{"id":9828,"date":"2018-02-24T09:28:05","date_gmt":"2018-02-24T08:28:05","guid":{"rendered":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=9828"},"modified":"2021-01-25T06:11:27","modified_gmt":"2021-01-25T05:11:27","slug":"chaibach","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/ichkeria.at\/?p=9828&lang=de","title":{"rendered":"Chaibach"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9829\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/10-300x180.jpg\" alt=\"\" width=\"599\" height=\"360\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/10-300x180.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/10-768x461.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/10-480x288.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/10.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px\" \/><\/p>\n<p>Wer nicht gehen konnte, wurde vor Ort umgebracht. In einem Erlass vom 27. Februar 1944 schrieb des Staatssicherheits-Kommissars 3. Ranges Gwischiani vermeintlich unter dem Vermerk \u00bbNur f\u00fcr vier Augen\u00ab An Berija: \u00bbDamit wir die Operation Gori durchf\u00fchren konnten, war ich gezwungen, mehr als 700 Leute zu erschie\u00dfen.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDer Bev\u00f6lkerung wurde gesagt, die Alten, Bettl\u00e4gerigen oder Kranken w\u00fcrden mit Flugzeugen ausgeflogen.\u00ab erkl\u00e4rt Salamat Gajew, Autor des Buches Chaibach, das eines der schlimmsten Massaker dieser Periode beschreibt, in einem ausf\u00fchrlichen Interview 2004 in Nasran.<\/p>\n<p>\u00bb600 bis 700 Menschen aus Chaibach schloss man in St\u00e4llen ein und z\u00fcndete sie an. Die, die weglaufen wollten, wurden niedergeschossen.\u00ab Erz\u00e4hlte E.G. Malsagow \u00fcber den 27. Februar 1944. Chaibach, aber auch die D\u00f6rfer Melchasta, Sumsoj, Urus Martan, Tschisnameri und Gilich wurden Orte des Massenmordes. \u00bbNiemand hatte etwas gegen die Sowjets getan. Irgend jemand wollte wohl, dass die V\u00f6lker nicht in Frieden miteinander leben\u00ab meinte Machdan Tuschajew aus Urus Martan.<\/p>\n<p>\u00bbAlle, die dort lebten wurden deportiert oder get\u00f6tet. Die \u00dcberlebenden fl\u00fcchteten in die Berge, beschreibt Tuschajew. Nach Abzug der sowjetischen Truppen h\u00e4tte es im Dorf keine Lebeneden mehr gegeben.\u00ab<\/p>\n<p>\u00bbDie Leute fl\u00fcsterten sich das schreckliche Geheimnis von Chaibach nur hinter vorgehaltener Hand zu, aus tierischer Angst vor dem NKWD\u00ab schrieb der russische Politiker Wassili Rusin. Erst im August 19090 wurde eine Untersuchung \u00fcber die Ereignisse in Chaibach eingeleitet.<\/p>\n<p>Salamat Gajew erz\u00e4hlte Tessa Syszkowitz, unter welchen Umst\u00e4nden sein Werk \u00abChaibach\u00bb entstand: \u00bb1964 sa\u00df ich mit dem Dichter und Ethnograf Suleiman Achmat zusammen. Er war damals 45, ich 25. Wir waren Freunde. Er hat angefangen zu weinen. Es war f\u00fcr mich sehr seltsam, einen Mann weinen zu sehen. Suleiman sagte: Du bist in Chaibach geboren, du lebst unter den Zeitzeugen. 14 Verwandte deines Vaters wurden dort verbrannt. Nur du kannst das Buch zum Gedenken an Chaibach schreiben.\u00ab<\/p>\n<p>Gajew sammelte m\u00fcndliche Erinnerungen der \u00dcberlebenden. Er selbst \u00fcberlebte das Massaker als F\u00fcnfj\u00e4hriger, weil seine Mutter mit den Kindern gerade auf der Alm war. Von dort aus sahen sie, wie man die Leute zusammentrieb, auch aus den umliegenden D\u00f6rfern, sie einsperrte und verbrannte. \u00bbNiemand hat sp\u00e4ter gewusst, dass ich das Material f\u00fcr ein Buch zusammentrage, Auch meine Familie nicht, Ich habe auch erst sp\u00e4ter alles aufgeschrieben. Lange bewahrte ich die Erz\u00e4hlung der \u00dcberlebenden nur in meinem Ged\u00e4chtnis.\u00ab<\/p>\n<p>2004 durfte er im Europ\u00e4ischen Parlament seine Forschungsergebnisse pr\u00e4sentieren, darunter historische Photos sowie Photokopien der Dekrete von Stalin und Beria. Zur\u00fcck in Grosnji wurde Gajew von der russischen Armee verhaftet und sollte unterschreiben, dass er die Dokumente gef\u00e4lscht habe, sonst werde man ihn umbringen.<\/p>\n<p>Dann sei er eben das siebenhunderteinste Opfer von Chaibach, habe er geantwortet. Die entscheidenden Dokumente seien ohnehin bekannt gewesen; es h\u00e4tte den Russen \u00fcberhaupt nichts gebracht, wenn er sein Buch wiederrufen h\u00e4tte. Das haben die Ermittler wohl auch eingesehen und ihn anderntags aus der Haft entlassen.<\/p>\n<p>Heute hat Gajew keine Angst mehr, \u00fcber die Deportation zu sprechen. Nicht nur ist sein Buch in zweiter Auflage erscheinen, er durfte es sogar im \u00abKadyrow-Museum\u00bb vorstellen. Im Nationalmuseum wird allerdings immer noch nicht an das Massaker erinnert, obwohl der Direktor zugesagt hat, einen Schaukasten einzurichten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9830\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"569\" height=\"321\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n-300x169.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n-768x432.jpg 768w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n-1024x576.jpg 1024w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n-480x270.