{"id":6255,"date":"2018-04-24T15:55:41","date_gmt":"2018-04-24T13:55:41","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=6255"},"modified":"2018-04-24T15:55:41","modified_gmt":"2018-04-24T13:55:41","slug":"michael-haeupl-moschee-schulen-auch-zusperren","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=6255&lang=de","title":{"rendered":"Michael H\u00e4upl: &#8222;Moschee-Schulen auch zusperren&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"story_titles\">\n<figure id=\"attachment_6256\" aria-describedby=\"caption-attachment-6256\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6256\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/\u043c\u0438\u0445\u0430\u0435\u043b\u044c-\u0445\u0435\u0439\u043f\u0435\u043b\u044c.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"293\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/\u043c\u0438\u0445\u0430\u0435\u043b\u044c-\u0445\u0435\u0439\u043f\u0435\u043b\u044c.jpg 600w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/\u043c\u0438\u0445\u0430\u0435\u043b\u044c-\u0445\u0435\u0439\u043f\u0435\u043b\u044c-300x147.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/04\/\u043c\u0438\u0445\u0430\u0435\u043b\u044c-\u0445\u0435\u0439\u043f\u0435\u043b\u044c-480x234.jpg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6256\" class=\"wp-caption-text\">R\u00fcckflug von Peking: B\u00fcrgermeister Michael H\u00e4upl beim Interview mit &#8222;Heute&#8220;-Redakteur Peter Lattinger (Bild: heute.at)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>B\u00fcrgermeister H\u00e4upl \u00fcber den Kindersoldaten-Skandal in einer Wiener Moschee, Zuwanderung und seine 8.600 Tage dauernde Amtszeit als Stadtchef.<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem R\u00fcckflug von Peking, wo er seinen Amtskollegen traf, gab B\u00fcrgermeister Michael H\u00e4upl\u00a0<i>\u201eHeute\u201c<\/i>\u00a0ein Interview \u2013 ein Monat vor seinem R\u00fcckzug aus der Politik spricht der Stadtchef \u00fcber seine gr\u00f6\u00dften Erfolge, seine bittersten Niederlagen und seine lockeren Spr\u00fcche.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Was denken Sie, wenn Sie Kindersoldaten in einer Wiener Moschee sehen?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Katastrophal. Wenn diese Vorw\u00fcrfe stimmen, m\u00fcssen wir eine solche Moschee-Schule auch zusperren k\u00f6nnen. Auch wenn es die gr\u00f6\u00dfte ATIB-Schule ist. Das geht so nicht, das ist nicht zu dulden und das ist undiskutierbar.<\/p>\n<p><b>&#8222;Bei Integration nicht alles richtig gemacht&#8220;<br \/>\n<\/b><br \/>\n<i>\u201eHeute\u201c: Zuwanderung und Integration haben Sie in Ihrer gesamten Amtszeit begleitet. Haben Sie alles richtig gemacht?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Ja und Nein. Was wir gut gemacht haben, war Integration im engeren Sinn. Da haben wir wahnsinnig viel \u00fcbernommen, was der Bund vers\u00e4umt hat. Der gr\u00f6\u00dfte Fehler war, dass wir zu wenig geredet haben. Au\u00dfer 2015, wo das im Wahlkampf total polarisiert hat. Wir haben zu wenig deutlich gemacht: Da geht es nicht um Gutmenschen oder Schlechtmenschen, sondern dass man Leuten, die da sind, hilft. Wir h\u00e4tten das offensiver angehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Empfinden Sie angesichts Ihres Abschiedes Wehmut?<br \/>\n<\/i>H\u00e4upl: Ich habe mir die Entscheidung lange \u00fcberlegt. Es hat mich niemand gezwungen, aus dem Amt zu scheiden. Es ist kaum Wehmut dabei, aber ein bisschen regt sich schon was, wenn man 30 Jahre in der Stadtregierung und 24 Jahre B\u00fcrgermeister war. Aber ich habe mich auf das Nachher gut vorbereitet. Es ist schon o.k.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Wie werden Historiker Ihre \u00c4ra sehen?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Es gibt ein paar Eckpfeiler. Etwa: Das war der B\u00fcrgermeister, der Wien in die EU gef\u00fchrt hat. Wahrscheinlich werden sie auch sagen: Das ist der B\u00fcrgermeister, der 2015 fast eine Million Fl\u00fcchtlinge durch Wien geschleust hat. Worauf ich am meisten stolz bin: Wien ist eine Stadt der Kultur, aber soll auch eine Weltstadt des Wissens werden. Hier haben wir viel weitergebracht. Da reden wir \u00fcber die Arbeitspl\u00e4tze unserer Kinder und Enkel.<\/p>\n<p><b>Bittere private Momente<br \/>\n<\/b><br \/>\n<i>\u201eHeute\u201c: Ihre Amtszeit dauert 8.600 Tage. Was war der sch\u00f6nste, was der schw\u00e4rzeste Tag?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Ein sehr sch\u00f6ner Tag war zweifellos der Beitritt \u00d6sterreichs zur EU. Politisch ein bitterer Moment war meine erste Wahl 1996, wo wir unter 40 Prozent gefallen sind. Danach haben wir noch zwei Mal die absolute Mehrheit gewonnen, das war der Ausgleich. Aber die wirklich bitteren Momente waren, das muss ich ehrlich sagen, im pers\u00f6nlichen, privaten Bereich angesiedelt, wie zum Beispiel der Tod meines Freundes Andi Honay. Das war entsetzlich, bis heute ist das furchtbar.