteten sie schlicht, dass Baschanov ihn anerkannt habe. Diese Zeugenaussagen wurden zu einem der wichtigsten &#8222;Beweise&#8220; im Fall.<\/p>\n<p><strong>Fakt 6.<\/strong> Zu viele verd\u00e4chtige Unf\u00e4lle sind mit von Amadi Baschanovdem wichtigsten \u00bbZeugen\u00ab der Anklage verbunden.<\/p>\n<p>Die offizielle Version der Ereignisse vom 9. Januar: Nach Angaben der Ermittler sah Baschanov auf einer Taxifahrt zuf\u00e4llig ein Foto des verhafteten Titijew auf dem Telefon eines Mitfahrenden. Er erinnerte sich, dass er diesen unbekannten Mann bereits zweimal im Zentrum Grosnys gesehen habe \u2013 angeblich h\u00e4tte er geraucht und von ihm sei Haschischgeruch ausgegangen.<\/p>\n<p>An diesem Tag traf Baschanov ebenfalls &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; Rizvan Sulejmanov, den stellvertretenden Leiter der Untersuchungsabteilung des Polizeireviers in Grosny [der ihn in der Vergangenheit selbst mit Bet\u00e4ubungsmittel verhaftet hatte] und erz\u00e4hlte ihm davon.<\/p>\n<p>Sulejmanov traf an diesem Tag seinerseits &#8222;zuf\u00e4llig&#8220; drei operative Ermittler, die in dem Verfahren gegen Titijew arbeiteten und gab diesen weiter, was Baschanov erz\u00e4hlt hatte. All dies geschah &#8222;zuf\u00e4lligerweise&#8220; an dem Tag vor Titijews Verhaftung. Am n\u00e4chsten Tag wurde Baskhanov bei der OMVD des Bezirks Kurtschaloi verh\u00f6rt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10030\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-3-300x221.jpg\" alt=\"\" width=\"781\" height=\"576\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-3-300x221.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-3-768x566.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-3-480x354.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-3-678x500.jpg 678w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/3-3.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 781px) 100vw, 781px\" \/><\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Verh\u00f6rs vor Gericht verstrickte sich der \u00bbSchl\u00fcsselzeuge\u00ab in zahlreiche <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/sud-nad-oyubom-titievym-den-11\">Widerspr\u00fcche<\/a>. Der Zeuge wurde zweimal (2015 und 2016) wegen Drogenhandels zur strafgesetzlichen Verantwortung gezogen, erhielt allerdings beide Male keine Gef\u00e4ngnisstrafe. Das ist ein f\u00fcr Tschetschenien erstaunliches Vorkommnis, weil in der Regel vier Jahre f\u00fcr diese Art von Verbrechen gegeben werden. Die Verteidigung Titijews ist sich sicher, dass Baschanov mit den Ermittlern zusammenarbeitet, um Zugest\u00e4ndnisse bei seine Verbrechen zu erhalten. [Er selbst war ua. vom 19. Oktober bis zum 14. Dezember auf der f\u00f6deralen Fahndungsliste, weil er &#8211; entgegen den Bedingungen einer Bew\u00e4hrungsstrafe &#8211; in eine andere Stadt gefahren war.]<\/p>\n<p>Vor Gericht verhielt sich Baskhanov wie eine Person, die unter dem Einfluss starker Drogen stand: Seine Pupillen waren geweitet, seine Reaktion verlangsamt, schwitze stark und seine Pupillen waren geweitet. Die Verteidigung forderte das Gericht auf, zu \u00fcberpr\u00fcfen, ob er w\u00e4hrend des Zeugnisses unter dem Einfluss von Drogen war.<\/p>\n<p>Die Richterin stellte jedoch fest, dass sie keinen Grund sieht dies zu \u00fcberpr\u00fcfen und sagte: &#8222;Vielleicht ist dies nur seine Art zu kommunizieren&#8220;. Baschanov selbst sagte: &#8222;Ich bin lange nicht berauscht gewesen. Ich habe im Dezember letzten Jahres zum letzten Mal Nasway (milde Bet\u00e4ubungsmittel) verwendet, aber danach wurde ich sauber&#8220;.<\/p>\n<p>Nach der H\u00e4lfte des Verh\u00f6rs wandte er sich auf tschetschenisch an die \u00dcbersetzerin: &#8222;Sagen Sie Ihnen, sie sollen mich gehen lassen, es geht mir sehr schlecht. Ich bin v\u00f6llig verschwitzt, ich falle gleich um!