{"id":10894,"date":"2019-05-30T14:37:22","date_gmt":"2019-05-30T12:37:22","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=10894"},"modified":"2020-01-24T06:47:59","modified_gmt":"2020-01-24T04:47:59","slug":"tschetschenische-fluechtlinge-endstation-polen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=10894&lang=de","title":{"rendered":"Tschetschenische Fl\u00fcchtlinge: Endstation Polen"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10895\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"991\" height=\"661\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327-300x200.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327-768x512.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327-480x320.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327-750x500.jpg 750w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327.jpg 770w\" sizes=\"auto, (max-width: 991px) 100vw, 991px\" \/><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.freitag.de\/autoren\/der-freitag\/auf-und-davon-und-zurueck\">Bartholom\u00e4us von Laffert:<\/a> Wenn es in Brest zu d\u00e4mmern beginnt und sich der Himmel pink verf\u00e4rbt, kann man beobachten, wie Dutzende senfgelbe Taxen zum Zentralbahnhof schwirren wie Motten zum Licht. Aus den Autos steigen Kinder, Frauen, M\u00e4nner mit bunten Rucks\u00e4cken, Sporttaschen, klappernden Ziehk\u00f6fferchen \u2013 fast alle kommen sie aus Tschetschenien, alle haben sie an diesem Morgen ein Ziel: den Zug um 6.22 Uhr, der sie hin\u00fcbertr\u00e4gt \u00fcber den Fluss Bug und die wei\u00dfrussisch-polnische Grenze. Zehn Kilometer sind es bis nach Terespol, bis in die Europ\u00e4ische Union. Dort wollen sie einen Asylantrag stellen und Tschetschenien endg\u00fcltig den R\u00fccken kehren.<\/p>\n<p>Nacheinander schieben sich die Familien durch die hohen h\u00f6lzernen Schwingt\u00fcren der Bahnhofshalle. Wie Spieler vor einem Pferderennen dr\u00e4ngen sich die Erwachsenen um die gl\u00e4sernen Kartenh\u00e4uschen, aus denen heraus m\u00fcde junge Frauen in olivfarbener Uniform Bahntickets verkaufen, als w\u00e4ren es Wettcoupons. Umgerechnet vier Euro kostet die Hinfahrt, vier Euro das Retourbillett, das man als Tschetschene dazukaufen muss. Etwa eins zu 80 w\u00fcrden die Chancen stehen, in Polen einen Asylantrag stellen zu d\u00fcrfen, meint Fatima*, 40 Jahre alt, marineblaues Kopftuch, schwarz gerahmte Brille, ein ernster Blick, in dem sich die Sorge um ihre f\u00fcnf Kinder spiegelt. Neun Jahre alt ist Kerim, ihr \u00c4ltester, die J\u00fcngste, Maria, wurde gerade drei.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Es bleiben 90 Tage Zeit<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich die Erwachsenen dr\u00e4ngen, kauern die Kinder zwischen kunstvoll geschnitzten Warteb\u00e4nken und hohen S\u00e4ulen aus Marmor. Kerim jagt Soldaten \u00fcber den Bildschirm des Smartphones seiner Mutter, die zwei j\u00fcngeren M\u00e4dchen schlafen, Leyla br\u00f6selt eine K\u00e4sestulle auf ihr T-Shirt, auf dem in wei\u00dfen Lettern \u201e#Anyways\u201c geschrieben steht. Abdullah, der Sechsj\u00e4hrige, steht neben Fatima am Schalter und fragt: \u201eMama, fahren wir heute zur\u00fcck nach Deutschland?\u201c<\/p>\n<p>Es ist der zw\u00f6lfte Morgen, den sie so verbringen, der zw\u00f6lfte Morgen, an dem Abdullah fragt, der zw\u00f6lfte Morgen, an dem die Frau im gl\u00e4sernen Schalter unfreundlich ist: \u201eEinmal sechs Personen, macht 48 Euro, Wagen 3, los, los, beeilen Sie sich, der Zug f\u00e4hrt gleich ab!\u201c Das sei so \u00fcblich, sagt Fatima. \u201eAlle Tschetschenen bekommen Wagen 3.\u201c \u201eRefugee Transport\u201c nennen sie den in Brest. Schon am Schalter werden die Fl\u00fcchtlinge von anderen Reisenden getrennt \u2013 die mit dunkler Hautfarbe von denen mit wei\u00dfer. Die ohne Visa von denen mit. So k\u00f6nnen die polnischen Grenzsch\u00fctzer sp\u00e4ter leichter entscheiden, wen sie ins Land lassen und wen nicht. Bis zum Mittag werden die allermeisten Familien wieder in Brest sein. Vielleicht fehlt eine \u2013 die der Gewinner, der Auserw\u00e4hlten, die in Polen einen Asylantrag stellen d\u00fcrfen. Weil das nur wenigen verg\u00f6nnt ist, wei\u00df in Westeuropa kaum jemand von der tschetschenischen Fl\u00fcchtlingstrag\u00f6die, die sich seit fast vier Jahren auf der T\u00fcrschwelle zur EU abspielt. Etwa 50 gefl\u00fcchtete Familien harren derzeit in Brest aus, sch\u00e4tzt der wei\u00dfrussische Menschenrechtsverband Human Constanta, mehrere hundert seien es im Jahr. Die wenigsten w\u00fcrden es schaffen, auf die andere Seite zu kommen.