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n-888x500.jpg 888w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/44189221_1985958018177805_2671722745904336253_n.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 569px) 100vw, 569px\" \/><\/p>\n<p>Die Kontroverse um die Quellenkritik:<\/p>\n<p>Die Hauptinformationsquelle \u00fcber die Trag\u00f6die in Chaibach war Dziaudin Malsagow (der erste stellvertretende Justizkommissar von Tschetscheno-Inguschetien). Ihm zufolge war er w\u00e4hrend der Vertreibung Zeuge der Trag\u00f6die im Bezirk Galantschosh. Am 23. Februar, zu Beginn der Deportationen, hatte starker Schneefall den Bergbezirk Galantschosh von der Ebene und dem Bahnhof, auf dem die Z\u00fcge warteten, abgeschnitten. Mitarbeiter des NKWD unter dem Kommando des Staatssicherheits-Kommissars 3. Ranges Gwischiani sonderten von den rund 6.000 Einwohnern des Bezirks die Kranken und Alten aus, also diejenigen, die wegen ihrer geschw\u00e4chten Gesundheit oder ihres fortgeschrittenen Alters nicht im Stande waren, zu Fu\u00df die Gebirgspfade und Schneewehen zu bew\u00e4ltigen. Es waren ungef\u00e4hr 700 Menschen, die in den Pferdestall der Berija-Kolchose \u2013 der Name zeugt von bitterer Ironie &#8211; getrieben wurden. Der Pferdestall wurde beschossen, mit Heu umgeben und angez\u00fcndet.<\/p>\n<p>Die Zahl der Zivilisten, die nach Malsagow im Stall gefangen gehalten wurden, bezifferte sich auf 600-700 Personen. Dann wurden die Stallt\u00fcren geschlossen, und Gwischiani, befahl, den Stall in Brand zu setzen und auf Menschen zu schie\u00dfen, welche vor dem Feuer fliehen wollten. Malsagow und ein weiterer Offizier, Gromov, versuchten erfolglos zu protestieren und wurden in das Dorf Malkhasty gebracht.<\/p>\n<p>Seine Worte werden von den Anwohnern selbst best\u00e4tigt, in deren Erinnerung diese Ereignisse gut erhalten sind. Das Verschwinden mehrerer hundert Menschen konnte von ihren Landsleuten und Verwandten nicht unbemerkt bleiben. Bis 2012 war auch Mumadi Elgakajew noch am Leben, welchem es als einzigen gelungen ist aus dem brennenden Stall zu fliehen.<\/p>\n<p>Die Untersuchung dieser Ereignisse wurde von einer Sonderkommission unter der Leitung eines pensionierten Offiziers durchgef\u00fchrt, dem Leiter des Podvig-Suchzentrums, Stephan Koshurko, der zu dem Schluss kam, dass dies der Fall war.<\/p>\n<p>Die allgemeine Kritik an den Schlussfolgerungen der Koshurko-Kommission ist, dass angebliche Telegramm von Michail Gveshiani an Lawrence Beria: \u00bbStreng geheim: An den Volkskommissar des Inneren der UdSSR, den Genossen L. P. Berija nur f\u00fcr ihre Augen. Angesichts mangelnder Transportf\u00e4higkeit und zur Sicherstellung der termingerechten Durchf\u00fchrung der Operation Gori war ich gezwungen, ungef\u00e4hr 700 Einwohner in der Ortschaft Chaibach zu liquidieren. Oberst Gwischiani\u00ab<\/p>\n<p>Kritiker weisen zu Recht darauf hin, dass Gwischiani nicht der Oberst war, sondern Staatssicherheits-Kommissars 3. Ranges. Die Operation hie\u00df nicht Gori (Gebirge), sondern \u201eTschetschewiza\u201c (Linsen) und schlie\u00dflich wurde die Formulierung \u00bbNur f\u00fcr Ihre Augen\u00ab niemals im Innenministerium verwendet. Auch die Formulierung \u00bbStreng Geheim\u00ab ist eine Kopie des englischen Ausdrucks \u00bbTop secret\u00ab. Anscheinend handelt es sich bei dieser Version des Telegramms, welches in der Fachliteratur regelm\u00e4\u00dfig zitiert wird um eine F\u00e4lschung, die in den USA eilig gemacht wurde. Dies \u00e4ndert jedoch nichts an dem historischen Ereignis des 27. Februars selbst.<\/p>\n<p>Die Geschichte von Chaibach ist nur au\u00dferhalb Tschetscheniens nicht bekannt, aber in der Erinnerungskultur der einheimischen Bev\u00f6lkerung, ob daheim oder in der Diaspora, omnipr\u00e4sent.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9831\" src=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/14-300x236.jpg\" alt=\"\" width=\"579\" height=\"455\" srcset=\"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/14-300x236.jpg 300w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/14-480x377.jpg 480w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/14-637x500.jpg 637w, http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/14.jpg 764w\" sizes=\"auto, (max-width: 579px) 100vw, 579px\" \/><\/p>\n<p>Die Kunst in der Katastrohe: Apti Bisultanows Gedicht zu Chaibach.<\/p>\n<p>Schon seit seiner Kindheit hatte sich Apti Bisultanow der Dichtkunst hingegeben. Auch die tschetschenische Trag\u00f6die war seit seiner Kindheit pr\u00e4sent. Die Geschichte seiner Familie ist vom Trauma der Deportation gepr\u00e4gt, wie Apti Bisultanow erz\u00e4hlt: \u00abMein Vater ist sehr fr\u00fch gestorben, da war ich erst 6 Jahre alt. Er ist an einer Verwundung gestorben, die er im zweiten Weltkrieg bei Leningrad bekommen hat. Trotz seiner Verwundung k\u00e4mpfte er weiter, doch 1944 wurde er direkt von der Front nach Kasachstan deportiert, als Volksfeind. Meine Mutter hatte 10 Kinder, und f\u00fcnf von ihnen sind in Kasachstan verhungert. Und von den letzten f\u00fcnf bin ich der einzige, der in der Heimat geboren ist.