{"id":8633,"date":"2018-11-24T02:22:20","date_gmt":"2018-11-24T00:22:20","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=8633"},"modified":"2018-11-24T02:22:20","modified_gmt":"2018-11-24T00:22:20","slug":"sterbliche-goetter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=8633&lang=de","title":{"rendered":"Sterbliche G\u00f6tter"},"content":{"rendered":"<div class=\"post-title-container\">\n<h3 class=\"post-title entry-title\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-8634 alignleft\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/marx-e1543018867134.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"299\" \/>Wer durch die Schule des Marxismus gegangen ist, d\u00fcrfte wenig Ahnung davon haben, was denn dieser Marx gedacht hat, und wie, besonders, wie er gedacht hat. Engels der selbsternannte Vertreter des Proletariats: \u00abDas Proletariat thut, wir wissen nicht was, und k\u00f6nnen&#8217;s kaum wissen.\u00bb Man schrieb das Jahr 1847. In diesem Jahr und in diesem seligen Geisteszustand wird Engels gemeinsam mit Marx \u00abDas Manifest der Kommunistischen Partei\u00bb verfassen. So werden sie zu den Begr\u00fcndern des Marxismus:<\/h3>\n<\/div>\n<div id=\"post-body-8464236813791926692\" class=\"post-body entry-content float-container\">\n<div><\/div>\n<div>Aber war Marx auch Marxist? Zumindest war Karl Marx kein Proletarier. In seinem Leben kann man beim besten Willen keine reale \u2013 und nicht verbale \u2013 Neigung zum proletarischen Milieu entdecken. Er heiratete Jenny von Westphalen, die Tochter einer alten und bekannten Aristokratenfamilie. F\u00fcr seine T\u00f6chter wollte er unbedingt verm\u00f6gende Ehem\u00e4nner finden und sparte weder M\u00fche noch Geld, um dies zu erreichen. \u00abIch wohne \u2026 zu teuer f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse\u00bb Schrieb er an Engels. \u00abAber es ist das einzige Mittel, damit die Kinder \u2026 Beziehungen und Verh\u00e4ltnisse eingehen k\u00f6nnen, die ihnen eine Zukunft sichern k\u00f6nnen. Ich glaube, Du selbst wirst der Ansicht sein, dass, selbst blo\u00df kaufm\u00e4nnisch betrachtet, eine reine Proletariereinrichtung hier unpassend w\u00e4re \u2026\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der Demiurg der kommunistischen Lehre vertiefte sich in eine detaillierte Analyse der Finanzverh\u00e4ltnisse von Paul Lafargue, den Bewerber um die Hand der Tochter Laura. Sp\u00e4ter kaufte das Ehepaar Lafargue ein Gut in der N\u00e4he von Paris: ein herrschaftliches Haus mit 30 Zimmern, einem Haus f\u00fcr das Personal, einem G\u00e4steh\u00e4uschen und einer Orangerie mit einem gro\u00dfen Park. Die Lafargues empfingen viele G\u00e4ste. Unter ihnen waren, im Jahre 1910, Lenin und seine Frau Krupskaja, die mit Interesse sahen, wie man die Glorie eines Marxisten und Vertreters des Proletariats mit den Annehmlichkeiten eines feudalen Lebensstils vereinbaren kann. Engels&#8216; Zusammenleben mit einem M\u00e4dchen aus proletarischen Verh\u00e4ltnissen, Mary Burns, quittierte Marx mit Spott und Befremden.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u00abWir w\u00fcrden unser Geld n\u00e4mlich lieber nicht in Frankreich anlegen. Engels sagte uns, falls wir es wollten\u2026\u201c Bei aller Bewunderung f\u00fcr die franz\u00f6sischen Revolution\u00e4re zog man in der Familie vor, das Geld lieber ins nichtrevolution\u00e4re England zu \u00fcberweisen. Und der Verfasser des Kapitals organisierte diese Kapitalflucht \u2013 mit Hilfe von Engels.