<\/p>\n<p>90 Tage haben die Tschetschenen Zeit, um Belarus Richtung Westen zu verlassen. So lange d\u00fcrfen sich Inhaber eines russisches Passes \u2013 und Tschetschenen sind russische Staatsb\u00fcrger \u2013 ohne Visum in diesem Land aufhalten, danach werden sie abgeschoben, zur\u00fcck nach Tschetschenien.<\/p>\n<p>Am Stadtrand von Brest steht ein unscheinbares Haus, kein Rohbau, aber unverputzt. Drinnen riecht es nach Kartoffeln und Zwiebeln, nach Menschenschwei\u00df und einer Toilette, auf deren Boden der Urin steht. Sechs Familien leben hier, 29 Menschen in sieben Zimmern. Da ist Patima (20) aus der Kaukasusprovinz Dagestan, schwanger im f\u00fcnften Monat. Ihr Ehemann Mikhael (21) hat schon morgens eine Wodkafahne. Und da ist Adlan, der 48 Jahre alt ist, aber wie Ende 60 aussieht und es kaum schafft, sich vom Sofa zum Kettenrauchen auf den grauen Innenhof zu schleppen, \u00fcber den die Kinder toben. Und da ist Fatima vom Bahnhof, die immer wieder beteuert, sie k\u00f6nne nicht glauben, dass sie dies alles wirklich erlebt, weil man eine Geschichte wie die ihre h\u00f6chstens erfinden, aber nicht wirklich erleben k\u00f6nne.<\/p>\n<p>2013 sei sie schon einmal in Brest und auf der Flucht nach Deutschland gewesen, erz\u00e4hlt sie. Damals waren ihre beiden j\u00fcngsten Kinder noch nicht geboren, sie hatte noch einen Mann und das Gl\u00fcck, zu den Gewinnern, den Auserw\u00e4hlten zu geh\u00f6ren. Sie schaffte es in den S\u00fcden Deutschlands und lebte mit ihrer Familie f\u00fcnf Jahre in einem kleinen badischen Ort gleich hinter der Schweizer Grenze. Die zwei \u00e4lteren Kinder gingen zur Schule, die j\u00fcngeren in den Kindergarten. \u201eMan sagt ja: Nirgends ist es besser als zu Hause. Deutschland aber war besser\u201c, erinnert sich Fatima. Ihr Mann sei damals einfach abgehauen, nach Frankreich, glaubt sie, ohne sich dessen sicher zu sein. Sicher ist nur, dass Fatima allein war in jener Nacht im M\u00e4rz 2018, als um zwei Uhr Polizisten in ihrem Wohnzimmer standen. \u201eDie Kinder weinten vor Angst, und ich dachte, es liegt ein Missverst\u00e4ndnis vor. Die haben sich in der Adresse geirrt.\u201c Wochen zuvor hatte ihr die Ausl\u00e4nderbeh\u00f6rde einen Abschiebebescheid zugestellt, den Fatima nicht weiter beachtet hatte \u2013 warum auch immer. Noch in der Nacht sa\u00df sie mit den Kindern in einem Flugzeug, das Stunden sp\u00e4ter in Moskau landete.<\/p>\n<p>Was Fatima widerfuhr, ist eine der Fluchtgeschichten, wie sie Tschetschenen in Brest oft mit sich herumtragen. Deren Ausgang ist noch offen, wenn sie die Stadt erreicht haben und darauf hoffen, dass ihnen der Weg nach Westen nicht auf ewig verwehrt bleibt. Wann immer man im Haus am Stadtrand mit Tschetschenen dar\u00fcber spricht, gilt die Bedingung, dass sp\u00e4ter weder ihre Namen noch Herkunftsorte erw\u00e4hnt werden. Die Angst vor den Kadyrowzy, den Sicherheitsleuten des tschetschenischen Pr\u00e4sidenten Ramsan Kadyrow, ist gr\u00f6\u00dfer als die vor den sich senkenden Daumen der polnischen Grenzer. \u201eSie k\u00f6nnen jetzt sagen, der alte Mann ist paranoid\u201c, sagt der 48-j\u00e4hrige Adlan, der eine Winston pafft, \u201eaber die Kadyrowzy sind \u00fcberall \u2013 auf der Stra\u00dfe, im Supermarkt, am Bahnhof, wenn wir abfahren und wiederkommen. Es ist schon vorgekommen, dass Menschen aus Brest nach Tschetschenien entf\u00fchrt wurden.\u201c Amnesty International (AI) hat im Vorjahr zwei F\u00e4lle dieser Art dokumentiert, darunter das Schicksal von Artur Aydamirov, einem ehemaligen Polizisten, der mit seiner Ehefrau und den drei Kindern nach Brest geflohen war und am 8. Juni 2018 verschwand. Augenzeugen berichteten, sie h\u00e4tten gesehen, wie ihn vier M\u00e4nner am Ticketschalter des Brester Bahnhofs abfingen, mit Handschellen fesselten und in einem Van wegfuhren. Seither fehlt von Aydamirov jede Spur.