{"id":4689,"date":"2018-01-02T11:37:31","date_gmt":"2018-01-02T09:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=4689"},"modified":"2018-01-02T11:37:31","modified_gmt":"2018-01-02T09:37:31","slug":"woher-kommt-eigentlich-der-ganze-hass-im-netz","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=4689&lang=de","title":{"rendered":"Woher kommt eigentlich der ganze Hass im Netz?"},"content":{"rendered":"<div class=\"story_head\">\n<div class=\"story_titles\">\n<figure id=\"attachment_4690\" aria-describedby=\"caption-attachment-4690\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4690 size-full\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/\u0431\u0435\u0431\u0438.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"293\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/\u0431\u0435\u0431\u0438.jpg 600w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/\u0431\u0435\u0431\u0438-300x147.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/\u0431\u0435\u0431\u0438-480x234.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4690\" class=\"wp-caption-text\">Zielscheibe des Hasses: Naime und Alper Tamgac mit ihrer Tochter Asel, dem Wiener Neujahrs-Baby 2018. (Bild: KAV \/ Martin Votava)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Deplatzierte Online-Kommentare nehmen zu, auch auf heute.at. Unl\u00e4ngst wurde sogar ein Baby zur Zielscheibe. Woher kommt dieser Hass im Netz?\u00a0<\/strong><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"story_content \">\n<div class=\"story_text\">\n<div id=\"content-ad-pos1\">K\u00fcrzlich haben wir\u00a0<a href=\"http:\/\/www.heute.at\/oesterreich\/wien\/story\/Hallo--ich-bin-das-Wiener-Neujahrs-Baby-2018-59966845\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00fcber das Wiener Neujahrsbaby Asel berichtet, das am Neujahrstag um 0.47 Uhr das Licht der Welt erblickte<\/a>. W\u00e4hrend sich viele Leser mit der jungen Familie \u00fcber ihr Gl\u00fcck freuten und gratulierten, herrschte bei anderen Nutzern vor allem auf Facebook absolut blanker Hass. Beschimpfungen, Beleidigungen, Rassismus und sogar Todesw\u00fcnsche fanden sich in den Kommentaren.<\/div>\n<p>Um die Frage zu kl\u00e4ren, warum es sowohl bei Medien als auch im Netz allgemein vermehrt deplatzierte Kommentare gibt, haben die Kollegen von &#8222;20 Minuten&#8220; mit Manuel P. Nappo, Leiter der Fachstelle Social Media Management an der Hochschule f\u00fcr Wirtschaft in Z\u00fcrich, gesprochen.<\/p>\n<p><b>Manuel, unsere Freischalter berichten von einem klar sp\u00fcrbaren Anstieg rassistischer, sexistischer, ehrverletzender und anderer beleidigender Kommentare. Kannst du uns erkl\u00e4ren, woran das liegt?<\/b><\/p>\n<p>Ich glaube, dass das ein Zeitgeist-Ph\u00e4nomen ist. Der Umgang miteinander hat sich in den letzten Jahren extrem ver\u00e4ndert, der Ton ist rauer geworden. Die Kommentarspalten und das Internet allgemein sind nur ein Abbild unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p><b>Wie meinst du das?<\/b><\/p>\n<p>Man versp\u00fcrt allgemein sehr viel Negativit\u00e4t, Frustration, Angst. Wir leben in unsicheren Zeiten: Brexit, die Fl\u00fcchtlingskrise, Korea, Trump. Die westliche Welt steckt offensichtlich in einer Sinnkrise.<\/p>\n<p><b>Und deshalb l\u00e4sst man seinen Frust in Online-Kommentaren raus?<\/b><\/p>\n<p>Wenn man fr\u00fcher an eine kritische politische Demo ging, hat man sich noch vermummt. Heute outet man sich ganz \u00f6ffentlich auf Facebook und ruft Parolen auf der Stra\u00dfe, die sich seit 1945 keiner mehr getraut hat, laut auszusprechen.<\/p>\n<p>Zudem scheint es irgendwie schick, unzufrieden zu sein. Ich meine, wir leben im besten Land der Welt, und trotzdem sind wir mit allem unzufrieden: den Spie\u00dfb\u00fcrgern, den Ausl\u00e4ndern, den Linken, den Rechten, den ausl\u00e4ndischen Medien, der Radio- und Fernsehgesellschaft \u2026 Das Internet ist weder schlecht noch gut, es ist nur eine Plattform.<\/p>\n<p>Dazu kommt: Wenn selbst der Pr\u00e4sident des m\u00e4chtigsten Landes der Welt im Netz regelm\u00e4\u00dfig austeilen kann und damit davonkommt, ist das ja auch eine Ansage. So bekommt das Ganze noch eine absurde Legitimit\u00e4t aus den obersten Reihen. Nach dem Motto: &#8222;Wenn der Frauen beleidigen oder rassistische Kommentare aussprechen darf, dann darf ich das ja wohl auch.&#8220;<\/p>\n<p><b>K\u00f6nnen wir dem Ganzen irgendwie entgegenwirken?<\/b><\/p>\n<p>Ja. Eine Bekannte von mir hat angefangen, andere Social-Media-User, die unter der G\u00fcrtellinie angegriffen wurden, in den Kommentaren zu verteidigen. Sie wurde dadurch selbst dumm angemacht, dabei hat sie nur &#8222;das Richtige&#8220; getan und sich f\u00fcr die Schw\u00e4cheren eingesetzt. Das ist der Weg.<\/p>\n<p>Das Problem sind die vielen stillen Beobachter, die sich lieber nicht einmischen, um keinen Shitstorm zu kassieren. Was absolut menschlich und verst\u00e4ndlich ist. Vor allem, weil die Trolls ja immer Zeit zu haben scheinen, im Gegensatz zu uns, die nicht 24\/7 im Netz h\u00e4ngen k\u00f6nnen. Aber damit tun wir unserer Gesellschaft keinen Gefallen.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen auch im Online-Diskurs mehr Zivilcourage zeigen, denn wie schon Einstein sagte: &#8222;Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die b\u00f6se sind, sondern von denen, die das B\u00f6se zulassen.&#8220;<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>http:\/\/www.heute.at<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deplatzierte Online-Kommentare nehmen zu, auch auf heute.at. Unl\u00e4ngst wurde sogar ein Baby zur Zielscheibe. 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