\u00bb Diese Deportation ist auch das Thema eines seiner bekanntesten Gedichte. Es tr\u00e4gt den Titel \u00abChaibach\u00bb und ist vor zwanzig Jahren entstanden.<\/p>\n<p>In Apti Bisultanovs Gedicht begegnen dem lyrischen ich die Schatten der in Chaibach Verbrannten, halten es fest und zwingen es, sie anzuh\u00f6ren. In freien Assoziationen und Abstraktionen beschreibt der Dichter den Bewusstseinswandel, den die Deportation bei den Tschetschenen ausl\u00f6ste, die R\u00fcckbesinnung auf sich als Volk und auf die Religion. Chaibach ist Teil einer Apokalypse, die die gesamte Menschheit bedroht. Die dichte Sprache mit ihrer F\u00fclle von Bildern, Wortwiederholungen, Reimen und Querreimen kann im Deutschen nur angedeutet werden. Ebenso wie der daktylische Rhythmus, der der tschetschenischen Dichtung spracheigen ist.<\/p>\n<p>In Chaibach verfasst (Zyklus oder Gedicht)<br \/>\nNirgendwo ist Heimat, nirgendwo ein Zeuge<br \/>\nMir will Zeit nicht bleiben, was geschah, zu zeigen<br \/>\nKeinen Bruder hab ich, keinen Sippenrat<br \/>\nDoch ist kein Geheimnis, was mit mir geschah<\/p>\n<p>Mit dem Hause hadernd kreischt der Haust\u00fcr Angel<br \/>\nMit der Welt im Hader schlingt des Weges Schlange<br \/>\nWirbel meines Herzschlags, Wirbel der Geschichte<br \/>\nWirbelsturm des Teufels, Hader mit dem Schicksal<\/p>\n<p>Meinen Beinen wachsen pl\u00f6tzlich neue Beine<br \/>\nMeinen Augen wachsen pl\u00f6tzlich neue Augen<br \/>\nHimmel strahlend hebt sich himmelweit die Pforte<br \/>\nIrdische Belebung alter Gottesworte<\/p>\n<p>Zauderndes Erschauern, zarter Knospen Zittern<br \/>\nZuckungen der Brauen, Sonnenlichtgewitter<br \/>\nRuft die Ewigkeit mich &#8211; ruft mich Eisesk\u00e4lte<br \/>\nRuft der Grabesh\u00fcgel &#8211; stillste aller Welten<\/p>\n<p>In der Welt der F\u00fclle gibt es keine Schranken.<br \/>\nWill das B\u00fcbchen fliegen? Erster Schritte Wanken<br \/>\nSchwer ist mir, des Volkes Leiden zu ertragen<br \/>\nMeine Seele schaudert vor dem Unsagbaren<\/p>\n<p>Tausend Lasten dr\u00fccken wie ein Sack von Salz<br \/>\nDir auf Brust und R\u00fccken, pressen dir den Hals<br \/>\nNie mehr dich erheben wirst du nach dem Schock<br \/>\nDeines Volkes Schmerzen &#8211; Herz im Folterstock<\/p>\n<p>S\u00f6hne zu verstaatlichen s\u00e4en sie die Saat<br \/>\nBis der letzte B\u00fcrger dient dem Oberstaat<br \/>\nSetzen heimlich Zeichen &#8211; Schmei\u00dffliegengeschmei\u00df<br \/>\nFreie Welt verboten und das Paradies!<\/p>\n<p>Deiner Seele Schatten schwindet mit dem Tag<br \/>\nAuf der Grabsteinplatte fest steht Jahr und Tag<br \/>\nSie sind unaufhaltsam, sie sind unabwendbar<br \/>\nMeines Volkes Leiden kommen an kein Ende!<\/p>\n<p>Dieser Welt gen\u00fcgend sei mit dir zufrieden<br \/>\nIhr geheimes Siegel kannst du dir erschlie\u00dfen<br \/>\nDoch dein s\u00fc\u00dfes Leben kann den Schmerz nicht lindern<br \/>\nBlickst du ihm ins Auge, er im Grab nicht schwindet<\/p>\n<p>Festgewand der Mutter ist ihr wei\u00dfes Grabtuch<br \/>\nFestsaal meines Bruders \u2013 ist die hohle Grabwand<br \/>\nBestes Wort des Schmerzes, brennt es dir im Herzen<br \/>\nHast du ewigen Frieden, bleibt Fragment dein Vers<\/p>\n<p>Herd und Heimstatt lassen musst du dieser Sache<br \/>\nVon ihr musst du k\u00fcnden selbst im Grab erwachend<br \/>\nNationaler Frage gibt es kein Entweichen<br \/>\nEine Kobra-Schlange ist das Fragezeichen<\/p>\n<p>Keine Antwort kenn ich au\u00dfer Wolfsgeheul<br \/>\nKeine Zeichen kenn ich au\u00dfer, die das Herz zeugt<br \/>\nWie der toten Mutter blindes wildes Wolfskind<br \/>\nWirbel ich im Kreis. Ein Geist wird pl\u00f6tzlich sichtbar:<\/p>\n<p>Blutr\u00e4cher dir bin ich, tot liegt schon dein Vater!<br \/>\nUm dein Volk zu t\u00f6ten, komme ich, der Dadshal<br \/>\nDeine Fehler bin ich, die du einst verlachtest<br \/>\nSeine K\u00f6pfe reckend steht vor mir der Drache<\/p>\n<p>Wem willst du dich beugen, Gott oder dem Dadshal?<br \/>\nGott allein! Bezeugen kanns Tschetscheniens Erde<br \/>\nBin des Vaters Sohn, der stets in Waffen betet<br \/>\nEiner Mutter Sohn, Almosen f\u00fcr mich gebend<\/p>\n<p>F\u00fcr dein Gott Bekennen wirst du hingerichtet!<br \/>\nLeichen meiner N\u00e4chsten er zum Galgen schichtet<br \/>\nZieht aus meinem Brustlatz eine schwarze Schlange<br \/>\nRei\u00dft ein Haar vom Kopf sich, knotet es zur Schlinge<\/p>\n<p>Blutbefleckte H\u00e4nde mir das Licht verbauen<br \/>\nFlackernd blickt sein wildes f\u00fcnfgezacktes Auge<br \/>\nWeist mit wildem Blick auf meine Sch\u00e4delst\u00e4tte<br \/>\nMich, am Hals die Schlinge, zu der Richtstatt hetzend<\/p>\n<p>Zauderndes Erschauern, meine Knie zittern<br \/>\nZuckungen der Brauen, finstrer Nacht Gewitter<br \/>\nRuft die Ewigkeit mich \u2013 ruft mich Eisesk\u00e4lte<br \/>\nRuft der Grabesh\u00fcgel &#8211; stillste aller Welten.