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Nun, dies ist das Private. Vielleicht verhielt sich Marx in den wissenschaftlichen und politischen Fragen anders? Nein. Marx schrieb im industriellen London jahrzehntelang \u00fcber die Ausbeutung des Proletariats durch die Aneignung des von ihm geschaffenen Mehrwerts und \u00fcber die materielle Produktion als der Grundlage der gesellschaftlichen Entwicklung. Es grenzt ans Unwahrscheinliche, aber er machte sich im Laufe dieser Jahre keine einzige Stunde frei, um einmal in eine Fabrik zu gehen und sich von dieser Produktion eine reale Vorstellung zu verschaffen. Daher sind alle im Kapital angef\u00fchrten Beispiele \u00fcber einen Arbeiter, der ein St\u00fcck Tuch herstellt, so abstrakt theoretisch. Seine Informationen \u00fcber die Arbeit in einer Fabrik stammten aus einem Brief von einem gewissen Henry Erman, dem Partner von Engels und dem Inhaber einer Spinnerei. \u00dcber diesen Brief aus dem Jahre 1860 schrieb Engels: \u00abHier hat H.E. Dir offenbar aus dem Kopf eine ganz absurde Geschichte hingeschrieben.\u00bb Diese Geschichte wurde allerdings im ersten Band des Kapitals schon verwertet.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Marx ging nicht von der Realit\u00e4t der Fabrikarbeiter aus, er suchte nur Beispiele, um seine Thesen zu unterst\u00fctzen. So schreibt er an Engels: \u00abkannst du mir z.B. von Eurer Fabrik aller Sorten Arbeiter (ohne Ausnahme, except the warehouse) schreiben, die darin besch\u00e4ftigt sind, und in welcher Proportion zueinander? Ich brauche f\u00fcr mein Buch n\u00e4mlich ein Beispiel, um zu zeigen, dass in den mechanischen Ateliers die Teilung der Arbeit, wie sie die Grundlage der Manufaktur bildet und von A. Smith beschrieben ist, nicht existiert \u2026 Es handelt sich um ein beliebiges Beispiel.\u00bb Und nach dem Erscheinen des Kapital schreibt Marx mit entwaffnender Offenheit: \u00abDear Fred, Einliegend von Kugelmann erhaltnen Brief eines jungen Bielefelder Fabrikanten. Namentlich am\u00fcsiert mich dessen Ideen, dass ich fr\u00fcher selbst N\u00e4hmaschinen employing manufacturer gewesen sein m\u00fcsse. Wenn die Leute w\u00fcssten, wie wenig ich von all dem Zeug weiss.\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Und \u00fcber das Politische schrieb er selbst an Engels: \u00abIch f\u00fchle durchaus kein Bed\u00fcrfnis, mich den deutschen Arbeitern zu zeigen, und komme nicht zu ihrem Kongress.\u00bb Hier nur ein paar Kostproben aus Engels&#8216; Briefen. 31. Dezember 1857: \u00abAm Samstag war ich Fuchsjagen, sieben Stunden im Sattel. So eine Geschichte regt mich immer f\u00fcr ein paar Tage h\u00f6llisch auf \u2026 Im ganzen field sah ich nur zwei, die besser ritten als ich \u2026\u00bb 11.Februar 1858: \u00abIch habe mich gestern verleiten lassen, zu einem Coursing meeting zu reiten, wo Hasen von Windhunden gehetzt werden und war sieben Stunden im Sattel \u2026 Ich habe sehr viel \u00dcbung jetzt und bessere mich t\u00e4glich, mein Renommee etabliert sich auch mit der Zeit.