{"id":2260,"date":"2017-08-27T14:09:44","date_gmt":"2017-08-27T12:09:44","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=2260"},"modified":"2017-08-27T14:09:44","modified_gmt":"2017-08-27T12:09:44","slug":"die-spur-der-toten-russen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=2260&lang=de","title":{"rendered":"Die Spur der toten Russen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2261\" aria-describedby=\"caption-attachment-2261\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2261\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/Vitali-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2261\" class=\"wp-caption-text\">\u00a0(AP Photo\/John Minchillo, File)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Seit November 2016 sind acht russische Diplomaten ums Leben gekommen. Seither bl\u00fchen Verschw\u00f6rungstheorien und Verdachtsmomente <\/strong><\/p>\n<p>Erschossen, pl\u00f6tzlich erkrankt, tot aufgefunden: Dass Diplomaten auch sterben, ist an sich nichts Ungew\u00f6hnliches \u2013 doch die H\u00e4ufung j\u00fcngster Todesf\u00e4lle russischer Botschafter und manche ihrer Umst\u00e4nde klingt f\u00fcr viele verd\u00e4chtig. Erst am Mittwoch verstarb Mirgajas Schirinski, russischer Botschafter im Sudan, an einem Herzanfall. Er wurde tot im Pool der Botschaftsresidenz in Khartum gefunden. Das Ableben Schirinskis ist allerdings nur der vorl\u00e4ufig letzte Vorfall in einer ganzen Reihe von Todesf\u00e4llen von russischen Diplomaten, Politikern und Ex-Geheimdienstagenten. Allein seit November 2016 sind acht russische Diplomaten ums Leben gekommen.<\/p>\n<p><strong>23. August 2017: Mirgajas Schirinski, russischer Botschafter im Sudan<\/strong><\/p>\n<p>Laut er dem Sender Russia 24 erlitt der 62-j\u00e4hrige Arabist w\u00e4hrend des Schwimmens im Swimmingpool seiner Residenz einen Herzanfall. Die zu Hilfe gerufenen Notfallmediziner konnten sein Leben nicht mehr retten. Die sudanesischen Beh\u00f6rden haben einen Mordanschlag ausgeschlossen, berichteten russische Medien. Kollegen erz\u00e4hlten Reportern, der Botschafter habe an Bluthochdruck gelitten. Die Tagestemperaturen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum steigen im Sommer regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber 40 Grad.<\/p>\n<p><strong>27. M\u00e4rz 2017: Nikolai Wolkow, russischer Regierungsbeamter <\/strong><\/p>\n<p>Am 27. M\u00e4rz wurde mit Nikolai Wolkow ein russischer Regierungsbeamter des Innenministeriums in Moskau erschossen. Laut russischen Beh\u00f6rden wurde er Opfer eines Raubes.<\/p>\n<p><strong>23. M\u00e4rz 2017: Denis Woronenkow, russischer Politiker<\/strong><\/p>\n<p>Vor einem Kiewer Hotel wurde der Politiker Denis Woronenkow erschossen. Woronenkow floh im Oktober 2016 aus Russland in die Ukraine, zuvor kritisierte er den russischen Staatspr\u00e4sdienten Waldimir Putin scharf. Er galt auch als Gegner der russischen Einmischungsversuche in der Ukraine und sagte in einem Gerichtsverfahren gegen den ukrainischen Ex-Pr\u00e4sidenten Viktor Janukowitsch aus. Die Ukraine sprach nach dem Schussattentat von &#8222;russischen Staatsterrorismus&#8220;. Russland dementiert jegliche Involvierung.