<\/p>\n<p>Deine tote Schwester bin ich, ruft die Stimme<br \/>\nBin dein totgeborenes Br\u00fcderchen im Himmel<br \/>\nTapfer geht sie mit mir, weint an meiner Seite<br \/>\nLehnt sich z\u00e4rtlich an mich, schweigend mit mir schreitend<\/p>\n<p>Die in hundert Jahren angestauten Gifte<br \/>\nSpeit Die Zeit aus, reckt sich neben meiner H\u00fcfte<br \/>\nVaters guter Name geht vor mir Das Leben<br \/>\nAlmosen der Mutter, die f\u00fcr mich gegebenen<\/p>\n<p>Fest das Innere pressend, das die Seele f\u00fcllte<br \/>\nWandelt sich zum Luftbild, was das Blut mir stillte<br \/>\nVor des Globus Anblick meine Augen rettend<br \/>\nGehe ich entgegen meiner Sch\u00e4delst\u00e4tte<\/p>\n<p>J\u00fcngsten Tags Propheten ihren Leib erbitten<br \/>\nTr\u00e4nen f\u00fcr die Umma den Propheten sch\u00fctteln<br \/>\nAras-Majda zeigt sich, dass ich nicht vergesse<br \/>\nTeil der Sch\u00f6pfung ist auch meine Sch\u00e4delst\u00e4tte<\/p>\n<p>Dann, wenn der Gesandte Gott bezeugt die Umma<br \/>\nIsraphils Posaune zweimal hebt die Stimme<br \/>\nIhre Kraft der H\u00f6lle Kuppelbau zertr\u00fcmmert<br \/>\nSo ist die mein Urteil vortragende Stimme<\/p>\n<p>Leute ohne Beine laufen, sagt die Stimme<br \/>\nLeute ohne Arme raufen, sagt die Stimme<br \/>\nWillst du das nicht h\u00f6ren, musst du taub sein immer<br \/>\nWillst du das nicht sehn, erblinde!, sagt die Stimme<\/p>\n<p>Das, was deiner Zunge Knoten dir entzerret<br \/>\nWas zerschl\u00e4gt, zertr\u00fcmmert die versteinten Herzen<br \/>\nLass es fahren, sagt sie, mach dich leicht und gl\u00fccklich<br \/>\nLass Moral und Ehre Dummen und Verr\u00fcckten<\/p>\n<p>Mitleid habe, sagt sie, mit dem flinken F\u00e4nger<br \/>\nWeine f\u00fcr die Seele deines blutigen Henkers<br \/>\nAn der Mutter, sagt sie, \u00fcb Verrat, sei gl\u00fccklich<br \/>\nErnte Ruhm, verrate deinen Vater t\u00fcckisch<\/p>\n<p>Handle mit Gebeinen deiner Anverwandten<br \/>\nW\u00fchle in den Gr\u00e4bern, meide nicht den Handel!<br \/>\nLad zu Tisch den M\u00f6rder deines Vaters, sagt sie<br \/>\nN\u00e4hr dich an den Br\u00fcsten seiner Mutter, sagt sie<\/p>\n<p>Das Gericht verk\u00fcndet, fl\u00fcstert mir die Stimme<br \/>\nGro\u00df sind deine S\u00fcnden! fl\u00fcstert mir die Stimme<br \/>\n\u00dcberleben musst du, deine Zeit genie\u00dfen<br \/>\nDass du Sklave sein wirst, soll dich nicht verdrie\u00dfen<\/p>\n<p>Blutr\u00e4cher dir bin ich, tot liegt schon dein Vater!<br \/>\nUm dein Volk zu t\u00f6ten, komme ich, der Dadshal<br \/>\nDeine Fehler bin ich, die du einst verlachtest<br \/>\nEin Gespenst \u2013 mein Richter, das Gericht &#8211; ein Drache!<\/p>\n<p>Keine Antwort wei\u00df ich au\u00dfer einem Fluche<br \/>\nKeine Kraft mehr hab ich, au\u00dfer Fluchtweg suchen<br \/>\nTief in meinem Innern die Gedanken st\u00f6rend<br \/>\nIst des alten Drachen kalter Schwur zu h\u00f6ren:<\/p>\n<p>Du bist nicht der erste, den ich hierherf\u00fchre<br \/>\nDu bist nicht der letzte, dem ich Schmerz zuf\u00fcge<br \/>\nKlanglos geht jetzt unter deines Volkes Sonne<br \/>\nDu bleibst hier als Denkmal, zum Khollam geronnen!<\/p>\n<p>Fliege weit mit Fl\u00fcgeln, du kannst nicht entweichen<br \/>\nGrab dich in die Erde, Kraft wird dir nicht reichen<br \/>\nWas geschah in Chaibach von dir abzulenken<br \/>\nChaibach zu vergessen, soll dir Gott nicht schenken<\/p>\n<p>Kinder sah ich brennen, h\u00f6r ihr Wehgekreisch<br \/>\nM\u00fctter sah ich brennen, Brandgeruch des Fleischs<br \/>\nHab erduldet alles, Wahrheit oder Wahnwitz<br \/>\nSah den Fluch Gott Allahs, aschefahl mein Antlitz<\/p>\n<p>Tausendfaches Sinnen kann den Sinn nicht finden<br \/>\nTausendfaches Schw\u00f6ren nicht den Sinn erh\u00f6ren<br \/>\nTausend mal bereuen nur den Gram erneuert<br \/>\nFlieht der schwarze Schatten, Schmerz \u2013 er bleibt im Herzen<\/p>\n<p>Alle Himmel h\u00f6r ich auf mich niederfallen<br \/>\nH\u00f6r die Horizonte sich zu Schluchten ballen<br \/>\nH\u00f6re spitze Gipfel abstumpfen zu H\u00fcgeln<br \/>\nH\u00f6re Welt und Zeit sich dem Schweigen f\u00fcgen<br \/>\n***<br \/>\nNichts wei\u00df ich, ein nicht noch aus<br \/>\nPickt mir ein Schnabel das Herz raus<br \/>\nPressen den Schrei scharfe Krallen<br \/>\n\u00dcber Ruinen mein Lied schallt<br \/>\nBricht aus den Wirbeln das Weichfleisch<br \/>\nBleibt mir kein Schmerz, keine Furcht bleibt<br \/>\nF\u00e4chern Schwingen die Asche<br \/>\nBricht aus den Wirbeln das Weichfleisch<br \/>\nBleibt mir kein Schmerz, keine Furcht bleibt<br \/>\nF\u00e4chern Schwingen die Asche<br \/>\nEchos die Rufe erhaschen:<br \/>\n\u00bbChaibach, ach, Chaibach, ach, Chaibach!<br \/>\nBrennend die, Mensch und Tier, Leiber!<br \/>\nBrennende Totengebete!<br \/>\nBrennende Gr\u00e4ber der V\u00e4ter!\u00ab<br \/>\nAuf will ich \u2013 bin nichts als Knochen<br \/>\nWeg \u2013 und die Knie gebrochen<br \/>\nFelsen sich t\u00fcrmen zum Zwinger<br \/>\nSchatten mich flackernd umzingeln:<br \/>\n\u00bbWer ist dein Vater? Wie hei\u00dft er?\u00ab<br \/>\n\u00bbLasst ab von mir, Totengeister!<br \/>\nWollt ihr den Sch\u00e4del mir spalten?\u00ab<br \/>\nGeist um Geist nimmt Gestalt an.<\/p>\n<p>Erster Kreis der Schatten:<br \/>\nNasam (Chorlied) der in Chaibach Verbrannten<br \/>\nSaht ihr die Tellerm\u00fctzen, die Litzen<br \/>\nDas uns umzingelnde M\u00f6rdergesicht<br \/>\nDen seit der Ewigkeit festgesetzten<br \/>\nSaht ihr den gr\u00e4sslichen Tag des Gerichts?<\/p>\n<p>L\u00e4ssig gest\u00fctzt auf die Bajonette<br \/>\nZ\u00e4hlten sie Kugeln, die um uns pfiffen<br \/>\nZitternd vor Schw\u00e4che den Rosenkranz betend<br \/>\nSaht ihr, wie sie die Alten ergriffen<\/p>\n<p>Kinder im Schnee erste Schritte probieren<br \/>\nFl\u00fcche nur h\u00f6ren, statt Muttermilch s\u00fcffeln<br \/>\nDie mit Gewehrl\u00e4ufen sich am\u00fcsieren<br \/>\nSaht ihr, wie sie die Kinder ergriffen?