{"id":16090,"date":"2021-02-18T11:57:25","date_gmt":"2021-02-18T10:57:25","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=16090"},"modified":"2021-02-18T11:57:25","modified_gmt":"2021-02-18T10:57:25","slug":"deportation-des-tschetschenischen-volkes-unter-stalin-23-02-1944","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=16090&lang=de","title":{"rendered":"Deportation des tschetschenischen Volkes unter Stalin (23.02. 1944)"},"content":{"rendered":"<div class=\"header\">\n<h2>Geschichtsklitterung raubt dem Menschen das Gedenken (Pressemitteilung)<\/h2>\n<\/div>\n<div class=\"news-img-wrap\">\n<div class=\"outer\">\n<div class=\"mediaelement mediaelement-image\"><a class=\"lightbox\" href=\"https:\/\/www.gfbv.de\/fileadmin\/redaktion\/Meldungen\/2020\/Europa\/Tschetschenien\/PM_Tschetschenien_Kadyrow_23.2..jpg\" rel=\"lightbox[myImageSet]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.gfbv.de\/fileadmin\/_processed_\/d\/3\/csm_PM_Tschetschenien_Kadyrow_23.2._bbeba685fb.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"450\" \/><\/a><\/div>\n<p class=\"news-img-caption\">Am 23. Februar 1944 deportierten Stalins Truppen rund 500.000 Menschen vom tschetschenischen und anderen V\u00f6lkern aus dem Kaukasus. Bild: tjabeljan via Flickr (CC BY 2.0).<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"news-text-wrap\">\n<p class=\"bodytext\">Am 23. Februar 1944 deportierten Stalins Truppen bis zu 500.000 Menschen vom tschetschenischen Volk und anderen V\u00f6lkern aus dem Kaukasus. Mindestens ein Drittel von ihnen kam aufgrund von Hunger, K\u00e4lte, Krankheiten und Misshandlungen um. \u201eDer tschetschenische Pr\u00e4sident Ramzan Kadyrow arbeitet seit Jahren daran, das Gedenken an die massenhafte Deportation des tschetschenischen Vokes unter Stalin zu manipulieren und die historischen Ereignisse zu verf\u00e4lschen\u201c, mahnt Ulrich Delius, Direktor der Gesellschaft f\u00fcr bedrohte V\u00f6lker (GfbV) anl\u00e4sslich des Jahrestages. \u201eDie Deportation und die Erinnerung daran geh\u00f6ren zur tschetschenischen Identit\u00e4t. Kadyrow hat kein Recht, den Menschen diese Erinnerung zu nehmen.\u201c<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Den zentralen Gedenktag verlegte Kadyrow im Jahr 2011 willk\u00fcrlich auf den 10. Mai, wohl wegen der Ermordung seines Vaters Akhmad Kadyrow am 9. Mai 2004. Am 9. Mai wird in Russland traditionell der Sieg \u00fcber den Faschismus gefeiert. Daher konnte nicht gleichzeitig der Deportation gedacht werden. Im Jahr 2008 versuchte die Kadyrow-Regierung das Denkmal f\u00fcr die Deportierten in die N\u00e4he einer ehemaligen M\u00fclldeponie zu versetzen. Viele Menschen in Tschetschenien protestierten dagegen, das 1992 im Zentrum Grosnys errichtete Denkmal zu entfernen. Die Menschenrechtsaktivistin Natalija Estemirowa von der renommierten Organisation Memorial engagierte sich besonders gegen die Verlegung. Am 14. Juli 2009 wurde sie in Grosny entf\u00fchrt und am 15. Juli ermordet aufgefunden.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Wer in Tschetschenien f\u00fcr Menschenrechte eintritt, begebe sich immer noch in Gefahr, erkl\u00e4rt Delius. Vor nicht einmal drei Wochen, am 6. Februar 2020, wurde Jelena Milashina in Grosny geschlagen und getreten. Die Journalistin der Novaya Gazeta hatte 2017 die T\u00f6tung von 27 jungen M\u00e4nnern sowie die Verhaftung von \u00fcber 100 Homosexuellen und den Mord an dreien von ihnen in ganz Europa bekannt gemacht. Sie war vor Ort, um den Prozess gegen einen Blogger zu beobachten.<\/p>\n<p class=\"bodytext\">Das Denkmal f\u00fcr die Deportation wurde 2014 \u201erenoviert und restauriert\u201c. Dabei wurden viele der Grabsteine, aus denen es besteht, besch\u00e4digt oder ganz zerst\u00f6rt. Andere Teile wurden willk\u00fcrlich an einen neuen Platz verlegt. Im September 2019 wurde noch ein neuer Ort f\u00fcr die Grabsteine bestimmt, in der N\u00e4he eines neu zu erbauenden Einkaufszentrums. \u201eDer Umgang mit den Grabsteinen, die den Nachkommen viel bedeuten, ist besch\u00e4mend\u201c, so Delius. \u201eDie Menschen in Tschetschenien haben das Recht, an das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen in ihrer Geschichte zu erinnern und die Toten zu ehren. Dass Kadyrow ihnen dieses Recht nehmen m\u00f6chte, zeigt einmal mehr die Unmenschlichkeit seiner Herrschaft.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gfbv.de\/de\/news\/deportation-des-tschetschenischen-volkes-unter-stalin-23-2-9936\/\">https:\/\/www.gfbv.de\/de\/news\/deportation-des-tschetschenischen-volkes-unter-stalin-23-2-9936\/<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichtsklitterung raubt dem Menschen das Gedenken (Pressemitteilung) Am 23. 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