\u00bb<\/div>\n<div>Was hatte das alles mit dem Proletariat zu tun? Nur, dass es aus dem von Arbeitern produzierten Mehrwert bezahlt wurde \u2013 wenn man dies gerade vom marxistischen Standpunkt aus betrachtet. Vom selben Mehrwert lebte auch Marx \u2013 sein Leben lang. Kein einziges Mal erw\u00e4hnte der Sch\u00f6pfer der Mehrwertlehre den Ursprung seines Einkommens als Ergebnis der Ausbeutung der Arbeiter. Die unternehmerischen Erfolge von Engels betrachtete Marx am\u00fcsiert und mit Sympathie. Er schrieb: \u00abLieber Frederic, Du bist also jetzt B\u00f6rsenmitglied und altogether respectable. My gratulations. Ich m\u00f6chte Dich wohl einmal mitten unter diesen W\u00f6lfen heulen h\u00f6ren.\u00bb Dass man mit den W\u00f6lfen heulen muss, bezweifelte der Vater des Marxismus nicht. Vielmehr war er der Ansicht, \u00abdass Gesinnung und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung durchaus polarisch entgegengesetzt sind.\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Das f\u00fchlten auch die Mitglieder des Bundes der Kommunisten. Es klingt fast unwahrscheinlich: Im Herbst 1850 wurden Marx und Engels, die Verfasser des \u00abManifestes der Kommunistischen Partei\u00bb aus ebendieser Partei ausgeschlossen. Hier ist der Wortlaut des Beschlusses: \u00abIn Erw\u00e4gung, dass Marx und Engels sich eine Anzahl junger Halbliteraten zu pers\u00f6nlichen Anh\u00e4ngern heranbilden, durch welche sie den Bund zu beherrschen suchten; in Erw\u00e4gung, dass Marx und Engels den Bund in dieser Weise zu einem Mittel pers\u00f6nlicher Macht zu organisieren such und andererseits ihn \u00fcberall vollst\u00e4ndig vernachl\u00e4ssigen, wo derselbe ihnen nicht unmittelbar n\u00fctzlich ist \u2026 in Erw\u00e4gung endlich, dass die sog. Schriftstellerische Koterie zwar au\u00dferhalb des Bundes f\u00fcr unsere Sache von Nutzen sein kann, innerhalb desselben aber jede Organisation, jede Einigung, jedes Haneln unm\u00f6glich macht, hat der Kreis London, bestehend 40 Mitgliedern, einstimmig folgende Beschl\u00fcsse gefasst. 1. Die bisherigen Mitglieder der Zentralbeh\u00f6rde sind ihrer Funktion enthoben; 2. Die B\u00fcrger Marx, Engels, Schramm, Wolff, Seiler, Liebknecht, Pieper, Pf\u00e4nder, H. Bauer und Eccarius sind aus dem Bund ausgeschlossen.\u00bb<\/div>\n<div>Diese Blamage \u00e4nderte aber nichts an Marx&#8216; Gewohnheit, alles Schlechte in der Welt dem Kapitalismus zuzuschreiben. Bald nach seinem Ausschluss aus der Kommunistischen Partei schrieb Marx im Zusammenhang mit dem Tod seines kleinen Sohnes: \u00abDazu der Gedanke, dass das arme Kind ein Opfer der b\u00fcrgerlichen Misere gewesen ist, obgleich es ihm speziell an keiner Pflege gefehlt hat.\u00bb Marx f\u00fchlte nicht das Tragikomische an dieser Bemerkung.<\/div>\n<div>Die proletarische Solidarit\u00e4t!<\/div>\n<div><\/div>\n<div>\u00abProletarier aller L\u00e4nder, vereinigt euch!\u00bb \u2013 dieser flammende Aufruf von Marx und Engels ist zur Parole aller kommunistischen Parteien geworden. Der Parole folgt der Slogan der \u00abproletarischen Solidarit\u00e4t\u00bb. Wie wurde sie von Marx ge\u00fcbt, wenn schon nicht gegen\u00fcber dem Proletariat, so zumindest gegen\u00fcber ihren Gesinnungsgenossen, den revolution\u00e4ren Sozialisten?