<\/p>\n<p>Ohne aus St\u00fccken gen\u00e4htes Grabtuch<br \/>\nOhne Bereitung und Almosengeben<br \/>\nOhne ein Grab, nicht geschm\u00fcckt, nicht gegraben<br \/>\nSaht ihr sie brennen die Seelen, das Leben?<\/p>\n<p>Welch eine S\u00fcnde &#8211; die Liebe zur Freiheit!<br \/>\nRache &#8211; allein f\u00fcr die Liebe zu Gott!<br \/>\nChaibach \u2013 geliebt von allen Tschetschenen ,<br \/>\nSaht ihr es brennen zu Asche und Tod?<\/p>\n<p>Zweiter Kreis der Schatten:<br \/>\nNasam (Chorlied) derer, die die Verbannung \u00fcberlebten<br \/>\nMorgende, nun Bleibet frei!<br \/>\nAbende, nun Bleibet frei!<br \/>\nHeimkehr in den Kaukasus<br \/>\nLand Sibirien &#8211; Bleibe frei!<\/p>\n<p>Wo die Sonn\u2019 aufging &#8211; Sibirien<br \/>\nWo sie unterging &#8211; Sibirien<br \/>\nUnterm Eis vom Grabstein tr\u00e4umend<br \/>\nViele liegen in Sibirien!<\/p>\n<p>Wo die Sonn\u2019 aufgeht \u2013 Tschetschenien<br \/>\nWo sie untergeht &#8211; Tschetschenien<br \/>\nWo die Berge t\u00e4glich weinen<br \/>\n\u00dcber uns &#8211; dort ist Tschetschenien<\/p>\n<p>Grenzenloses Land &#8211; Sibirien<br \/>\nFremdland ohne Halt &#8211; Sibirien<br \/>\nTr\u00e4nen untr\u00f6stlicher M\u00fctter<br \/>\nM\u00fctter, die du nahmst &#8211; Sibirien<\/p>\n<p>Grenzsteine versetzt \u2013 Tschetschenien<br \/>\nAller Halt zersetzt\u2013 Tschetschenien<br \/>\nWo die Friedh\u00f6fe gesch\u00e4ndet<br \/>\nNach uns rufen &#8211; ist Tschetschenien<\/p>\n<p>Was geschehen musste &#8211; sahn wir<br \/>\nWas wir sehen mussten &#8211; sahn wir<br \/>\nDass bis jetzt wir \u00fcberlebten<br \/>\nMit dem Beistand Gottes &#8211; sahn wir<\/p>\n<p>Freude &#8211; noch sehn wir sie vor uns<br \/>\nUnsre Berge &#8211; sehn wir vor uns<br \/>\nKaukasus &#8211; in deinen W\u00e4ldern<br \/>\nUnsre Freiheit sehn wir vor uns<\/p>\n<p>Morgende &#8211; wir lassen euch<br \/>\nAbende &#8211; wir lassen euch<br \/>\nNichts mehr zwingt uns hier zu darben<br \/>\nLand Sibir &#8211; wir lassen dich<\/p>\n<p>Monolog des ersten Schattens:<br \/>\nUsam (m\u00e4nnlicher Einzelgesang)<br \/>\nBrechend die schlechten Gesetze der M\u00e4chtigen<br \/>\nNicht in den Abgrund den Vater st\u00fcrzend<br \/>\nIhn in der Kiepe versteckt, den gebrechlichen<br \/>\nWandernd als Fremdling im eigenen Lande<br \/>\nWie dieses Sohnes so einsame Herz<br \/>\nScheuend die Welt und die eignen Verwandten<br \/>\nTrag ich dich bei mir, schwerer, mein steinalter Schmerz<\/p>\n<p>Vater und Mutter das Kind \u00fcberlisten<br \/>\nIn der Verstellung den Zeitgeist verordnen<br \/>\nVon dieser Pflicht ist mein Herz aufgerissen<br \/>\nViel zu fr\u00fch bin ich zum Veras geworden<br \/>\nWie eines toten Kinds Seele die Wiege<br \/>\nKindheit ersehnend, der Schwestern Scherze<br \/>\nTrag ich dich bei mir, schwerer, mein steinalter Schmerz<\/p>\n<p>Stehlend dem Bruder den Bissen vom Munde<br \/>\nDienend dem Zeitma\u00df in ma\u00dfloser Gier<br \/>\nWenn die Konachi abg\u00fcrten vorm Gelde<br \/>\nSich unterwerfen der Kinder Begier<br \/>\nSchwindet die Lust mir auf jede Begegnung<br \/>\nTrag ich dich bei mir, schwerer, mein steinalter Schmerz<\/p>\n<p>Setz ich dich sanft, um dich nicht zu verletzen<br \/>\nHier vor mir ab auf die Steine<br \/>\nBin wie ein Tschurt ich am Grabend gesessen<br \/>\nAuge in Aug dir alleine<br \/>\nWissen will ich, was es ist: von dir Trennen:<br \/>\nDas, was wir Vaterland, Heimat nennen<br \/>\nSchwerer, mein steinalter Schmerz<\/p>\n<p>Wort des zweiten Schattens:<br \/>\nUsam (m\u00e4nnlicher Einzelgesang) aus dem Kreis<br \/>\nFreiheitsfl\u00fcgel zur Zierde<br \/>\nWerw\u00f6lfe Welten regieren<br \/>\nLeben, das du wunderbar nennst!<br \/>\nDeine gepriesene Wahrheit<\/p>\n<p>Schwer sinkt die linke Schulter<br \/>\nHerz wie ein Holzfass verspundet<br \/>\nKein Tropfen Spucke im Munde<br \/>\nBrunnen mit Gift angef\u00fcllt sind<\/p>\n<p>Uralter Engel Augen<br \/>\nSehen vergessene Zeiten<br \/>\nSag, welcher Weg kann mir taugen<br \/>\nDurch alle Grenzen des Neides<br \/>\nEltern, sie solln sich nicht freuen<br \/>\nFrieden der Nachbar nicht finden<br \/>\nSag, welchen Weg soll ich scheuen<br \/>\nSag mir, wovon soll ich k\u00fcnden?<\/p>\n<p>Grenzen, den Augen zuwider<br \/>\nWorte, dem Herzen zuwider<br \/>\nSag mir, wohin mit dem Schmerz<br \/>\nDem nicht von Gott schweren Schmerz<br \/>\nFelder, von Gr\u00e4bern gereinigt<br \/>\nHymnen f\u00fcr Henker verfasst<br \/>\nMorgenrot, das mich nur peinigt<br \/>\nWende der Zeit, die mich hasst<\/p>\n<p>Freiheitsfl\u00fcgel zur Zierde<br \/>\nWerw\u00f6lfe Welten regieren<br \/>\nLeben, das du wunderbar nennst!