{"id":8284,"date":"2018-10-20T23:42:27","date_gmt":"2018-10-20T21:42:27","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=8284"},"modified":"2018-10-20T23:42:27","modified_gmt":"2018-10-20T21:42:27","slug":"man-muesste-putin-in-den-haag-anklagen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=8284&lang=de","title":{"rendered":"&#8222;Man m\u00fcsste Putin in Den Haag anklagen&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"em_rotate em_reset_top ui-tabs ui-widget ui-widget-content ui-corner-all\">\n<div class=\"em_clear\">\n<figure id=\"attachment_8285\" aria-describedby=\"caption-attachment-8285\" style=\"width: 450px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8285\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/-e1540071695619.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"338\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-8285\" class=\"wp-caption-text\">Sky News<br \/>Alexander Petrov and Ruslan Boshirov. Pic: MailOnline<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Der russische Aufdecker Dobrochotow von der &#8222;Insider&#8220;-Plattform \u00fcber dilettantische Geheimdienstler.<\/strong><\/div>\n<\/div>\n<div class=\"em_cnt_center\">\n<div class=\"em_cnt_middle\">\n<div id=\"em_cnt_artikel\" class=\"em_cnt_artikelansicht ui-tabs-panel ui-widget-content ui-corner-bottom\">\n<div id=\"em_artikelansicht_artikel\">\n<div class=\"em_artikelansicht_zusatzcontent em_right em_cnt_zoom\">\n<div class=\"em_zusatz_box_container\">\n<div class=\"em_zusatz_box\">\n<div class=\"em_zusatz_box_body\"><span class=\"em_cnt_caption em_cnt_zoom_visible em_left\">Videoaufnahmen der Polizei von London zeigen die beiden M\u00e4nner, die die Rechercheplattform &#8222;Bellingcat&#8220; als Ruslan Boshirov und Alexander Petrov identifiziert hat. Sie sollen den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal vergiftet haben.<\/span><span class=\"em_cnt_copyright em_cnt_zoom_visible em_right\">\u00a9 APAweb, ap, Metropolitan Police<\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p id=\"absatz1\" class=\"em_text\">Moskau. Roman Dobrochotow war noch Student, als er mit Aktionen die Politik des Kremls anprangerte. Mittlerweile ist der 35-j\u00e4hrige Moskauer Chef des Online-Portals &#8222;The Insider&#8220;. Zusammen mit den britischen Investigativjournalisten von &#8222;Bellingcat&#8220; trug er dazu bei, russische Geheimdienstler im Fall Skripal zu entlarven. Ist nach den Enth\u00fcllungen sein Leben in Gefahr?<\/p>\n<p class=\"em_text\">&#8222;Wiener Zeitung&#8220;:\u00a0Sie decken auf Ihrem Portal die Arbeit russischer Geheimdienstler auf, analysieren mutma\u00dflich staatlich orchestrierte Verbrechen, die Russland leugnet. Wie gehen Sie bei Ihrer Arbeit vor?<\/p>\n<p class=\"em_text\">Roman Dobrochotow:\u00a0Der Fall Skripal ist unsere dritte gemeinsame Recherche mit &#8222;Bellingcat&#8220;. Wir haben bereits \u00fcber den Einsatz russischer Geheimdienstler beim Putschversuch in Montenegro publiziert und auch zeigen k\u00f6nnen, dass f\u00fcr den Abschuss der MH-17-Maschine \u00fcber der Ukraine der GRU verantwortlich ist. Auch beim Skripal-Fall war es eine fruchtbare Symbiose. Wir teilen uns die Arbeit auf. Zun\u00e4chst gehen alle Dokumente und Daten an &#8222;Bellingcat&#8220;, sie sitzen ja in Westeuropa und sind bei solchen Informationen weniger in Gefahr als wir. Wenn es sp\u00e4ter darum geht, mit russischen Quellen zu sprechen, russische Telefonnummern auszuprobieren, an bestimmte Orte im Land zu fahren, kommen wir ins Spiel. Denn wir wissen, wie es hier l\u00e4uft, bekommen dadurch hie und da mehr Infos heraus, als es ein ausl\u00e4ndischer Journalist k\u00f6nnte. Bei uns arbeiten 13 Leute, es ist eine Low-Budget-Sache. Ein Kollege und ich sind f\u00fcr die Recherchen mit &#8222;Bellingcat&#8220; zust\u00e4ndig.