{"id":5498,"date":"2018-03-13T10:13:40","date_gmt":"2018-03-13T08:13:40","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=5498"},"modified":"2018-03-13T10:13:40","modified_gmt":"2018-03-13T08:13:40","slug":"us-aussenminister-droht-russland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=5498&lang=de","title":{"rendered":"US-Au\u00dfenminister droht Russland"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_5499\" aria-describedby=\"caption-attachment-5499\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-5499\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/usa-e1520928661437.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-5499\" class=\"wp-caption-text\">Immer noch dauern die Ermittlungen am Tatort in Salisbury an AFP\/Adrian Dennis<\/figcaption><\/figure>\n<h2>\u201eAngemessene, ernste Konsequenzen\u201c<\/h2>\n<p class=\"teaser\"><strong>Nach Einsch\u00e4tzung der US-Regierung ist Russland \u201ewahrscheinlich verantwortlich\u201c f\u00fcr den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Yulia in Gro\u00dfbritannien. Den Verantwortlichen, \u201esowohl denen, die das Verbrechen begangen haben, als auch denen, die es in Auftrag gegeben haben\u201c, m\u00fcssten \u201eangemessene, ernsthafte Konsequenzen\u201c drohen, so US-Au\u00dfenminister Rex Tillerson am Dienstag.<\/strong><\/p>\n<p>Die US-Regierung habe \u201evolles Vertrauen\u201c in die britischen Ermittlungen und die Einsch\u00e4tzung, dass Russland wahrscheinlich verantwortlich f\u00fcr die Nervengiftattacke sei, sagte Tillerson. Man gehe von versuchter Ermordung aus. Die beiden Verb\u00fcndeten w\u00fcrden ihre Reaktionen weiterhin \u201eeng abstimmen\u201c.<\/p>\n<div class=\"image bigpicture\">\n<p class=\"caption\">Immer noch dauern die Ermittlungen am Tatort in Salisbury an<\/p>\n<\/div>\n<h2>May von Russlands Schuld \u00fcberzeugt<\/h2>\n<p>Die britische Premierministerin Theresa May hatte zuvor am Montag in einer Rede vor dem Parlament in London mitgeteilt, der Anschlag sei mit einer Sorte Nervengift ausgef\u00fchrt worden, die in Russland entwickelt worden sei. Das verwendete Gift aus der Gruppe der Nowitschok-Substanzen sei \u201evon milit\u00e4rischer Qualit\u00e4t\u201c. Offizielle Stellen in Russland h\u00e4tten den Anschlag entweder direkt in Auftrag gegeben oder ihn zumindest erm\u00f6glicht. Moskau m\u00fcsse sich bis Dienstagabend gegen\u00fcber der Organisation f\u00fcr das Verbot chemischer Waffen \u00e4u\u00dfern, sagte May.<\/p>\n<p>Die Erkenntnisse lie\u00dfen nur zwei Schl\u00fcsse zu, so die Premierministerin: Entweder der Anschlag sei ein direkter Angriff des russischen Staats auf Gro\u00dfbritannien gewesen, oder die russische Regierung habe die Kontrolle \u00fcber das Nervengift verloren, das damit in die H\u00e4nde Dritter geraten sei. Bis Dienstagabend erwarte sie sich aus Moskau eine Antwort, welche der beiden Varianten zutreffend sei.<\/p>\n<h2>Moskau sieht \u201eantirussische Propaganda\u201c<\/h2>\n<p>Moskau hat jegliche Beteiligung an dem Attentat abgestritten und London antirussische Propaganda vorgeworfen. Die russische Botschaft in Gro\u00dfbritannien hatte noch kurz vor Mays Rede die Regierung in London vor einem \u201egef\u00e4hrlichen Spiel\u201c mit der \u00d6ffentlichkeit gewarnt. Kreml-Sprecher Dimitri Peskow hatte gesagt, der Fall Skripal sei \u201enicht unser Problem\u201c. Skripal habe f\u00fcr einen der britischen Geheimdienste gearbeitet, und der Fall habe sich in Gro\u00dfbritannien zugetragen.<\/p>\n<div class=\"image bigpicture\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"\u00a9 APA\/AP\/Misha Japaridze\" src=\"https:\/\/orf.at\/static\/images\/site\/news\/20180310\/grossbritannien_russland_spion_body01_ap.4806497.jpg\" alt=\"Sergej Skripal\" width=\"800\" height=\"533\" \/><\/p>\n<p class=\"credit\">APA\/AP\/Misha Japaridze<\/p>\n<p class=\"caption\">Sergej Skripal befindet sich weiter in kritischem Zustand (Archivbild)<\/p>\n<\/div>\n<p>Das russische Au\u00dfenministerium sprach von einer \u201eZirkusnummer\u201c im britischen Parlament. \u201eDer Schluss ist klar &#8211; es ist eine regul\u00e4re informationspolitische Kampagne, basierend auf Provokationen\u201c, so Au\u00dfenamtssprecherin Maria Sacharowa.