<br \/>\nDeine gepriesene Wahrheit<\/p>\n<p>Monolog des letzten Schattens:<br \/>\nZaun ohne Toreinfahrt<br \/>\nWand ohne Dachgesparr<br \/>\nFernab am Weltenrand<br \/>\nMein eigen Haus entstand<br \/>\nFeuer im Herde schwitzt<br \/>\nEin Amulett mich sch\u00fctzt<br \/>\nGr\u00fcbelnd ich Grillen fing<br \/>\nTraurig der Kopf mir hing<\/p>\n<p>Offen war stets mein Tor<br \/>\nNie war ein Riegel vor<br \/>\nHalt fand ich in mir selbst<br \/>\nHielt selbst das Dachgestell<br \/>\nEinsamkeit hie\u00df die Braut<br \/>\nDie mir das Bett gebaut<br \/>\nStille das Abendbrot<br \/>\nF\u00fcr meines Herzens Not<\/p>\n<p>Einst kam ein Feind vorbei<br \/>\nNeid schaut zum Fenster rein<br \/>\nEinst kam ein Freund vorbei<br \/>\nLobte mein Haus mit Freud<br \/>\nDer, der verbittert kam<br \/>\nZ\u00e4rtlichen Trost mitnahm<br \/>\nIch blieb allein zur\u00fcck<br \/>\nHerz schn\u00fcrt ein Knotenstrick<\/p>\n<p>Ungeh\u00f6rt, windverweht<br \/>\nBlieb es, mein Bittgebet<br \/>\nGei\u00dfelnder Fastenzeit<br \/>\nGott keine Gnade zeit<br \/>\nWas mich mit Angst erf\u00fcllt<br \/>\nNicht meinen Kummer stillt<br \/>\nMein lang getr\u00e4umter Traum<br \/>\nBlasen aus Seifenschaum<\/p>\n<p>Wie soll Gott Herden mehrn<br \/>\nWenn es an Futter fehlt?<br \/>\nWie soll Gott Feldfrucht mehrn<br \/>\nWenn es an Samen fehlt?<br \/>\nUm Leute gut zu stelln<br \/>\nFrieden im Hause fehlt<br \/>\nF\u00fcr der Familie Freud<br \/>\nFehlt die Gemeinsamkeit<br \/>\nMein irrend Schwesterlein<br \/>\nWird wohl verloren sein<br \/>\nMein irrend Br\u00fcderlein<\/p>\n<p>Wird wohl verloren sein<br \/>\nVieles der Schw\u00e4tzer schwatzt<br \/>\nB\u00f6ser Verleumdung Hatz<br \/>\nDoch was die Bosheit sch\u00fcrt<br \/>\nHat kaum mein Herz ber\u00fchrt<\/p>\n<p>Fernab und nahebei<br \/>\nRost der kastrierten Zeit<br \/>\nDurchs Herz kroch, Schlangen gleich<br \/>\nLangweil und Traurigkeit<br \/>\nGrelles Licht, Dunkelgraus<br \/>\nHausen im leeren Haus<br \/>\nTraumbilder wild gesch\u00fcrt<br \/>\nSeelen, vom Wind ber\u00fchrt<\/p>\n<p>Wahrheit der Welt verwirrt<br \/>\nZu mir her\u00fcber stiert<br \/>\nZieht schl\u00e4frig ihres Wegs<br \/>\nEndlos im Selbstgespr\u00e4ch<br \/>\nStimmen der Weltennacht<br \/>\nSetzten sich auf mein Dach<br \/>\nKnickten die Beine ein<br \/>\nSchliefen wie V\u00f6gelein<\/p>\n<p>Gast in mein Haus einging<br \/>\nJedweder Sonderling<br \/>\nDer, der gesegnet ist<br \/>\nDer, der verurteilt ist<br \/>\nDer mit gebundenem Arm<br \/>\nAus seiner Mutter kam<br \/>\nDer mit gefesselten F\u00fc\u00df\u2019<br \/>\nVon seinem Weg nicht lie\u00df<\/p>\n<p>Harrend im Bittgebet,<br \/>\nGleich ich nicht w\u00fcrdig bin<br \/>\nHandelnd nach rechtem Sinn<br \/>\nGleich ich gerecht nicht bin<br \/>\nNirgends ich N\u00e4he fand<br \/>\nNiemand reicht mir die Hand<br \/>\nKaum er die Schwelle streift<br \/>\nSchelle mein Wunschtraum bleibt<\/p>\n<p>Wo des Propheten Ver-<br \/>\nMittlung den Weg ersann<br \/>\nWo das Erg\u00f6tzen der<br \/>\nLehrer die Regeln fand<br \/>\nDorther ins leere Haus<br \/>\nKamen Gespr\u00e4che kraus<br \/>\nGingen nach ihrer Zeit<br \/>\nIch blieb in Dunkelheit<\/p>\n<p>Aufstieg vom Erdenklo\u00df<br \/>\nBlendwerk des B\u00f6sen blo\u00df<br \/>\nFallend vom Himmelslicht<br \/>\nTaubstumm vor Kummergicht<br \/>\nBlinzelnd im Morgenrot<br \/>\nTaubstumm im Abendrot<br \/>\nLebt ich versteckt nur noch<br \/>\nIn einem Erdenloch<\/p>\n<p>Eines Tags unerh\u00f6rt<br \/>\nLicht meine Stille st\u00f6rt<br \/>\nSichtbar das Licht sich ballt<br \/>\nZu einer Lichtgestalt<br \/>\nKlammert an mich sich an<br \/>\nFlammend am Herzensrand<br \/>\nSpricht zu mir inniglich<br \/>\nZitternd vor Finsternis<\/p>\n<p>Geh, sprach sie, bleib hier nicht<br \/>\nFolg deiner V\u00e4ter Pflicht<br \/>\nNur wer ein Bastard ist<br \/>\nWissen der Ahnen misst<br \/>\nWahre als wahrer Sohn<br \/>\nUralte Tradition<br \/>\nSuche Berg auf, Berg ab<br \/>\nNach deiner Ahnen Grab<\/p>\n<p>Ich bin ein Schrei, sagt sie,<br \/>\nKomme aus Schem zu dir<br \/>\nIch bin ein Wind, sagt sie,<br \/>\nStand vor der Himmelst\u00fcr<br \/>\nWollte ein Edelstein<br \/>\nIn einem Herzen sein<br \/>\nTr\u00e4umte, ich lebte fort<\/p>\n<p>In einem Ehrenwort<br \/>\nIch bin die Spur, sagt sie,<br \/>\nUralter V\u00f6lker Raub<br \/>\nIch bin der Rauch, sagt sie<br \/>\nUralter St\u00e4dte Staub<br \/>\nSpurlos verschwundener Ort<br \/>\nUralter Schriften Wort<br \/>\nFarbe, die Welt und Zeit<br \/>\nEint in der Ewigkeit<\/p>\n<p>Ich sah den neunten Schlund<br \/>\nUnseres Erdengrunds<br \/>\nIch sah den neunten, den<br \/>\nGipfel des Himmelsrunds<br \/>\nKnochengebein ich im<br \/>\nInnern der Berge fand<br \/>\nEinsame Meereswelln<br \/>\nSuchten den Ufersand<\/p>\n<p>Seit Gottes Sch\u00f6pfungszeit<br \/>\nAufflammt die Grausamkeit<br \/>\nBrennende Menschen wie<br \/>\nAsche und Staub verstreut<br \/>\nSie sagt, du musstest im<br \/>\nIrrtum, im Leiden sein<br \/>\nRichter der Welt ist<br \/>\nJ\u00fcngsten Tags Gott allein<\/p>\n<p>H\u00f6re, sagt sie, wie die<br \/>\nGrenzen zerfalln zu Nichts<br \/>\nSitten der V\u00f6lker sich<br \/>\nWandeln zur Spur aus Licht<br \/>\nHerzen der Menschen mit<br \/>\nG\u00f6ttlichem Licht besprengt<br \/>\nHerrschenden grausames<br \/>\nStrafurteil streng verh\u00e4ngt<\/p>\n<p>Siehe, sagt sie, wie die<br \/>\nFreiheit Gestalt gewinnt<br \/>\nLeben Verfluchter zum<br \/>\nMahnmal aus Stein gerinnt<br \/>\nEdele Feuer in<br \/>\nEdelsten Herzen gl\u00fchn<br \/>\nTausende Glaubende<br \/>\nIn die Moscheen ziehn<\/p>\n<p>Unfrei die Welt, die von<br \/>\nT\u00f6dlichen S\u00fcnden trieft<br \/>\nBis jeder schuldlos Ent-<br \/>\nSchlafene Schuld vergibt<br \/>\nBis jedes Grab ohne<br \/>\nNamen benannt sein wird<br \/>\nFrei ist die Welt erst<br \/>\nWenn sie ohne Schande ist<\/p>\n<p>Lange Zeit trage ich<br \/>\nIn mir der Wahrheit Licht<br \/>\nMenschen erkennen nur<br \/>\nP\u00fcnktchen der Funkenspur<br \/>\nDoch kommen Zeichen an<br \/>\nKeiner entweichen kann:<br \/>\nWer seinen Bruder schl\u00e4gt<br \/>\nSchuld an dem Morde tr\u00e4gt<\/p>\n<p>Jeden das Recht entz\u00fcckt<br \/>\nSchlechtes Gewissen dr\u00fcckt<br \/>\nDoch sie verachtet sind<br \/>\nV\u00f6lker entmachtet sind<br \/>\nStaaten versunken sind<br \/>\nHerrscher ertrunken sind<br \/>\nVon Wahrheit abgedr\u00e4ngt<br \/>\nIm eignen Blut ertr\u00e4nkt<\/p>\n<p>Sie sprach, zu aller Zeit<br \/>\nStrebten nach Wahrheit Leut<br \/>\nSegensreich und verflucht,<br \/>\nUnwissend oder klug<br \/>\nUnvernunft oder Wahn<br \/>\nStrebten die Wahrheit an<br \/>\nDoch sie blieb alle Zeit<br \/>\nIm Eis der Grausamkeit<\/p>\n<p>Grausamkeit, sie verdammt<br \/>\nWas Gottes Hand entstammt<br \/>\nGrausamkeit k\u00fcrzt die Zeit<br \/>\nGottes Unendlichkeit<br \/>\nSeit Gott die Welt erschuf<br \/>\nH\u00f6rt sie nicht seinen Ruf<br \/>\nGutes, was sie erwirbt<br \/>\nUnschuldig Blut verdirbt<\/p>\n<p>Sie sagte, oft genug<br \/>\nIrrtum die Ahnen schlug<br \/>\nWenn ihr Rat falsch beschloss<br \/>\nBlut gleich in Str\u00f6men floss<br \/>\nSeit Gott die Welt erschuf<br \/>\nFindet kein Fu\u00df, kein Huf<br \/>\nErde, die nicht versengt<br \/>\nOder von Blut getr\u00e4nkt<\/p>\n<p>Krieger und Heldentum<br \/>\nZ\u00e4hl nicht der K\u00e4mpfer Ruhm<br \/>\nJeder von ihnen war<br \/>\nEdel und sonderbar<br \/>\nJeder hat mehr als sich<br \/>\nG\u00f6ttliches Licht geliebt<br \/>\nJeder von ihnen stritt<br \/>\nGegen die Finsternis<\/p>\n<p>Kennend der Freiheit Preis<br \/>\nK\u00e4mpften sie stolz und hei\u00df<br \/>\nUnd der Welt Unverstand<br \/>\nStaunt \u00fcber dieses Land<br \/>\nF\u00fcr ihre Sittsamkeit<br \/>\nPfl\u00fcgten sie Erdgestein<br \/>\nLegten im Wahrheitswahn<br \/>\nBahnen zum Himmel an<\/p>\n<p>Sie sagt, der Ahnen Tun<br \/>\nSchm\u00e4hte nicht Heldentum<br \/>\nSchmach war ein Sieg, ein Wort<br \/>\nFu\u00dfend auf Brudermord<br \/>\nFielen sie Held um Held<br \/>\nF\u00fcr ihre freie Welt<br \/>\nG\u00f6ttliches Recht und Licht<br \/>\nSie noch im Grab anficht<\/p>\n<p>Jeder, der Weges kam<br \/>\nSich wie ein Feind benahm<br \/>\nJeder, der Bruder schien<br \/>\nIrrte in Finsternis<br \/>\nSie sagt, vom Zweistromland<br \/>\nWo sie als Sterne fiel\u2019n<br \/>\nBis nach Tschetschenien<br \/>\nNiemals ihr Licht verfiel<\/p>\n<p>Jeder Gefallene<br \/>\nM\u00e4rtyrer ist, Schahid<br \/>\nDer edlen Herzens ist<br \/>\nDer alle Qualen litt<br \/>\nDer diese Welt auf der<br \/>\nWaage des Herzens wog<br \/>\nG\u00f6ttliche Wahrheit tief<br \/>\nIn seiner Seele trug<\/p>\n<p>Edle Vernunft zu mehr\u2019n<br \/>\nIst, wozu Gott dich schuf<br \/>\nG\u00fcte und Recht zu mehr\u2019n<br \/>\nIst, wozu Gott dich schuf<br \/>\nGott deinen V\u00e4tern ein<br \/>\nGro\u00dfes Verm\u00e4chtnis gab<br \/>\nDie es entrei\u00dfen woll\u2019n,<br \/>\nBleiben nicht ungestraft<\/p>\n<p>Dass nicht dein Glaube bricht<br \/>\nZu dir dein Ahne spricht<br \/>\nImmer die Furcht ihn w\u00fcrgt<br \/>\nDass sein Ged\u00e4chtnis stirbt<br \/>\nEinstmals wird Grabgestein<br \/>\nMahnmal von Chaibach sein<br \/>\nGrabmale Weggeleit<br \/>\nIn die Unendlichkeit<\/p>\n<p>Sie sagt, kein Himmelsdach<br \/>\nIst f\u00fcr dies Land gemacht<br \/>\nChaibach kein Wundenschnitt<br \/>\nDen nur ein Volk erlitt<br \/>\nChaibach hat in die Welt<br \/>\nSchande und Schuld gestellt<br \/>\nChaibaches Wunde schreit<br \/>\nIn die Welt allezeit<\/p>\n<p>Allachu Aalam \u2013 Gott wei\u00df!<br \/>\nBringt zum Schluss sie vor<br \/>\nBerge begleiten die<br \/>\nStimme im Orgelchor<br \/>\nKreisend als Adlerschrei<br \/>\nAn taubem Fels vorbei<br \/>\nSchlummert sie Windgegrein<br \/>\nAn meinem Herzen ein<\/p>\n<p>So hat mich Chaibachs Last<br \/>\nMitten im Herz erfasst<br \/>\nIch &#8211; erster Pilger matt<br \/>\nAn dieser Pilgerstatt<br \/>\nMich sieht, wer sehen kann<br \/>\nMich h\u00f6rt, wer h\u00f6ren kann<br \/>\nSo mach ich, wie ich kann<br \/>\nChaibach der Welt bekannt<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfende Verse:<br \/>\nWorte nicht achtend liegt tief in mir schlafend die Wahrheit<br \/>\nNiemals war ich ihr im Herzen verbunden so inniglich<br \/>\nSie hat ins Leben verliebt mich gemacht so minniglich<br \/>\nDass ich vergesse, was w\u00fcrdig ist, es zu bewahren<br \/>\nIrgendwann gehen zu m\u00fcssen<br \/>\nDas als Heldentat wissen<\/p>\n<p>Au\u00dfer \u00bbich bin\u00ab ist alles nur k\u00fcnftig und m\u00f6glich<br \/>\nKeine Verluste im Heute bemerken die Augen<br \/>\nGierig mein Herz, jeden Stein auf der Welt abzusaugen<br \/>\nDort in der H\u00f6he die Sonne, so frei und so reglos<br \/>\nNicht nur, weil W\u00e4rme uns rar ist<br \/>\nGeheimnis des Lichts offenbarend<\/p>\n<p>Ich \u2013 wie ein Vogel im Flug, dessen Fl\u00fcgel nicht denken<br \/>\nWunder des