{"id":8317,"date":"2018-10-23T23:26:48","date_gmt":"2018-10-23T21:26:48","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=8317"},"modified":"2018-10-23T23:26:48","modified_gmt":"2018-10-23T21:26:48","slug":"menschenrechtler-keine-kettenabschiebung-von-verfolgter-tschetschenin-ueber-polen-nach-russland","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=8317&lang=de","title":{"rendered":"Menschenrechtler: keine Kettenabschiebung von verfolgter Tschetschenin \u00fcber Polen nach Russland!"},"content":{"rendered":"<h4 class=\"entry-title fusion-post-title\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8318 alignleft\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/naur-e1540329988660.jpeg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"327\" \/>Deutschland will die 27-j\u00e4hrige Tschetschenien Aminat Avturhanowa, gem\u00e4\u00df der Dublin-III-Verordnung aus Berlin nach Polen abschieben. Menschenrechtler f\u00fcrchten eine Kettenabschiebung, bei der Polen nur ein vor\u00fcbergehender Aufenthaltsort f\u00fcr die Mutter von zwei kleinen Kindern sein wird, Avturhanowa letztendlich nach Russland abgeschoben werden soll. Und dort erwarten die Frau Todesdrohungen. Im Januar 2017 war der Ehemann, Selimchan Dschabajew, von tschetschenischen Sicherheitskr\u00e4ften in Grosnij hingerichtet worden.<\/h4>\n<div class=\"post-content\">\n<div class=\"fusion-fullwidth fullwidth-box nonhundred-percent-fullwidth non-hundred-percent-height-scrolling\">\n<div class=\"fusion-builder-row fusion-row \">\n<div class=\"fusion-layout-column fusion_builder_column fusion_builder_column_3_5  fusion-three-fifth fusion-column-first 3_5\">\n<div class=\"fusion-column-wrapper\" data-bg-url=\"\">\n<div class=\"fusion-text\">\n<p>Am 9. Juli 2017 hatte die \u201eNovaja Gazeta\u201c unter der \u00dcberschrift \u201eDies war eine Hinrichtung\u201c eine Namensliste von 27 M\u00e4nnern ver\u00f6ffentlicht, die im Dezember 2016 und Januar 2017 verhaftet worden waren und in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar 2017\u00a0 auf dem Gebiet einer Polizeieinheit in Grosny erschossen worden sind. Unter den Erschossenen war auch der Mann von Aminat Avturhanova. Kurz nach der Ver\u00f6ffentlichung dieses Artikels hatte sich Aturhanowa an die \u201eNowaja Gaseta\u201c gewarnt und erkl\u00e4rt, sie werde das Verschwinden ihres Mannes bei den russischen Ermittlungsbeh\u00f6rden und der Menschenrechtsbeauftragte anzeigen. Dies berichtet Sergej Koscheurow, der Chefredakteur der Novaja Gazeta, in einer Erkl\u00e4rung vom 17. Februar 2018.<\/p>\n<p>Mehrfach war die Tschetschenin wegen ihres Kontaktes mit der \u201eNowaja Gaseta\u201c und russischen Menschenrechtlern in Tschetschenien mit dem Tod bedroht worden. Im Januar 2018 wurde sie f\u00fcr eine gute Woche inhaftiert, kam erst nach einer Intervention der \u201eNowaja Gaseta\u201c und der russischen Menschenrechtsbeauftragten Tatjana Moskalkowa frei. Wenig sp\u00e4ter floh die Frau mit ihren beiden Kindern, der zwei-j\u00e4hrigen Sumai Avturhanowa und dem einj\u00e4hrigen Sajfullach Avturhanov, \u00fcber Polen nach Deutschland. Nun soll sie, die derzeit in Berlin in einer Fl\u00fcchtlingsunterkunft lebt, nach Polen abgeschoben werden. Gegen\u00fcber dem \u201end\u201c erkl\u00e4rte Olga Bobrova von der Nowaja Gaseta, dass eine Abschiebung nach Polen in doppelter Hinsicht gef\u00e4hrlich sei. In Polen, so Bobrowa, seien Anh\u00e4nger des Chefs der russischen Teilrepublik Tschetschenien, Ramsan Kadyrov, unter den tschetschenischen Fl\u00fcchtlingen Ton angebend. Deswegen sei in Polen mit einer Zunahme von Drohungen zu rechnen. Zudem sei eine weitere Abschiebung von Polen nach Russland wahrscheinlich. Eine Abschiebung nach Russland indes, so Bobrowa, sei lebensgef\u00e4hrlich f\u00fcr die Frau. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch pflichtet der Journalistin bei. Ein Aufenthalt in Polen so Tatjana Lokshina von Human Rights Watch, sei f\u00fcr die Frau gef\u00e4hrlich. Die Nowaja Gaseta, Memorial und Human Rights Watch sprechen sich f\u00fcr einen Verbleib von Aminat Avturhanowa in Deutschland aus.<\/p>\n<p>Mehrfach hatte sich die Korrespondentin der Nowaja Gaseta, Olga Boboba, mit Aminat Avturhanova in Grosny getroffen. Und bei diesen Gespr\u00e4chen hatte Avturhanova der Korrespondentin von Todesdrohungen berichtet. Es folgten Artikel von Bobrowa \u00fcber Avturhanova in der Nowaja Gaseta. Sofort nach dem Verschwinden von Avturhanova am 8. Januar 2018 wandte sich die Zeitung an die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa, bat sie, etwas \u00fcber den Aufenthaltsort der Verschwundenen herauszufinden. Wenig sp\u00e4ter, am 17. Januar, war Aminat Avturhanova wieder zu Hause.<\/p>\n<p>Doch die Drohungen hielten an. Und so konnte die Tschetschenin mit Hilfe der Nowaja Gaseta fliehen. Eine inl\u00e4ndische Fluchtalternative, so Sergej Koscheurow, gebe es bei dieser Frau in Russland nicht.<\/p>\n<p>Der Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Memorial, Alexander Tscherkassow, berichtet, Memorial habe die Informationen der Nowaja Gaseta gepr\u00fcft. Man habe informell aus Kreisen der Polizei ein Dokument erhalten, das die Verhaftung des Mannes von Avturhanova im Dezember 2016 in Grosny best\u00e4tigt. Und man wisse, dass er anschlie\u00dfend spurlos verschwunden sei.<\/p>\n<p>Memorial sei auch bekannt, dass die tschetschenische Polizei Aminat Avturhanova eine Kontaktaufnahme mit der russischen Menschenrechtsbeauftragten verboten habe. Trotz dieser Drohungen habe Aminat den Kontakt zu Memorial gesucht. Tscherkassov best\u00e4tigt gleichzeitig die Inhaftierung von Aminat Anfang Januar 2018.<\/p>\n<p>Ein weiterer Aufenthalt von Avturhanova in Russland, so Tscherkassow, sei lebensgef\u00e4hrlich gewesen. Schlie\u00dflich habe Memorial F\u00e4lle von Tschetschenen dokumentiert, die in anderen Gebieten von Russland von tschetschenischen Polizisten verhaftet und get\u00f6tet worden waren. Eine Abschiebung nach Russland, so Tscherkassow, bedeute f\u00fcr Aminat eine Gefahr f\u00fcr Leben Gesundheit und Sicherheit.<\/p>\n<h2 class=\"entry-title fusion-post-title\"><em style=\"font-size: 16px;\"><strong>Beitrag von Bernhard Clasen<\/strong><\/em><\/h2>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"BBm4eqz1jj\"><p><a href=\"https:\/\/europa.blog\/de\/3774-2\/\">Start &#8211; Deutsch<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8220;Start &#8211; Deutsch&#8221; &#8212; Europa Blog\" src=\"https:\/\/europa.blog\/de\/3774-2\/embed\/#?secret=uLDMqOi7JP#?secret=BBm4eqz1jj\" data-secret=\"BBm4eqz1jj\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland will die 27-j\u00e4hrige Tschetschenien Aminat Avturhanowa, gem\u00e4\u00df der Dublin-III-Verordnung aus Berlin nach Polen abschieben. Menschenrechtler f\u00fcrchten eine Kettenabschiebung, bei der Polen nur ein vor\u00fcbergehender Aufenthaltsort f\u00fcr die Mutter von zwei kleinen Kindern sein wird, Avturhanowa letztendlich nach Russland abgeschoben werden soll. Und dort erwarten die Frau Todesdrohungen. Im Januar 2017 war der Ehemann, Selimchan [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-8317","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8317","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=8317"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8317\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8321,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/8317\/revisions\/8321"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=8317"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=8317"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=8317"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}