<\/div>\n<div>Als der bekannteste Kampfgef\u00e4hrte der Begr\u00fcnder des Marxismus gilt Wilhelm Liebknecht. \u00abDie gro\u00dfe sowjetische Enzyklop\u00e4die\u00bb charakterisiert ihn als \u00abeinen der eifrigsten Propagandisten der revolution\u00e4ren Ideen der I. Internationale.\u00bb Und wie schreibt Marx \u00fcber ihn? \u00abLiebknecht hat das Talent, die d\u00fcmmsten Leute von Deutschland um sich zu gruppieren\u00bb \u2026 \u00abLiebknecht hat das Gl\u00fcck der Dummheit.\u00bb \u2026 \u00abDer Liebknecht wird immer dummer\u00bb wiederholt Engels: Und so zieht es sich durch dieses Klassiker-Duett. Engels: \u00abWilhelmchen scheint mir seinen Hang zur Dummheiten wieder nicht bek\u00e4mpfen gekonnt zu haben.\u00bb Die Begr\u00fcnder des Marxismus \u00e4u\u00dfern sich \u00fcber Liebknecht wie Adlige \u00fcber ihren Lakaien: \u00abMit Monsieur Wilhelm ist es nicht mehr zum Aushalten. &#8230; Dieses Vieh, das jahrelang auf dem l\u00e4cherlichen Gegensatz von Recht und Macht h\u00fclflos herumgeritten wie ein Infanterist, den man auf ein kolleriges Pferd gesetzt und in der Reiterbahn eingeschlossen hat \u2013 dieser Ignorant hat die Unversch\u00e4mtheit \u2026\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Im \u00e4hnlichen, wenn nicht noch schrilleren Tonfall schrieb Marx \u00fcber Freiligrath, seinen treuen Helfer in der Internationalen. Schon wegen Kleinigkeiten, zum Beispiel der fehlenden Posteingangsanzeige, geriet Marx in helle Emp\u00f6rung \u00fcber seine Untergebenen: \u00abAm elendsten benimmt sich der Philisterwanst Freiligrath. Ich hatte ihm das Zirkular geschickt. Er zeigte nicht einmal den Empfang an. Glaubt das Vieh, dass, wenn ich will, ich ihn nicht bis \u00fcber die Augenbrauen in den Schwefelpfuhl eintauchen kann? Vergisst er, dass ich \u00fcber 100 Briefe von ihm besitzte?\u00bb Noch schlimmer war es mit Ferdinand Lassalle, dessen Erfolge Marx mit kochendem Neid beobachtete. Der Reichtum, in dem Lassalle dank seiner Lebensgef\u00e4hrtin, der Gr\u00e4fin Hatzfeldt, lebte, rief bei den Begr\u00fcndern der marxistischen Lehre eine fast pathologische Wut hervor. Gerade am Beispiel Lassales wird man mit einem unerwarteten Aspekt der Mentalit\u00e4t von Marx und Engels konfrontiert \u2013 mit ihrem Antisemitismus.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Bekanntlich waren die Ahnen von Marx&#8216; Vater und Mutter in mehreren Generationen Rabbiner; diese ununterbrochene Linie kann man im Falle des Vaters seit dem 17. Jahrhundert l\u00fcckenlos verfolgen. Aber Karl Marx f\u00fchlte keine Gemeinsamkeit mit seinem Volk. Er und Engels schrieben \u00fcber die Juden in einem solchen Ton, dass man Hemmungen bekommt, diese Briefe zu zitieren. Bringen wir dennoch einige Kostproben.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Marx: \u00abDer j\u00fcdische Nigger Lassale, der gl\u00fccklicherweise Ende dieser Woche abreist, hat gl\u00fccklich wieder 5000 Taler in einer falschen Spekulation verloren \u2026 Dabei geht er von der Ansicht aus, dass er als j\u00fcdischer Baron oder baronisiert (wahrscheinlich durch die Gr\u00e4fin) Jude leben muss \u2026 Es ist mir jetzt v\u00f6llig klar, dass er, wie auch seine Kopfbildung und sein Haarwuchs beweist, von den Negern abstammt, die sich dem Zug des Moses aus \u00c4gypten anschlossen (wenn nicht seine Mutter oder Gro\u00dfmutter von v\u00e4terlicher Seite sich mit einem Nigger kreuzten). Nun, diese Verbindung von Judentum und Germanentum mit der negerhaften Grundsubstanz m\u00fcssen ein sonderbares Produkt hervorbringen. Die Zudringlichkeit des Burschen ist auch niggerhaft.