Wegs, werde ich von der Zeit weggetragen<br \/>\nDort, wo die Zeichen verblassen, Vollkommenheit finden<br \/>\nDort, wo die Augen dem K\u00f6rper das Dienen versagen<br \/>\nH\u00f6ren versagt, eh der Ton noch geboren<br \/>\nDort, wo der Tod stirbt, eh Leben geboren<\/p>\n<p>Ich \u2013 wie ein Fels, den ich sah wohl bei starkem Gewitter<br \/>\nSchwankend im Sang des Nasam , der sich aufschaukelnd steigert<br \/>\nIch \u2013 wie im Erdreich des Samenkorns heilsames Schweigen<br \/>\nWie eine Wolke im Blau, die vorm Sonnenstrahl zittert<br \/>\nWie das Gebet des Gerechten, k\u00fcndend<br \/>\nEigenen Tod frei von irdischen S\u00fcnden<\/p>\n<p>In meinem Herz der Unendlichkeit Sch\u00f6pfungen lodern<br \/>\nIn meinem Geist schwimmt die K\u00e4lte des ewigen Todes<br \/>\nKeine Kraft gibt mir zur\u00fcck meinen fr\u00fcheren Zustand<br \/>\nKein Gl\u00fcck der Welt gibt zur\u00fcck mir mein fr\u00fcheres L\u00e4cheln<br \/>\nKeine Verluste mir Kr\u00e4nkung bereiten<br \/>\nKein finstrer Hinterhalt raubt mir die Freiheit<\/p>\n<p>Trotz allen Unrechts der Menschen in ihrer Geschichte<br \/>\nSammle ich in meine Hand alle steinigen Stra\u00dfen<br \/>\nR\u00e4ume von ihnen die Waffen, die auf mich gerichtet<br \/>\nSammle die Weisheit der Zeiten im Schlusspunkt der Sprache<br \/>\nL\u00f6se die mir bereiteten Fesseln, Vergebung<br \/>\nErbittend bei allen f\u00fcr mich gegrabenen Gr\u00e4bern<\/p>\n<p>Als ich von Sumer zum Kaukasus aufbrach<br \/>\nBat ich die Freiheit mir Zunge und Herz auszurei\u00dfen<br \/>\nAls ich von Dadi-Jurt aufbrach nach Chaibach<br \/>\nFlehte ich, Hand und Erinnerung mir zu verschlei\u00dfen<br \/>\nDorthin, wo Funken der Freiheit noch gl\u00fchn<br \/>\nWill ich mit zuckenden Blitzen entfliehn<\/p>\n<p>\u00bbVergessen auf Befehl\u00ab (russisch: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=wIam0Wuvcdg\">\u041f\u0440\u0438\u043a\u0430\u0437\u0430\u043d\u043e \u0437\u0430\u0431\u044b\u0442\u044c<\/a>) ist ein tschetschenischer Film aus dem Jahr 2014, der das Chaibach-Massaker durch die Linse der Hauptprotagonisten Daud und Seda zeigt, zwei fiktive Charaktere, welche Zeugen des Massakers waren nach der Flucht aus ihrem Dorf. Der Produzent von \u00bbVergessen auf Befehl\u00ab ist Ruslan Kokanaev und Hussein Erkenov, welcher bereits ein Film \u00fcber die Vertreibung der Karatschaier gemacht hat, f\u00fchrte Regie.<\/p>\n<p>Am 10. Mai 2014 sollte die Pr\u00e4miere sein, der Film wurde jedoch verboten, weil das russische Kulturministerium unter Leitung von Vladimir Medinsky die Ereignisse des Chaibach-Massakers offiziell bestreitet und behauptet, der Film w\u00fcrde ethnischen Hass erzeugen. Die Macher des Films erkl\u00e4rten, \u00bbVergessen auf Befehl\u00ab handele nicht von Russen und Tschetschenen, nicht von Feindschaft und schon gar nicht von ethnischem Hass. Dies sei vielmehr die Geschichte der menschlichen Trag\u00f6die und derer Lebens, die 1944 in Haibach unterbrochen wurde. Die Geschichte von tapferen Menschen, die trotz aller Not sich selbst bleiben, ihre Traditionen bewahren wollten, vor einem Regime, das keine Gnade kannte, sondern nur blind die unmenschlichsten Befehle gab und ausf\u00fchrte. Der Film zeigt viele ethnische Russen, die sich gegen die Ermordung tschetschenischer und ziviler Zivilisten widersetzten und daf\u00fcr selbst mit dem Leben bezahlten. Unter anderem auch die Hinrichtung eines Arztes, der sich weigert, kranke Tschetschenen und Inguschen aus dem Krankenhaus zu vertreiben. Trotz des Verbots der Regierung, den Film zu zeigen, wurde er dank des Engagements und Einsatz von Hussein Erkenov dennoch auf dem Moskauer Filmfestival gezeigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer nicht gehen konnte, wurde vor Ort umgebracht. In einem Erlass vom 27. Februar 1944 schrieb des Staatssicherheits-Kommissars 3. Ranges Gwischiani vermeintlich unter dem Vermerk \u00bbNur f\u00fcr vier Augen\u00ab An Berija: \u00bbDamit wir die Operation Gori durchf\u00fchren konnten, war ich gezwungen, mehr als 700 Leute zu erschie\u00dfen.\u00ab \u00bbDer Bev\u00f6lkerung wurde gesagt, die Alten, Bettl\u00e4gerigen oder [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9829,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[84,88,86],"class_list":["post-9828","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-religion","tag-aardax","tag-apti-bisultanow","tag-chaibach"],"jetpack_featured_media_url":"http:\/\/ichkeria.at\/wp-content\/uploads\/2019\/05\/10.jpg","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9828","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9828"}],"version-history":[{"count":5,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9828\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9950,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9828\/revisions\/9950"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9829"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9828"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9828"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/ichkeria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9828"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}