{"id":3981,"date":"2017-11-08T10:33:31","date_gmt":"2017-11-08T08:33:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=3981"},"modified":"2017-11-08T10:33:31","modified_gmt":"2017-11-08T08:33:31","slug":"fluechtlinge-schickten-2-mio-euro-in-heimatlaender","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=3981&lang=de","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlinge schickten 2 Mio. Euro in Heimatl\u00e4nder"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_3982\" aria-describedby=\"caption-attachment-3982\" style=\"width: 574px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3982 \" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/perevod-e1510129914588.jpg\" alt=\"\" width=\"574\" height=\"431\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-3982\" class=\"wp-caption-text\">Circa zwei Mio. Euro sind nach Syrien und Afghanistan \u00fcberwiesen worden.\u00a0 wien.orf.at<\/figcaption><\/figure>\n<p class=\"teaser\"><strong>Fl\u00fcchtlinge aus Syrien und Afghanistan haben 2016 laut Sch\u00e4tzungen rund zwei Mio. Euro aus \u00d6sterreich in ihre Heimat \u00fcberwiesen. Das Geld kommt auch aus der Mindestsicherung, Experten sehen darin eine Art Entwicklungshilfe.<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem zu Beginn des Monats ist viel los in den Filialen der Western Union, einem Unternehmen, mit dem Geld ins Ausland geschickt werden kann. Denn dann ist wieder genug Geld am Konto, mit dem viele Wiener Fl\u00fcchtlinge auch ihre Verwandten in der alten Heimat unterst\u00fctzen. Offen dar\u00fcber reden wollen aber die Wenigsten. Dem Magazin \u201eBiber\u201c ist es gelungen, mit Syrern \u00fcber ihre Geldtransfers zu sprechen.<\/p>\n<h2>Geld stammt teilweise aus Mindestsicherung<\/h2>\n<p>\u201eViele haben Angst &#8211; auch in Anbetracht der neuen Regierung -, dass wenn \u00d6sterreich erf\u00e4hrt, dass sie Geld, das teilweise auch von der Mindestsicherung kommt, in die Heimat schicken, dass dann die neue Regierung die Beihilfen bzw. die Mindestsicherung k\u00fcrzt\u201c, erz\u00e4hlt Melisa Erkurt, Chefin vom Dienst bei \u201eBiber\u201c im \u201eWien heute\u201c-Interview. Meist werden Betr\u00e4ge unter 300 Euro geschickt, denn seit 2015 wird von Syrern f\u00fcr Geldtransfers in dieser H\u00f6he keine Geb\u00fchr verlangt.<\/p>\n<p>\u201eWestern Union hat bei \u00dcberweisungen in Krisenregionen immer schon Transaktionen geb\u00fchrenfrei gestellt. Ob das jetzt Erdbeben-Katastrophen sind oder \u00dcberschwemmungen. Und der B\u00fcrgerkrieg in Syrien ist zweifellos auch eine dramatische humanit\u00e4re Situation\u201c, sagt Peter Bucher, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Western Union Bank im \u201eWien heute\u201c-Interview.<\/p>\n<h2>37 Western Union-Filialen in Syrien<\/h2>\n<p>W\u00e4hrend es in Krisenregionen kaum Banken gibt, gibt es allein in Syrien 37 Western Union-Filialen. Das Geld soll m\u00f6glichst rasch und sicher dort ankommen, wo es gebraucht wird. \u201eZum gr\u00f6\u00dften Teil verwenden es die Menschen f\u00fcr Lebenserhaltungskosten, f\u00fcr Nahrung, f\u00fcr die Wohnung, aber auch f\u00fcr die medizinische Versorgung\u201c, schildert Erkurt die Erz\u00e4hlungen der Betroffenen, die sie interviewt hat.<\/p>\n<p>Immer wieder steht Western Union in der Kritik, dass die Geldtransfers auch f\u00fcr die Unterst\u00fctzung terroristischer Vereinigungen missbraucht werden k\u00f6nnten. \u201eDie Einhaltung der gesetzlichen Regelungen zu Geldw\u00e4sche und Terrorismusfinanzierung sind bei uns absolute Priorit\u00e4t. Bei Western Union besch\u00e4ftigen wir 2.000 Mitarbeiter im Bereich Compliance, das sind 20 Prozent der gesamten Belegschaft. Wir tun alles, um die missbr\u00e4uchliche Verwendung unseres Services zu vermeiden\u201c, so Bucher.<\/p>\n<p>Von Wien aus unterst\u00fctzt das Unternehmen selbst Fl\u00fcchtlingsprojekte und arbeitet an gemeinsamen Projekten mit der Caritas, Teach for Austria und dem Integrationsfonds. Fokussiert hat man sich dabei auf die Schwerpunkte Spracherwerb und Integration in die Arbeitswelt.<\/p>\n<h2>Zwei Millionen Euro nach Syrien und Afghanistan<\/h2>\n<p>\u00dcber zwei Millionen Euro wurden 2016 laut Sch\u00e4tzungen der Weltbank von \u00d6sterreich nach Afghanistan und Syrien verschickt. Diese Remittances, also Heimat\u00fcberweisungen, sehen Entwicklungshilfe-Experten grunds\u00e4tzlich positiv: \u201eWas wir sehen k\u00f6nnen ist, dass umso l\u00e4nger Leute hier sind und umso besser sie in die \u00f6sterreichische Gesellschaft integriert sind, desto mehr investieren sie auch in ihre Herkunftsl\u00e4nder und nicht unbedingt nur in ihre Familien\u201c, schildert Michael Fanizadeh, Politikwissenschafter und Forscher am Vienna Institute for International Dialogue and Cooperation (VICD).<\/p>\n<p>Laut Sch\u00e4tzungen werden rund 20 Prozent der Remittances auch in tats\u00e4chliche Projekte investiert: \u201eDa wird dann schon eine Leistung erbracht, die der Entwicklungszusammenarbeit \u00e4hnlich ist\u201c, so Fanizadeh. Eine Art Entwicklungshilfe also, die direkt bei den Betroffenen ankommt. Ein Effekt, f\u00fcr den das Geld eigentlich nicht vorgesehen w\u00e4re. Und wohl mit ein Grund, warum die Politik k\u00fcnftig bei der Mindestsicherung mehr auf Sach- als auf Geldleistungen setzen will.<\/p>\n<h2>\u00dcberweisungen k\u00f6nnen soziales Gef\u00e4lle verst\u00e4rken<\/h2>\n<p>Remittances seien aber nicht nur unproblematisch, sagt Fanizadeh. Denn die Heimat\u00fcberweisungen k\u00f6nnen in den Herkunftsl\u00e4ndern die Unterschiede zwischen Arm und Reich verst\u00e4rken: \u201eDa muss man auch im Kopf haben, dass nicht die \u00c4rmsten der Armen emigrieren, meistens sind es ja Mittel- und Oberschichten die emigrieren und das wird dann mit den Remittances noch verst\u00e4rkt.\u201c<\/p>\n<p>Am Beispiel des B\u00fcrgerkrieges in Ex-Jugoslawien, dessen Nachfolgestaaten auch heute noch auf Platz drei bei Remittances aus \u00d6sterreich stehen, sehe man aber auch, dass viel Geld in den Wiederaufbau, die Bildung und die Weiterentwicklung des Landes nach dem Krieg investiert werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Katharina Weinmann, wien.ORF.at<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fl\u00fcchtlinge aus Syrien und Afghanistan haben 2016 laut Sch\u00e4tzungen rund zwei Mio. Euro aus \u00d6sterreich in ihre Heimat \u00fcberwiesen. 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