<\/p>\n<h2>Sanktionen m\u00f6glich<\/h2>\n<p>Damit d\u00fcrfte sich das Verh\u00e4ltnis zwischen London und Moskau weiter verschlechtern. Wenige Stunden zuvor hatte May eine Krisensitzung des Nationalen Sicherheitsrats geleitet. Daran nahmen Vertreter aus Politik, der Geheimdienste und Streitkr\u00e4fte teil.<\/p>\n<p>Beobachter hielten es f\u00fcr m\u00f6glich, dass Gro\u00dfbritannien nach Ablauf des Ultimatums Strafma\u00dfnahmen gegen Russland verh\u00e4ngt. Nach Informationen der \u201eTimes\u201c bereitet die britische Regierung Sanktionen gegen Russland vor. Sie habe unter anderem die Ausweisung von Diplomaten und die Annullierung von Visa von Russen mit Verbindungen zum Kreml gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Die NATO zeigte sich unterdessen \u201esehr besorgt\u201c \u00fcber den Einsatz von Nervengift von milit\u00e4rischer Qualit\u00e4t. Gro\u00dfbritannien sei ein hoch gesch\u00e4tzter Verb\u00fcndeter und \u201edieser Zwischenfall\u201c sei f\u00fcr die NATO Anlass f\u00fcr \u201egro\u00dfe Besorgnis\u201c, erkl\u00e4rte NATO-Generalsekret\u00e4r Jens Stoltenberg am Dienstag. Der Einsatz eines jeden Nervenkampfstoffes sei \u201eabscheulich\u201c und \u201ev\u00f6llig inakzeptabel\u201c. Die NATO stehe in der Angelegenheit mit den britischen Beh\u00f6rden in Kontakt.<\/p>\n<h2>Vater und Tochter weiter in Lebensgefahr<\/h2>\n<p>Der 66-j\u00e4hrige Russe Skripal und seine 33-j\u00e4hrige Tochter Yulia waren am 4. M\u00e4rz in Salisbury s\u00fcdwestlich von London bewusstlos auf einer Bank aufgefunden worden. Den britischen Strafverfolgungsbeh\u00f6rden zufolge wurden sie Opfer eines Mordversuchs mit einem Nervengift. Ihr Zustand wird als weiterhin lebensbedrohlich, aber stabil bezeichnet.<\/p>\n<p>Skripal, ein Oberst des russischen Milit\u00e4rgeheimdiensts, war 2006 in Russland wegen des Vorwurfs der Spionage f\u00fcr Gro\u00dfbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt worden. Er soll russische Agenten an den britischen Geheimdienst MI6 verraten haben. Im Zuge eines Gefangenenaustauschs zwischen Russland und den USA kam er 2010 nach Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<h2>Nervengift in Restaurant<\/h2>\n<p>Insgesamt mussten 21 Menschen im Krankenhaus behandelt werden, darunter auch ein Polizist. Er ist bei Bewusstsein und ansprechbar. Hunderte Beamte der britischen Anti-Terror-Einheit ermitteln mit Unterst\u00fctzung der Streitkr\u00e4fte im Fall Skripal. Am Wochenende entdeckten sie in einer Pizzeria und in einem Pub in Salisbury \u00dcberreste des verwendeten Nervengifts. Besuchern beider Lokale wurde geraten, vorsichtshalber ihre pers\u00f6nlichen Gegenst\u00e4nde zu waschen.<\/p>\n<p>Die sp\u00e4te Warnung der Beh\u00f6rden w\u00fcrde \u00f6ffentlich heftig kritisiert. Auch der ehemalige Leiter des Regiments f\u00fcr chemische, biologische, radiologische, nukleare Kampfstoffe sprach von Vers\u00e4umnissen. Seine Abteilung bei der britischen Armee wurden vor einigen Jahren aus Kostengr\u00fcnden geschlossen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>http:\/\/orf.at\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAngemessene, ernste Konsequenzen\u201c Nach Einsch\u00e4tzung der US-Regierung ist Russland \u201ewahrscheinlich verantwortlich\u201c f\u00fcr den Giftanschlag auf den ehemaligen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Yulia in Gro\u00dfbritannien. Den Verantwortlichen, \u201esowohl denen, die das Verbrechen begangen haben, als auch denen, die es in Auftrag gegeben haben\u201c, m\u00fcssten \u201eangemessene, ernsthafte Konsequenzen\u201c drohen, so US-Au\u00dfenminister Rex Tillerson am Dienstag. 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