{"id":6940,"date":"2018-06-20T12:58:42","date_gmt":"2018-06-20T10:58:42","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=6940"},"modified":"2018-06-20T12:58:42","modified_gmt":"2018-06-20T10:58:42","slug":"die-anklage-ist-eine-reine-erfindung-ein-kriminalroman","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=6940&lang=de","title":{"rendered":"&#8222;Die Anklage ist eine reine Erfindung, ein Kriminalroman&#8220;"},"content":{"rendered":"<figure id=\"attachment_6941\" aria-describedby=\"caption-attachment-6941\" style=\"width: 540px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-6941\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/.-e1529492300182.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"374\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-6941\" class=\"wp-caption-text\">Angeklagter Karl Heinz Grasser, Anwalt Norbert Wess und Anwalt Manfred Ainedter<br \/>Bild: picturedesk.com\/APA<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong class=\"article_teaser\">Grasser: &#8218;Meine Frau hatte oft Probleme mit ihrer Kreditkarte.&#8216;<\/strong><\/p>\n<div class=\"article_body\">\n<p>Sechs Stunden trug Grasser seine Sicht der Dinge vor. Gleich zu Beginn sagte er auf die Frage \u201eSchuldig oder nicht schuldig?\u201c laut und vernehmlich: \u201eNicht schuldig.\u201c Hier die besten Passagen seiner Aussagen vor Gericht.<\/p>\n<ul>\n<li><strong>\u00dcber sein Leben nach der Buwog-Anklage:\u00a0<\/strong>\u201eEs ist sehr schwierig f\u00fcr mich, als Angeklagter hier zu stehen, sicher die schwierigste Situation in meinem Leben. Das Ermittlungsverfahren ist teilweise gesetzeswidrig verlaufen, weil es \u00f6ffentlich gef\u00fchrt worden ist. Ich bin neun Jahre kriminalisiert und als Verbrecher hingestellt worden.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber die enorme Belastung:\u00a0<\/strong>\u201eMeine wirtschaftliche Existenz ist zerst\u00f6rt. Die Belastung f\u00fcr meine Familie und mich ist enorm. Der Schaden ist nahezu der gleiche, als w\u00e4re ich vor acht Jahren verurteilt worden.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber die Anklageschrift:\u00a0<\/strong>\u201eAus meiner Sicht ist die Anklage eine reine Erfindung, ein Kriminalroman, der mit der Wahrheit gar nichts zu tun hat. Ich habe die Anklage Schritt f\u00fcr Schritt studiert. Stein f\u00fcr Stein habe ich aufgehoben, die Wahrheit dazu gesagt und monatelang an meiner Gegenschrift zur Anklage gearbeitet. Meine Anw\u00e4lte haben das dann in eine \u00adjuristische Form gebracht. Die Anklage hat kein Fundament, beruht auf Thesen, Spekulationen und Mutma\u00dfungen der Staatsanwaltschaft. Belastbare Fakten gibt es nicht.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber einen Tatplan:<\/strong>\u00a0\u201eSie haben mir zugetraut, dass ich hundert oder mehr Z\u00fcge im Voraus in die Zukunft geplant und umgesetzt habe. Besser als jeder Schachweltmeister. Sie haben mir zugetraut, dass ich 2000 einen Tatplan machen kann, weil ich 2006 eine Provision bekommen w\u00fcrde. Ich werde von der Anklage zum Harry Potter der Privatisierung gemacht.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Schwarz-Blau:<\/strong>\u00a0\u201eDas Jahr 2000 war ein extrem schwieriges Jahr. In so einer Zeit entwickelt niemand einen Tatplan. Ich bringe ja nicht 10\u00a0Kilo Dynamit unter meinem Sessel an. Wenn man ums berufliche \u00dcberleben k\u00e4mpft, hat man keine Zeit f\u00fcr einen Tatplan.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber den Job als Finanz\u00administer:\u00a0<\/strong>\u201eDie Staatsanwaltschaft hat nicht verstanden, was ein Finanzminister tun muss. Ein Finanzminister macht Vorgaben. Aber ein Bundesminister f\u00fcr Finanzen setzt nichts um, setzt keine operativen Handlungen, weil ihm daf\u00fcr die Zeit fehlt. Ich bin als Finanzminister verantwortlich f\u00fcr die Buwog-Privatisierung und die Vergabe des Terminal-Towers gewesen. Ich habe das organisieren, aber nicht umsetzen m\u00fcssen.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber den Buwog-Verkauf:\u00a0<\/strong>\u201eDer Verkauf der Buwog war objektiv, transparent, und die politischen Ziele wurden erreicht. Ich bin \u00fcberzeugt, dass dieses Verfahren die Wahrheit ans Licht bringen wird.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber J\u00f6rg Haider:<\/strong>\u00a0\u201eJ\u00f6rg \u00adHaider war in jede Entscheidung der damaligen Bundesregierung eingebunden. Haider war damals FP\u00d6-Parteiobmann und die graue Eminenz der Regierung und in alles involviert.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber einen 960-Millionen-Tipp an Meischberger:<\/strong>\u00a0\u201eDas ist falsch, ich habe niemandem Informationen aus dem vertraulichen Bieterprozess weitergegeben, ich hatte diese Informationen selbst nicht. Erst am 7.\u00a0Juni habe ich die Informationen \u00fcber das verbindliche Angebot bekommen, das bis zum 4.\u00a0Juni abgegeben werden musste. Ich habe zwischen dem 3. und 15.