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ein eingespieltes Ritual<\/strong><\/p>\n<p>Aleksandra Fertli\u0144ska von der AI-Filiale in Polen sagt \u00fcber diesen Fall: \u201eAydamirov hat mit seiner Familie neun Mal versucht, nach Polen zu kommen, neun Mal wurde er abgewiesen. Damit haben die polnischen Autorit\u00e4ten klar gegen das Nichtzur\u00fcckweisungs-Prinzip versto\u00dfen und Fl\u00fcchtlinge bewusst in Lebensgefahr gebracht.\u201c Wie sich das im Einzelnen abspielt, kann Tag f\u00fcr Tag am polnischen Grenzbahnhof Terespol verfolgt werden.<\/p>\n<p>Gegen 7.40 Uhr Ortszeit l\u00e4uft dort der Zug mit den Fl\u00fcchtlingen in Waggon Nr. 3 ein, und es gibt ein inzwischen eingespieltes Ritual. Zuerst d\u00fcrfen die Menschen aus allen anderen Abteilen den Zug verlassen, erst wenn diese Passagiere abgefertigt sind, nach 30 Minuten etwa, \u00f6ffnen sich die T\u00fcren von Wagen 3. Dann dr\u00e4ngen sich die Insassen durch einen schlauchartigen Gang vor der Passkontrolle. Einige Fl\u00fcchtlinge werden von den Grenzsch\u00fctzern nach den Gr\u00fcnden ihrer Reise nach Polen befragt, um danach aufgefordert zu werden, sich in der Ankunftshalle niederzulassen und auf den Mittagszug zu warten, der sie zur\u00fcck nach Wei\u00dfrussland bringt. Pro Tag wird eine, in seltenen F\u00e4llen zwei Familien ausgew\u00e4hlt, denen es gestattet ist, einen Asylantrag zu stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Nur ein einziges Mal<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDas Vorgehen der polnischen Grenzbeamten ist illegal\u201c, meint Viktoria Radchuk. Die 33-j\u00e4hrige Rechtsanw\u00e4ltin hat \u00fcber ein Jahr lang f\u00fcr die wei\u00dfrussische NGO Human Constanta in Brest gearbeitet, die Rechtsberatung f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge anbietet. \u201eEs gibt die Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention, die bestimmt, dass eine Person, die gewillt ist, Asyl zu beantragen, nicht einfach abgewiesen werden darf.\u201c Sie habe regelm\u00e4\u00dfig versucht, mit Beschwerdeschreiben an die polnischen Beh\u00f6rden den Fl\u00fcchtlingen zu ihrem Recht zu verhelfen, doch zusehends ohne Erfolg.<\/p>\n<p>Seit Ende 2015 die rechtskonservative Partei \u201eRecht und Gerechtigkeit\u201c (PiS) die Regierungsgesch\u00e4fte in Warschau \u00fcbernahm, blieb davon auch das Grenzregime nicht unber\u00fchrt. Aleksandra Chrzanowska \u2013 sie arbeitet f\u00fcr die Association for Legal Intervention, das polnische Pendant zu Human Constanta \u2013 besch\u00e4ftigt sich seit 2015 mit dem Verhalten der polnischen Autorit\u00e4ten in Terespol. \u201eSeit dem Sommer 2016 sind unsere Interventionen absolut wirkungslos. Zu jener Zeit war die PiS-Regierung vollends etabliert. Im Wahlkampf hatten ihre Politiker gegen Fl\u00fcchtlinge gehetzt \u2013 nun mussten sie zeigen, dass keine mehr ins Land kamen.\u201c Prompt erkl\u00e4rte im August 2016 der neue Innenminister Mariusz B\u0142aszczak in einem Interview, es gebe in Tschetschenien keinen Krieg mehr, daher sei der Weg \u00fcber Wei\u00dfrussland nach Polen lediglich eine neue Migrationsroute f\u00fcr Muslime nach Westeuropa. \u201eSolange ich Innenminister bin und in Polen die Justiz zu ihrem Recht kommt, werden wir das Land keiner terroristischen Bedrohung aussetzen.\u201c<\/p>\n<p>Analog dazu rechtfertigte sich die Kommandantur des Grenzschutzes in Terespol: \u201eBei der Kontrolle sind Ausl\u00e4nder verpflichtet, den Zweck der Einreise anzugeben. Wenn aus diesen Informationen ersichtlich wird, dass jemand internationalen Schutz sucht, darf Polen betreten und Asyl beantragt werden. Wenn die Erkl\u00e4rung des Ausl\u00e4nders jedoch zeigt: Das Ziel der Einreise ist der Wunsch, in westeurop\u00e4ische L\u00e4nder zu reisen, und daf\u00fcr wirtschaftliche Gr\u00fcnde ma\u00dfgebend sind, wird die Einreise verweigert.\u201c Tschetschenen in Brest berichten denn auch davon, dass polnische Grenzpolizisten sie befragt h\u00e4tten, ob es Verwandte in Europa gebe und ob man irgendwann einmal in der EU arbeiten wolle.