{"id":4919,"date":"2018-01-21T00:21:58","date_gmt":"2018-01-20T22:21:58","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=4919"},"modified":"2018-01-21T00:21:58","modified_gmt":"2018-01-20T22:21:58","slug":"vassilakou-will-tschetschenischer-familie-im-container-helfen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=4919&lang=de","title":{"rendered":"Vassilakou will tschetschenischer Familie im Container helfen"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_4920\" aria-describedby=\"caption-attachment-4920\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4920 size-full\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/tikaev.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"375\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/tikaev.jpg 500w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/tikaev-300x225.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/tikaev-480x360.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-4920\" class=\"wp-caption-text\">foto: privat Die Unsicherheit f\u00fcr Familie Tikaev geht weiter. Von links nach rechts: Amirkhan (14), Roman (49), Alikhan (12), Amina (11), Arina (16) und Mutter Gulzara (36). Wiens Vizeb\u00fcrgermeisterin Maria Vassilakou bietet f\u00fcr die Kinder t\u00e4glichen Schultransport an.<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Mit Meldung wegen Kindeswohlverletzung m\u00f6chte Wiener Vizeb\u00fcrgermeisterin Schulausschluss der Kinder beenden<\/strong><\/p>\n<p>Schwechat\/Wien \u2013 Im Fall der tschetschenischen Familie Tikaev, die samt ihren vier Kindern seit 2. J\u00e4nner unter permanenter Abschiebedrohung in einem Containerzimmer in der Betreuungsstelle Schwechat lebt, sei es nun an der Zeit zu handeln, meint Wiens gr\u00fcne Vizeb\u00fcrgermeisterin Maria Vassilakou.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Containersiedlung ist ein trostloser Ort, f\u00fcr Kinder absolut ungeeignet \u2013 auch wenn sich das Personal der Betreuungsfirma ORS nach Kr\u00e4ften bem\u00fcht. Statt in die Schule zu gehen, haben die Kinder nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag im Aufenthaltsraum vor dem Fernseher zu sitzen&#8220;, sagt Vassilakou \u2013 und k\u00fcndig im STANDARD rechtliche Schritte an.<\/p>\n<p><strong>Auch Anzeige erwogen<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Ich werde bei der zust\u00e4ndigen Kinder- und Jugendhilfe zeitnah eine Gef\u00e4hrdungsmeldung wegen Verletzung des Kindeswohls machen&#8220;, sagt Vassilakou. Auch eine Anzeige erw\u00e4gt sie: Die vom Bundesamt f\u00fcr Fremdenwesen und Asyl (BFA) erteilte Wohnsitzauflage, die mit einer Gebietsbeschr\u00e4nkung auf den Bezirk Schwechat verbunden ist, verunm\u00f6glicht den Kindern den Schulbesuch \u2013 und das seit inzwischen zwei Wochen. Dabei sind diese allesamt ehrgeizige Sch\u00fcler, der zw\u00f6lfj\u00e4hrige Alikhan etwa ist Klassensprecher in der 2b der Sportmittelschule Pastorgasse, die 16-j\u00e4hrige Arina macht, ihrem langj\u00e4hrigen Berufswunsch folgend, eine Ausbildung zur Kinderg\u00e4rtnerin.<\/p>\n<p>Um den Schulausschluss zu beenden, hat Vassilakou einen konkreten Vorschlag: &#8222;Ich biete ab Montag f\u00fcr die Kinder t\u00e4glich Schultransport an, morgens aus Schwechat nach Wien und abends wieder zur\u00fcck.&#8220; Keine R\u00fcckmeldung von Kickl<\/p>\n<p>Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass die Gebietsbeschr\u00e4nkung f\u00fcr die Kinder aufgehoben wird. Doch von Innenminister Herbert Kickl (FP\u00d6), mit dem sie seit Donnerstagmittag in Kontakt zu treten versuche, habe sie bisher keine R\u00fcckmeldung erhalten. Kickl, so Vassilakou, w\u00fcrde es &#8222;gut anstehen, die \u00d6rtlichkeit in Schwechat zu besuchen und sich ein Bild von der Familie zu machen&#8220;.<\/p>\n<p>Diese wurde am Freitag in der Betreuungsstelle von zwei Mitarbeitern des Vereins Menschenrechte \u00d6sterreich (VM\u00d6) aufgesucht \u2013 mit der Frage, ob die Tikaevs bereit seien, aus Eigenem nach Russland zur\u00fcckzukehren. Unter Hinweis auf den noch nicht entschiedenen Bleiberechtsantrag lehnte der Vater, Roman Tikaev (49), dies ab.<\/p>\n<p><strong>Lange Pausen der Beh\u00f6rden<\/strong><\/p>\n<p>Besagtes Bleiberechtsverfahren ist bis dato nicht beendet. Nach dem diesbez\u00fcglichen Antrag 2016 warteten die Tikaevs mehr als ein Jahr lang, ohne dass die Beh\u00f6rde einen erkennbaren Schritt unternommen hatte. Die erste diesbez\u00fcgliche Einvernahme fand heuer am 3. J\u00e4nner statt. Da war die Familie bereits auf Basis eines Mandatsbescheids ins R\u00fcckkehrzentrum \u00fcbersiedelt. &#8222;Mehr als ein Jahr ist eine sehr lange Zeit des Wartens und der Unsicherheit&#8220;, kommentiert dies die Kinderrechtsexpertin bei der Asylkoordination, Katharina Glawischnig.<\/p>\n<p>Auch das vorgehende Asylverfahren der Familie \u2013 es begann 2011 und wurde 2015 negativ beschieden \u2013 zeichnete sich durch gro\u00dfe Pausen aus. Die Verantwortung f\u00fcr die lange Dauer der Verfahren liege &#8222;klar im Bereich der Beh\u00f6rden und Gerichte&#8220;, schreibt der Anwalt der Familie, Christian Schmaus, in einer am Freitag beim BFA eingebrachten Stellungnahme.<\/p>\n<p><strong>Widerspruch zur Beh\u00f6rdensicht<\/strong><\/p>\n<p>Die Familie habe &#8222;nie einen Beh\u00f6rdentermin vers\u00e4umt und sich immer kooperativ gezeigt&#8220;, widerspricht er im STANDARD-Gespr\u00e4ch der Sicht der Beh\u00f6rden. Die Antr\u00e4ge auf Bleiberecht wegen guter Integration h\u00e4lt er aufrecht.<\/p>\n<p>Kritik an der Behandlung der Tikaevs kam am Freitag auch vom Wiener Jugendstadtrat J\u00fcrgen Czernohorszky (SP\u00d6). &#8222;Jedes Kind hat grundlegende Rechte. Wenn Kinder wochenlang in einem Container leben m\u00fcssen, ohne ihre Schulen besuchen zu k\u00f6nnen, l\u00e4uft hier eindeutig etwas falsch&#8220;, sagte er.<\/p>\n<p>(Irene Brickner, 19.1.2018)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>derstandard.at<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Meldung wegen Kindeswohlverletzung m\u00f6chte Wiener Vizeb\u00fcrgermeisterin Schulausschluss der Kinder beenden Schwechat\/Wien \u2013 Im Fall der tschetschenischen Familie Tikaev, die samt ihren vier Kindern seit 2. 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