\u00a0Juni 2004, in der hei\u00dfen Verkaufsphase, keinen Kontakt mit Meischberger gehabt. Er hatte \u00adoffenbar eine Information \u00fcber die 960\u00a0Mio. von Haider gehabt, aus dem inneren Kreis konnte er keine haben \u2013 schon gar nicht von mir.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber die Rolle Haiders beim Verkauf:<\/strong>\u00a0\u201eIch habe zwei Ministerratsvortr\u00e4ge erstellen lassen \u2013 einen mit Bestbieter CA Immo und einen mit Bestbieter \u00d6sterreich-Konsortium. Bis zuletzt ist f\u00fcr mich nicht absch\u00e4tzbar gewesen, ob K\u00e4rnten das Vorkaufsrecht aus\u00fcben wird. H\u00e4tte K\u00e4rnten das Vorkaufsrecht ausge\u00fcbt, w\u00e4re der Rest der Gesellschaften an die CA Immo gegangen \u2013 ein Bietersturz w\u00e4re also die Folge gewesen. Tats\u00e4chlich hat die K\u00e4rntner Landesregierung \u00fcber den Bestbieter entschieden.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber seinen Gang in die Politik:<\/strong>\u00a0\u201eMit dem Schritt von der Wirtschaft in die Politik habe ich auf Geld verzichtet, bei Magna habe ich deutlich mehr verdient. Geld war nicht meine Mo\u00adtivation, in die Politik zu \u00adgehen.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Bestechlichkeit beim Verkauf des Linzer Terminal-Towers:\u00a0<\/strong>\u201eDas ist eine Seifen\u00adblase, die zerplatzen wird. Ich habe in der Frage der Einmietung der Finanzbeh\u00f6rden in das Linzer B\u00fcrohaus gar keine Rolle gespielt.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Geldfl\u00fcsse auf Liechtenstein-Konten:\u00a0<\/strong>\u201eIch bin nicht wirtschaftlicher Berechtigter bei den Konten, habe keine Wahrnehmungen zu \u00dcberweisungen auf Konten der Astropolis oder der Omega, bei Mandarin gab es eine Transaktion. Die Konten Natalie, Nati, Konto Walter oder 400.815, dazu wei\u00df ich nichts. Konto 400.815 kenne ich nicht.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Bargeld:<\/strong>\u00a0\u201eMeine Einzahlungen haben nichts mit den Barauszahlungen von Walter Meischberger zu tun. Bis zu meiner Hochzeit mit Fiona habe ich nie Bareinzahlungen gemacht. Ich habe die Hochzeit bezahlt, sie hat mir das Geld\u00a0 bar zur\u00fcckgegeben. Auch beim Wohnungsausbau hat sie mir Beitr\u00e4ge gegeben, die habe ich eingezahlt.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Fionas Kreditkarte:<\/strong>\u00a0\u201eMeine Frau hatte oft Pro\u00adbleme mit ihrer Kreditkarte \u2013 diese funktionierte immer wieder nicht. Ich habe dann die Rechnung selbst \u00fcbernommen, und meine Frau zahlte das Geld bar \u00adzur\u00fcck. \u00adDas habe ich dann eingezahlt. Alles ohne Zusammenhang mit Walter Meischberger und dessen Konten.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber 500.000 Euro von der Schwiegermutter:\u00a0<\/strong>\u201eDie 500.000 Euro geh\u00f6ren meiner Schwiegermutter, das ist die Wahrheit. Das geht weit in meine Intimsph\u00e4re und in die Privatsph\u00e4re meiner Familie. Meine Schwiegermutter wollte das Geld meiner Frau und auch mir schenken. Ich war von der unglaublichen Gro\u00dfz\u00fcgigkeit \u00fcberrascht. Ich habe meine Frau aus \u00adLiebe geheiratet und nicht, weil sie Geld hat.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber die Veranlagung der 500.000 Euro:<\/strong>\u00a0\u201eDarf ich das Geld \u00fcberhaupt (aus der Schweiz, Anm. d. Red.) mitnehmen \u00fcber die Grenze? (Grasser fragte in der Folge im Finanzministerium nach, Anm. d. Red.) Erst danach habe ich das Familiengeld mitgenommen und veranlagt. So geht man mit anvertrautem Geld um: sorgf\u00e4ltig, nachvollziehbar und \u00fcberpr\u00fcfbar und f\u00fcr meine Familie transparent.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Peter Hochegger:\u00a0<\/strong>\u201eDas L\u00fcgen ist ein Teil der charakterlichen Disposition des Peter Hochegger. Eine Schlange, die sich h\u00e4utet, bleibt am Ende des Tages eine Schlange.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber Walter Meischberger:<\/strong>\u00a0\u201eEin Freund bleibt ein Freund, auch wenn er einmal einen Fehler macht.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber den Prozess:\u00a0<\/strong>F\u00fcr mich geht es hier um viel. Es geht um mein Leben.\u201c<\/li>\n<li><strong>\u00dcber ein Motiv:<\/strong>\u00a0\u201eMir fehlt jedes Motiv f\u00fcr ein solches Verbrechen, das mir vorgeworfen wird. Ich habe immer relativ viel Geld verdient. Mir fehlt jeder Grund, durch ein solches Verbrechen mein Leben, meine Ehe und meine Familie zu zerst\u00f6ren. Ich bin zuversichtlich, dass von der Anklage nichts \u00fcbrig bleibt. Ich kann nur sagen, hohes Gericht, ich bin unschuldig.\u201c<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"spunQRelatedArticles\" data-elements=\"3\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"spunQRelatedArticlesHeadline\">http:\/\/www.oe24.at<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grasser: &#8218;Meine Frau hatte oft Probleme mit ihrer Kreditkarte.&#8216; Sechs Stunden trug Grasser seine Sicht der Dinge vor. 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