&#8220;<\/p>\n<p>Nach den Worten der bei Gericht Anwesenden verschwand er in der Pause sofort in der Toilette, danach sa\u00df er auf einer Bank im Hof und man konnte sehen, dass er zitterte. Dann kam er unerwartet schnell zu sich und setzte seine Aussage munter fort. Die Richterin weigerte sich, ihn auf Drogenkonsum \u00fcberpr\u00fcfen zu lassen.<\/p>\n<p><strong>Fakt 7.<\/strong> GBR als Geistereinheit? Die Staatsanwaltschaft behauptet, Titijew sei nur einmal festgenommen worden und zwar von Verkehrspolizisten. Eine Zweite Verhaftung durch die Schnelle Eingreiftruppe (GBR) wird genauso wie deren Existenz durch die Staatsanwaltschaft bestritten.<\/p>\n<p>Nach den Worten der Polizisten tr\u00e4gt niemand gr\u00fcne Tarnanz\u00fcge mit der Aufschrift GBR \u2013 es werden nur blaue, offizielle Polizeiuniformen getragen (in diesen kamen die meisten auch ins Gericht). Au\u00dferdem h\u00e4tten sie keine Dienstwagen in Tarnfarben gesehen.<\/p>\n<p>Allerdings wurde in den Accounts der Zeugen in den sozialen Netzwerken eine Vielzahl an Fotografien gepostet, auf denen sie ihren Dienst in Uniformen der GBR leisten. Der Leiter der Polizei in Kurtschaloi Rustam Aguev ver\u00f6ffentlichte bei Instagram regelm\u00e4\u00dfig Videofilme, auf denen Mitarbeiter seiner Abteilung ihren Dienst taten im Tarnanzug mit der Aufschrift GBR in Autos mit identischer Aufschrift. Anschlie\u00dfend l\u00f6schte er die Bilder, aber es blieben Kopien erhalten.<\/p>\n<p>Als die Anw\u00e4lte den Inspektor der Mobilen Staffel der Polizei Kurtschaloi Musip Madarov nach seinen Aufnahmen auf Instagram in der Uniform der GBR (sp\u00e4ter hatte er sie gel\u00f6scht) befragten, erkl\u00e4rte dieser, dass er diese Uniform lediglich zuhause anziehen w\u00fcrde, nur einmal habe er sie im Dienst getragen.<\/p>\n<p>Der Mitarbeiter der Verkehrssicherheit Alichan Garaev, Teil der Gruppe, die Ojub beim zweiten Mal festnahm, entfernte aus seinem Account bei Instagram eine Collage mit Kollegen in Tarnuniform sowie ein Foto von sich selbst und dem Chef der Polizeistation vor dem Hintergrund des Dienstwagenparkplatzes, auf dem Autos in Tarnfarben zu sehen sind. In offiziellen Quellen der Republik Tschetschenien wurden ebenfalls Belege daf\u00fcr gefunden, dass die Schnelle Eingreiftruppe v\u00f6llig legal im Rahmen des MVD existiert. Unter den Unterlagen des Verfahrens befinden sich Dokumente aus dem Polizeirevier, die best\u00e4tigen, dass es Autos in Tarnfarben gibt.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/95.xn--b1aew.xn--p1ai\/news\/item\/9420214\">Pressemitteilung auf der offiziellen Website des Innenministeriums.<\/a><\/p>\n<p>Der letzte Absatz lautet wie folgt: &#8222;Ruslan Alkhanov hat die Einsatzbereitschaft Schnellen Eingreifgruppe \u00fcberpr\u00fcft, das sich rund um die Uhr im Einsatz befindet, wenn Komplikationen in der Einsatzsituation auftreten. Der Minister hat die Besatzung der GBR-Mitarbeiter pers\u00f6nlich kennengelernt und deren Ausr\u00fcstung und Waffen \u00fcberpr\u00fcft.&#8220;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10031\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"953\" height=\"635\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-1-300x200.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-1-480x320.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/4-1.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 953px) 100vw, 953px\" \/><\/p>\n<p>Auf dem Foto sehen wir den Innenminister der Tschetschenischen Republik Ruslan Alkhanov und den Chef der Kurtschaloi OMVD, die sich den Sicherheitskr\u00e4ften in gr\u00fcner Tarnung stellen.