{"id":2730,"date":"2017-09-14T22:41:26","date_gmt":"2017-09-14T20:41:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=2730"},"modified":"2017-09-14T22:41:26","modified_gmt":"2017-09-14T20:41:26","slug":"wer-sind-eigentlich-die-rohingyas","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=2730&lang=de","title":{"rendered":"Wer sind eigentlich die Rohingyas?"},"content":{"rendered":"<p class=\"lead-text article clearfix\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-2731 alignleft\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/pic3-300x168.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/pic3-300x168.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/pic3-768x431.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/pic3-480x270.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/pic3.jpg 780w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Rund zwei Millionen Rohingyas gibt es. Diese muslimische Minderheit lebt in Armut und ohne Rechte. Neun Fragen und Antworten zur weltweit gr\u00f6ssten staatenlosen Volksgruppe.<\/p>\n<div class=\"main-article-content clearfix\">\n<div class=\"v2 big-video\">\n<div class=\"asset primary video \">\n<div>\n<h3 data-description=\"true\"><span class=\"header\">UNO ruft zum Ende der Gewalt auf<\/span><\/h3>\n<\/div>\n<div class=\"video-description\">1:15 min, aus\u00a0<a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/sendungen\/tagesschau\">Tagesschau<\/a>\u00a0vom 14.9.2017<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><strong>Wie viele Rohingya gibt es?<\/strong>\u00a0Es gibt verschiedene Zahlen, die von 750&#8217;000 bis zu zwei Millionen Rohingya im Gebiet von Burma berichten. Etwa eine Million weiterer Rohingya sollen als Fl\u00fcchtlinge in Bangladesch und weiteren Staaten leben.<\/p>\n<p><strong>Wo leben sie?<\/strong>\u00a0Die Rohingyas leben um die St\u00e4dte Buthidaung und Maungdaw im n\u00f6rdlichen Teil des Staates Rakhine. Dieser liegt im Westen Burmas an der Grenze zu Bangladesch. Weitere grosse Communities gibt es in Bangladesch, Pakistan, Saudi-Arabien, Malaysien und Thailand.<\/p>\n<p><strong>Wovon leben sie?<\/strong>\u00a0Laut eigenen Angaben sind Rohingyas vor allem in der Landwirtschaft t\u00e4tig, einige wenige leben als Fischer und H\u00e4ndler. Daneben gibt es viele Handwerker. Die Verfolgung hindert sie allerdings an der Aus\u00fcbung ihrer T\u00e4tigkeiten. Heute herrscht extreme Armut vor, und die Zahl der Analphabeten wird von Kennern mit 80 Prozent angegeben.<\/p>\n<div class=\"asset span3\">\n<figure style=\"width: 286px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a class=\"icon-container\" href=\"http:\/\/www.srf.ch\/var\/storage\/images\/auftritte\/news\/bilder\/2017\/09\/14\/node_13908176\/151488806-2-ger-DE\/bild_span12.jpg\" data-target=\"#lightbox\" data-toggle=\"lightbox\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"M\u00e4dchen und Junge der Rohingya-Minderheit sammeln Holz\" src=\"http:\/\/s1.srf.ch\/var\/storage\/images\/auftritte\/news\/bilder\/2017\/09\/14\/node_13908176\/151488806-2-ger-DE\/bild_s3.jpg\" alt=\"\" width=\"286\" height=\"161\" data-keep-dimension=\"true\" data-retina-src=\"\/\/s3.srf.ch\/var\/storage\/images\/auftritte\/news\/bilder\/2017\/09\/14\/node_13908176\/151488806-2-ger-DE\/bild_s3_retina.jpg\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-caption-text\">Bildlegende:Bittere Armut und keine Rechte: Rohingya-Kinder ausserhalb der Stadt Buthidaung, Rakhine.\u00a0REUTERS<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p><strong>Woher kommt diese muslimische Minderheit?<\/strong>\u00a0Die Frage nach der Herkunft der Rohingyas ist umstritten. Die buddhistischen Birmanen, die Mehrheit im Land, sind der Meinung, dass es sich nicht um eine Minderheit handelt, sondern lediglich um Einwanderer aus Bengalen (dem heutigen Bangladesh), die noch immer tagt\u00e4glich \u00fcber die Grenze nach Burma kommen. Deshalb verwenden sie f\u00fcr diese Volksgruppe auch nicht den Begriff Rohingya, sondern \u00abBengalis\u00bb. Die Rohingyas hingegen sagen, dass sie schon seit vielen Generationen im Staat Rakhine leben. Das ist in weiten Teilen auch historisch belegt.