<\/p>\n<p><strong>20. Februar 2017: Vitali Tschurkin, russischer Botschafter bei den Vereinten Nationen<\/strong><\/p>\n<p>Einem Herzanfall fiel Vitali Tschurkin, Russland-Botschafter bei den Vereinigten Nationen in New York, zum Opfer. Laut einer Stellungnahme der st\u00e4ndigen Vertretung Russlands bei den Vereinten Nationen in New York starb der 64-J\u00e4hrige in seinem B\u00fcro.<\/p>\n<p><strong>26. J\u00e4nner 2017: Alexander Kadakin, russischer Botschafter in Indien<\/strong><\/p>\n<p>Ende J\u00e4nner verstarb Alexaner Kadakin, russischer Botschaft in Indien, im Alter von 67 Jahren. Laut einer Stellungnahme gegen\u00fcber Medien starb der Botschafter nach einer kurzen, nicht genauer definierten Krankheit.<\/p>\n<p><strong>9. J\u00e4nner 2017: Andrej Malanin, russischer Diplomat in Athen<\/strong><\/p>\n<p>Anfang des Jahres wurde Andrej Malanin, Chef der Konsularsektion der russischen Botschaft in Athen, tot aufgefunden. Die Polizei fand den leblosen K\u00f6rper des 55-J\u00e4hrigen in seiner Wohnung, nachdem ihn Arbeitskollegen mehrere Tage nicht mehr sahen. Als Todesursache wurde sp\u00e4ter ein Herzinfarkt bekanntgegeben.<\/p>\n<p><strong>Dezember 2016: Roman Skrylnikow, russischer Botschaftsangestellter <\/strong><\/p>\n<p>Ende Dezember wurde der K\u00f6rper von Roman Skrylnikow, einem Angestellten im russischen Konsulat in Kasachstan, in seiner Wohnung gefunden. Als Todesursache wurde von den Beh\u00f6rden Herzinfarkt angegeben.<\/p>\n<p><strong>26. Dezember 2016: Oleg Erowinkin, mutma\u00dflicher russischer Geheimdienstmitarbeiter<\/strong><\/p>\n<p>Ende 2016 wurde Oleg Erowinkin leblos in seinem Auto sitzend aufgefunden. Eine offizielle Todesursache des 61-J\u00e4hrigen wurde nicht bekanntgegeben. Erowinkin war ehemaliger General im russischen Geheimdienst FSB und Stabschef bei Igor Setschin, dem Chef des russischen Erd\u00f6lunternehmens Rosneft.<\/p>\n<p><strong>19. Dezember 2016: Andrej Karlow, russischer Botschaft in der T\u00fcrkei <\/strong><\/p>\n<p>Wenige Tage zuvor wurde Andrej Karlow, russischer Botschafter in der T\u00fcrkei, von einem t\u00fcrkischen Sicherheitsbeamten erschossen. Als Tatmotiv nannte der Attent\u00e4ter das russische Engagement in Syrien.<\/p>\n<p><strong>19. Dezember 2016: Petr Polschikow, russischer Diplomat<\/strong><\/p>\n<p>Am gleichen Tag wurde der 56-j\u00e4hrige russische Diplomat Petr Polschikow in seiner Wohnung in Moskau erschossen. Lokalen Medienberichten zufolge fand ihn seine Frau mit einem Polster \u00fcber dem Kopf. Wie russische Medien berichten, sagte ein Sprecher des Au\u00dfenministeriums, dass Polschikows Tod nichts mit seinem Beruf zu tun gehabt habe.<\/p>\n<p><strong>8. November 2016: Sergej Kriwow, russischer Konsularbeamter in New York <\/strong><\/p>\n<p>Anfang November wurde ein lebloser K\u00f6rper vor dem Geb\u00e4ude des russischen Konsulats in New York gefunden. Sergej Kriwow starb noch an Ort und Stelle. Der Mitarbeiter des russischen Konsulats soll f\u00fcr die Sicherheit des Konsulatsgeb\u00e4udes verantwortlich gewesen sein. Die Umst\u00e4nde seines Todes sind mysteri\u00f6s, zun\u00e4chst hie\u00df es, Kriwow sei gest\u00fcrzt und habe eine Kopfwunde erlitten. Dann wurde als Todesursache ein Herzinfarkt angegeben. Dass sein Tod \u00fcberhaupt bekannt wurde, liegt an einem anonymen Tipp, den eine Reporterin von Buzzfeed im Februar bekommen hat.