<\/p>\n<p>Fotos aus den sozialen Netzwerken der Polizei, insbesondere der Chef von OMVD Rustam Aguev. Auf dem Stab posieren OMVD-Offiziere in getarnten Uniformen mit Streifen der GBR auf dem Hintergrund von Tarnfahrzeugen mit der Aufschrift GBR.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10032\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9-300x177.jpg\" alt=\"\" width=\"878\" height=\"518\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9-300x177.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9-768x453.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9-1024x604.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9-480x283.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9-848x500.jpg 848w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/9.jpg 1206w\" sizes=\"auto, (max-width: 878px) 100vw, 878px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Siehe auch Videos, die von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/playlist?list=PLWc1dGp1X3JLJEqQNHw7lZOQlQqHT3nm5\">Instagram Account von Aguev<\/a> heruntergeladen wurden.<\/p>\n<p>Einige der Fotos wurden bereits gel\u00f6scht, aber die Verteidiger konnten die Konten beim Notar pr\u00fcfen. Sie haben zweimal beantragt, dass das Gericht diese Materialien hinzuf\u00fcgt, und zweimal wurde sie abgelehnt &#8211; die Fotos waren angeblich f\u00fcr den Fall irrelevant. Inzwischen argumentieren sie unbestreitbar, dass Dutzende von Polizeibeamten von Kurtschaloi vor Gericht absichtlich falsche Aussagen gemacht haben.<\/p>\n<p><strong>Fakt 8.<\/strong> Die wesentlichen materiellen Beweise, n\u00e4mlich die Verpackung und das Klebeband, sind unzul\u00e4ssige Nachweise.<\/p>\n<p>Laut den Unterlagen fand die Polizei am 9. Januar bei der Untersuchung des Wagens von Titijew eine schwarze Plastikt\u00fcte, in der sich eine weitere Tasche befand, und darin befand sich die Drogen. Verpackt und versiegelt in einer weiteren Packung \u2013 insgesamt also drei.<\/p>\n<p>Es wurden jedoch nur zwei Pakete zu den Experten gebracht &#8211; eines der inneren Pakete ist verschwunden. Nach dem Abzug wurde das Paket offenbar ge\u00f6ffnet und es wurden einige Manipulationen vorgenommen, welche in der Akte nicht ber\u00fccksichtigt wurden.<\/p>\n<p>Da die Untersuchung damit gegen die grundlegenden Regeln f\u00fcr den Umgang mit den materiellen Beweisen versto\u00dfen hat, beantragte die Verteidigung, dass das Gericht diese f\u00fcr unzul\u00e4ssig erkl\u00e4re. Der Richter lehnte dies ab.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem stellten die Experten, die das Paket untersuchten, einen neuen materiellen Beweis vor, der nicht vom Tatort war. Dies ist ein Klebeband, das angeblich aus irgendeinem Grund mit dem Bet\u00e4ubungsmittel von unten an den Beutel geklebt wurde. Das Klebeband wurde separat untersucht, Ojubs Haar wurde darauf gefunden.<\/p>\n<p>Bei der Verhandlung erz\u00e4hlte Titijew, <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/monitorings\/organizaciya-aresta-gematoma-sledovatelya-i-inscenirovka-pytok\">wie die Polizei diese \u00bbBeweise\u00ab erhielt<\/a>. Am 10. Januar holte man Ojub erneut auf die Polizei nach Kurtschaloi und forderte ihn auf, zu gestehen. Er weigerte sich. Daraufhin zog man neue Mitarbeiter hinzu.<\/p>\n<p>Diese setzten Ojub auf einen Stuhl, fesselten seine H\u00e4nde hinter dem R\u00fccken mit Handschellen und verbanden ihm den Mund mit Klebeband. Erneut verlangten sie ein Gest\u00e4ndnis. Doch Ojub bezichtigte sich nicht selbst. Kurz darauf kam ein weiterer Mitarbeiter in den Raum, beschimpfte die anderen und befahl ihnen, Titijews Fesseln zu l\u00f6sen. Das Klebeband rissen sie Ojub mit Haaren daran herunter.<\/p>\n<p>Diesen Streifen mit dem genetischen Material Titijews klebten sie auf das Drogenpaket aus dem Auto. Vor Gericht sagte Ojub aus, dass die demonstrative Vorbereitung einer beabsichtigten Folter in Szene gesetzt wurde, um Haare von ihm zu erhalten.