\u00bb Nicht anders schreibt Engels \u00fcber Lassalle: \u00ab\u2026als echter Jud von der slawischen Grenze war er immer auf dem Sprunge, unter Parteivorw\u00e4nden jeden f\u00fcr seine Privatzwecke zu exploitieren. Dann diese Sucht, \u2026 den schmierigen Breslauer Jud mit allerhand Pomade und Schminke zu \u00fcbert\u00fcnchen.\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Antisemitische \u00c4u\u00dferungen findet man bereits in der Neuen Rheinischen Zeitung aus der Zeit, als der junge Marx ihr Chefredakteur war und auch Engels war kein Engel. Die Wiener Literaten bezeichnete er als \u00ablauter in allen Wasser gewaschene Juden.\u00bb Ebenso nationalistische \u00c4u\u00dferungen: \u00abIch bin mehrere Male in Versuchung gewesen, stolz darauf zu werden, dass ich wenigsten kein D\u00e4ne oder gar Isl\u00e4nder, sondern nur ein Deutscher bin.\u00bb Der Rassismus der Begr\u00fcnder erstreckte sich \u00fcbrigens auf ihre Einstellung nicht nur zu den Schwarzen, sondern auch zu den Slawen. In ihrer Privatkorrespondenz machten Marx und Engls kein Hehl aus ihrer Geringsch\u00e4tzung der Russen. So schreibt Engels \u00fcber einen russischen Emigranten in England: \u00abEr ist durch und durch Slawe, sentimental in der Frivolit\u00e4t und sogar in der Schweinerei, kriecherisch und hochm\u00fctig \u2026 Er ist ni plus ni moins als ein kleiner russischer B\u00fcrger mit den Gel\u00fcsten des russischen Adels, faul, dilettantisch, weichherzig, blasiert tuend.\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Marx war voller Enthusiasmus nach dem Erscheinen des Buches von Pierre Tremaux (1865) der die Entwicklung der Lebewesen, einschlie\u00dflich der Menschen, auf die Einwirkung der Erdformation und dadurch des Bodens zur\u00fcckf\u00fchrte. Diese \u00abBlut-und-Boden\u00bb Theorie schien dem Begr\u00fcnder des Marxismus \u00abin der geschichtlichen und politischen Anwendung viel bedeutender und reichhaltiger als Darwin.\u00bb Entz\u00fcckte sich Marx. Tremaux behauptete n\u00e4mlich \u00abdass auf der in Russland vorherrschenden Bodenformation sich der Slaw tartarisiert und mongolisiert, wie er (er war lange in Afrika) nachweist, dass der gemeine Negertyp nur Degenereszenz eines viel h\u00f6hern ist.\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Der Rassismus von Marx und Engels fand nicht nur in ihrem Briefwechsel seinen Niederschlag. Man st\u00f6\u00dft auf ihn auch in ihren Werken, zum Beispiel in Marx&#8217;s Artikel \u00abZur Judenfrage\u00bb Hier pr\u00e4gte er die Formel: \u00abDie gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum.\u00bb Eine \u00abEndl\u00f6sung\u00bb ? In der Literatur er\u00f6rtert man die Frage, ob Hitler seine antisemitischen \u00abArgumente\u00bb diesem Artikel entnommen hatte. Bekanntlich las Hitler die Werke von Marx im Landsberger Gef\u00e4ngnis 1924. In einer Rede in M\u00fcnchen am 15. August 1920 zum Thema, warum die Nationalsozialisten Antisemiten seien, behauptete ihr F\u00fchrer, seine antisemitische Argumentation stamme von \u00abeinem Juden\u00bb &#8211; meinte er Marx?