{"id":2317,"date":"2017-08-29T13:08:32","date_gmt":"2017-08-29T11:08:32","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=2317"},"modified":"2017-08-29T13:14:10","modified_gmt":"2017-08-29T11:14:10","slug":"schaechtung-behoerde-legt-nahe-tiere-nicht-an-muslime-zu-verkaufen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=2317&lang=de","title":{"rendered":"Sch\u00e4chtung: Beh\u00f6rde legt nahe, Tiere nicht an Muslime zu verkaufen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_2320\" aria-describedby=\"caption-attachment-2320\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2320 size-medium\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/news_file-1-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/news_file-1-300x169.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/news_file-1-768x433.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/news_file-1-480x271.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/news_file-1.jpg 780w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-2320\" class=\"wp-caption-text\">\u0424\u043e\u0442\u043e: Veseloeradio.ru<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Brief der Bezirkshauptmannschaft Murtal an Landwirte sorgt f\u00fcr Aufregung\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Judenburg\/Graz \u2013 Ein Schafbauer aus dem Bezirk Murtal wunderte sich dieser Tage \u00fcber ein Schreiben, das er von seiner Bezirkshauptmannschaft erhalten hatte. Darin werden Schaf- und Ziegenhalter im Bezirk &#8222;ab einer Bestandsgr\u00f6\u00dfe von 20 kleinen Wiederk\u00e4uern&#8220; darauf aufmerksam gemacht, dass das muslimische Opferfest vor der T\u00fcr stehe und es dabei bei vielen Muslimen \u00fcblich sei, &#8222;zu opfern und rituell, das hei\u00dft ohne vorangehende Bet\u00e4ubung, zu schlachten&#8220;.<\/p>\n<p>Weiters wird betont, dass das sogenannte Sch\u00e4chten nach dem Tierschutzgesetz grunds\u00e4tzlich verboten sei, es sei denn, ein Betrieb habe eine Sonderbewilligung, die aber im Bezirk Murtal niemand habe. Ratlos hinterlie\u00df den Landwirt das Ende des Schreibens, in dem es hei\u00dft, dass &#8222;keine kleinen Wiederk\u00e4uer an Personen verkauft werden d\u00fcrfen, wenn der Verdacht besteht, dass diese Tiere gesch\u00e4chtet werden&#8220;.<\/p>\n<h3>&#8222;Verkauft nicht an Moslems&#8220;<\/h3>\n<p>Abgesehen davon, dass ihm der Aufruf sinngem\u00e4\u00df wie die Parole &#8222;Verkauft nicht an Moslems!&#8220; vorkomme, fragt sich der steirische Biobauer, der das Schreiben dem STANDARD weiterleitete: &#8222;Bei welchen Menschen besteht der Verdacht, dass sie Gesetze nicht einhalten? Bei Menschen mit dunkler Hautfarbe? Bei Menschen mit ausl\u00e4ndischem Akzent?&#8220; Vor allem r\u00e4tsle er: &#8222;Nach welchen Parametern sollen wir Landwirte ermitteln, ob es sich bei potenziellen K\u00e4ufern um Menschen muslimischen Glaubens handelt, die zu Gesetzesbr\u00fcchen neigen?&#8220;<\/p>\n<p>Der STANDARD fragte in der zust\u00e4ndigen Bezirkshauptmannschaft nach. Dort wurde man auf die Fachabteilung f\u00fcr Gesundheit und Pflegemanagement des Landes Steiermark verwiesen, habe man doch nur auf deren Gehei\u00df das Schreiben ausgeschickt. Peter Wagner, der Leiter der Veterin\u00e4rdirektion des Landes, die in ebendieser Fachabteilung angesiedelt ist, kann auf Nachfrage des STANDARD nicht erkl\u00e4ren, auf welcher Rechtsgrundlage das Schreiben an Landwirte in der gesamten Steiermark ging.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nne den Bauern nat\u00fcrlich nicht vorschreiben, an eine bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen nicht zu verkaufen, r\u00e4umt er ein. &#8222;Nat\u00fcrlich ist es zul\u00e4ssig zu verkaufen, und man kann nicht automatisch einen Verdacht haben&#8220;, so Wagner. Was seiner Meinung nach einen Verdacht erwecken k\u00f6nnte, dass jemand Muslim ist? &#8222;Das ist die Frage, das ist schwierig&#8220;, sagt Wagner, &#8222;aber es ist auch schon vorgekommen, dass Leute gleich auf dem Hof, wo sie das Vieh gekauft haben, sch\u00e4chten. Dann wei\u00df man es sicher.&#8220;<\/p>\n<h3>79 Schafe illegal gesch\u00e4chtet<\/h3>\n<p>Grund zur Sorge bestehe jedenfalls. Im Vorjahr gab es etwa eine illegale Sch\u00e4chtung von 79 Schafen im Bezirk Weiz, so Wagner, &#8222;das wurde auch gerichtlich verurteilt&#8220;.<\/p>\n<p>Betriebe mit Bewilligungen, die Sch\u00e4chtungen unter der Einhaltung von strengen Auflagen durchf\u00fchren d\u00fcrfen \u2013 so muss etwa ein Tierarzt anwesend sein und unmittelbar nach dem Sch\u00e4chtschnitt eine Bet\u00e4ubung erfolgen \u2013, gebe es in der Steiermark nur zwei.<\/p>\n<p>Was den Berg- und Biobauern, der den STANDARD kontaktierte, besonders aufregt, ist der Umstand, dass er und andere &#8222;seit Jahren f\u00fcr ein stressfreies Schlachten im gewohnten Lebensumfeld der Tiere eintreten, womit wir aber bei der Politik nur gegen Mauern rennen, weil man sich immer auf die EU ausredet, und die EU redet sich auf nationale Gesetze aus. Wenn es aber dann um Muslime geht, macht man sofort einen Kniefall vor dem Rechtsruck im Land&#8220;, vermutet der Bauer.<\/p>\n<h3>Rechtlich gegen stressfreies Schlachten<\/h3>\n<p>Auf die Initiative f\u00fcr das stressfreie Schlachten, um das es ja auch dem Gesetzgeber im Tierschutz gehe, angesprochen, meint der Leiter der Veterin\u00e4rdirektion Wagner: &#8222;Das sind zwei v\u00f6llig verschiedene Geschichten.&#8220; Bei der sogenannten Weideschlachtung gebe es &#8222;rechtliche Dinge, das hat uns das Ministerium mitgeteilt, daran m\u00fcssen wir uns halten&#8220;.<\/p>\n<p>Das Opferfest findet heuer von 31. August bis 4. September statt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>(Colette M. Schmidt, 28.8.2017) &#8211; derstandard.at\/2000063256478\/Schaechtung-Aufregung-um-Verbot-Tiere-an-Muslime-zu-verkaufen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brief der Bezirkshauptmannschaft Murtal an Landwirte sorgt f\u00fcr Aufregung\u00a0 Judenburg\/Graz \u2013 Ein Schafbauer aus dem Bezirk Murtal wunderte sich dieser Tage \u00fcber ein Schreiben, das er von seiner Bezirkshauptmannschaft erhalten hatte. 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