<\/p>\n<div class=\"em_artikelansicht_zusatzcontent em_left em_cnt_zoom\">\n<div class=\"em_zusatz_box_container\">\n<div class=\"em_zusatz_box\">\n<div class=\"em_zusatz_box_body\">\n<figure style=\"width: 254px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"em_article_image\" title=\"Der russische Aktivist Roman Dobrochotow .\" src=\"https:\/\/www.wienerzeitung.at\/_em_daten\/_cache\/image\/1xS2TRCfeMscDUejP4i7n1S1KIvYjI28tL75aJ-S0MjSYlBaoOqLz1Vl1YIckOa5HKiVDoKjy1RK4UucUKuhZ_cw\/181019-1659-948-0900-167880-dobr-002.jpg\" alt=\"Der russische Aktivist Roman Dobrochotow .\" width=\"254\" height=\"231\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Der russische Aktivist Roman Dobrochotow .\u00a9 Hartwich<\/figcaption><\/figure>\n<div class=\"em_clear\">Bei all diesen Recherchen scheint durch, wie dilettantisch russische Geheimdienstler arbeiten. Ist das auch Ihr Eindruck?<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<p class=\"em_text\">Der GRU ist ein Milit\u00e4rgeheimdienst, seine Spezialit\u00e4t sind Attacken und Zugriffe. Er ist im Gegensatz zum &#8222;zivilen&#8220; Auslandsgeheimdienst SWR nicht gewohnt, vorsichtig im Geheimen zu operieren. Er ist viel grobschl\u00e4chtiger und risikobereiter. Wenn man GRU-Agenten nun in eigentlich falschem Auftrag einsetzt, so tauchen sofort Spuren auf, die sie nicht imstande waren zu verwischen. So sind die l\u00e4cherlichen Fehler mit den Passnummern, den Telefonnummern und Autokennzeichen zu erkl\u00e4ren. Die Daten waren problemlos zug\u00e4nglich. Mit ein wenig Recherche, zumal in unserem korrupten Land, kamen wir schnell an solche Listen. Eigentlich m\u00fcsste der GRU aufgel\u00f6st werden, um ganz neue Strukturen zu schaffen. Er hat sich selbst entlarvt.<\/p>\n<p class=\"em_text\">Der russische Staat wirft Ihnen vor, ein von westlichen Geheimdiensten bezahlter Macher von Fake News zu sein. Wie gehen Sie mit solchen Vorw\u00fcrfen um?<\/p>\n<p class=\"em_text\">Unsere Recherchen sind jetzt in aller Munde, das sch\u00fctzt uns nat\u00fcrlich. Bislang sp\u00fcren wir keinen Druck. Aber wir sind auf die Blockierung unserer Seite vorbereitet. Die juristische Adresse von &#8222;The Insider&#8220; befindet sich in Lettland, das erschwert den staatlichen Zugriff aus Russland. Unsere Finanzierung stemmen wir mit Geldern aus Europa und mit Crowdfunding. Wenn es f\u00fcr mich zu gef\u00e4hrlich werden sollte, kann ich jederzeit ausreisen. Aber dadurch h\u00f6re ich ja nicht mit meiner Arbeit auf. Was h\u00e4tte der Kreml davon? Also l\u00e4sst man uns arbeiten, mit einigen Verbalattacken von Seiten des Staates.<\/p>\n<p class=\"em_text\">Wenn der Kreml tats\u00e4chlich vor kaum mehr etwas zur\u00fcckschreckt, wie soll der Westen mit Putin umgehen?<\/p>\n<p class=\"em_text\">Er soll die Dinge beim Namen nennen. Putin ist ein Mensch, der meint, er k\u00f6nne alles tun. Also tut er alles und fragt dann: Und, was tut ihr nun? Er hat das Vertrauen in Russland zerst\u00f6rt, ist l\u00e4ngst kein zuverl\u00e4ssiger Partner mehr, mit dem man zu tragbaren L\u00f6sungen findet. Man m\u00fcsste ihn in Den Haag anklagen. Und mit Russland erst kooperieren, wenn es wirklich auf Menschenrechte, Freiheit und Demokratie setzt.<\/p>\n<p><span class=\"em_cnt_artikelansicht_uz\">Von <strong>WZ-Korrespondentin Inna Hartwich<\/strong><\/span><\/p>\n<p>https:\/\/www.wienerzeitung.at<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der russische Aufdecker Dobrochotow von der &#8222;Insider&#8220;-Plattform \u00fcber dilettantische Geheimdienstler. Videoaufnahmen der Polizei von London zeigen die beiden M\u00e4nner, die die Rechercheplattform &#8222;Bellingcat&#8220; als Ruslan Boshirov und Alexander Petrov identifiziert hat. Sie sollen den russischen Ex-Agenten Sergej Skripal vergiftet haben.\u00a9 APAweb, ap, Metropolitan Police Moskau. 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