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Menschenrechtsverb\u00e4nde in Polen und Wei\u00dfrussland ist es derzeit unm\u00f6glich, wirkungsvoll einzugreifen. Nicht einmal Anw\u00e4lte d\u00fcrfen bei den Kontrollen an der Grenze dabei sein \u2013 aus \u201eDatenschutzgr\u00fcnden\u201c, wie der Grenzschutz mitteilt. So steht Aussage gegen Aussage \u2013 die Fl\u00fcchtlinge sagen, dass ihre Bitte um internationalen Schutz ignoriert werde, w\u00e4hrend die Grenzpolizisten behaupten, es gebe diese Bitten gar nicht.<\/p>\n<p>Inzwischen musste Fatima A. zur\u00fcck nach Tschetschenien, die 90-Tage-Frist f\u00fcr Belarus war abgelaufen. Sie verstecke sich in der Wohnung von Verwandten, die Kinder gingen nicht zur Schule, das sei zu riskant, teilt sie \u00fcber einen Messenger-Dienst mit. Sie habe erfahren, dass es Schlepper gebe, die jemanden f\u00fcr 4.000 Euro von Wei\u00dfrussland nach Deutschland br\u00e4chten. Doch 24.000 Euro f\u00fcr die ganze Familie k\u00f6nne sie nicht aufbringen. Deshalb werde sie bald zum dritten Mal mit ihren f\u00fcnf Kindern nach Brest reisen, wieder und wieder in den Zug nach Terespol steigen und hoffen, dass die Grenzpolizisten ihr einmal richtig zuh\u00f6ren. Nur ein einziges Mal.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Info * Namen der Tschetschenen ge\u00e4ndert<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.mdr.de\/nachrichten\/osteuropa\/ostblogger\/tschetschenen-in-polen-100.html\">Monika Sieradzka:<\/a> Tausende tschetschenische Gefl\u00fcchtete finden Schutz in Polen. Willkommen sind sie der Regierung allerdings nicht. Doch es gibt auch Polen, die ganz anders denken und Fl\u00fcchtlinge, die sich in Polen wohl f\u00fchlen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10897\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"977\" height=\"733\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107688-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 977px) 100vw, 977px\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Miriam (11), Edelbeck (9) und Milana (8)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10896\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"1199\" height=\"899\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107686-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1199px) 100vw, 1199px\" \/><\/p>\n<p>Die gelernte Russischlehrerin Marina (rechts im Bild) unterrichtet nicht nur die Kinder, sondern hilft auch den tschetschenischen Gefl\u00fcchteten, \u00fcber die Grenze nach Polen zu kommen. Mit ihrer Hilfe haben es Migranten wie Madina (links), ihr Mann und ihre Kinder bis nach Warschau geschafft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10900\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x188.jpg\" alt=\"\" width=\"1110\" height=\"695\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x188.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x482.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x642.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x301.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-797x500.jpg 797w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107698-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1110px) 100vw, 1110px\" \/><\/p>\n<p>Sie sitzen fest: tschetschenische Gefl\u00fcchtete, Familien und ihre Kinder, die es noch nicht \u00fcber die Grenze geschafft haben. Seit Monaten schon harren viele auf dem Bahnhof im belarussischen Brest an der Grenze zu Polen aus. Da sind Sp\u00e4\u00dfe mit Helferin Marina Hulia aus Polen eine willkommene Abwechslung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10903\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107706-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"1122\" height=\"749\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107706-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x200.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107706-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x512.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107706-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x320.