{"id":1188,"date":"2017-07-25T14:15:48","date_gmt":"2017-07-25T12:15:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=1188"},"modified":"2017-07-25T14:15:48","modified_gmt":"2017-07-25T12:15:48","slug":"russisch-tschetschenische-feindschaft-hat-tradition","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=1188&lang=de","title":{"rendered":"Russisch-tschetschenische Feindschaft hat Tradition"},"content":{"rendered":"<p class=\"text small\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1189 alignleft\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Plenenie_shamilja_Rubo-1886-300x204.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"204\" \/>Tschetschenien ist nicht erst im 20. Jahrhundert zu einem Konfliktgebiet geworden. Erste gr\u00f6\u00dfere kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Russen und Tschetschenen gab es bereits im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert. Grund daf\u00fcr waren die Bestrebungen der russischen Zarin Katharina der Gro\u00dfen, die Region im Nordkaukasus dem russischen Imperium einzuverleiben. Einzelne tschetschenische Clans \u2013 so genannte teips \u2013 stellten sich der russischen Expansion entgegen. Vergeblich, denn in einem sechsj\u00e4hrigen Krieg schlugen\u00a0zaristische Truppen die Aufst\u00e4nde blutig nieder.<\/p>\n<h4 class=\"subtitle small \">Der &#8222;L\u00f6we von Dagestan&#8220;<\/h4>\n<p class=\"text small\">Die gemeinsame Geschichte von Russen und Tschetschenen ist durch gegenseitige Vorurteile und Mythenbildung gepr\u00e4gt. Bei den Tschetschenen spielt vor allem der bewaffnete Kampf des Imam Schamil gegen die Russen in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine identit\u00e4tsstiftende Rolle.<\/p>\n<p class=\"text small\">Imam Schamil, der so genannte &#8222;L\u00f6we von Dagestan&#8220;, war ein islamischer Gelehrter aus der benachbarten Region Dagestan am Westufer des Kaspischen Meeres. 1829 vereinte er die tschetschenischen Clans im Kampf gegen die Russen. In einem drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg setze das Zarenreich 200.000 Soldaten, fast ein Drittel des gesamten Heeres, ein, um Schamil und seine Anh\u00e4nger zu besiegen.<\/p>\n<p class=\"text small\">Die Niederlage Schamils beendete den organisierten Widerstand f\u00fcr mehrere Jahrzehnte. Die Gebiete der Tschetschenen blieben Teil des Russischen Imperiums und auch sp\u00e4ter der Sowjetunion. Schamil ist jedoch heutzutage f\u00fcr viele tschetschenische K\u00e4mpfer Held und Mythos zugleich.<\/p>\n<h4 class=\"subtitle small \">Das Trauma der Deportation<\/h4>\n<p class=\"text small\">Auf die von Stalin verordnete Zwangskollektivierung der Landwirtschaft reagierten die Tschetschenen in den 1930er Jahren erneut mit bewaffneter Gegenwehr. Mit Panzern und Luftangriffen schlug jedoch die Rote Armee den Widerstand nieder.<\/p>\n<p class=\"text small\">Im Februar 1944 lie\u00df Stalin fast eine halbe Million Tschetschenen in Viehwaggons nach Kasachstan deportieren. Der Vorwurf: Die Tschetschenen h\u00e4tten im Zweiten Weltkrieg mit der Deutschen Wehrmacht kollaboriert. Zehntausende Tschetschenen starben w\u00e4hrend des Transportes an Unterern\u00e4hrung, Krankheiten und Entkr\u00e4ftung. Viele weitere in der kasachischen Steppe. Erst nach dem Tod Stalins und der zaghaften Entstalinisierung unter dem sowjetischen Parteichef Nikita Chruschtschow durften die Tschetschenen 1957 in ihre Heimat zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p class=\"text small\">Viele noch lebende Tschetschenen k\u00f6nnen sich an die Deportation erinnern oder sind im kasachischen Exil geboren. Das Gedenken an die Deportation ist daher ein zentraler Aspekt der tschetschenischen Identit\u00e4t von heute.<\/p>\n<p>https:\/\/www.tagesschau.de<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tschetschenien ist nicht erst im 20. Jahrhundert zu einem Konfliktgebiet geworden. Erste gr\u00f6\u00dfere kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Russen und Tschetschenen gab es bereits im sp\u00e4ten 18. Jahrhundert. Grund daf\u00fcr waren die Bestrebungen der russischen Zarin Katharina der Gro\u00dfen, die Region im Nordkaukasus dem russischen Imperium einzuverleiben. 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