<\/p>\n<p><strong>Geringe Lebenserwartung<\/strong><\/p>\n<p>Die schiere Anzahl an toten Diplomaten l\u00e4sst Verschw\u00f6rungstheorien aufbl\u00fchen. Die Informationspolitik russischer Beh\u00f6rden, die nicht immer offensiv ist, leistet dem oft Vorschub. Von Verschw\u00f6rungstheoretikern \u00fcbersehen wird, dass die durchschnittliche Lebenserwartung russischer M\u00e4nner mit rund 66 Jahren zu den geringsten in Europa geh\u00f6rt \u2013 rund die H\u00e4lfte aller Todesf\u00e4lle in Russland sind Folge einer Gef\u00e4\u00df- oder Herzerkrankungen. Auch die Todesf\u00e4lle russischer Diplomaten sind gro\u00dfteils auf nat\u00fcrliche Umst\u00e4nde \u2013 viele Botschafter verstarben im fortgeschrittenen Alter \u2013 zur\u00fcckzuf\u00fchren, bei anderen bleiben aber bis heute Fragen offen.<\/p>\n<p>Trotzdem fragen sich nicht nur Verschw\u00f6rungstheoretiker, warum in so kurzer so viele Menschen mit Verbindungen zum russischen Staatsapparat verstorben sind. trexstasy Der Ex-FBI-Agent und Berater f\u00fcr das Foreign Policy Research Institute, Clint Watts, sieht sogar einen Zusammenhang mit den Ermittlungen zur mutma\u00dflichen russischen Einmischung in die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl. Vor dem Geheimdienstausschuss des Senats sagte er im M\u00e4rz 2017: &#8222;Die Spur, die wir verfolgen sollten, w\u00e4re, die Spur von toten Russen zu folgen. Es gab mehr tote Russen, die mit dieser Untersuchung in Verbindung stehen (&#8230;) die sogar in westlichen L\u00e4ndern tot umfallen.&#8220; In einem Interview mit NPR konkretisiert Watts seine Vorw\u00fcrfe: &#8222;Wenn man sich das vergangene Jahr ansieht, sehen wir eine Reihe von russischen Vertretern, die gestorben seien, einige aufgrund nat\u00fcrlicher Umst\u00e4nde, aber andere unter verd\u00e4chtigeren Umst\u00e4nden.&#8220; Beweise bleibt allerdings auch Watts schuldig.<\/p>\n<p>Trotzdem fragen sich nicht nur Verschw\u00f6rungstheoretiker, warum in so kurzer so viele Menschen mit Verbindungen zum russischen Staatsapparat verstorben sind. \u00a0Der Ex-FBI-Agent und Berater f\u00fcr das Foreign Policy Research Institute, Clint Watts, sieht sogar einen Zusammenhang mit den Ermittlungen zur mutma\u00dflichen russischen Einmischung in die US-Pr\u00e4sidentschaftswahl. Vor dem Geheimdienstausschuss des Senats sagte er im M\u00e4rz 2017: &#8222;Die Spur, die wir verfolgen sollten, w\u00e4re, die Spur von toten Russen zu folgen. Es gab mehr tote Russen, die mit dieser Untersuchung in Verbindung stehen (&#8230;) die sogar in westlichen L\u00e4ndern tot umfallen.&#8220; In einem Interview mit NPR konkretisiert Watts seine Vorw\u00fcrfe: &#8222;Wenn man sich das vergangene Jahr ansieht, sehen wir eine Reihe von russischen Vertretern, die gestorben seien, einige aufgrund nat\u00fcrlicher Umst\u00e4nde, aber andere unter verd\u00e4chtigeren Umst\u00e4nden.&#8220; Beweise bleibt allerdings auch Watts schuldig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>derstandard.at\/2000063105571\/Die-Spur-der-toten-Russen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit November 2016 sind acht russische Diplomaten ums Leben gekommen. 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