<\/p>\n<p>Die Anw\u00e4ltin Marina Dubrovina bat um Experten, die den Klebestreifen <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/sud-otvergaet-vse-podryad-hodataystva-zashchity-oyuba-titieva\">untersuchten<\/a>. Sie k\u00f6nnten herausfinden, wann und von wem sie dieses Band erhalten haben, wie es verpackt wurde usw. Der Richter lehnte dies ab.<\/p>\n<p>Als Anw\u00e4lte die Drogentasche vor Gericht untersuchten, bemerkten sie, dass sich darin keine Klebstoffspuren befanden. Au\u00dferdem ist es unm\u00f6glich, das an der Verpackung angebrachte Klebeband abzurei\u00dfen, ohne die Verpackung zu besch\u00e4digen. In der Zwischenzeit gab es bei den vor Gericht untersuchten Paketen keine derartigen Sch\u00e4den.<\/p>\n<p>Dubrovina bot an, das Klebeband direkt vor Gericht auf die Verpackung zu kleben, abzurei\u00dfen und das Ergebnis anzusehen. Der Richter weigerte sich, ein solches Experiment durchzuf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Fakt 9.<\/strong> Der Richter fragte nicht f\u00fcr die Abrechnung\/Kontaktdaten von Titijews Telefonen<\/p>\n<p>Titijew behauptet, als er am 9. Januar zur Arbeit ging, habe er unter anderem drei Mobiltelefone dabei. Die Polizei brachte sie bei ihrer ersten Festnahme mit; In der zweiten Etappe hatte Ojub sie nicht mehr. <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/pohishcheny-predmety-byvshie-u-oyuba-titieva-pri-zaderzhanii\">Sie sind spurlos verschwunden<\/a>.<\/p>\n<p>Der Leiter von &#8222;Memorial&#8220; Oleg Orlow teilte dem Gericht mit, dass alle Mitarbeiter nach den Regeln der Organisation verpflichtet sind, ihre Mobiltelefone w\u00e4hrend der Arbeitszeit eingeschaltet zu lassen (mit Ausnahme vorher vereinbarter Situationen, was an diesem Tag nicht der Fall war). Titijew hat diese Regel stets streng befolgt.<\/p>\n<p>Am Morgen des 9. Januar riefen Familie, Freunde und Kollegen mehrmals Titijew an &#8211; Anrufe waren m\u00f6glich, aber Titijew antwortete nicht. Die Daten w\u00fcrde helfen, festzustellen, wo sich die Telefone am Tag der Inhaftierung und an den n\u00e4chsten Tagen befanden.<\/p>\n<p>Die Verteidigung bat das Gericht, die Kommunikationsgesellschaft nach Einzelheiten der Netzverbindung von <a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/my-ne-uvidim-v-sude-telefonnuyu-detalizaciyu-zvonkov-oyuba-titieva-sposobnuyu-dokazat-ego\">Titijews mobilen Telefonen<\/a> zu fragen. Der Richter lehnte dies ab.<\/p>\n<p><strong>Fakt 10.<\/strong> Drogen wurden in der Gedenkst\u00e4tte in Grosny &#8222;gefunden&#8220;, von der Staatsanwaltschaft jedoch nicht gegen Titijew eingesetzt<\/p>\n<p>Am 19. Januar, 10 Tage nach der Verhaftung, fand die Polizei auf dem Balkon der Menschenrechtsorganisation in Grosny zwei nicht gerauchte &#8222;Plants&#8220; und einen selbstgebastelten Aschenbecher. Eine dieser Zigarren soll aus Ojubs Papier gerollt sein.<\/p>\n<p>Die Untersuchung ergab, dass Marihuana in den &#8222;Plants&#8220; enthalten ist aber keine Fingerabdr\u00fccke auf den Zigarren oder dem Aschenbechern gefunden wurden.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10034\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7-1-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"911\" height=\"683\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7-1-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7-1-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7-1-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7-1-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7-1.