{"id":3887,"date":"2017-11-02T09:57:21","date_gmt":"2017-11-02T07:57:21","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=3887"},"modified":"2017-11-02T09:57:21","modified_gmt":"2017-11-02T07:57:21","slug":"fremdenrechtspaket-tritt-in-kraft","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=3887&lang=de","title":{"rendered":"Fremdenrechtspaket tritt in Kraft"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3888\" aria-describedby=\"caption-attachment-3888\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3888 size-medium\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/nationalrat-sobotka-300x172.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"172\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/nationalrat-sobotka-300x172.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/nationalrat-sobotka-480x275.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/nationalrat-sobotka.jpg 618w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3888\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Bild: APA\/ROLAND SCHLAGER<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"auszug\"><strong>Am 1. November tritt das umfassende Fremdenrechtspaket in Kraft. Dieses erm\u00f6glicht unter anderem eine l\u00e4ngere Schubhaft am St\u00fcck und enth\u00e4lt eine Residenzpflicht f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge sowie h\u00f6here Strafen f\u00fcr jene, die das Land trotz aufrechten Bescheids nicht verlassen. Innenminister Wolfgang Sobotka (\u00d6VP) k\u00fcndigte einen konsequenten Vollzug an.<\/strong><\/p>\n<p>Das Fremdenrechts\u00e4nderungsgesetz musste aufgrund eines Fehlers in der Parlamentsdirektion im Nationalrat und Bundesrat neu beschlossen werden. Per 1. November treten die Ma\u00dfnahmen nun stufenweise in Kraft, die wesentlichen Teile wie Beugehaft und Gebietsbeschr\u00e4nkung bereits morgen, andere Teile erst im kommenden Fr\u00fchjahr.<\/p>\n<aside id=\"Content_mobile\" class=\"ad_con ad_marker\"><\/aside>\n<h2>Verfahren zur Aberkennung von Asyl bereits bei Anklage<\/h2>\n<p>Schubhaft kann im Normalfall k\u00fcnftig auf bis zu sechs Monate (bisher vier) bzw. drei Monate f\u00fcr m\u00fcndige Minderj\u00e4hrige (bisher zwei) erstreckt werden. Bei besonderen Umst\u00e4nden ist eine ununterbrochene Festhaltung bis zu 18 Monate m\u00f6glich (bisher zehn Monate in einem Zeitraum von 18 Monaten). Ein Verfahren zur Aberkennung von Asyl soll k\u00fcnftig nicht erst bei einer rechtskr\u00e4ftigen Verurteilung, sondern bereits bei Anklageerhebung bzw. bei Betreten auf frischer Tat oder bei Verh\u00e4ngung von Untersuchungshaft eingeleitet werden. F\u00fcr den Abschluss des Aberkennungsverfahrens sei aber weiterhin die Rechtskraft im Strafverfahren abzuwarten.<\/p>\n<p>Neben einer Gebietsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr Asylwerber enth\u00e4lt es auch die M\u00f6glichkeit zum Entzug der Grundversorgung nach negativ entschiedenem Asylverfahren sowie eine M\u00f6glichkeit zur Beugehaft bei jenen, die das Land nicht verlassen wollen und deshalb am &#8222;Au\u00dferlandesbringungsverfahren&#8220; nicht mitwirken. Wenn Fl\u00fcchtlinge das Land trotz aufrechten Bescheids nicht verlassen bzw. wieder einzureisen versuchen, drohen Strafen von 5.000 bis zu 15.000 Euro bzw. sechs Wochen Ersatzhaft. Mit den ersten F\u00e4llen von Beugehaft ist laut dem Innenressort aufgrund der Bescheidverfahren etwa ab Anfang Dezember zu rechnen. Wer bei der \u00dcberpr\u00fcfung der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Einreise oder des Aufenthalts wissentlich falsche Angaben macht, um einen Aufenthaltstitel zu erlangen, kann mit bis zu 5.000 Euro bestraft werden.<\/p>\n<p>Fl\u00fcchtlinge k\u00f6nnen fr\u00fchestens mit 1. April 2018 auch f\u00fcr gemeinn\u00fctzige Hilfst\u00e4tigkeiten im Rahmen von NGOs herangezogen werden. Der Innenminister kann dabei n\u00e4here Regelungen sowie die betragliche H\u00f6chstgrenzen f\u00fcr den &#8222;Anerkennungsbeitrag&#8220;, den die Fl\u00fcchtlinge f\u00fcr ihre Arbeit erhalten, festlegen.<\/p>\n<h2>Restriktive Handhabung<\/h2>\n<p>Innenminister Sobotka will auf Basis der Neuerungen im Fremdenrecht den Druck erh\u00f6hen, &#8222;um k\u00fcnftig rascher f\u00fcr klare Verh\u00e4ltnisse bei Migranten ohne Bleiberecht zu sorgen&#8220;. Die fehlende Perspektive auf einen endg\u00fcltigen Verbleib sowie die Chance, mit illegalen Aktivit\u00e4ten zus\u00e4tzliches Geld zu verdienen, lasse vor allem illegal Aufh\u00e4ltige immer wieder in die Kriminalit\u00e4t abgleiten, stellte er in einem Statement fest. &#8222;Illegaler Aufenthalt in \u00d6sterreich ist kein Kavaliersdelikt. Dementsprechend restriktiv werden wir das neue Fremdenrecht auch handhaben&#8220;, k\u00fcndigte Sobotka an.<\/p>\n<p>\u00c4nderungen wurden auch bei der Rot-Wei\u00df-Rot-Karte beschlossen: Ausl\u00e4ndische Uni-Absolventen erhalten ein Jahr &#8211; statt bisher sechs Monate &#8211; Zeit, um nach Abschluss ihres Studiums einen qualifizierten Job in \u00d6sterreich zu finden, ohne ihren Aufenthaltstitel zu verlieren. Au\u00dferdem bekommen auch Gr\u00fcnder von Start-ups Zugang zur Rot-Wei\u00df-Rot-Karte. Die G\u00fcltigkeitsdauer der Rot-Wei\u00df-Rot-Karte wird von einem Jahr auf zwei Jahre verl\u00e4ngert, erst danach wird eine Rot-Wei\u00df-Rot-Karte plus f\u00fcr einen unbeschr\u00e4nkten Arbeitsmarktzugang ausgestellt.<\/p>\n<p>https:\/\/www.profil.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 1. November tritt das umfassende Fremdenrechtspaket in Kraft. Dieses erm\u00f6glicht unter anderem eine l\u00e4ngere Schubhaft am St\u00fcck und enth\u00e4lt eine Residenzpflicht f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge sowie h\u00f6here Strafen f\u00fcr jene, die das Land trotz aufrechten Bescheids nicht verlassen. Innenminister Wolfgang Sobotka (\u00d6VP) k\u00fcndigte einen konsequenten Vollzug an. 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