{"id":1848,"date":"2017-08-17T19:27:15","date_gmt":"2017-08-17T17:27:15","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=1848"},"modified":"2017-08-17T19:27:30","modified_gmt":"2017-08-17T17:27:30","slug":"freiheit-fuer-tschetschenien-1995","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=1848&lang=de","title":{"rendered":"Freiheit f\u00fcr Tschetschenien! (1995)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1849 alignleft\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/imager-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/>\u00a0 von Michael Pr\u00f6bsting<\/p>\n<p><b><strong>Vorwort der Redaktion<\/strong><\/b>: Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir einen Artikel von Michael Pr\u00f6bsting \u00fcber den Freiheitskampf des tschetschenischen Volkes. Dieser wurde erstmals im J\u00e4nner 1995 in der Zeitung &#8222;ArbeiterInnenstandpunkt&#8220; (Nr.\u00a065) \u2013 dem Organ der gleichnamigen Organisation \u2013 ver\u00f6ffentlicht. Dies war die \u00f6sterreichische Sektion der\u00a0<em>Liga f\u00fcr eine revolution\u00e4r-kommunistische Internationale<\/em>\u00a0(LRCI) \u2013 der Vorl\u00e4uferorganisation der 2011 gegr\u00fcndeten\u00a0<em>Revolution\u00e4r-Kommunistische Internationale Tendenz<\/em>\u00a0(RCIT). Genosse Pr\u00f6bsting war damals f\u00fchrendes Mitglied von ASt und LRCI und ist heute Internationaler Sekret\u00e4r der RCIT.<\/p>\n<p>Noch vor einem Jahr priesen uns die b\u00fcrgerlichen Medien Jelzin als\u00a0<em>den<\/em>\u00a0Vertreter des neuen demokratischen Kapitalismus an. Jetzt l\u00e4\u00dft er seine Maske endg\u00fcltig fallen: Er ist ein gro\u00dfrussischer Chauvinist, der die Macht seiner Klasse auf den Bajonetten der Armee errichten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen ging t\u00e4glich ein Bombenhagel auf Grosny und andere tschetschenische St\u00e4dte nieder. Hunderte Zivilisten wurden hingeschlachtet. Der Grund? Tschetschenien, ein Land mit knapp \u00fcber einer Million Einwohnern m\u00f6chte von Moskaus Zentralmacht unabh\u00e4ngig werden. Doch das kann die b\u00fcrgerliche Jelzin-Regierung nicht zulassen. Wenn Tschetschenien die Selbst\u00e4ndigkeit gew\u00e4hrt werden w\u00fcrde &#8211; dann k\u00f6nnten die dutzenden anderen nationalen Minderheiten im Kaukasus und ganz Ru\u00dfland auch diesen Weg beschreiten wollen. Das wollen die neuen russischen Unternehmer und ihre Handlangeren in Regierung und Armee um jeden Preis verhindern.<\/p>\n<p>Der Krieg zeigt auch, da\u00df sich Ru\u00dfland nach wie vor, trotz zweier Putsche 1991 und 1993, in einer fundamentalen wirtschaftlichen und politischen Krise befindet. Der begeistertste Unterst\u00fctzer der Regierung ist der rechtsradikale Schirinovski, fast alle anderen Parteien lehnen den Feldzug ab. Hunderte M\u00fctter demonstrieren f\u00fcr die Heimkehr ihrer eingezogenen S\u00f6hne und viele Demokraten und Linke organisieren Protestkundgebungen gegen den chauvinistischen Krieg. Die Republik Tatarstan lie\u00df bereits verlauten, da\u00df ihre Soldaten keinen Fu\u00df auf tschetschenisches Land setzen w\u00fcrden. Der Vorsitzende der Konf\u00f6deration der Kaukasusv\u00f6lker droht mit einem Partisanenkrieg in der gesamten Region gegen die russischen Besatzer. Drei hohe Gener\u00e4le traten bisher aus Protest zur\u00fcck, viele Soldaten weigerten sich, sich in ein neues Afghanistan verheizen zu lassen. Die Opposition trifft Vorkehrungen gegen einen neuerlichen Milit\u00e4rputsch. Eines ist klar: Der Weg zum russischen Kapitalismus ist gepflastert mit permanenter Krise und Krieg<b><strong>.<\/strong><\/b><\/p>\n<p>Die westeurop\u00e4ischen und US-Imperialisten haben im Grunde volles Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Jelzins Bem\u00fchungen, \u2018Ruhe und Ordnung\u2019 wiederherzustellen. Clinton lie\u00df umgehend verlauten, da\u00df es sich bei diesem Krieg um eine\u00a0<em>\u201einnere Angelegenheit\u201c<\/em>\u00a0Ru\u00dflands handle. Doch die Gefahr eines Fl\u00e4chenbrandes im Kaukasus und eines B\u00fcrgerkrieges in Ru\u00dfland selbst stellt die imperialistischen Staatschefs vor ein Dilemma: einerseits gibt es keine Alternative zu Jelzin, um Ru\u00dfland der kapitalistischen Profitlogik zu unterwerfen. Andererseits ist es gerade dieser neue M\u00f6chtegern-Bonaparte, der die Spirale von Regierungsumbesetzungen und Krisen vorantreibt.<\/p>\n<p>Zaghaft erinnert der Westen Jelzin daran, da\u00df er noch vor zwei Monaten bei der KSZE-Konferenz ein Dokument unterzeichnete, indem er sich zum Schutz von Zivilisten und deren Eigentum bei Polizei- und Armee-Eins\u00e4tzen im Inland verpflichtete. Gibt es einen deutlicheren Beweis, wie wertlos und heuchlerisch dieses b\u00fcrgerliche Diplomatenspektakel ist, das uns linke SP\u2019lerInnen und KP\u00d6 so oft als L\u00f6sungen anpriesen?!<\/p>\n<p>F\u00fcr uns als proletarische Internationalisten ist es selbstverst\u00e4ndlich, das elementarste demokratische Recht eines Volkes &#8211; das auf nationale Selbstbestimmung &#8211; zu verteidigen. Das tschetschenische Volk wehrt sich verzweifelt gegen die drohende russische Besatzung. Hunderte einfache Frauen stellten sich den Panzern in den Weg und gewannen ganze Regimenter f\u00fcr die Ablehnung der Angriffsbefehle aus Moskau. F\u00fcr den Sieg der heldenhaften Verteidiger von Grosny! F\u00fcr den sofortigen Abzug der russischen Truppen aus Tschetschenien!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>https:\/\/www.thecommunists.net<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 von Michael Pr\u00f6bsting Vorwort der Redaktion: Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir einen Artikel von Michael Pr\u00f6bsting \u00fcber den Freiheitskampf des tschetschenischen Volkes. Dieser wurde erstmals im J\u00e4nner 1995 in der Zeitung &#8222;ArbeiterInnenstandpunkt&#8220; (Nr.\u00a065) \u2013 dem Organ der gleichnamigen Organisation \u2013 ver\u00f6ffentlicht. 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