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 911px) 100vw, 911px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/memohrc.org\/ru\/news_old\/rezultaty-obyska-v-groznenskom-ofise-memoriala-vyzyvayut-sereznye-somneniya\">Keiner der Mitarbeiter der Grosny-Vertretung raucht<\/a>. Manchmal kamen Journalisten, die auf Besuch waren zum Rauchen auf den Balkon, aber sie kippten die Asche und Zigarettenkippen in Papiert\u00fcten, die dann weggeworfen wurden. Aschenbecher auf dem Balkon gabs es keine. Keiner derer, die nach der Festnahme von Titijew ins B\u00fcro kamen, sah dort \u00bbPlants\u00ab oder Aschenbecher.<\/p>\n<p>Auf diesem offenen Balkon &#8211; gemeinsam f\u00fcr drei Wohnungen, geteilt durch d\u00fcnne Trennw\u00e4nde \u2013 kann man alles platzieren. Und wenn Sie sich daran erinnern, dass bei der ersten Verhaftung die Schl\u00fcssel zum B\u00fcro und samt seinen Notizen Titijew abgenommen wurden, wird klar, woher der Wind weht.<\/p>\n<p>Materialien zu dieser Episode sind in dem Fall, aber die Untersuchung sollte nicht dazu f\u00fchren, dass sie Beweise daf\u00fcr liefern. Realisierten die F\u00e4lscher, dass sie es mit der Quantit\u00e4t \u00fcbertrieben hatten und nicht mit der Qualit\u00e4t der &#8222;Beweise&#8220; gearbeitet haben?<\/p>\n<p>Es w\u00e4re absurd zu versuchen, diese Zigarren Titijew anzuh\u00e4ngen &#8211; sie h\u00e4tten im Januar im regnerischen Grosny kaum f\u00fcr mindestens 10 Tage auf dem Balkon liegen k\u00f6nnen und so sauber und trocken bleiben, wie von der Polizei vorgefunden.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Fazit<\/p>\n<p>Es w\u00e4re m\u00f6glich, mit F\u00e4lschern zu k\u00e4mpfen, insbesondere mit einem solchen Team professioneller Anw\u00e4lte wie den Anw\u00e4lten Marina Dubrovina, Peter Zaikin und Ilya Novikov. Dies ist jedoch nur unter einer Bedingung m\u00f6glich &#8211; wenn das Gericht an der Untersuchung aller widerspr\u00fcchlichen Fassungen interessiert ist.<\/p>\n<p>Madina Zaynetdinova, die Richterin des Gerichts in Schali, ist der Befangenheit schwer verd\u00e4chtigt. Der Prozess der Anklageschrift ist offensichtlich. Von den 30 Antr\u00e4gen der Verteidigung, die auf die Umst\u00e4nde des Falles, die Beseitigung der Widerspr\u00fcche und M\u00e4ngel der Ermittlungen abzielten, erteilte die Richterin nur 3. Dies auch nur weil die Ablehnung eine unmittelbare Verletzung der Strafprozessordnung bedeuten w\u00fcrde. Die Verteidigungsseite forderte Richterin Madina Zainetdinova heraus. Diese lehnte eine Anfechtung ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 5. April wurde der Leiter des Grosny-B\u00fcros der Menschenrechtsorganisation &#8222;Memorial&#8220; Ojub Titijew, vom SIZO (Untersuchungsgef\u00e4ngnis) in die Strafkolonie Nr. 3 in Argun verlegt, wo er seine Strafe verb\u00fc\u00dft. &#8222;Nach dem Transfer wurde Ojub unter Quarant\u00e4ne gestellt, aber n\u00e4chste Woche hoffen wir, ihn in der Kolonie besuchen zu k\u00f6nnen&#8220;, sagte Oleg Petrowitsch Orlow, Leiter des [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10028,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[100],"class_list":["post-10027","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-religion","tag-ojub-titijew"],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/De__Ri9WsAEKqkf.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10027","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10027"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10027\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13541,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10027\/revisions\/13541"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10028"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10027"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10027"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10027"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}