{"id":3311,"date":"2017-10-11T02:00:48","date_gmt":"2017-10-11T00:00:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=3311"},"modified":"2017-10-11T02:00:48","modified_gmt":"2017-10-11T00:00:48","slug":"nationalratswahl-alexander-van-der-bellen-mahnt-politiker","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=3311&lang=de","title":{"rendered":"Nationalratswahl: Alexander Van der Bellen mahnt Politiker"},"content":{"rendered":"<div class=\"on-top type-image\">\n<figure class=\"article-slider one-image figure\">\n<p><figure style=\"width: 620px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"APA\/HANS PUNZ\" src=\"https:\/\/images.kurier.at\/46-102937209.jpg\/620x340\/291.229.597\" alt=\"TREFFEN DER ANERKANNTEN KIRCHEN UND RELIGIONSGEMEI\" width=\"620\" height=\"340\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">IFoto: APA\/HANS PUNZ<\/figcaption><\/figure><figcaption class=\"figcaption\"><strong>Bundespr\u00e4sident Alexander Van der Bellen hat den Spitzenkandidaten der Parteien nach der j\u00fcngsten Wahlkampf-Schlammschlacht die Leviten gelesen: &#8222;Stellen Sie die langfristigen Interessen \u00d6sterreichs \u00fcber kurzfristiges parteitaktisches Kalk\u00fcl&#8220;.<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<p>Bundespr\u00e4sident Alexander Van der Bellen liest den Spitzenkandidaten der Parteien nach der j\u00fcngsten Wahlkampf-Schlammschlacht die Leviten. Bei einem Vortrag forderte Van der Bellen die Spitzenpolitiker dazu auf, auch an die Zeit nach der Wahl zu denken. &#8222;Ich appelliere an alle Akteure, sich in den verbleibenden Tagen bis zur Wahl ihrer staatspolitischen Verantwortung bewusst zu sein&#8220;, sagte der Bundespr\u00e4sident.<\/p>\n<p>&#8222;Wir stehen wenige Tage vor einer Nationalratswahl. Alle von uns erwarten &#8211; mit Recht &#8211; Antworten auf die dr\u00e4ngenden Fragen unserer Gegenwart und Zukunft. Antworten vor allem von den wahlk\u00e4mpfenden Parteien. Bei allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr harte Auseinandersetzungen in einem Wahlkampf m\u00f6chte ich klar und unmissverst\u00e4ndlich festhalten: Jeder Spitzenpolitiker hat auch in einem Wahlkampf die Verpflichtung, an die Zeit danach zu denken. Es kommt nach dem 15. Oktober unweigerlich ein 16. Oktober&#8220;, warnte Van der Bellen.<\/p>\n<aside id=\"Content_mobile\" class=\"ad_con ad_marker\"><\/aside>\n<p>Angesichts der Herausforderungen in den kommenden Jahren brauche es f\u00fcr das Wohlergehen und die positive Entwicklung \u00d6sterreichs ein politisches Fundament. &#8222;Dieses politische Fundament ist das Vertrauen in die Demokratie, in ihre Institutionen und ja, auch das Vertrauen in ihre Akteurinnen und Akteure. Um dieses Vertrauen zu st\u00e4rken, braucht es zwischen allen politischen Parteien ein Mindestma\u00df an Gespr\u00e4chskultur, an gegenseitigem Respekt, an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Sichtweise des jeweils anderen&#8220;, meinte das Staatsoberhaupt.<\/p>\n<p>&#8222;Die Ereignisse der letzten Tage sind nicht sonderlich geeignet, dieses Vertrauen zu st\u00e4rken. Es wurde politisches Porzellan zerschlagen, sodass die Zusammenarbeit zwischen einzelnen Parteien in den kommenden Monaten schwieriger werden wird. Es wird nach der Wahl eine gro\u00dfe Herausforderung sein, ein Mindestma\u00df an politischer Dialogf\u00e4higkeit und gegenseitigem Respekt wiederherzustellen. Es wird wertvolle Zeit verstreichen, bis die Feindbilder verschwunden und die Emotionen abgebaut sind.&#8220; Der Bundespr\u00e4sident mahnte deshalb zu staatspolitischer Verantwortung: &#8222;Stellen Sie die langfristigen Interessen \u00d6sterreichs \u00fcber kurzfristiges parteitaktisches Kalk\u00fcl.&#8220;<\/p>\n<p>In seinem Vortrag im Rahmen der &#8222;Wiener Vorlesungen&#8220; erinnerte Van der Bellen Montagabend im Wiener Rathaus an den fr\u00fcheren Bundespr\u00e4sidenten Rudolf Kirchschl\u00e4ger. Dieser r\u00fcgte 1987 die politischen Parteien mit drastischen Worten. Sie h\u00e4tten, wie er kritisch anmerkte, vielfach die in der Zwischenkriegszeit ge\u00fcbte Praxis wieder aufgenommen, den politischen Gegner als &#8222;schlecht, unf\u00e4hig oder ganz einfach als Feind darzustellen. So wird der Boden daf\u00fcr bereitet, dass gar manche Menschen, und hier wieder vor allem die Jugend, die gegenseitigen Verteufelungen allzu ernst nehmen und nur mehr das Negative glauben, umso mehr, als auch die Medien zwangsl\u00e4ufig der Sensation weiten Raum geben.&#8220; Dadurch, so Kirchschl\u00e4ger damals, w\u00fcrden sich viele Mitb\u00fcrger in die innere Emigration zur\u00fcckziehen. Und dies sei eine ernsthafte Gefahr f\u00fcr die Demokratie.<\/p>\n<p>Van der Bellen: &#8222;Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen. H\u00f6rt, h\u00f6rt!, ist man versucht zu sagen. Das war 1987, und es war nicht einmal ein Wahljahr, jedenfalls nicht f\u00fcr den Nationalrat. In Wahljahren steigt die Versuchung, sich gegenseitig zu verteufeln, wie Kirchschl\u00e4ger das nannte.&#8220; Der Bundespr\u00e4sident pl\u00e4diert stattdessen f\u00fcr das Miteinander, das \u00d6sterreich in den vergangenen Jahren so oft geholfen habe. &#8222;Das sollten wir nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>https:\/\/www.profil.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundespr\u00e4sident Alexander Van der Bellen hat den Spitzenkandidaten der Parteien nach der j\u00fcngsten Wahlkampf-Schlammschlacht die Leviten gelesen: &#8222;Stellen Sie die langfristigen Interessen \u00d6sterreichs \u00fcber kurzfristiges parteitaktisches Kalk\u00fcl&#8220;. Bundespr\u00e4sident Alexander Van der Bellen liest den Spitzenkandidaten der Parteien nach der j\u00fcngsten Wahlkampf-Schlammschlacht die Leviten. 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