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Sie sind bekannt f\u00fcr Ihre lockeren Spr\u00fcche, von den \u201emiesels\u00fcchtigen Koffern\u201c bis zu den &#8222;Lehrern, die nur bis Dienstag mittag arbeiten\u201c. Haben Sie die flapsigen Sager manchesmal bereut?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Die meisten waren schon lustig, aber nicht auf alle bin ich stolz, das muss man schon sagen. Auf die miesels\u00fcchtigen Koffer bin ich nicht rasend stolz. Aber es hat mich Gott sei Dank eh nie jemand danach gefragt, wen ich damit gemeint habe.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Sie k\u00f6nnten dieses Geheimnis jetzt l\u00fcften.<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Nein, nein, jetzt schon gar nicht. Und der Lehrersager war prim\u00e4r bezogen auf den Vergleich meiner Arbeitszeit mit der Argumentation der konservativen Lehrergewerkschaft. Dass man bei 20 Stunden, die die \u00e4lteren Lehrer noch haben, sagt, das darf nicht mehr werden und sogar die Formulierung w\u00e4hlt, wenn das passiert, dann gibt es Krieg: Dann frage ich mich schon, wer da eigentlich kritisiert werden muss. Mein flapsiger Sager oder Leute, die sagen, es gibt Krieg, wenn man \u00fcber mehr Arbeitszeit diskutiert. Zu dem stehe ich absolut.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Wie wird Ihr erster Tag in Pension aussehen?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Das wei\u00df ich noch nicht, das wird ein merkw\u00fcrdiges Gef\u00fchl sein. Am ersten Tag findet eine Landtagssitzung statt, und ich bin nicht dabei.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Sie k\u00f6nnten sich auf den Balkon im Sitzungssaal setzen und zuschauen.<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Sicher nicht. Was ich da mache, wei\u00df ich noch nicht, aber ein komisches Gef\u00fchl ist das sicher.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute: Was wird Ihnen am meisten fehlen?<br \/>\n<\/i>H\u00e4upl: Naja, der volle Terminkalender nicht. B\u00fcrgermeister von Wien zu sein ist schon etwas, wo man etwas machen kann. Nicht nur wegen der sehr b\u00fcrgermeister-zentrierten Verfassung, sondern man kann wirklich etwas machen. Mit Macht kann ich schon umgehen, aber sinnvoll: Wenn eine Frau mit zwei Kindern kommt, die Alleinerzieherin und Regaleinschlichterin ist und mit ihrem Geld nicht auskommt, und sagt: Bitte helfen Sie mir, nat\u00fcrlich kann man da helfen. Etwa \u00fcber die bedarfsorientierte Mindestsicherung, wo ja 85 Prozent so genannte Bezuschusste sind, die entweder eine Pension oder ein Einkommen haben, von dem sie nicht leben k\u00f6nnen. Da kann man helfen, bescheiden, aber immerhin, viele andere politische Funktionstr\u00e4ger k\u00f6nnen das nicht. Das wird mir ein bisschen abgehen, aber solche F\u00e4lle werden auch in Zukunft gel\u00f6st werden.<\/p>\n<p><b>&#8222;Werde sicher nicht Balkon-Muppet schlie\u00dfen&#8220;<br \/>\n<\/b><br \/>\n<i>\u201eHeute\u201c: Gibt es etwas, das Sie Ihrem Nachfolger auf den Weg mitgeben?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Nein, er kriegt von mir jede Hilfe, die er braucht, aber nur die Hilfe, die er w\u00fcnscht. Was ich sicher nicht machen werde, ist den Balkon-Muppet zu spielen.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Die Nachfolgefrage hat Ihre Partei gespalten. In welchem Zustand \u00fcbergeben Sie sie?<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Sie war vor dem Parteitag gespaltener, weil relativ viel Emotionen drin waren. Es hat ein eindeutiges Ergebnis gegeben. Wenn man nicht Selbstmord begehen will wie die Gr\u00fcne, dann ist Michael Ludwig jetzt der Chef \u2013 und aus. So sehen das 90 Prozent.<\/p>\n<p><b>&#8222;Man wei\u00df schon, wo der Gegner sitzt&#8220;<br \/>\n<\/b><br \/>\n<i>\u201eHeute\u201c: Sind Sie zuversichtlich, dass sie bis 2020 geeint ist?<br \/>\n<\/i>H\u00e4upl: Das ist sie weitestgehend jetzt schon, bis dahin sicher. Wir haben eine schwarzblaue Regierung: Man wei\u00df schon, wo der Gegner sitzt. Nicht bei den eigenen Leuten.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Ist die SP\u00d6 im Bund gut aufgestellt?<br \/>\n<\/i>H\u00e4upl: Es wird immer besser. Christian Kern, der eigentlich ein geborener Bundeskanzler ist, muss in die Rolle des Oppositionsf\u00fchrers hineinwachsen.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Kern kann das?<br \/>\n<\/i>H\u00e4upl: Ja, ich h\u00e4tte aber nicht jeden seiner Vergleiche gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p><i>\u201eHeute\u201c: Sie meinen den Dollfu\u00df-Vergleich in der AUVA-Diskussion.<\/i><br \/>\nH\u00e4upl: Es war immerhin eine Diktatur, die ein KZ errichtet hat. Soweit sind wir ja wirklich nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>http:\/\/www.heute.at\/politik\/news<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>B\u00fcrgermeister H\u00e4upl \u00fcber den Kindersoldaten-Skandal in einer Wiener Moschee, Zuwanderung und seine 8.600 Tage dauernde Amtszeit als Stadtchef. 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