<\/p>\n<p><strong>Warum werden die Rohingya verfolgt?\u00a0<\/strong>Es gibt in Burma sehr viele verschiedene ethnische Gruppen. Die ethnischen Konflikte in Burma beschr\u00e4nken sich nicht auf den Rakhine-Staat. Das Zusammenleben klappt allgemein sehr schlecht. Die Muslime und die Rohingyas werden aber nochmals besonders diskriminiert. Die antimuslimischen Ressentiments sind bei der buddhistischen Mehrheit sehr gross.<\/p>\n<p>Die Rohingyas werden seit Jahrzehnten ausgegrenzt. Und weil sie als Einwanderer und nicht als Minderheit gelten, anerkennt die Regierung sie nicht als Staatsb\u00fcrger. Das wurde 1982 im Staatsb\u00fcrgerschaftsgesetz festgeschrieben. Rohingyas k\u00f6nnen somit nicht w\u00e4hlen und sich auch nicht frei bewegen. Wenn sie heiraten wollen, m\u00fcssen sie die Beh\u00f6rden um Erlaubnis bitten. Amnesty International berichtet auch von willk\u00fcrlicher Besteuerung, Erpressung, Landbeschlagnahmungen und Zwangsarbeit.<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-2732 alignleft\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/karta-188x300.png\" alt=\"\" width=\"274\" height=\"437\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/karta-188x300.png 188w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/karta-480x768.png 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/karta-313x500.png 313w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/09\/karta.png 580w\" sizes=\"auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/>Was wird ihnen nun vorgeworfen?<\/strong>\u00a0Die jetzige Krise begann mit einem \u00dcberfall auf drei Polizeiposten in Burma an der Grenze zu Bangladesch im vergangenen Oktober. Rohingyas t\u00f6teten neun Polizisten. Daraufhin riegelte die Armee Teile des Gliedstaates Rakhine ab. Die Regierung von Friedensnobelpreistr\u00e4gerin Aung San Suu Kyi stellt die Rohingyas als Terroristen dar.<\/p>\n<p><strong>Sind sie tats\u00e4chlich Terroristen?<\/strong>\u00a0Laut der Burma-Spezialistin Jasmin Lorch ist es sehr schwierig, etwas dazu zu sagen. Es deutet vieles darauf hin, dass die \u00abArakan Rohingya Salvation Army\u00bb, die sich zu den Angriffen auf die Polizeistationen bekannt hat, so etwas ist wie eine klassische Aufstands-Armee. Es ist m\u00f6glich, dass da Verbindungen zu militanteren und islamistischen oder gar terroristischen Gruppen bestehen. Aber nachgewiesen ist es nicht. Weil der Zugang zum Konfliktgebiet so stark eingeschr\u00e4nkt ist, ist es sehr schwierig, dies momentan zu kl\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong>Ist dies die erste grosse Fl\u00fcchtlingswelle?<\/strong>\u00a0Nein, die Fl\u00fcchtlingswelle, die Ende August eingesetzt hat, ist nicht die erste. Es gab bereits Ende der 1970er Jahre und Anfang der 1990er Jahre zwei grosse Fluchtwellen von Rohingyas.<\/p>\n<p><strong>Wo sollen die Rohingyas hin?<\/strong>\u00a0Das ist eine schwierige Frage. Keiner will sie. In den 1970er und 1980er Jahren wurden die Rohingya in Bangladesch noch grossz\u00fcgig aufgenommen. Es gibt mehrere Lager an der Grenze zu Burma. Jetzt plant die Regierung weitere davon. Allerdings k\u00f6nnte die Stimmung in der Bev\u00f6lkerung, die jetzt noch solidarisch ist, kippen. Indien hat Andeutungen gemacht, Fl\u00fcchtlinge aus dem Land zu weisen. Malaysias K\u00fcstenwache will Fl\u00fcchtlingsbote passieren lassen, aber wer es \u00fcberhaupt ins Land schafft, hat grosse Schwierigkeiten, Fl\u00fcchtlingsstatus zu erhalten.<\/p>\n<\/div>\n<p class=\"author\">\n<p>http:\/\/www.srf.ch<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund zwei Millionen Rohingyas gibt es. Diese muslimische Minderheit lebt in Armut und ohne Rechte. 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