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107706-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-750x500.jpg 750w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107706-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1122px) 100vw, 1122px\" \/><\/p>\n<p>Nach mehreren Versuchen ist es vielen tschetschenischen Familien endlich gelungen, \u00fcber die Grenze nach Polen zu kommen. Hier wollen sie sich ein normales Leben aufbauen und den Polen ihre Kultur n\u00e4herbringen &#8211; wie mit diesem tschetschenischen Nationaltanz im Warschauer \u201eKlub der katholischen Intelligenzia\u201d (KIK).<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10898\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"729\" height=\"547\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107692-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 729px) 100vw, 729px\" \/><\/p>\n<p>Damit die Migranten etwas von Polen sehen, hat Marina einen Ausflug von Warschau nach Krakau organisiert. In einer Krakauer Schule wollen die Tschetschenen ihre bunten Taschen pr\u00e4sentieren und verkaufen. Der Erl\u00f6s soll Familien helfen, die immer noch auf der belarussischen Seite der Grenze festsitzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10899\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"1048\" height=\"786\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107696-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1048px) 100vw, 1048px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr die tschetschenischen Kinder hat die Krakauer Schule eine Clown-Show organisiert. Die Sch\u00fcler, Lehrer und Eltern wollen den Kindern damit ein bisschen Normalit\u00e4t bringen und zeigen, dass nicht alle Polen Angst vor Migranten haben.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10901\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"965\" height=\"724\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107700-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 965px) 100vw, 965px\" \/><\/p>\n<p>Viele Fl\u00fcchtlinge, die auf dem Bahnhof leben, basteln Puppen, um sie sp\u00e4ter zu verkaufen. Die Puppen sind auch Muslime \u2013 sie tragen Kopft\u00fccher. Marina, die die Aktion organisiert hat, will den Polen so die tschetschenische Kultur etwas n\u00e4her bringen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-10902\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"945\" height=\"709\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-768x576.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-480x360.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280-667x500.jpg 667w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/bild-107702-resimage_v-variantBig1xN_w-1280.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 945px) 100vw, 945px\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr das Geld aus dem Verkauf der Puppen konnten sich schon mehrere tschetschenische Familien Wohnungen in Brest mieten und den Bahnhof verlassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bartholom\u00e4us von Laffert: Wenn es in Brest zu d\u00e4mmern beginnt und sich der Himmel pink verf\u00e4rbt, kann man beobachten, wie Dutzende senfgelbe Taxen zum Zentralbahnhof schwirren wie Motten zum Licht. Aus den Autos steigen Kinder, Frauen, M\u00e4nner mit bunten Rucks\u00e4cken, Sporttaschen, klappernden Ziehk\u00f6fferchen \u2013 fast alle kommen sie aus Tschetschenien, alle haben sie an diesem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":10906,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[155],"tags":[],"class_list":["post-10894","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-diaspora"],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/7ec17a0b-a9eb-44b1-a4a1-40d96fcb8327-1.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10894","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=10894"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10894\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13367,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/10894\/revisions\/13367"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10906"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=10894"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=10894"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=10894"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}