<\/div>\n<div>\u00abDie Weiber bed\u00fcrfen offenbar stets der Vormundschaft\u00bb<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Diese deutliche Einstellung zur Frauenemanzipation war bei Marx und Engels nicht neu. Im \u00abManifest der Kommunistischen Partei\u00bb proklamierten sie s\u00e4mtliche Frauen zum Kollektivbesitz, so als ob es sich um eine Kollektivierung einer Viehherde handelte. \u00dcberhaupt zeichnete sich Marx nicht durch Treue zu seiner Frau aus. Sein unromantischer Adulter mit der Hausgehilfin der Familie, Helene Demuth, neun Jahre j\u00fcnger als Jenny von Westphalen, ist peinlich banal. Als Frucht des Verh\u00e4ltnisses kam ein Sohn zur Welt \u2013 Frederick. Der Urheber des wissenschaftlichen Kommunismus tat das, wof\u00fcr man im real existierender Sozialismus real einen Kommunisten aus der Partei verjagt: Marx erkannte das Kind nicht an, und noch mehr \u2013 er \u00fcberredete Engels, sich statt seiner als illegitimer Vater zu deklarieren. Erst auf seinem Sterbebett gab Engels zu \u2013 schriftlich, weil er wegen Kehlkopfkrebses nicht mehr sprechen konnte \u2013 dass Fredericks Vater Marx war. Vom gleichen Standpunkt betrachtet Marx sogar seine eigene Mutter: \u00abMit meiner Alten ist, wie sich noch einmal in Trier bew\u00e4hrt, nichts zu machen, bis ich ihr direkt auf dem Hals sitze.\u00bb Deshalb besuchte er ab und zu seine Mutter \u2013 stets, um Geld von ihr zu bekommen. Nur Geld ist von Interesse, der Zustand der greisen Mutter nicht. Beunruhigt ist der Sohn nur dadurch, dass die \u00abErbschaftsverhinderin\u00bb noch lebte. Im ber\u00fcchtigten Brief \u00fcber Marys Tod bemerkt Marx makaber: \u00abH\u00e4tte nicht statt der Mary meine Mutter, die ohnehin jetzt voll k\u00f6rperlicher Gebresten und ihr Leben geh\u00f6rig ausgelebt hat, \u2026? Du siehst, zu welchen sonderbaren Einf\u00e4llen die &#8218;Zivilisierten&#8216; unter dem Druck gewisser Umst\u00e4nde kommen.\u00bb Die \u00abUmst\u00e4nde\u00bb sind stets die gleichen \u2013 der \u00abzivilisierte\u00bb Marx braucht Geld.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Karl Marx, Friedrich Engels: Gesamtausgabe (MEGA) III Abt. Briefwechsel BD 1-4, Berlin 1984.<\/div>\n<div>Michael S. Voslensky: Sterbliche G\u00f6tter &#8211; Die Lehrmeister der Nomenklatur Taschenbuch, Berlin 1991.<\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><span class=\"byline post-timestamp\">am\u00a0<a class=\"timestamp-link\" title=\"permanent link\" href=\"https:\/\/kaukasischer-knoten.blogspot.com\/2017\/01\/sterbliche-gotter.html\" rel=\"bookmark\"><time class=\"published\" title=\"2017-01-01T05:55:00-08:00\" datetime=\"2017-01-01T05:55:00-08:00\">Januar 01, 2017<\/time><\/a><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div>https:\/\/kaukasischer-knoten.blogspot.com<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer durch die Schule des Marxismus gegangen ist, d\u00fcrfte wenig Ahnung davon haben, was denn dieser Marx gedacht hat, und wie, besonders, wie er gedacht hat. Engels der selbsternannte Vertreter des Proletariats: \u00abDas Proletariat thut, wir wissen nicht was, und k\u00f6nnen&#8217;s kaum wissen.\u00bb Man schrieb das Jahr 1847. 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